- Keine Rücksicht auf Mimosen
Der Literaturkritiker Denis Scheck hat in „Druckfrisch“ die neuen Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy polemisch kritisiert. Umgehend wurde ihm Sexismus vorgeworfen. So ein Unsinn! Wenn du nicht kritisiert werden willst, dann schreibe keine Bücher.
Im Grunde ist der Kritiker ein Anachronismus. In einer Gesellschaft der Übersensiblen, Empfindlichen und Achtsamen ist schon die Idee, etwas zu kritisieren, was andere geschaffen haben, ein Sakrileg. Denn den Betulichen und Feinfühligen gilt Kritik als Ausdruck von Geringschätzung – und somit als menschenverachtend und diskriminierend. Konsequenterweise hat sich in den Köpfen nicht weniger Zeitgenossen daher die Idee festgesetzt, es gäbe so etwas wie das Recht, vor Kritik geschützt zu sein.
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2008 lehnte Reich-Ranicki live und in Farbe den Deutschen Fernsehpreis für sein Kritiker-Lebenswerk incl. "Literarisches Quartett" mit der Begründung „Blödsinn, den wir hier heute Abend zu sehen bekommen haben“ ab. Auch im hohen Alter liess er sich als Kritiker nicht totloben.
er hatte unbestreitbar Rückgrat, wozu er streitbar stand. Wie fehlen solche Gestalten heute.
Sie sind doch selber so einer. Streiten, auch wenn man Unrecht hat, und das mit ganzer Kraft.
oder einfach nur stur und ungehobelt?
Es scheint mir eher das die Kritiker, wenn sie ein Buch vereißen und damit eine potentielle Leserschaft davon abschrecken eben dieses zu kaufen und zu lesen Hochachtung und Bewunderung für eben diese Tat erwarten.
Offensichtlich kommen sie nicht klar damit wenn sie Werke in die Mülltonne schieben sich den Zorn der Autoren und Verlage zuziehen oder aber, da ich sie nicht kenne, haben keinerlei Problem damit.
Es ist diese vollkommen verblödete Gesellschaft die mit dem Streit der Diven (m/w) nicht klarkommt und lieber wochenlang einen dahinsichenden Wal zu "retten" versucht anstatt ihm seinen unausweichlichen Schicksal ein Schritt näher zu bringen.
Ich denke, jede Gesellschaft hat ihren Stil und der ist weitgehend frei setzbar. Ob man die Mülltonne für die ungeliebten Bücher als lustig zugespitzt oder unangemessen im Ton andere abwertend empfindet, ist Verabredungssache bzw. eine gegenseitiges Umgehen-Lernen mit bestimmten Formen. Kann ok sein, oder auch nicht.
Was glaube ich zu weiterem Frust führen wird, ist die Erwartung, dass Scheck und die Mülltonne in einem absoluten Sinne falsch wären, und dagegen die besseren, gegenseitig aufmerksamen Menschen stünden. Aus meiner Sicht sind die Menschen und die Dinge allgemein zu gegensätzlich vielfältig, Sichtweisen zu komplex ineinander und gegeneinander mal verschachtelt, mal so getrennt, dass man sich nicht versteht, dass immer wieder der Frust über ungerechte Ablehnung, Unverstandensein, fehlende Würdigung aufkommen wird. Wenn Scheck weg wäre, dann kommt der Frust eben zwischen Passmann und von Kürthy oder zwischen sonstwelchen Menschen oder Gruppen auf.
In einer freien Gesellschaft schaut jede/r sein Programm, um unterhalten zu werden oder Tipps zu bekommen. Es gibt kein universales ok. Um mich nicht aufzuregen, meide ich entsprechende Sendungen. Das ist individuelle Freiheit und die Freiheit, die Grundgesetz und Nationalhymne meint. Wer meint, es dürfe bestimmte Kultursendungen und dort gefüllte Mülltonnen nicht geben, interpretiert das freiheitliche System sehr begrenzt oder falsch, indem die eigene Freiheit die der anderen sein müsse. Und wenn es Bürger gibt, die Angst haben, dass die eigene Meinung keine Mehrheitsmeinung wird, weil es Inhalte und Angebote gibt, die was Anderes formulieren - die sind keine Grundgesetzverteidiger (landläufig Demokratieverteidiger bezeichnet).
Ein selbsternannter Literaturkritiker, mit Empfehlungen, zumeist aus dem Mainstream und mit Büchern, die man nicht mal seinem Feinde schenken würde. Ein selbstgefälliger Schwätzer, ja mit frauenfeindlichem Unterton - ein alter weißer Mann. Ich habe seine Sendung höchstens ein mal und das nur zur Hälfte angesehen. Und nicht, weil er mich nicht präsentierte (das tat Elke Heidenreich lange vor ihm), sondern weil der Mensch einfach keine Ahnung hat. Und mit Literaturkritik kann man bekanntlich bekannt werden, weil, das ist so subjektiv, subjektiver geht gar nicht...
Sowohl Reich-Ranicki als auch Scheck sind solche Typen.
Ganz abgesehen vom Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein ihrer fachlichen Qualifikation mag ich diese Art von Menschen nicht - seien sie nun Männer oder Frauen.
Allerdings meine ich festgestellt zu haben, daß es m e h r männliche "selbstgefällige Schwätzer" gibt als weibliche, aber vielleicht irre ich mich da auch.
Es liegt vielleicht an der solange für normal gehaltenen männlichen Dominanz. Außerdem, viele Männer gefallen sich noch immer in einer Herrenpose. Sie können nicht anders, sie glauben an ihrem Wesen würde die Welt genesen. Das jüngste Beispiel ist Donald Trump, aber auch unser Kanzler zeigt so eine Haltung. Tja, die Hormone... oder die langsam zurückgehenden Hormone stecken oftmals dahinter. Ein biologisches Phänomen. Pardon, haben Sie mal männliche Menschenaffen im Zoo oder in Videos gesehen, wie sie sich auf die Brust trommeln oder mit abgebrochenen Ästen Sträucher und kleine Bäume bearbeiten. Nein, wir Menschen können nicht verstecken, woher wir stammen. Und zurück, zu Denis Scheck: Der zeigt so ein Imponiergehabe. Wenn der die Bücher in die Kiste wirft, muss ich immer an einen Gorilla im Walde denken. Von Frauen kennt man solche Verhalten weniger, außer vielleicht im Dschungelcamp. Aber da sind sie ja alle unseren Vorfahren näher als sie denken. QED
Können auch Frauen. Es sind eben jene, die Dennis Scheck, der bedauerlicherweise wirklich wenig Ahnung von guter Literatur, aber viel von schlechter hat, so massiv kritisieren. Es sind Frauen, die die Talkshows bevölkern und dort ihre Sicht auf die Dinge, das Leben , meint: ihr Leben, einfach alles ausbreiten und kommentieren, mit einer Arroganz, Selbstgewissheit und Überheblichkeit , die man bei Männern immer seltener findet. So ändern sich die Zeiten.
Die Produkte der beiden Damen würde ich übrigens gar nicht als Literatur bezeichnen, es sind Wegwerf- Gebrauchsartikel. Ich habe einmal ein geschenktes Buch von Kürthy pflichtschuldig angefangen zu lesen. Grauenhaft.Die Buchproduktion ist einfach zu billig geworden. Im Bleisatz hätte kein Verlag so was auf den Markt gebracht. Verkauft wird das auch nur wegen der wohlwollenden medialen Begleitung so gut. Insofern war die abweichende Meinung von Scheck natürlich ein Sakrileg. Wo kommen wir hin, wenn jemand eine eigene Meinung hat!
in die Bestseller Liste kommst du heute doch nur noch , wenn nicht spätestens endendes 1. Drittels eines Buches Porno - mäßige Bumsbeschrewibungen stattfinden. Und besonders schick schreiben das die Feministinnen
, die diese Bücher auch gern in den Händen von >>Männern sehen, damit die lernen, wonach die Frauen sich sehnen. Das nennt man heute gute Literatur.
Denis Scheck ist ein außergewöhnlich scharfsinniger und intellektuell herausragender Literaturkritiker. Eine Absetzung wäre ein großer Verlust für die literarische Öffentlichkeit. Seine Buchempfehlungen sind von außergewöhnlicher Treffsicherheit und haben auch mir zahlreiche anspruchsvolle und bereichernde Lektüren erschlossen.
Die gegenwärtige Kampagne wirkt unerquicklich und unangemessen; es bleibt zu hoffen, dass er sie unbeschadet übersteht. Die Medien entwickeln sich immer mehr zum Pranger. Das ist Mittelalter!
... und danke auch Frau Sehnert.
Und die Scheckkritiker haben halt ihre Meinungen, die ich auch alle gelesen habe, aber meistens nicht teile - wo ist denn das Problem?
Dafür gibt es doch Artikel, die meisten mit der kritischen Cicero-Grundtendenz, dafür gibt es das Forum, und dafür hat jeder Mensch einen Kopf, damit er lesen, nachdenken, abwägen und verschiedene Meinungen kennenlernen und sich eine eigene bilden kann.
Manchmal scheint es, als wollten welche am liebsten und vor allem ausschließlich IHRE Meinung vertreten sehen.
dass ich ein Buch kaufe oder lese, wenn ich das so will, völlig unabhängig und unbeeinflusst von einem Kritiker. Die Geschmäcker sind verschieden, sagte der Affe, als er in die Seife biss.
