Probenfoto von „Geheimplan gegen Deutschland“ am Berliner Ensemble / Foto: Kolja Zinngrebe
Probenfoto von „Geheimplan gegen Deutschland“ am Berliner Ensemble / Foto: Kolja Zinngrebe

Theaterstück „Geheimplan gegen Deutschland“ - Wie es euch gefällt

Ein neues Theaterformat erprobt die Grenzen zwischen Theater und Journalismus. Öffentlich gefördert, spielt das Recherchetheater mit der Definition von Fakten und Fiktion. Kann Fiktion möglicherweise wichtiger werden als die Realität?

Ralf Hanselle / Antje Berghäuser

Autoreninfo

Ralf Hanselle ist stellvertretender Chefredakteur von Cicero. Im Verlag zu Klampen erschien von ihm zuletzt das Buch „Homo digitalis. Obdachlose im Cyberspace“.

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Das ganze Drama beginnt eigentlich damit, dass die Welt keine Bühne ist. Denn wie viele Taten blieben ungesühnt, und wie viele Worte verhallten folgenlos, hätten sie einzig im grundgesetzlich geschützten Safe Space einer Theaterbühne das Licht von Welt und Scheinwerfer erblickt. Laut eines berühmten Verses von Friedrich Schiller bedeuten deren Bretter zwar die Welt, sind mit dieser aber nicht identisch. Was nichts anderes heißt, als dass auf einer Bühne oft erlaubt ist, was im richtigen Leben tunlichst vermieden werden sollte. Ewig jung und – so möchte man das Wort des Klassikers aus Marbach am Neckar weiterführen – ohne Konsequenzen bleibt eben letztlich nur die Fantasie.

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Walter Bühler | Mi., 15. Juli 2026 - 19:33

Künstler, die sonst nichts drauf haben, können sich immer flink in Agit-Proppler, in Propagandisten einer herrschenden Ideologie verwandeln.
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Im Gegensatz zu wirklichen Künstlern können sie mit diesem uralten "Trick" (und mit geringem Aufwand) unglaublich viel Geld der Steuerzahler und der "Untertanen" kassieren.
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Die herrschenden Ideologen glauben, dass solche Agit-Proppler ihr Image in der Gesellschaft aufpolieren würden. Deshalb sind sie gerne bereit, die Taschen der Agit-Proppler zu füllen.
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Im Bolschewismus, unter Berija & Co. oder unter Mielke, war es für Agit-Proppler normal, mit der Staatssicherheit zusammen zu arbeiten.
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Heute findet diese polizeiliche Anbindung der Agit-Proppler unter dem Code-Wort "investigativ" statt.

Geheimpolizist und Agit-Proppler erschnüffeln die ideologisch Bösen und richten sie möglichst öffentlich öffentlichkeitswirksam hin - als professionelle Calumniatoren.
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Mit meiner Vorstellung von Kunst und Kultur hat das rein gar nichts zu tun

... oder ehrliche Agit-Proppler, wenn auch der Zahl nach deutlich weniger als zynische Agit-Proppler.

Ein gläubige Agit-Proppler muss sich immer gegen den Eindruck wehren, dass er mit seiner Blauäugigkeit dümmer sei als sein zynischer Kollege. Sein Leben ist daher deutlich schwerer als das Leben des unbekümmerten und lebenslustigen Zynikers.
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Nix für ungut.

Voll d'accord ! Diese Möchtegern-Künstler hätten ohne die Unterstützung der Agitprop Medien wie dem ÖR TV nie im Leben eine Chance auf einen größeren Bekanntheitsgrad außerhalb ihrer Szene. Kunst kommt bekanntlich von Können, nicht von Haltung.

Thomas Hechinger | Do., 16. Juli 2026 - 08:40

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Realität und Fiktion verschwimmen. Als ich noch ÖRR geschaut habe, etablierte sich in den 2010er-Jahren ein Format, das so aussah: Zunächst gab es einen spannenden Fernsehfilm, vielleicht einen „Tatort“ oder etwas Ähnliches. Es könnte sich um einen Mord an einer Investigativjournalistin, der von Rechtsextremen begangen wurde, gehandelt haben (das ist jetzt von mir aus der Erinnerung dem damaligen Vorgehen nachempfunden). Anschließend gab es eine Diskussion, zum Beispiel in „hart aber fair“, wo das im Fernsehfilm behandelte Thema diskutiert wurde. Es wurde nicht verschwiegen, daß der Fernsehfilm Fiktion war. Im Laufe der Diskussion geriet das aber immer mehr in Vergessenheit, es wurde so getan, als sei das im Fernsehfilm Gezeigte nur das Abbild einer Realität, von der selbst man gerade keine Bilder hatte. So war das damals. Heute ist man im ZDF schon weiter und fälscht mit KI Videos, um den Leuten eine Realität, die man gerne hätte, nahezubringen.

Armin Latell | Do., 16. Juli 2026 - 13:05

Lügen zu erzählen? Lügen über echte Menschen, das bewusste Verfälschen von Vorgängen ins Gegenteil, die Lüge zur Realität werden lassen, Menschen durch Lügen an den Pranger stellen? Ist Schraven ein Künstler? Ist er Journalist? Beides kann man getrost mit Nein beantworten. Das hat er mit Dönermann und anderen durch Zwang finanzierten gemein.

Armin Latell | Do., 16. Juli 2026 - 13:06

Antwort auf von Armin Latell

Was er und all die Gleichgesinnten sind? Mindestens Agitator, Denunziant und Intrigant von der Sorte, wie es linken Charakteren eben zu eigen ist. Investigativtheater? Ein Widerspruch in sich! Nur weil das Wort Theater drinsteckt, ist der Ausfluss noch lange keine Kunst.