Schüler
Schüler einer zweiten Klasse in München / picture alliance / dpa | Matthias Balk

Schulsystem - Lehrer sollten keine Beamten mehr sein

Es häufen sich Fälle, in denen Lehrer dauerhaft krankgeschrieben waren, zugleich aber einer lukrativen Nebenbeschäftigung nachgingen. Es ist an der Zeit, den Anachronismus beamteter Lehrer zu beenden. Nur im Angestelltenstatus lässt sich das Leistungsprinzip verwirklichen.

Autoreninfo

Rainer Werner unterrichtete an einem Berliner Gymnasium Deutsch und Geschichte. Er verfasste das Buch „Fluch des Erfolgs. Wie das Gymnasium zur ,Gesamtschule light‘ mutiert“.

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Ein Lehrer aus Gummersbach, Mitte Dreißig, Unterrichtsfächer: Englisch und Geografie, blieb – dauerhaft krankgeschrieben – ein Jahr lang dem Unterricht fern. Das hinderte ihn nicht daran, in einer Fernsehkochshow aufzutreten. Eine Lehrerin aus Wesel war 16 Jahre krankgeschrieben. Sie nutzte diese Zeit, um als Heilpraktikerin zu arbeiten – bei vollen Dienstbezügen. Dazu passt die Meldung, dass in Nordrhein-Westfalen 45 Prozent der dauerhaft krankgeschriebenen beamteten Lehrkräfte nie einen Amtsarzt gesehen haben. 

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Pamina | Sa., 16. Mai 2026 - 18:12

„Am Gymnasium kann man nur Direktor werden, wenn man zuvor eine A15-Stelle innehatte.“

Das stimmt nicht, zumindest gilt das nicht für Sachsen. Ich habe in diesem Bereich gearbeitet, daher kann ich das mit Gewissheit sagen.

Dirk Nowotsch | Sa., 16. Mai 2026 - 18:22

Auch das mit dem Leistungsprinzip ist äußerst dünn! Unterschlägt der Autor doch, übrigens so wie die Gewerkschaft auch, dass die angestellten Lehrer mit der höchsten Besoldungsstufe in das Berufsleben starten! Hunderte Fälle sind bekannt, wo die angestellten Lehrer, noch vor dem trocknen der Tinte auf dem Anstellungsvertrag, in die Dauerkrankheit gehen! Dieses blöde Bashing von verbeamteten Lehrern ist voll daneben, solange es bei den Angestellten kein Junior-Adult-Senior Leistungsprinzip gibt! Das wird bei all diesen blöden Neiddebatten immer unterschlagen! Jeder der jetzt tief Luft holt und gegen die Beamten-Lehrer austeilen möchte, möge vorher in die TVL schauen und mit dem Anfangsbezügen der verbeamteten Lehrer vergleichen! Wer passt denn auf die Kinder auf, wenn die "Hochleistungslehrer" im angestellten Verhältnis streiken? Richtig! Die verbeamteten Lehrer, die dürfen nämlich nicht! Wem darf man versetzen wie man möchte, die Beamten! Das mit der Leistung sollte für alle gelten!

Also ich musste Recht häufig unser Kind betreuen, und zwar wegen krankheitsbedingtem Lehrerausfall. Daher behaupte ich, dass in den jetzigen Strukturen mehr Krankheitstage anfallen, als in der vom Autor vorgeschlagenen Struktur an Streiktagen anfallen würde.

Ingo Frank | Sa., 16. Mai 2026 - 18:25

Leistungsprinzip verwirklichen…..“
Ja, vollkommen richtig, jedoch nicht nur bei Lehrern
Ich sehe das auch im Verwaltungsbereich….. warum soll ein Mitarbeiter in der Kommune, beim Land oder beim Bund verbeamtet sein und bei Fehlern oder anderer politischer Gesinnung des „neuen Vorgesetzten“ in den Ruhestand versetzt werden ? Das sehe ich überhaupt nicht ein !
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Bert Dufaux | Sa., 16. Mai 2026 - 19:53

Vieles in diesem Artikel ist richtig. Allerdings, zum Thema "Bestenauslese": Beamter kann ohnehin nur werden, wer zu den Besten seines Jahrgangs zählt (zumindest ist das in Bayern so), d.h. dass nur die Faulenzer Beamte werden, die nichts arbeiten wollen, stimmt schon einmal nicht pauschal. Viele Krankheitszeiten gibt es auch in der Privatwirtschaft: Die Helferinnen meines Zahnarzts sind dauern krank, können aber auch nicht gekündigt werden, weil er keinen Ersatz findet (Work-Life-Balance und "ich brauche nicht arbeiten, weil ich sowieso mal erbe"). Und schließlich: Wenn man den Beamtenstatus abschafft, werden sich noch weniger Personen finden, die diesen Job machen möchten. Denn als Akademiker bietet die Privatwirtschaft zwar keine Unkündbarkeit, aber bessere Bezahlung, zahlreiche Anreize wie Dienstwagen etc.. Das Problem ist wohl eher, dass der Lehrberuf mittlerweile sehr unattraktiv geworden ist.

C. Schnörr | Sa., 16. Mai 2026 - 20:19

… Autor auch ohne Aussicht auf Verbeamtung Lehrer geworden? Hand aufs Herz! Es ist klar und meinerseits nachvollziehbar, worauf der Autor aus ist. Aber gibt es Statistiken über den beruflichen Erfolg von Aussteigern in der freien Wirtschaft? Anders als, sagen wir, ein Ingenieur, kann ein Lehrer nicht so einfach “die Firma” wechseln und “was anderes” machen. Die mit dem Beamtentum verbundene Sicherheit scheint mir gerade heutzutage notwendig, dass sich engagierte und qualifizierte Personen noch auf diese Einbahnstraße der Ausbildung der Jugend einlassen, deren Erfolge Grundlage dieser Republik sind. Längere Probezeiten vor der Beamtung, weniger starre Mechanismen der Bezahlung inklusive temporäre Einstellung bei krassem Fehlverhalten und objektiv ermittelten Leistungsprämien - es gäbe Mittel genug der Minderheiten der “schwarzen Schafe” zu begegnen, wenn man nur wollte, ohne noch eine bewährte Säule des Landes einzureißen.

DieDa | So., 17. Mai 2026 - 01:57

Ich habe mich aus der Perspektive noch nie mit dem Lehrern beschäftigt. Ihre Argumente sind erstmal einleuchtend. Ich werde mich ein wenig in das Pro/Kontra einlesen und mal schauen zu welchem Standpunkt ich nach und nach komme.

Was ich aber bestätigen kann ist die mangelnde Wertschätzung des Berufs. Es fängt schon beim Durchsetzungsvermögen im Unterricht an. Es gibt oft keine Konsequenzen die Problemverhalten tatsächlich korrigieren. Lehrer sollen Kinder in allen Lebensbereichen erziehen, nicht eine bestimmtes Fach bzw. Thema unterrichten. Dazu kommt auch die Unterfinanzierung unserer Schulen. Der Unterricht ist überwiegend auf „Prüfung bestehen“ statt „Inhalt verstehen“ ausgelegt, und und und. Alles jahrzehntelange Verfehlungen.

Angelika Sehnert | So., 17. Mai 2026 - 09:46

Wesentlich entscheidender ist das Arbeitsethos. Man feiert nicht krank bei vollen Bezügen und geht auch noch einer wirtschaftlichen Tätigkeit nach! Das sind charakterliche Defizite und Straftaten, ermöglicht durch ein überbordendes Bürokratiesystem, in dem offenbar die gleiche ‚mir doch egal‘ Einstellung herrscht.
Ein besserer Hebel wäre die Bestenauslese, wobei auch der menschliche, charakterliche Aspekt ein gewisse Rolle spielen müsste. Noten allein bilden das nicht ab,gerade in einem Beruf, der auf soziale Interaktion angewiesen ist.
Auch eine andere Einstellung zum Unterrichten wäre wichtig. In den USA haben die Lehrer meiner Kinder bei schlechten Tests nicht einfach schlechte Noten verteilt, sondern den Stoff nochmal durchgearbeitet(was sehr selten vorkam).Tests verstanden Lehrer auch als Nachweis darüber, ob ihnen die Stoffvermittlung in der Klasse gelungen war oder nicht. Eine völlig andere Herangehensweise,selbstkritisch die eigene Leistung, das eigene Bemühen zu hinterfragen.

Walter Buehler | So., 17. Mai 2026 - 12:09

Ich bewundere die Menschen, die in der Ukraine trotz des Krieges die Eisenbahn und die Schulen am Laufen halten.
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Bei uns ist das nicht so. Das liegt meiner Erfahrung nach nicht an der formalen Art der Beschäftigung.

Es liegt an dem Geist, der in den "Eigenbetrieben" Deutschlands herrscht.
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In der deutschen Parteiendemokratie ist es leider Normalität geworden, dass die Regierungsparteien (in Bund, Land und Kommunen) sich fast nur noch als Karrierenetzwerke für ihre Mitglieder, insbesondere für ihre Funktionäre verstehen.

Die fachliche und administrative Eignung von Kandidaten für gehobene Stellungen wird nur noch extrem oberflächlich geprüft.

Dagegen ist meistens die Zugehörigkeit zur gleichen Ideologie oder zu einem bevorzugten sexuellen Geschlecht, oder die Arbeit als Personalrat (oder Frauenbeauftragte, ...) ausschlaggebend.

Unter diesen Führungskräfte gedeiht in den deutschen Eigenbetrieben die Arbeitshaltung, die Herr Werner mit Recht beklagt.

Hans Süßenguth-Großmann | So., 17. Mai 2026 - 12:36

in der öffentlichen Verwaltung und habe die Anwendung des Grundsatzes: " Wer nichts macht, macht nichts falsch" hin und wieder erlebt.
Ich bin der Meinung, das Berufsbeamtentum gehört auf den streng hoheitlichen Dienst (Militär und Polizei, Justiz) beschränkt. Angestellte Lehrer und Verwaltungsangestellte werden bei Einstellung auf ein Treuverhältnis zum Staat per Handschlag verpflichtet und das muss reichen.

Michael Kühnapfel | So., 17. Mai 2026 - 16:04

Jein. Ich weiß nicht - es ist vieles richtig, was geschrieben wurde. Aber wenn ich sehe, das Lehrer ungestraft gendern, das Zentrum für politische Schönheit und die AAS in die Schulen holen, kurz, Schüler heute massiver Indoktrination durch Ideologien aussetzen, dann denke ich, dass es bei Berufsbeamten viel mehr Möglichkeiten gibt, gegen den Missbrauch vorzugehen. Wenn das denn erfolgen würde und nicht die Schulaufsicht ihre Pflichten sträflich vernachlässigen würde.

nicht politisch über Länder & Bundesebene politisch gewollt wäre, genau diese links Grüne Indoktrination wie wieder z.B in Sachsen die gleiche für den „Porno Eklat“ verantwortliche NGO beauftragt wurde, sächsische Lehrer im Umgang mit „Rechts“ zu schulen …..Tja, was soll man dazu sagen ….. außer die dafür Verantwortlichen aus ihrer Verantwortung zu entlassen und das ohne einen € Ruhestandsgeld oder Abfindung.
MfG a d Erf. Rep.