Sidney Sweeney
Für den WDR entspricht die amerikanische Schauspielerin Sidney Sweeney einem NS-Schönheitsideal / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Jorge Nunez

Shitstorm um Sidney Sweeney - Zu schlank und zu weiß

Eine US-Jeansmarke wird dafür angegriffen, dass sie in ihren Werbespots kein schwarzes, übergewichtiges Model mehr präsentiert wie noch vor einigen Jahren, sondern die Schauspielerin Sidney Sweeney. In Deutschland hängt sich der Westdeutsche Rundfunk an den Empörungszug an.

Autoreninfo

Gideon Böss ist Roman- und Sachbuchautor und hat unter anderem über Religionen in Deutschland und Glücksversprechen im Kapitalismus geschrieben.

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Die letzten Jahre waren gut für die woke Bewegung. Umso schwerer ist es für sie jetzt, ihren zunehmenden Bedeutungsverlust zu verkraften. Um das Jahr 2020 herum erlebte sie ihren Höhepunkt und erklärte Fettleibigkeit zum neuen Schönheitsideal, erfand das dritte bis tausendste Geschlecht, machte den Rassismus wieder salonfähig und lehrte Hass auf den Westen – wobei dieser erstaunlicherweise damit reagierte, dass Unternehmen, Behörden, Universitäten und Parteien reihenweise Stellen für woke Aktivisten schufen, damit diese zu ihrer Destruktivität auch noch ein erhebliches Maß an Macht bekamen. Bald schon änderte sich unter ihrem Einfluss auch der Schulunterricht. Kinder wurden von ihren Lehrern nach Hautfarben getrennt, bevor dem kleinen Tim und der kleinen Lena ihre weißen Privilegien vorgehalten wurden, ehe auch schon der Auftritt der Dragqueen vor den Viertklässlern anstand.

Es war klar, dass eine solche toxische Bewegung nicht von Dauer sein konnte. Sie zerstörte viel, aber das ist zu wenig, um sich selbst auf Dauer zu etablieren. Man muss auch selbst etwas aufbauen können. Wer nichts außer Hass, Neid, Niedertracht und Humorlosigkeit anzubieten hat, kann für eine bestimmte Zeit Erfolg haben, aber irgendwann herrscht eine solche Ideologie nur noch über eine Ruinenlandschaft. Und dann wird sogar den meisten Anhängern klar, dass sie einem gefährlichen Irrweg gefolgt waren. In den USA, dem historischen Kernland dieser Bewegung, geschah das Ende für diese Ideologie geradezu handstreichartig. Donald Trump machte sie zu einem zentralen Thema seines Wahlkampfes und versprach, diese antiamerikanische Bewegung zu bekämpfen, sollte er gewinnen. Er gewann und er hielt Wort. In US-Behörden werden seitdem woke Strukturen abgebaut und auch große Unternehmen ziehen reihenweise nach, da der Zeitgeist sich gedreht hat.

Grundnormalität wird skandalisiert

Es ist kein Verlust, wenn der Wokeismus in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Und es sieht im Moment auch danach aus, als ob dies geschieht. Aber nicht überall, wie die Empörung um eine aktuelle Jeanswerbung der ebenso jungen wie schlanken wie attraktiven Schauspielerin Sydney Sweeney zeigt. Sie posiert in den Hosen einer Marke, die selbst noch 2020 eine adipöse Frau für diesen Job ausgewählt hatte. Da die woke Bewegung eine rassistische ist, spielt es für sie natürlich eine zentrale Rolle, dass das neue Gesicht der Kampagne eine weiße Frau ist, während es damals eine schwarze war. Und doch zeigt die aktuelle Wut vor allem, wie sehr ihr Einfluss geschwunden ist. Woke hat ja auch weiterhin der Gesellschaft nichts zu bieten außer einem schiefen Rhetorikbaukasten, aus dem hauptsächlich die Worte „Kolonialismus“ und „Rassismus“ gezogen werden. Und doch verfängt das alles nicht mehr. Zumindest bei den meisten nicht.

Womit wir einen Sprung aus Amerika nach Deutschland machen und dort genauer zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der ÖRR nämlich betätigt sich als Trutzburg, in der woke Ideen weiter in Sicherheit sind und verbreitet werden können. Der Westdeutsche Rundfunk springt den Aktivisten darum eifrig zur Seite, die ein Modeunternehmen dafür angreifen, eine attraktive Frau als Model ausgewählt zu haben. Statt aber einfach zu sagen, dass sie lieber dicke Models sehen würden, wird versucht, die Grundnormalität nach altbekannter Art zu skandalisieren. Beim WDR werden darum Infokacheln gebastelt, in denen es um „koloniale Körperideale“ geht

„Wie grenzt du dich von Diet Culture ab?“ 

Der Ton ist damit gesetzt, und zwar direkt so schrill und falsch, wie es eben das Geschäftsmodell der woken Bewegung ist. Im Kontext einer Jeanswerbung heißt es dann weiter: „Aktuell zeichnet sich ein Rückwärtstrend zurück zum Schönheitsideal eines dünnen Körpers ab: ein Bild, das weiß, kolonial und NS-ideologisch geprägt ist“, bevor dann auch schon die Expert*innen zitiert werden, die eigentlich nur in eigenen Worten wiederholen, dass es irgendwie Kolonialismus und Nazizeit ist, wenn man Fettleibigkeit nicht attraktiv findet. Darüber hinaus ist es selbstverständlich „äußerst problematisch und gibt Anlass zur Sorge“, dass „schlanke Körper als das erstrebenswerte Ideal“ behandelt werden.

Wer diese WDR-Beiträge sieht, kann nur froh sein, dass der Wokeismus seine beste Zeit hinter sich hat. Dafür spricht auch, dass der Kommentarbereich zwischenzeitlich gesperrt werden musste, da die Antworten auf die absolut nicht manipulativ formulierte Frage „Wie grenzt du dich von Diet Culture ab?“ anders ausfielen als vom WDR erhofft. Die Frage aber bleibt, warum dieser woke Blick auf die Welt überhaupt kritiklos übernommen wird. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk käme ja auch nicht auf die Idee, die Weltsicht von Reichsbürgern zustimmend seinem Publikum zu präsentieren.

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Achim Koester | Do., 31. Juli 2025 - 15:05

sondern lauert wie ein angeschlagener Boxer in der Ecke, sinnierend, wie er unter der Gürtellinie zurückschlagen könnte, um den Kampf doch noch zu gewinnen.

Es wird eher so sein, wie mit den 68ern. Diese lauerten nicht im Verborgenen, um heuer in allen gesellschaftlichen Bereichen den Ton anzugeben. Das Bürgertum hat sich vor Jahrzehnten selbst eingelullt, nichts mehr tun zu müssen, nichts zu verteidigen, keine Ziele. Dieses Vakuum füllten die 68er ohne Widerstände. Da der Raum riesig leer war/wurde, haben zudem Moslems, AfDler und andere Feinde des westlich-freiheitlichen System diese Räume der Mitte gefüllt.

christoph ernst | Do., 31. Juli 2025 - 16:02

Wokeness ist solange nicht tot, wie Unis, Gerichte, der ÖRR, ein Großteil des Bundestags und die EU multikulturell erweckt bleiben. Das Publikum mag es zum Speien finden, aber erst wenn der ÖRR abgewickelt ist, Richter für verantwortungslose Urteile zur Rechenschaft gezogen werden können und Politiker für ihre Taten haften, wird der Horror aufhören. Bis dahin bastelt Wokeness weiter tapfer am Untergang des Abendlandes, kassiert NGO-Gelder, macht Judenhass hoffähig, prämiert idiotischen Schrott als Kunst und verbündet sich mit Islamisten unter der Flagge von Diversität und Postkolonialismus.

Ernst-Günther Konrad | Do., 31. Juli 2025 - 16:14

Egal welche Werbung man inzwischen sieht. Keine ohne dunkelhäutige Menschen, nicht wenige mit lesbischen, schwulem oder gar queerem Bezug. Männer kümmern sich um die Reinigung der Kleidung der Frauen, weil das Baby darauf gespuckt hat. Kam eine Werbung mit auch "kräftigen" Menschen, ob Männer oder Frauen. Und nicht nur die Werbung, auch in den Krimis Texte mit queeren Andeutungen, schwulen oder lesbischen Polizistinnen usw. Das bildet aber nicht die Realität der Mehrheit der Menschen ab. Ja, es gibt sie. Und ja, man kann sie "auch mal" in der Werbung zeigen. Und ja, sie haben genauso ein Recht repräsentiert zu werden, wie sog. "Normalos". Früher konnten die Models nicht dünn genug sein, heute nicht "kräftig" genug. Frauen und Männer werden beim Rasieren im Intimbereich gezeigt, uns werden Scheidenprobleme vorgeführt und die Funktion von Slipeinlagen erklärt. Nur eines darf und soll nicht mehr sein. Nur "weißhäutige" Menschen in der Werbung. Obwohl wir noch die Mehrheit sind. Noch.

S. Kaiser | Do., 31. Juli 2025 - 17:53

Nicht nur beim WDR, auch bei der taz schlägt man frustriert in die gleiche Kerbe: Die Abkehr von Diversität sei kein Zufall. Noch vor wenigen Jahren hätte American Eagle auf Vielfalt gesetzt, und u.a. mit PoCs und „Plus-Size“-Models geworben, hätte aber dafür am Markt Verluste hinnehmen müssen. Seit 2021 hätte die Aktie 2/3 ihres Wertes verloren und hätte zuletzt bei 8€ rumgedümpelt. Nun, mit der Rückkehr „zum normschönen, weißen Ideal à la Sweeney“ wäre sie prompt belohnt worden: mit einem Hochschnellen nachbörslich um 22%.
Tja, nicht umsonst sagt man, dass die Börse brutal ehrlich sei.
Let’s face it: Schönheit lässt sich objektiv definieren, auch wenn sie im Einzelnen im Auge des Betrachters liegt. Unzählige Tests zeigen, was Menschen mehrheitlich attraktiv finden – und nur das kann Werbung erfolgreich verkaufen. Da kann die Linke noch so lamentieren, dass „das eigentliche Problem […] ein politisches Klima [sei], in dem rechte Ästhetik mit Augenzwinkern verkauft und belohnt wird“

Gut, angenommen, mein Sinn für Schönheit würde jemanden interessieren.

Dann sage ich offen, dass für mich "wokeness" erfahrungsgemäß ein Synonym für menschliche "Hässlichkeit" ist, sei es bei den Drag Queens oder bei den anderen Nackedeis auf der CSD.

Ich bitte höflichst um Entschuldigung, aber so ist es.

Why this provocative celebrations of ugliness?
No matter what language, I won't understand it.

Objektive Schönheit - ja, wirklich! Aber Sätze sind auch vollständig zu lesen: „auch wenn sie im Einzelnen im Auge des Betrachters liegt“.
Hier mal die Google KI bemüht: das bezieht sich auf die Idee, dass es universelle, messbare Kriterien gibt, die bestimmen, was als schön empfunden wird, unabhg von individuellen Vorlieben oder kulturellen Unterschieden. Während Schönheit oft als subjektiv angesehen wird, gibt es in Kunst, Philosophie und Wissenschaft Ansätze, die auf objektive Schönheitsmerkmale abzielen, unabhängig von subjektiver Wahrnehmung.
Eigenschaften, die mit objektivem Schönheitsempfinden einhergehen, sind Harmonie, Einhaltung von Proportionen, Symmetrie, eine ausgewogene Mischung aus Kontrasten.
Und dh geht es vielen wie unsereins, nämlich dass das "woke" Schönheitspostulat im Widerspruch zu dem o.g. steht.
„Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente“, und kein Schwan. Dennoch kann man Enten mögen

Elisa Laubeth | Do., 31. Juli 2025 - 18:09

Die völlig anders gelagerten Arbeitnehmer- Arbeitgeberrechte erlauben es Behörden, aber auch Privatfirmen, in den USA diese DEI- Stellen ganz einfach ersatzlos von heute auf morgen zu streichen. Ich hielt deutschen Kündigungsschutz immer für eine gute Sache. Allerdings wird man mittlerweile unfähige oder schlicht überflüssige Mitarbeiter kaum noch los , und wenn , dann nur mit hohen Abfindungen. Im Öffentlichen Dienst, dessen Regeln beim ÖRR auch gelten gar nicht. Beamte sind ohnehin sakrosankt. Zudem fehlt der politische Wille den Normalzustand wieder herzustellen. Der woke Unsinn wird uns also noch lange zur Weißglut treiben.

Christoph Kuhlmann | Do., 31. Juli 2025 - 20:28

in der technischen Anleitung. So dass die Rechtschreibkorrektur nicht funktioniert. Die woke Ideologie hat schon manches Ei gelegt. Werbung dient der Umsatzsteigerung, deshalb hat sie viel mit gutem Aussehen und Identifikation zu tun. Welches Unternehmen gibt dauerhaft Geld aus um pleite zu gehen. Die haben den Kapitalismus verpeilt.