Süße Tage im Klischee

Urlaub machen wie die Kanzler IV: Alljährlich wird am Wolfgangsee das gleiche Schauspiel aufgeführt: Felix Austria, mit Sissi-Kitsch, Schweinsbraten, K&K-Gemütlichkeit. Wir Deutschen lieben es, die Österreicher verachten es – und beide können doch nicht ohne.

Helmut und Hannelore Kohl in der Nähe vom Wolfgangsee in Österreich
() Helmut und Hannelore Kohl in der Nähe vom Wolfgangsee in Österreich
Wenn die A 8 von München nach Salzburg das Nadelöhr und die Region zwischen dem Fuschl-See und Bad Aussee das Paradies ist, dann hat die Bibel für einmal Unrecht. Denn zumindest in den Garten Eden des Schweinsbratens, der Salzburger Festspiele, der Mozartkugeln und der Sissi-Operettentage kommen sie alle: die Urlauber-'Kamele', die sich in ihrer Blechkarawane durch die sommerlichen Baustellen-Engpässe auf der Autobahn nach Österreich zwängen müssen, ebenso wie die Reichen, Schönen und Mächtigen, die, weil per Helikopter oder unter Polizeischutz reisend, allerdings ohne Schweiß und ohne Nervengezerre lange vor ihnen angekommen sind. So oder so ähnlich geht die Sage, die bis heute unter den Einwohnern der sanften Voralpentäler kursiert und die, so will es das Ritual, von den Gästen bereitwillig bestätigt wird.

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