- Wer über den Diskurs bestimmen will, hat ihn eigentlich schon verloren
Kürzlich forderte SPD-Politikerin Saskia Esken, den Podcast „Ungeskriptet“ zu boykottieren. Wegen eines mehrstündigen Gesprächs mit Björn Höcke. Grünen-Politikerin Ricarda Lang geht stattdessen selbst hin – und dadurch mit gutem Beispiel voran.
Es gibt Fälle, die bleiben hoffnungslos. Saskia Esken von der SPD ist ein solcher Fall. Als vor einigen Wochen der AfD-Politiker Björn Höcke im Podcast „Ungeskriptet“ – ja, den schreibt man wirklich so – stundenlang sein Weltbild darlegen durfte, fiel Esken hinterher nichts Besseres ein, als zum Werbeboykott gegen diesen Podcast aufzurufen. Was Esken nicht kapiert: Wer über den Diskurs derart bestimmen will, hat ihn eigentlich schon verloren. Er merkt es nur noch nicht.
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Ich habe mir den Podcast mit Ben und Ricarda angetan. Nach der Hälfte habe ich es dann allerdings nicht mehr ausgehalten und abgebrochen. Dennoch kann ich Herrn Krischke bestätigen, daß Frau Lang eine interessante Persönlichkeit ist. „Wer so krass abnimmt wie Frau Lang, dem darf man die Fähigkeit zur Selbstkritik ruhig unterstellen.“ Bei diesen Worten bin ich erst mal erschrocken. Herr Krischke, darf man das? Über die Körperfülle der Frau Lang sprechen, und sei es nur, um eine positive Entwicklung auszumachen? Der Blogger Hadmut Danisch hat es deswegen mit den tiefen grünen Strukturen in der Berliner Justiz zu tun bekommen. Aber ich stimme auch hier zu: Diese Politikerin reflektiert ihr eigenes Verhalten und ist lernfähig. Eine Ausnahme im heutigen Politikbetrieb. Beeindruckend fand ich, wie sie selbst auf ihr roboterhaftes Sprechen als Grünen-Vorsitzende zu sprechen kam. So hatte ich sie nämlich in Erinnerung. Über ihre Ansichten zur AfD oder Migration will ich lieber nicht reden.
Darüber bin ich auch gestolpert, lieber Herr Hechinger. Denn was eine Gewichtsabnahme mit der Fähigkeit zur Selbstkritik und dann noch zur politischen Reflexion zu tun haben soll, erschließt sich mir auch nicht. Zudem finde ich diese Anmerkung in Gänze völlig deplatziert. Dass so jemand über ein großes Maß an Selbstdisziplin verfügt, steht sicher außer Frage, aber selbst das hätte ich eher in einem Artikel in der Gala erwartet;-)
Frau Lang hat uns lang und breit einen sehr wenig erfreulichen Anblick geboten. Mich hat das belastet. Man darf sich beschreibend und auch wertend darüber äußern, nur darf man niemanden objektiv beleidigen. Die Aussage: dieser Mensch ist dick ist bei einem BMI von 40+ eine objektiv richtige Beschreibung. Diese fällt natürlich unter die Meinungsfreiheit
Ich gebe es zu: es fällt mir sehr schwer, ihr zuzuhören. Aber ich zolle ihr Respekt, dass sie als eine der wenigen ihrer links-grünen Blase sich auch zu Ben „traut“, wobei dieser sich als offener Gastgeber versteht und eben nicht einordnen will (wie ihm von Melanie Amann vorgeworfen wurde, und abgesehen davon stramm auf die 1 Millionen Abonnenten zusteuert. Soviel mal dazu, wo heute der öffentliche Diskurs stattfindet).
Die meisten Grünen gehen lieber zu ÖRR-Kuschel-Formaten wie Miosga & Co, wo sie in ihrem safe space gehätschelt und gepampert werden.
Schon vor Jahren war sie in einem YT-Kanal zu Gast, wo sie mit Humor "Hasskommentare" gegen sich selbst vorgelesen hat. Das schafft nicht jeder, und schon gar nicht jede.
Wer in jungen Jahren nicht links ist, hat kein Herz. Man könnte ihr zutrauen vllt doch iwann beim Verstand rauszukommen. Based, halt.
I have a dream.
Es gelingt dem „Cicero“, ein Streitgespräch zwischen Ricarda Lang und einem AfD-Politiker zu organisieren. Es muß ja nicht gleich Björn Höcke sein. So einem wie Ulrich Siegmund oder Martin Vincentz vielleicht? Der „Cicero“ hat ja auch Alexander Gauland und Roderich Kiesewetter zusammengekriegt. Solch ein Streitgespräch zwischen Grün und AfD erscheint derzeit noch unmöglich. Frau Lang müßte mit dem schlimmsten Shitstorm von links rechnen, den man sich vorstellen kann. Aber einen Versuch wäre es wert.
I have a dream.
daran erkennen, wie selbstkritisch und lernfähig er ist. Wenn er dazu noch ein Minimum an Empathie besitzt, ist mit ihm eine fruchtbringende Diskussion möglich.
Mit allen anderen Leuten sollte man erst gar nicht anfangen zu argumentieren, weil sie unfähig sind, fremde Argumente nachzuvollziehen und ihre eigenen Ansichten kritisch zu hinterfragen.
Ich werde mir das Interview mit Ricarda Lang nicht anhören; denn ich habe mir in der Vergangenheit schon ein Bild von ihr und ihrer Meinung gemacht.
Herrn Krischke nehme ich auch ungeprüft ab, daß er in der Gesprächsbereitschaft von Frau Lang mit "Ungeskriptet" etwas Positives erkennt.
Ja, es zeigt, daß Frau Lang sich zutraut (d. h . mutig genug ist), mit Menschen in ein Gespräch einzutreten, die nicht vor vornherein auf ihrer "Linie" bzw. ihrer Partei sind.
Frau lang erinnert mich an Joschka Fischer.
Wahrscheinlich wird sie - ähnlich wie er - noch viele Wandlungen durchlaufen, weil sie dieselbe Anpassungsfähigkeit besitzt wie er.
Ich weiss, daß das Grundgesetz in der deutschen Politik und im Bundestag eine Nischenposition hat. Aber ich wollte es mal erwähnen, bevor äonenlange Diskussionen über Meinungsfreiheit eröffnet werden. Saskia Esken ist zur falschen Zeit am falschen Ort geboren und aufgewachsen. Sonst hätte sie bestimmt erfolgreich DDR und Ostblock 1989/90 gerettet. Laut Wikipedia war die SPD für Esken vor dem Mauerfall nicht links genug.
Das Format ja auch nur. Um politisch im Gespräch zu bleiben. Nach ihrem Rücktritt winkt doch eigentlich ein Behördenposten im Staat.
