- Cicero Podcast Gesellschaft: „Die deutsche Islam-Debatte braucht mehr wachsame Gelassenheit“
Der Journalist Teseo La Marca findet, dass die deutsche Islam-Debatte aus dem Ruder gelaufen ist. Darüber hat er ein Buch geschrieben. Im Gespräch kritisiert er linke Verharmlosung und rechte Übertreibung – und erklärt, was im Islam falschläuft.
Gehört der Islam zu Deutschland und Europa? Und wenn ja, welcher Islam ist damit gemeint? Der deutsche Blick auf den Islam sei von Verharmlosungen genauso geprägt wie von Vorurteilen, kritisiert der in Südtirol geborene Journalist Teseo La Marca. Mit seinem Buch „Die fehlgeleitete Islam-Debatte und ihre Folgen: Ein notwendiger Realitäts-Check“, erschienen im Verlag Westend, will er einen Beitrag leisten, die deutsche Islam-Debatte wieder zu versachlichen. La Marca selbst spricht von einer „wachsamen Gelassenheit“, die linke Verharmlosung und rechte Übertreibung gleichermaßen ablösen sollte.
Interessant ist, dass sich La Marca – der einst aus Liebe zu einer Frau zum Islam konvertierte – mit Kritik am Islam dennoch nicht zurückhält. Oder konkret: mit Kritik an den fundamentalistischen Kräften innerhalb des Islam. Gleichwohl plädiert er dafür, dass Medien und Politik auch jenen Muslimen, die einen traditionellen Islam praktizieren, Religion aber als Privatsache begreifen, mit weniger Misstrauen begegnen sollten. Geht es nach La Marca, sollte Deutschland mehr noch ein sicherer Hafen sein für säkulare Muslime – und ein Land, in dem ein innerislamischer Dialog geführt werden kann. Außerdem kritisiert er Medien wie Bild und Nius für das Islam-Bild, das dort vermittelt wird. Es gibt also viel zu diskutieren.
Das Gespräch wurde am 4. September 2025 aufgezeichnet.
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Sorry, das klingt alles naiv und verharmlosend. Religionsfreiheit bedeutet auch, sich der gleichen Kritik wie alle anderen Religionen zu stellen und auch den Nichtglauben anderer zu respektieren. Das sehe ich nicht im Ansatz beim Islam, der ist vielmehr in seinen Fundamenten antipluralistisch. Was soll uns im Übrigen kümmern, was in der arabischen Lokalpolitik des 7. Jahrhunderts passiert ist? Das ist doch absurd!
Auch ich vertrete die Meinung, dass ein reformierter Islam möglich ist, genau so, wie ja auch das Christentum sich reformieren konnte. Allerdings scheint mir Teseo La Marca etwas naiv an die Sache heranzugehen. Er erklärt Traditionalisten und Erzkonservative zu Modernen, was sie nicht sind, bloß weil sie keine Bomben werfen. Er glaubt, die Mehrheit der Moscheegemeinden wäre modern: Gewiss nicht. Er glaubt, die Islamkonferenz in ihrer jetzigen Form wäre eher gut als schlecht. Und dann sagt er noch, dass es 5,5 Mio. Muslime in Deutschland gäbe: Nein. Reformer nennt er nicht beim Namen, und kein Wort zu den konkreten Erkenntnissen der historisch-kritischen Wissenschaft.
Man hat den Eindruck, dass Teseo La Marca entweder naiv ist, oder zu den Verharmlosern gehört, deren Ziel es ist, den legalistischen Islamismus in Deutschland mit etablieren zu helfen.
Aha, der werte Herr ist also um seine Frau Heiraten zu dürfen zum Islam übergetreten. Da anders nicht möglich. Mehr braucht es nicht um zu verstehen das dieses Gerede dann einfach an freiheitlichen werten vorbei geht.
