Tobias Haberl
Tobias Haberl über den Wandel der Zeit: „Aus dem Anarchisten Harald Schmidt wurde der Sittenwächter Jan Böhmermann“ / dpa

Buch über Männlichkeit - „Ich empfinde unsere Gegenwart als ängstlich und unfrei“

Der Journalist Tobias Haberl hat ein Buch über Männlichkeit geschrieben. In „Der gekränkte Mann“ sucht er eine Mittelposition zwischen Chauvinismuskritik und Verständnis für den Veränderungsschmerz alter, weißer Männer – wofür er massiv angefeindet wird. Ein Gespräch über Shitstorms von Margarete-Stokowski-Anhängern, identitäre Reinheitsphantasien von links und den Zusammenhang von Rechtspopulismus und toxischer Männlichkeit.

Ulrich Thiele

Autoreninfo

Ulrich Thiele volontiert bei Cicero.

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Tobias Haberl, geboren 1975 im Bayerischen Wald, hat Literaturwissenschaften in Würzburg und Großbritannien studiert. Er schreibt für das Süddeutsche Zeitung Magazin. Sein letztes Buch „Die große Entzauberung. Vom trügerischen Glück des heutigen Menschen“ wurde ein Bestseller. Er lebt in München. Jüngst erschien sein neues Buch: „Der gekränkte Mann. Verteidigung eines Auslaufmodells“, Piper Verlag, 256 Seiten, 22 Euro.

Herr Haberl, im Kern ist Ihre Botschaft: „Ich bin bereit, meine Männlichkeit unserer Zeit anzupassen, aber nicht gedanken- und vorbehaltlos.“ Wenn man sich die Kommentare auf Twitter auf Co. durchliest, bekommt man den Eindruck, Sie hätten ein flammendes Plädoyer für toxische Männlichkeit geschrieben. Woher kommt die heftige Ablehnung?

Der Hass kommt vor allem von Leuten, die das Buch gar nicht gelesen haben. Wenn Sie es gelesen hätten, würden sie immer noch Sätze finden, über die sie sich aufregen könnten. Aber alles in allem ist es doch ein differenziertes, fast versöhnliches Buch. Seltsam, aber gerade diese Mittelposition – jemand ist für Gleichberechtigung, aber bitte ohne absurde Auswüchse und Diskriminierung älterer weißer Männer – scheint in dieser Debatte fast schon radikal zu sein.

Radikal?

Cover Der gekraenkte MannJa, weil sich die Lager – auf der einen Seite die Feministinnen und identitäre Linke, auf der anderen Seite eingerostete, gekränkte, aggressive Männer – mehr darin gefallen, sich narzisstisch zu bekriegen, als sich darüber zu unterhalten, wie es einem mit den Forderungen der jeweils anderen Seite so geht. Mein Buch ist ein Gesprächsangebot, sehr aufrichtig, ich bekenne Fehler, klage aber auch, weil ich mich weder als Mann noch als Mensch verraten möchte. Trotzdem werde ich von linken Twitter-Besserwissern in eine frauenfeindliche Ecke gerückt. Eine deprimierende Erfahrung, wenn man merkt, dass niemand Interesse daran hat, aus dem unversöhnlichen Freund-Feind-Denken auszubrechen, ja dass so was wie Differenziertheit in den Bekenntnishöllen der sozialen Netzwerke nur stört.  

Sie zitieren an einer Stelle Virginia Woolf, die über die „hypnotische Macht der Herrschaft“ geschrieben hat und dass der Mann „zweifelhafte Freuden der Macht genießt, während wir, ‚seine‘ Frauen, im privaten Heim eingesperrt sind, ohne Anteil zu haben an den vielen Gesellschaften, aus denen sich seine Gesellschaft zusammensetzt“. Wie sah die hypnotische Macht aus, mit der Sie aufgewachsen sind?

Ich bin in einer Art 80er-Jahre-Bilderbuch-Familie groß geworden, sehr behütet, sehr bürgerlich: mein Vater erfolgreicher Arzt, meine Mutter war auf dem Musikkonservatorium, hat eine Weile Klavier unterrichtet, es dann aber aufgegeben, um für die Kinder da zu sein. Ich habe dieses Modell immer als schön empfunden, und es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass andere Kinder sich nach der Schule selbst Miracoli kochen mussten. Mein Vater ist ein etwas altmodischer, konservativer, aber extrem liebevoller Mensch. Als ich ihn mal gefragt habe, was er 1968 gemacht habe, meinte er: „Ich habe für mein Examen gelernt!“ Die Dinge waren, wie sie waren, und niemand hat sie in Frage gestellt. Auch meine Mutter nicht.

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Maximilian Müller | Sa, 23. April 2022 - 14:38

Ich kann es nur immer wiederholen: Wer der Frauenbewegung oder den Woken auch nur den kleinen Fingers reicht, offenbart nicht nur gewaltige Ignoranz, sondern hat auch nicht verstanden, was diese Menschen bewegt. Diese Leute suchen nicht nach Gerechtigkeit und Gleichheit, sie suchen nicht nach Kompromissen und Diskurs, auch wenn sie das sagen. Diese Leute sind davon besessen, alles auszugrenzen und zu zerstören, was nicht in ihren schmalen Gedankenkorridor passt. Wer hier nachgibt, fördert nicht etwa einen Burgfrieden, sondern zeigt genau die Schwäche, die diesen Irrsinn antreibt.

Wie kann man denn glauben, dass Menschen, die das biologische Geschlecht infrage stellen, willens und fähig sind, vernünftig über Geschlechterrollen diskutieren?! Jeder, der sich im Alltag ein kleines bisschen mit Geschlechtergerechtigkeit auseinander setzt kann sehen, dass Frauen schon jetzt massiv bevorteilt werden. Und damit meine ich nicht von der Frauenlobby in Auftrag gegebene Gefälligkeitsstudien.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 23. April 2022 - 14:49

Um es mal vorwegzuschreiben, ich bin nicht mit jeder Ihrer Sichtweisen einverstanden, dass muss man auch nicht. Aber für mich sind die drei wichtigsten Sätze im Interview, die: "Etwas weniger Empörung also, etwas mehr Gelassenheit. Ich empfinde die Gegenwart als ängstlich und unfrei. Jeder schiefe Blick wird registriert, jeder Halbsatz nach einem Skandal durchforstet. Ja, wir lassen uns alle gerne von der Empörungswelle anstecken, emotionalisieren und merken oft nicht, wie die Moralkeule die Diskussion frisst. Ihr Empfinden der Gegenwart teile ich. Genau die Suche nach kleinen Ecken und Kanten einer Aussage, um anschließend sich nicht mehr, um die Sache selbst auszutauschen, sondern an Wortwahl oder Wortverdrehungen abzuarbeiten, erschwert inzwischen die Diskussion. Ich nehme Ihnen sofort ab, dass sich ob einiger Ihrer Aussagen, gerade die Identitätsfanatiker an Ihnen abarbeiten. Ja, mancher Mann muss sicher auch sich selbst hinterfrage, aber auch die radikalen Feministinnen.

Martin Falter | Sa, 23. April 2022 - 14:52

auf der Berlinale ist der Frauenanteil jetzt schon bei 80%. Ist das Gleichstellung oder ist es Größenwahn. Bei den Linken oder Grünen können zwei Frauen in der Doppelspitze sein, aber niemals zwei Männer.
Da wird eindeutig Dominanz angestrebt und ausgeübt.

Ich verstehe unter Gleichberechtigung etwas anders.
Alle haben die gleichen Rechte, man kann aber nicht per Gesetz alle gleichstellen.

Warum? Weil Fleiß, Talent, Charisma usw. usw
viel mehr für Positionen oder Lebensentwürfe entscheiden sind als zum Beispiel das Geschlecht.

Für mich sind Typen wie Stokowski Rassisten.

Karl-Heinz Weiß | Sa, 23. April 2022 - 15:03

Ironie zählt bei diesem Thema in der Tat sehr viel. Ohne Putin wäre der Grün-verlinksste Anton Hofreiter wohl kaum zum Fan schwerer Waffen geworden.
Und dank der hessischen LINKEN lässt sich das Thema nun auch links verorten.

Jens Böhme | Sa, 23. April 2022 - 15:09

Immerhin ein Versuch, das Leben und die Welt gelassener zu sehen. Meine Rockstars mag ich der Musik wegen, nicht wegen ihrer Freizeitbeschäftigungen. Meine Mutter lebte als Frau und Mutter mit vier Männern zusammen, ihren Ehemann und drei Söhnen. Sie ist jetzt 88 Jahre und fühlte sich der männlichen Überzahl nie benachteiligt oder unterdrückt. Sie verpackte uns Jungs morgens in die Krippe oder Kita und ging arbeiten. Mein Vater sollte eines Tages sie angeraunzt haben, sich was Hübsches gekauft zu haben. Sie erwiderte, sie ginge jeden Tag arbeiten, da habe sie die gleichen Rechte wie männliche Kollegen und darüber hinaus, weil Chefsekretärin, also auch zu Hause (damals in DDR). Damit war das Thema Zank und Neid gegessen. Ob man tagtäglich Stokowski-Kram reinziehen muss, ist jeder/jedem seine/ihre Sache. Und Twitter ist und bleibt Boulevard. Ich erwarte, wenn ich in einer Einkaufspassage niese, nicht ständig Meinungsäußerungen. Wer Twitter anders sieht, Pech.

Romuald Veselic | Sa, 23. April 2022 - 15:26

denn mich widert's an, sich für etwas zu entschuldigen, sei es die Gesellschaft alter, weißer Männer. Ich war/bin nicht kriminell geworden. Was jetzt, soll mich mit dem Schwarzkohlenstaub bepudern, um Nichtweiß zu werden? Wer sind dann die Ehrenmörder? Wie weiß und alt sind sie?
Schuld ist individuell und nicht kollektiv. Sich individuell für X-Zahl einer Gruppe zu entschuldigen, finde ich ungerecht und anmaßend, als beginn des mentalen Faschismus. Ich habe Schnauze voll davon und pfeife auf die Hypes/Psychosen im "Westen". Ismen sind das pure Gift.
Es ist eben diese Argumentation, die den Aggressoren/Kriegsverbrechern wie Putin & Co. in die Hände spielt u. als Beweis dient, wie der "Westen" immer blöder/dekadenter/selbstzerstörerischer wird.
Gerechtigkeitshalber frag ich: Wie Männlich sind die alten Indio-Männern? Asiatische Männer? Islamische Männer? Wie toxisch ist Männlichkeit in Afrika oder in Papua-Neuguinea? Wo werden die Femizide begangen und Frauen gesteinigt? Und von wem?

Hanno Woitek | Sa, 23. April 2022 - 17:56

"vernaschen im Hotelzimmer" protzen, aber es sind doch die Frauen die dort vor den Türen Schlange standen und - Ja - auch immer noch stehen. Soviel zu den albernen Worten der Feministinnen "ich brauche keinen Mann" Und wenn die dann noch, wie mir neulich passiert ist als ich sagte, meine Frau und ich hätten eine einvernehmlich-gleichberechtigtich organisierte Arbeit- und Rollenteilung ich würde ihr aber auch oft noch helfen, wenn es meine Zeit erlaubt, angepöbelt wurde, dass ich das "helfen" nicht sagen dürfe es wärmesexistisch und patriarchalisch, da dachte ich nur:"wie armselig sind die eigentlich.
Ich habe Ihr Buch mit Genug und auch viel Nachdenklichkeit gelesen. Danke dafür.

als mich analytisch daran zu versuchen.
Irgendwann hatte ich einmal gemerkt, dass manche mir da nicht so wirklich folgen konnten.
Nun also zum Thema "Ich brauche keinen Mann", gesprochen von einer Frau.
Erstens gibt es Frauen, die Frauen lieben und zweitens gibt es solche, die Männer zwar nicht brauchen, sie aber lieben.
Ich bin gerade begeistert von einer Serie, mal wieder aus Südkorea, mit dem Titel "You are my Destiny" von 2014.
Man sollte sich nicht damit aufhalten, die Protagonistin für 20 Jahre zu halten. Ich weiss nicht wie sie es macht, aber es steht ihr.
Die Serie zeigt ganz gut nicht die Übereinstimmung, sondern die Identität in der Differenz, will sagen, die Hauptdarstellerin ist nicht auch Firmenerbin, als realiter Tochter eines Schauspielers kann sie aber definitiv spielen und agiert filmisch als freischaffende Künstlerin.
Das Feuerwerk in einer mittigen Folge gibt die Serie gut wieder.
Ein Gedanke in dieser Serie rührt mich zutiefst, die Idee der Heilung durch den Anderen

Gerhard Lenz | Sa, 23. April 2022 - 18:09

ist eine bedauernswerte Erscheinung.

Wer's nicht glaubt, muss nur hier mitlesen!

Wenn Frau aufholt - in Politik und Beruf, wenn sie nicht mehr nur Heimchen am Herd spielt (wie von der Foren-AfD gefordert) und dem "Volk" Kinder scharenweise Kinder schenkt - dann wittert der sich verfolgt dünkende Weichduscher sofort Betrug!

Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen! Frau schafft es doch nur wegen ihres Geschlechts hier und da nach oben. Das kann doch nichts mit Können zu tun haben! Denn das ist nur der Krönung der Schöpfung zu eigen!

Wobei natürlich nicht alle Männer in die Saft-Kategorie fallen: Der stolze Vladimir I im Zarenkreml, der jetzt den verwestlich-weichlichten Ukrainern zeigt, wie man Bomben abwirft- der ist noch ein richtiger Mann. Der reitet, kämpft, zähmt den Tiger...und schafft sich, so ganz nebenbei, die Opposition vom Hals. Was für ein Führer...!

Nicht grundlos bekommt so manche(r) AfDler(in) bei dessen Anblick eine weiche Birne...pardon weiche Knie..

Achim de Jong | Sa, 23. April 2022 - 19:05

Es gibt viele Wege, eine Gesellschaft an ihr Ende zu bringen. Feminismus ist eine davon. Das Mass aller Dinge ist der nachhaltige Fortpflanzungserfolg. Der ist in feministischen Gesellschaften gering. Die Krankheit stirbt mit ihrem Träger, genauer, der Trägerinnen aus.
Feminismus ist wie der Hausschwamm der Pilz an den tragenden Elementen einer einstmals stabilen Struktur. Evolution is a bitch.

Christopher Jahn | Sa, 23. April 2022 - 19:16

Wenn ich schon im Antexter lese "Verständnis für den Veränderungsschmerz alter, weißer Männer". Hier liegt doch schon das Problem: Das man glaubt, es gebe eine Notwendigkeit zur Veränderung, die mit Schmerz verbunden sein muss. Niemand muss sich vom aggressiven Feminismus und seinen Apologeten erziehen oder gar umerziehen lassen. Sich das bewusst machen, bewahrt auch vor einem "Schmerz". Die ekelhafte, asoziale Propaganda mit Frames wie "alter, weißer Mann" muss man einfach zurückweisen und immer hinterfragen, woher solche Frames kommen.

Brigitte Simon | Sa, 23. April 2022 - 19:35

Das waren noch Zeiten.

Von Penthesilea hieß es, "sie sei in den scyth´ schen Wäldern aufgestanden,/ und führ´ein Heer, bedeckt mit Schlangenhäuten./ Von Ama-zonen, heißer Kampflust voll, Durch der Gebirge Windungen heran,/Den Priamus in Troja zu ent-setzen". So erzählt Odysseus das erste Zusam-mentreffen zwischen der Amazonenkönigin Penthesila und dem Achilleus vor den Toren Trojas in Heinrich von Kleists Drama "Penthesi-lea" von 1808.

Die Idee, daß es im Osten, im fernen Skythen-landen am Fuß des Kaukasus ein Volk gebe, das aus weiblichen Kriegern bestehe, die sich nur zur Zeugung von Kindern mit Männern träfen, die dann geborenen Mädchen behielten, die Knaben aber weggäben oder töteten, hat die Antike fasziniert.

Gott sei Dank war das in der Antike. Doch wir leben in unserer Gegenwart. Und dennoch: "wehret den Anfängen".

So erzählt Odysseus das erste Zusammentreffen zwischen der Amazo-nenkönigin Penthesilea und dem Achilleus vor den Toren Trojas in Heinrich von Kleists

Marc Schulze | Sa, 23. April 2022 - 20:47

….ist, wenn man selber entscheidet, wer man sein möchte und nach welchen Prinzipien man leben will. Insofern ist dieses ganze Geseiere von Rollenmodellen wohl eher was für Frauen, die sich aus was für Gründen auch immer gerne in ihrem Opferkollektiv suhlen. Man möge mich dagegen mit diesem Quatsch in Ruhe lassen.

Fritz Elvers | Sa, 23. April 2022 - 21:42

Dass man mit diesem Thema immer noch Geld verdienen kann.
Meine Toxidität muss wohl sehr moderat gewesen sein. Jedenfalls haben sich meine Exen nie beklagt.

ines Schulte | Sa, 23. April 2022 - 21:44

Wurde er gekränkt, oder ist er gekränkt? Dies fragte ich mich nach dem Blick auf den Titel. Wahrscheinlich ging das eine dem anderen voraus. Man braucht aber nur den Fernseher einzuschalten, um zu sehen, welcher Stellenwert den Männern in unserer Gesellschaft als "trendy" zugewiesen wird. Besonders deutlich in der Werbung als ahnungslose, tollpatschige Geschöpfe, die keinen Durchblick haben. Bohrmaschinen werden von Frauen bedient, Papi versucht mit schreiendem Baby auf dem Arm und schulpflichtigen Kindern am Tisch mit umgebundener Schürze den Haushalt zu schmeißen....

gabriele bondzio | Sa, 23. April 2022 - 21:47

nicht wie eine Nachttischlampe ausknipsen lassen."

Was ich auch glaube, Herr Haberl. Künstliche Strukturen um sich aufzubauen, nur weil sie modern sind, nützt weder Frau ...noch Mann.

Auf dem Land gehen die Uhren freilich anders.
Würde ich meine Nachbarn fragen, wie hältst du es mit dem gendern?
Würde mir schlimstenfalls ein Vogel gezeigt. Was ich nicht mal übel nehmen würde.

Es geht eben auf dem Land direkter zu. Und weil die Leute sich besser kennen (die meisten aus dem Kindergarten), wissen sie auch was sie voneinander zu halten haben.

In den Familien haben teilweise die Frauen und teilweise die Männer die Hosen an. Was eher an der Durchsetzungskraft des Individuums liegt.

Urban Will | Sa, 23. April 2022 - 21:59

ist folgender Satz:

„Die Menschheit erinnert an Passagiere auf der Titanic, die sich bekriegen, um kurz vor der Katastrophe nochmal das Steuer halten zu dürfen.“

Er trifft perfekt zu auf unsere durchgeknallte Gesellschaft, die sich mit diesem Geschlechter – Rollen – Thema zu Tode diskutiert, während sich gerade die „Progressiven“, sich für „gut“ haltenden vor der in immer größerer Zahl zuwandernden, stark wachsenden, mittelalterlich patriarchalischen Kultur, die sich anschickt, in wenigen Jahren die kulturelle Herrschaft in großen Teilen Europas zu übernehmen, in den Dreck werfen. Ich muss hier nicht hinschreiben, von welcher Kultur ich rede.
Schon alleine diese Tatsache entlarvt all das hier Beschriebene zu einer Show.
Es geht nicht um Rollen, Männer oder Frauen.
Es geht um Macht, um Einfluss auf andere.

Die Männer und Frauen der Zukunft werden sich weniger Gedanken um ihre Rollen zu machen haben, sie werden schauen müssen, wie sie überleben.

Thomas Hechinger | So, 24. April 2022 - 00:06

„Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“ (Loriot)

Markus Michaelis | So, 24. April 2022 - 01:17

Um was zu erreichen? Frau Stokowski etwa würde doch sagen, dass große Betroffenheit erst Veränderung bringt, und Millionen würden ihr da zustimmen. Gelassenheit kann das Herausarbeiten von Vielfalt behindern und eventuelle sogar Gemeinsamkeiten zu sehr betonen?

Noch eine Bemerkung: "Die Dinge waren, wie sie waren, und niemand hat sie in Frage gestellt. Auch meine Mutter nicht."

Das gilt glaube ich immer: jede Gesellschaft hat ihre Koordinaten, die selbstverständlich die allermeisten nicht in Frage stellen. Vielfältige Gesellschaften haben in verschiedenen Gruppen vielfältige und widersprüchliche Koordinaten - sonst wäre es ja keine vielfältigen Gesellschaften. In Gesellschaften im Umbruch finden große Teile andere große Teile absolut unerträglich - bis man wieder ein Gleichgewicht hat, in dem man sich auf neue Grundkoordinaten geeinigt hat und nur noch 5-10% Außenseiter unerträglich findet. Am Ende haben selbstverständlich alle auf ihre Art Recht und sind Teil des Fortschritts.

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 24. April 2022 - 12:39

Da muss mir etwas entgangen sein, so ausführlich lese ich da nicht!
Frauen sind weniger anfällig für rechtes Denken?
Das glaube ich nicht, sie sind nur als Frauen rechts.
Ausserdem, was heisst hier anfällig?
Konservative wären dann hinfällig in Bezug auf Herrschaft, um im Bild zu bleiben (siehe den Untertan), Linke auffällig in bezug auf Selbstermächtigung?
RESPEKT sollten wir uns heutzutage leisten statt Guillotine und dass das Wort "jung" noch kein Argument ist gegen das Wort "alt", wenn es darum gar nicht geht, sondern um Lebenszusammenhänge und nicht abstrakte vlt. falsche Dialektik als Absolutum der Kritik.
Den evtl. verhassten weissen Männern wachsen Söhne nach und erfreulicherweise kritisch.
Junge evtl. aggressive Frauen werden wahrscheinlich erwachsen, manche aber auch nicht?
Kinder an die Macht?
Keine Macht für NIEMAND
Ich halte nichts von Macht, soviel Anarchismus gönne ich mir.
Herr Böhmermann als Sittenwächter oder Intellektueller?
Er hat ja noch Zeit, aber warum nicht.

Sabine Lobenstein | So, 24. April 2022 - 18:16

Ich selbst weiblich 53 Jahre kann nur sagen, dass ich Feminismus für absolut frauenfeindlich halte. Denn ein paar wenige wirtschaftlich überdurchschnittlich dekadente Grossstadtfrauen maßen sich an, ein Frauenbild für alle Frauen festzulegen zu können und jede Abweichung diffamieren zu dürfen. Frauen sind aber Individuen, wie jeder andere Mensch auch. Die Feministin von heute ist der Despot von gestern. Wirkliche Gleichberechtigung würde absolute Toleranz von männlicher wie weiblicher Seite verlangen. "Jeder kann und darf sein Leben leben wie und mit wem er*sie es will. Es zählt nur die tatsächliche Eignung und Leistung für einen Job. Ob Hausfrau*mann oder berufstätig, mit oder ohne Kind, jeder ist sozialversichert und rentenversichert und gesellschaftlich gleich anerkannt. Das wäre wirkliche Freiheit und Gleichheit für alle.
Männer wie Frauen die sich den Feministinnen unterordnen, verlieren Ihre ganz eigene Persönlichkeit und Freiheit. Traurig

Berthold Dehn | So, 24. April 2022 - 22:53

sind die einzigen Lebewesen, die ihre Unterdrücker im Durchschnitt um Jahre überleben ;-))

Walter Bühler | Mo, 25. April 2022 - 11:13

Ich habe mich darüber gefreut, mit welcher Zuneigung Herr Haberl über seinen Vater schreibt. Ich freue mich auch sehr über den freundschaftlichen Umgang, den meine Kinder mit mir pflegen, mit einem alten weißen Mann.

Bei manchen weißen Feministinnen fragt man sich schon, ob sie überhaupt einen Vater gehabt haben, und wenn ja, was für ein Vater das gewesen war. Nach den feministischen Schimpfkanonaden zu schließen müssten sie alle ausnahmslos eine furchtbare Kindheit gehabt haben.

Können Feministinnen außerdem überhaupt gute Mütter für männliche Kinder sein? Aus eigener Erfahrung kenne ich keine solche Konstellation.

Jedenfalls: Aus Berliner Sicht sind weiße Männer sowieso bald am Aussterben. Dann hat sich das Thema erledigt.