Rheinbad Düsseldorf - „Ich lasse nicht zu, dass die Vorgänge politisch instrumentalisiert werden“

Schon dreimal räumte die Polizei das Rheinbad Düsseldorf, weil Jugendliche wiederholt Badegäste belästigt haben. Nun wurden Videokameras installiert und Einlasskontrollen eingeführt. Der Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) spricht nur von „unschönen“ Szenen

29.07.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Zwei Männer des Sicherheitsdienstes IHS Security stehen vor dem Eingang des Rheinbades. Nach wiederholten Tumulten im Düsseldorfer Rheinbad greift die Stadt durch: Es wird neben einer Ausweispflicht auch Videoüberwachung und Unterstützung durch das Ordnungsamt geben
Was hat sich wirklich im Rheinbad in Düsseldorf abgespielt? / picture alliance

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin für CICERO-Magazin.

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Thomas Geisel (SPD) ist Oberbürgermeister von Düsseldorf und Jurist.

Herr Geisel, am vergangenen Freitag musste das Rheinbad von der Polizei schon zum dritten Mal geräumt werden, weil 60 Jugendliche unter anderem die Rutsche besetzt hatten. Eine Bademeisterin wurde mit den Worten bedroht: „Ich klatsch' dich an die Wand.“ Ist das Bad ein rechtsfreier Raum? 
Nein, das Rheinbad ist und war kein rechtsfreier Raum – auch am vergangenen Freitag nicht. Ungeachtet dessen gilt: Wir wollen jede drohende Eskalation beim Betrieb vermeiden und dafür sorgen, dass alle Gäste unbeschwertes Badevergnügen genießen können. Aus diesem Grund haben wir die Sicherheit so erhöht, dass das Bad nicht mehr vorzeitig geschlossen werden muss. 

Augenzeugen sagen aber, die Lage am Freitag sei bisweilen bedrohlich gewesen. Hätten die Betreiber sonst beschlossen, das Bad räumen zu lassen? 
Dass die Lage bedrohlich gewesen sein soll, geben die Bilder der Überwachungskameras nicht her. In dem Bad waren zahlreiche junge Männer, darunter auch solche mit Migrationshintergrund. Früher hätte man die als „Halbstarke“ bezeichnet. Die sind einmal, als die Bademeisterin kurz nicht da war, in schneller Reihenfolge die Rutsche heruntergerutscht. Wenig später war die Bademeisterin wieder zurück, und von da kamen nur noch die Kinder auf die Rutsche. 

Wollen Sie damit sagen, die Medienberichte über die haarsträubenden Zustände im Bad seien frei erfunden?
Zumindest waren die Berichte überzeichnet. Von „haarsträubenden“ Zuständen kann keine Rede sein. Es ist richtig, dass sich ab 17:30 Uhr überwiegend junge Männer in dem Bad befanden. Es ist auch möglich, dass die sich kannten. In einigen Medien und im Internet wurde aber der Eindruck erweckt, dass eine organisierte Bande von nordafrikanischen Jugendlichen schwere Straftaten verübt habe. Und das ist absolut unzutreffend. 

In einem Blog stand, die Jugendlichen hätten sich über soziale Medien verabredet, um „mal richtig die Sau rauszulassen.“ 
Der Blogbeitrag bezieht sich auf die ersten Vorkommnisse im Rheinbad Ende Juni. Ein Beleg für die Ereignisse am vergangenen Freitag ist er nicht. Belastbare Anhaltspunkte gibt es dafür nicht. Bei der Bädergesellschaft heißt es, die Jugendlichen, die sich dort treffen, würden sich kennen, weil sie sich dort treffen. Es ist eben das typisch männliche Imponiergehabe. Viele fragen ja auch, warum die Polizei am Freitag nur zwei Anzeigen erstattet hat. 

Und, warum?
Weil es nicht mehr Straftaten gegeben hat, allenfalls Verstöße gegen die Baderegeln. Die führen aber nicht zur Einleitung polizeilicher Ermittlungsverfahren, sondern allenfalls zu Hausverboten, wofür die Bädergesellschaft zuständig ist. 

Woher wissen Sie, das die Zustände am Freitag nicht haarsträubend gewesen sein sollen?
Ich hab mir Bilder der Überwachungskameras angesehen. Und ich habe mit Mitarbeitern der Bädergesellschaft, des Ordnungsdienstes und der Polizei gesprochen. Es gab nur zwei Anzeigen. Einer der Rädelsführer, ein Deutsch-Nigerianer, hat demnach zu der Bademeisterin gesagt: „Du hast mir gar nichts zu sagen. Ich klatsch Dich gegen die Wand.“ Er wurde deshalb des Bades verwiesen und angezeigt. Ein zweiter Jugendlicher mit deutschem Pass hatte die Polizei bei der Räumung des Bades beleidigt. 

Aber die Polizei hätte den Entschluss zur Räumung doch nicht getroffen, wenn alles friedlich gewesen wäre. 
Den Entschluss hat nicht die Polizei, sondern die Bädergesellschaft getroffen. Das ist zu respektieren. Im Nachhinein betrachtet hätte man aber auch anders entscheiden können. Richtig eskaliert ist die Situation ja erst, nachdem bekanntgegeben geworden war, dass der Betrieb eingestellt werden würde. 

Aber wenn, wie Sie sagen, das angeblich alles friedlich verlaufen sei, warum alarmiert der Betreiber per Notruf die Polizei und schickt 1.500 Badegäste nach Hause? 
Ich kann mir vorstellen, dass die Verantwortlichen unter dem Eindruck der in der Tat gravierenderen Vorgänge am 29. und 30. Juni Angst hatten, die Situation könnte erneut eskalieren, und ein sicherer Badebetrieb sei nicht mehr möglich.  

Was meinen Sie damit?
Dass sich da eine Gruppen-Dynamik unter den Jugendlichen entfaltet, die eskalieren kann. 

Ende Juni soll ein Familienvater plötzlich 400 Jugendlichen gegenüber gestanden haben – nur weil er sich darüber beschwert hatte, dass sie einfach über fremde Handtücher liefen. Spielen Sie diese Bedrohung nicht herunter, wenn Sie von einer „Gruppendynamik“ sprechen? 
Ich bagatellisiere gar nichts. Aber ich lasse nicht zu, dass die Vorgänge im Rheinbad politisch instrumentalisiert werden – wie einige das in der Politik und im Internet offenbar gerne wollen. Selbstverständlich wird jeder zur Rechenschaft gezogen, der eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit begeht. 

In anderen Interviews haben Sie von „unschönen Szenen“ gesprochen. Aber zwischen einer Bedrohung, wie sie der Familienvater erlebt hat, und einer „unschönen Situation“ liegen Welten. Sie selbst haben am Wochenende noch von einer „Jugendbande“ gesprochen. Warum rudern Sie jetzt zurück? 
Weil die vorliegenden Videoaufnahmen dieses Urteil bei genauem Hinsehen nicht rechtfertigen. 

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günther Krings (CDU), hat gefordert, die Aufenthaltsrechte der Randalierer zu prüfen – und über aufenthaltsbeendende Maßnahmen für Badegäste nachzudenken, die keinen sicheren Aufenthaltsstatus haben. Ist das auch die Linie der SPD?
Das ist eine völlig hypothetische Diskussion. Wie gesagt, mit Ausnahme der beiden von mir beschriebenen Strafanzeigen gibt es noch nicht einmal einen Anfangsverdacht für rechtswidrige Taten. Menschen wegen Verstoßes gegen Baderegeln des Landes zu verweisen, hat mit einem Rechtsstaat nichts zu tun. 

Unterstellen Sie Herrn Krings Stimmungsmache?
Ich unterstelle ihm, den Sachverhalt nicht gründlich recherchiert zu haben. 

Bei den Randalierern soll es sich überwiegend um die Kinder von nordafrikanischen Zuwanderern handeln, die aber in Deutschland aufgewachsen sind. Hat ihr Migrationshintergrund bei den Auseinandersetzungen eine Rolle gespielt?
Ich weiß nicht, wie viele von ihnen in Deutschland aufgewachsen sind. Vielleicht gibt es einen gewissen kulturellen Unterschied bei diesem Macho-Getue von Halbstarken. Nach meiner Erfahrung verstehen diese jungen Männer aber alle eine robuste Ansprache. Ich habe es noch nie erlebt, dass sie sich solchen Anweisungen widersetzt hätten. Gerade bei den Ordnungskräften sollten wir mehr Leute mit Migrationshintergrund einsetzen. Die verstehen und sprechen die Sprache. 

Thomas Geisel / picture alliance
Thomas Geisel / picture alliance

Was meinen Sie mit robust? Sollen künftig auch Polizeihunde eingesetzt werden wie bei einer Räumung im Juni?  
Nein, sie müssen den jungen Männern aber Grenzen setzen – und sie rauswerfen, wenn sie sich widersetzen.  

Spielt so ein Machogehabe bei jungen deutschen Männern gar keine Rolle?
Doch, das gibt es auch. Aber vielleicht nicht so ausgeprägt. 

Fallen die Störer nur im Bad auf? Oder gibt es mit denen auch in der Stadt Probleme?
Akut sind mir keine Probleme bekannt. Es gab mal die Operation „Casablanca“ der Polizei im so genannten Maghreb-Viertel, wo viele Marokkaner leben. Aber die richtete sich eher gegen erwachsene Kriminelle. 

Der stellvertretende Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badwesen hat dem Betreiber des Rheinbades im Interview mit Cicero vorgeworfen, er habe das Problem mit den nordafrikanischen Jugendlichen lange heruntergespielt, indem er den Migrationshintergrund verschwiegen habe.  
Das Interview ist mir nicht bekannt. 

Als Reaktion auf die Unruhen sollen jetzt 200 Jugendliche Hausverbot im „Rheinbad“ bekommen haben. Badegäste müssen sich an der Kasse ausweisen. Ist das Problem damit gelöst?
Die Zahl der der Hausverbote liegt tatsächlich im einstelligen Bereich. Und zur Frage: Wir haben ja außer der Ausweispflicht noch die Video-Überwachung. Ich denke, das gibt den Badegästen das Sicherheitsgefühl und den Spaß zurück. Sollte es tatsächlich zu Ausschreitungen kommen, können wir sehr schnell etwaige Täter identifizieren.

Die Ausschreitungen im Rheinbad sind keine Ausnahme. In NRW gibt es inzwischen in jedem dritten Bad Security. Stimmt es, dass sich die Pöbeleien und die Gewalt mit der Flüchtlingswelle 2015 verschärft haben
Ich glaube, dass es bei einigen jungen Menschen ungeachtet der Hautfarbe und Herkunft einen Mangel an Respekt vor Personal im öffentlichen Raum gibt. In Düsseldorf hatten wir schon immer einen hohen Anteil an Bürgern mit Migrationshintergrund. Im Großen und Ganzen haben wir mit dem Zusammenleben gute Erfahrungen gemacht. 

Videoüberwachung, Einlasskontrollen, Security, ein städtischer Ordnungsdienst. Die Deutsche Welle berichtete, das Freibad sei jetzt ein „Hochsicherheitsbad“. Hätten Sie selbst noch Lust, dort schwimmen zu gehen?
Das würde mich gar nicht stören. Die Leute gehen auch ins Fußballstadion, da gibt es auch Ordnungs- und Sicherheitsdienste. Die meisten Leute, die zu den Spielen von Fortuna Düsseldorf gehen, haben trotzdem einen Heidenspaß dabei. Wir sollten nicht die Behauptung aufstellen, unsere Bäder seien ein Hochsicherheitstrakt. Das ist Stimmungsmache und ziemlich verantwortungslos. 

Romuald Veselic | Mi, 31. Juli 2019 - 18:59

Zitat: „Ich lasse nicht zu, dass die Vorgänge im Rheinbad politisch instrumentalisiert werden“.
Gospodin-OB Thomas G., schon Ihre Aussage was Sie zulassen, oder nicht zulassen hat den besten Fundament politischer Demagogie. Ob Sie das schaffen, warten wir ab. Ich wette drauf, dass Sie schon jetzt verloren haben. Sie haben sich damit bei einigen und mir, mächtig diskreditiert.
Sie können den Menschen nicht verbieten, was man politisch betrachtet und wie...
Sie sind der weitere Grund, natürlich hypothetisch, warum ich nach Düsseldorf nie umziehen werde.

was die Wahrheit, was Fake News, was irreführendes Weglassen, was Instrumentalisierung und was einfach nur Meinungsfreiheit ist?
Die Entscheidung darüber entscheidet über Demokratie oder Diktatur.
Bei Orwell gab es dafür ein Wahrheitsministerium.

Klaus Decker | Mi, 31. Juli 2019 - 19:37

Wenn ich dieses interview lese, weiß ich, dass keine Hoffnung besteht, unsere Politiker zur Einsicht zu
bringen.

Per L. Johansson | Do, 1. August 2019 - 01:18

In reply to by Klaus Decker

Immerhin ist das Düsseldorfer Bad jetzt weitaus besser geschützt als unser Staat.
- Dank Zaun kann man nicht einfach rein.
- Die Identität wird durch Paßkontrolle lückenlos erfaßt.
- Das Beste! Es gibt Sicherheitsleute, die befugt sind, Störer wieder vor die Tür zu setzen.
- Und, an der Grenze geradezu undenkbar, beim nächsten Besuch darf der Betreffende direkt abgewiesen werden. Wenn Merkel das wüßte...

Das Konzept dürfte in nicht ferner Zukunft ein Erfolgsmodell werden, nicht nur für Schwimmer.
Bewachte housing areas gibt es in anderen Ländern mit ethnischen Konflikten schon längst. Ich fand Stacheldrahtrollen, Mauerkronen voller Glasscherben und Schilder mit "armed response" immer gruselig. Aber inzwischen verstehe ich es.
Wenn es außerhalb noch gruseliger zugeht, dann ist dies eben schlicht das weitaus geringere Übel.
Sicherheitsdienste dürften jedenfalls eine Boombranche werden. Wie praktisch, daß dort oft "Personen mit Migrationshintergrund" beschäftigt werden..

Wenn das aber alles unsere Zukunft sein soll, nur weil wir unfähige Politiker haben, die nicht in der Lage sind Grenzen zu schützen und sich darum jeder Bürger vor diesem Mob selbst schützen muss, ist unser Land schon längst verloren.

Barbara Piele | Do, 1. August 2019 - 06:38

In reply to by Klaus Decker

Für mich genauso idiotisch wie der unsinnige Satz von Frau Rekel ...
Frauen sollen zu „Fremden“ mindestens „eine Armlänge“ Abstand halten.

Mich wundert bis heute, warum Frau Reker nach diesem unfassbaren Satz nicht augenblicklich zum Rücktritt gezwungen wurde.

Roland Völkel | Do, 1. August 2019 - 08:59

In reply to by Klaus Decker

Wie sagt man immer: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Herr Decker. Nach Lesen dieses "Interview" scheint die Hoffnung schon Mausetot zu sein.
Bei solchen "Koryphäen" in der SPD (neben Stegner,Kohnen,Kahrs u.a.) ist es mir ein "Rätsel", warum die Partei in der Wählergunst so abgesunken ist?
Spaß bei Seite: Welches Video hat er sich denn angesehen, etwa eins aus "Verstehen sie Spaß"?, "Vorsicht Kamera"?
Er sagt auch: "...Rheinbad ist und war kein rechtsfreier Raum!" Nur warum wird dann die "Sicherheit" erhöht?
Weiter heißt es...zahlreiche junge Männer, darunter auch solche mit Migrationshintergrund". Und die waren natürlich die Minderheit-klar!
Und "ohne zu Intrumentalisiren" sagt er: Einer der Rädelsführer, ein Deutsch-Nigerianer,...Ein zweiter Jugendlicher mit deutschem Pass"...Da es "nur" 2 Anzeigen gab ist die Angelegenheit ja geklärt. Die "Deutschen" haben sich Daneben benommen. Die "Anderen" waren nur Zaungäste!
Bei so viel Realitätsverlust sollte doch ein Arzt aufgesucht werden!

Boehnke Norbert | Fr, 2. August 2019 - 00:50

In reply to by Klaus Decker

Hier geht es um SPD-Linientreue.

Christine Lamine | Fr, 2. August 2019 - 17:31

In reply to by Klaus Decker

Mir scheint, es fehlt den Politikern weniger an Einsicht als an Voraussicht. Nicht umsonst sagt ein altes Sprichwort: wehret den Anfängen. Speziell den Politikern von SPD, den Grünen und Linken, fehlt es an Voraussicht, oder gar an Willigkeit zur Änderung solcher sich in immer kürzeren Intervallen ereignenden Macho-Randalen.
Mir geht es gehörig auf den Zeiger, dass Respektlosigkeit und Unerzogenheit dieser Klientel mit MHG von diesen Politikern immer beschönigt und klein geredet werden und das mit voller Absicht. Jeder kommt nach Deutschland ohne Ausweisdokumente rein, aber in einem Düsseldorfer Freibad kommt niemand mehr an einer Ausweiskontrolle vorbei. Deutschlands Politiker scheinen verkehrt gepolt zu sein, oder denken vom Ende her, wie Merkel es angeblich tut, was dann zu katastrophalen Zuständen führt.

Günter Johannsen | Mi, 31. Juli 2019 - 20:01

Ist dem Herrn Thomas Geisel, Oberbürgermeister (SPD), nichts peinlich?
Mit solchem Herunterspielen gibt er genau denen Recht, die sich in Deutschland mehr und mehr verar...t fühlen und sich ohnmächtig wütend von der Politik abwenden! Solches Verharmlosen und Menschen-für-dumm-verkaufen schadet dem Rechtsstaat und der Demokratie in hohem Maße. Ist der SPD-Mann inkompetent, oder ein unduldsamer Diktator?
Diese Partei hatte schon mal bessere Figuren!

Als Ostdeutscher machen mich die Zustände in unserem Land immer wieder fassungslos. Ich bin der Meinung, daß kriminelle 'Gefährder', die eine Aufsichtsperson mit den Worten bedrohen: 'Du hast mir gar nichts zu sagen. Ich klatsch Dich gegen die Wand.' nicht frei herumlaufen sollten! Hat der Täter nicht die deutsche Staatsbürgerschaft: Unbefristet in Abschiebehaft nehmen und wenn möglich abschieben. Hat der Täter die deutsche Staatsbürgerschaft: In U-Haft und aburteilen (Bedrohung, Haus- und Landfriedensbruch, Ankündigung eines Gewaltverbrechens). Harte Haftbedingungen: kein Fernsehen, kein Handy, kein Internet. Druck (wie in der DDR)! Und aus der Haft erst wieder rauslassen, wenn sie NACHWEISLICH gelernt haben, wer ihnen in Deutschland wann und was zu sagen hat!
Dieses Deutschland züchtet sich seine Verbrecher selber!
'... jeder wird zur Rechenschaft gezogen, der eine Straftat begeht ... '. Lächerlich! Herr Geisel lügt - und das bewußt.

Ich schlage vor, Sie machen in Ihrer ostdeutschen Heimat den Anfang, und sorgen mal für Sicherheit in bestimmten "Problemlagen", z.B. in diversen Kleinstädten rund um die Bahnhöfe oder auch auf zentralen Plätzen. Gut wäre auch, wenn auf den zahlreichen Volksfesten mehr Polizei vertreten wäre.
Gibt es im Westen zweifellos auch Probleme mit undisziplinierten Gruppen bestehend aus jungen Leuten mit Migrationshintergrund, so gibt es die gleiche Art von Rowdytum durch Neo-Nazis im Osten. Es gibt kaum ein grösseres Volksfest, bei dem nicht irgendwann irgendwelche Nazi-Gruppen auftauchen, das ist z.B. in Sachsen mittlerweile Normalität. Fangen die dann irgendwann Zoff an, verharmlost die Polizei das dann zuweilen mit angeblichen Rangeleien unter Jugendlichen.
Fazit: Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst ständig in Glasscherben tritt.

Wilfried Düring | Do, 1. August 2019 - 19:58

In reply to by Gerhard Lenz

Im Gegensatz zu Minister a.D. Fischer (Grüne) habe ich niemals mit Steinen oder Molotov-Cocktails geworfen. Das gilt im übrigen auch für eine Mehrheit der Demo-Teilnehmer von PEGIDA und 'Zukunft Heimat' etc. Wer will kann diese Behauptung online überprüfen - manche Veranstaltungen werden ins Netz gestellt.
Herr Lenz, ich wäre sogar bereit, Ihnen - mit Einschränkungen - zuzustimmen. Leider grenzen Sie das allgemeine Gewaltproblem - unzulässig - auf den Osten und auf die 'rechte' Szene ein. Es ist völlig egal ob Polizei-wachen und -wagen oder Flüchtlingsheime 'brennen'. Es ist ist völlig egal ob Polizisten, Journalisten, Migranten, Frauen, Badegäste, Lehrer oder Zufallsopfer bedroht, belästigt und im Extremfall abgestochen werden. GEWALTVERBRECHER BRAUCHEN - zeitnah - EINE HARTE HAND. Der Staat hat das Gewaltmonopol und muß es durchsetzen! Das dies nicht (mehr) geschieht (Knispel bei Lanz) ist ein furchtbares Erbe von 1968. Dieses Erbe werden wir im Osten niemals akzeptieren!!!

Aber Deutschland vielleicht am ostdeutschen Wesen. Reimt sich sogar. War keine Absicht. Es ist einfach nicht zu begreifen. Haben "die da drüben" sich an solche Zustände gewöhnt, nur weil sie mehr Zeit dazu hatten? Halten die das für normal? Und was dieser OB hier im Interview absondert und damit seine eigenen vorangegangenen statements revidiert, läßt nur einen Schluß zu. Der mußte zum Rapport und wurde auf Linie gebracht. An Dummheit und charakterlosigkeit nicht zu überbieten. Abwählen. SPD Daumen runter.

Andreas Zimmermann | Mi, 31. Juli 2019 - 20:31

Na, dann bin ich ja beruhigt - ist ja alles in Ordnung.
Der Herr Oberbürgermeister Geisel von der SPD sagt er konnte nichts erkennen auf den Videos. Alles falscher Alarm und Stimmungsmache! Ja liebe Düsseldorfer, wenn ich nicht Berliner wäre, dann würde ich jetzt … aber da ich ja auch einen SPD OB habe und der ähnliche Ansichten vertritt, ist dann wohl alles ok in unseren Städten.
Was machen sich die Genossen (nicht nur von der SPD) nur morgens in den Kaffee? Und was muss eigentlich für diese Leute passieren, damit etwas nicht mehr ok ist? Genau solche Verharmlosungen, sind der Grund dafür dass sich nichts ändert. Denn wenn der Mann ein Problem nicht einmal bereit ist zu benennen, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit dass er es angeht?
Deutschland belegt im Ranking der unsichersten Länder der Welt momentan Platz 39 - einmalig für ein mitteleuropäisches Land, selbst Israel ist nach dieser Auflistung auf Platz 41 und damit sicherer.

Aber alles kein Problem, wir schaffen das!

nicht zu vergessen haben wir in Berlin sogar einen gleichnamigen Innensenator, der auch in der gleichen Splitterpartei ist. Und der genauso verstrahlt daher redet. Da die Splitter-Sozen ja in Berlin völlig unverdient mitregieren, bläst der sich auch ständig mit wirren Reden die Backen auf.
Sollte das auch am Namen liegen…??

Andreas Zimmermann | Do, 1. August 2019 - 14:50

In reply to by Stefan Forbrig

Werter Herr Forbrig, der Name als Ursache? Eher unwahrscheinlich. Ich glaube das hat mit der sprichwörtlichen Entfernung zur Lebenswirklichkeit der steuerzahlenden Bürger zu tun. Wenn ich mir, bei all den Problemen welche unsere Hauptstadt plagen, anschaue das von RRG als erstes die Realisierung von Genderklos und eine Stadtweite Tempo 30 Zone auf die Tagesordnung gebracht wurde, sagt das sehr viel über Realismus und Prioritäten aus. Die Reaktionen der Berliner und Teilen ihrer eigenen Wähler haben da schlimmeres verhindert. Die fortschreitende Verwahrlosung im öffentlichen Raum, Verkehrschaos, Wohnungsmangel, Erosion des Rechtsstaates uvm. waren wohl eher die Themen welche hier als wichtig zu nennen wären. Aber das bedeutet ja Arbeit und man müsste ja auch bestimmte Entwicklungen zur Kenntnis nehmen, was auch schon wieder ein riesen Problem ist. Also weiter wie bisher... arm aber sexy... Berlin ist wie eine durchgeknallte, abgebrannte, ungewaschene und drogenabhängige Tussi. Toll!

Tatsächlich liegt Deutschland an 16. Stelle. Zum Vergleich: Trumps USA sind an 114. Stelle, das gelobte Russland (Putin hilf uns!) gar nur an 154. Stelle. Was Deutschland angeht, wurde eine wachsende Bedrohung durch rechtsextremistische Gewalt bemängelt.

Ines Schulte | Do, 1. August 2019 - 11:26

In reply to by Gerhard Lenz

Es kommt darauf an, ob man den 'global peace Index' (globaler Friedens-Index) zu Rate zieht, dort befindet Deutschland sich auf Platz 16. Dieser Index zieht Faktoren wie Kriegsgeschehnisse ect. mit heran. Wenn man aber die Reisesicherheit (also die persönliche Sicherheit) bewertet, befindet sich nach Angaben des Weltwirtschaftsforums Deutschland auf Platz 51. (siehe auch Berichterstattung von Focus und WELT.)

Gerhard Lenz | Do, 1. August 2019 - 13:05

In reply to by Ines Schulte

Sie meinen diese ominöse Studie des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2017? Schwerpunkt dieser Studie war das subjektive Sicherheitsempfinden, zu Deutschland gaben 200 Geschäftsleute ihre Meinung ab. Daneben wurden Daten einer UN-Kriminalstatistik sowie die Ergebnisse einer Studie der Universität Maryland ausgewertet.
Interessant: Die genannte Studie sah in Deutschland ein erhöhtes Terrorrisiko. Die Wissenschaftler begründeten dies mit vermehrten Anschlägen auf Flüchtlingsheime (!!!). Die Studie wurde - Sie wissen es vielleicht - vor dem Anschlag vom Beitscheidplatz abgeschlossen. Das tiefen-islamistische Oman landete übrigens auf Platz 4, Ruanda auf Platz 9, Frankreich auf 67, Italien auf 70 und GB 78, Russland war nicht mal unter den ersten 150. Davon abgesehen wurde farbigen US-Amerikanern schon vor zehn Jahren empfohlen, bestimmte Gebiete Ostdeutschlands wegen der Gefahr rassistischer Übergriffe zu meiden.

Andreas Zimmermann | Do, 1. August 2019 - 13:42

In reply to by Gerhard Lenz

Werter Herr Lenz, wer lesen kann ist echt im Vorteil. Was sie hier meinen ist der Platz Deutschland im Friedensranking, was beim katastrophalen Zustand der Bundeswehr kein Wunder ist. Ich meine den Terrorindex und da stehen wir sehr wohl auf Platz 39 im Jahre 2018.
Hier die Links:
http://visionofhumanity.org/app/uploads/2019/01/GTI2018-A3-poster-wall-…
http://visionofhumanity.org/app/uploads/2018/12/Global-Terrorism-Index-…

Denn manchmal reicht es nicht, nur eine Zahl zu lesen, noch dazu, wenn die Information in einer Fremdsprache ist. Tatsächlich zeigt die Tabelle absteigende Werte, d.h. ganz oben stehen die Länder mit dem schlechtesten Wert (Irak). Auch hier gilt, dass Deutschland besser dasteht als z.B. GB, USA, Frankreich oder Russland, auch hier gilt, wenn Sie die Erläuterungen lesen, dass Terrorismus in Deutschland hauptsächlich mit rechtsextremistischen Anschlägen definiert wird. Davon abgesehen heisst es in de Erklärungen: "France, Germany, and Belgium all recorded significant falls in deaths from terrorism". Diese Verbesserungen haben wir wohl Frau Merkel zu verdanken!
Weiter: Wie Sie eine gute Position auf dem Friedensindex mit dem schlechten Zustand der Bundeswehr erklären, müssen Sie schon näher erläutern!
Noch mal weiter: Dass es in einem Land, in dem Frieden herrscht, unsicherer sein soll, als in einem anderen, müssen Sie auch erklären!

Jeder Index ist mit Vorsicht zu geniessen, der Terrorismusindex ist keine Ausnahme, da wird die Anzahl der Todesopfer durch Terrorismus als Massstab genommen was nichts ueber die Sicherheit im Land aussagt.

Stimme Ihnen voll zu. Habe mich in Israel sicherer gefühlt, als hier in Deutschland. Da hatte man das Gefühl, das Politik und Polizei zumindest alles versuchen, um den Bürger zu schützen.

Patricia Stein… | Do, 1. August 2019 - 20:19

In reply to by Chris Groll

Das kann ich bestätigen. In Israel habe ich mich nie unsicher gefühlt, außer in arabischen Gebieten. Und die meide ich.

Frank Domnick | Mi, 31. Juli 2019 - 20:32

Die Aussagen von Herrn Geisel sind unerträglich. Eine Mischung aus Ahnungslosigkeit, Nicht-sehen-wollen und dreisten Verdrehungen.

Wir auch immer. In Dänemark stellen die Sozialdemokraten die Regierung. Hier werden sie bald nur noch im einstelligen Prozent-Bereich sein. Mit Wowereit gesprochen: Und das ist gut so.

Heidemarie Heim | Mi, 31. Juli 2019 - 20:37

Wie immer Bombenstimmung! Einfach nur ein Heidenspaß! Die rheinische Frohnatur lässt sich halt nicht von Videoaufnahmen der eigenen suboptimalen Bikinifigur aus jedem Blickwinkel die Laune verderben, noch von der verstärkten Becken-Deckenpatrouille oder dem Kauf einer wasserdichten Ausweishülle. Beim ebenfalls angedachten Armbändchen fühlt man sich doch gleich ans tolle All in-Resort vom letzten Karibikurlaub erinnert, in dem man auch schon dieses gewisse Kasernierungsflair genoss. Auch die Kampfschulung im morgengräulichen Liegenbesetzen mittels Handtuch und Totenkopfflagge-Flagge kann u.U. im heimatlichen Freibad sehr nützlich sein! Jetzt hätte ich fast noch das einzig deutschsprachige TV-Programm der DW vergessen, das verhinderte, das man unter der Kokospalme die Verbindung zur deutschen Heimat verliert;)Was durchaus drin gewesen wäre, weil ich oft die einzige Teutonin in unserem internationalen Beach-Volley-Ball-Team war! Really, a cracking good story Mr.Geisel! MfG

Johan Odeson | Mi, 31. Juli 2019 - 21:10

Hervorragendes und nachfassendes Interview. Das ich das noch erleben durfte! Herr Geisel versucht krampfhaft die Realität seiner ideologischen Scheinwelt anzupassen. Hat noch nie funktioniert. Er gehört übrigens der gleichen Partei an, deren jahrelange Beschwichtigungen, Wegsehen und Untätigkeit in der Landesregierung NRW uns tausende kriminelle Araberclans und No-Go Areas eingebrockt hat. Mit genau der verqueren Argumentation von Herrn Geisel. Vor diesem Hintergrund ist das Interview ist ein Skandal. Ein Oberbürgermeister mit Realitätsverlust.

Helmut Bachmann | Mi, 31. Juli 2019 - 23:27

es nicht glauben. Ist das schon Satire?

Gerhard Schwedes | Do, 1. August 2019 - 03:11

Geben wir den Beschwichtigungen des OB doch einmal eine semantische Deutung! Im Wort Beschwichtigung verbirgt sich das Wort "wichtig" bzw "gewichtig". "Beschwichtigung" bedeutet also nichts anderes, als etwas, dem Gewicht bzw. Wichtiges zukommt, einen mindereren Rang, eine minderere Bedeutung beizumessen. Es ist nichts anderes als Realitätsverleugnung. Man zieht den Schwanz ein, damit das Gewichtige nicht noch gewichtiger zu werden droht. Damit verschafft man man aber jenen, denen ihre Aufplusterung gar nicht zukommt, noch mehr Mut zur Provokation. Der Herr Bürgermeister sollte einmal Frischs Drama "Herr Biedermann und die Brandstifter" lesen, um dahinter zu kommen, was für einen Schaden er mit solchen Beschwichtigungen anrichtet. Anstatt selber Muskeln zu zeigen, macht sich die Repräsentationsfigur der Kommune klein und demontiert sich selber. Wer keinen Arsch in der Hose hat, dem wird eben dieser von den andern gezeigt. Der Staat verzwergt sich. Und die Dekadenz schreitet voran.

Lieber Herr Schwedes, vollkommen richtig, was Sie schreiben, vorausgesetzt man(n) kann sinnverstehend lesen. Dann hätte nämlich auch das "Lesen" der Videoszenen gereicht.
Bei dem (der?) Geisel ist es wie bei dem Frühlings-Kommentator, was nicht ins Bild passt, wird nicht wahrgenommen. Insofern hat der Bürgermeister einen unglaublich aussagefähigen Namen. Er ist eine Geisel seiner intellektuellen Möglichkeiten.

Norbert Heyer | Do, 1. August 2019 - 04:17

Halten wir fest: Ein Schwimmbad wird dreimal geräumt, wegen Vorkommnisse, die der OB im Nachhinein runterspielt. Wie muss sich die Polizei fühlen, wenn ihre Aktionen der Räumung des Bades praktisch als übertriebene Maßnahme dargestellt wird? Herr Geisel ist ein personifizierter Beschwichtiger eines unmöglichen Zustandes. Wenn 400 junge Männer mit Migrationshintergrund den Badebetrieb derartig stören, dass eine Räumung durchgeführt wird, ist das keine Kleinigkeit. Wie müsste sich dieser OB erst verbiegen, wenn es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall kommt? Er wird wohl inständig hoffen, dass der Sommer vorbei
ist. Wer Grenzen ohne jede Legitimation überschreiten darf, muss sich jetzt vor dem Besuch eines Bades ausweisen? Das ist nach Merkelpoller und Sicherheitsdienst die nächste Stufe eines „nachträglichen Schutzes zur Behebung eines vorherigen Versäumnisses.“ Mit solchen Schönrednern wird der Respekt der jungen Männern vor der Staatsmacht sicher ganz gewaltig „ansteigen.“

Ernst-Günther Konrad | Do, 1. August 2019 - 07:18

Herr Geisel. Die SPD und ihre Politiker haben sich lange genug die Welt schön geschwätzt, so dass es nur folgerichtig ist, diese Schönheit jetzt zu genießen. Ich kann es verstehen, dass sie ihren Realitätsverlust so vehement verteidigen. Das müssen sie auch tun. Immerhin ist ihre Partei mitverantwortlich für die Zustände.
Das personelle und logistische Aufrüsten im Bad dient nur der Gefahrenabwehr? Nur zur Verhinderung möglicher Übergriffe und eigentlich nur zur Bürgersicherheit.
Was nun Herr Geisel? Wenn doch nichts los war, warum dann diese Reaktion?
Es wäre deshalb angebracht, dass Sie sich am nächsten heissen Wochenende mal persönlich ins Bad begeben und dann ihre Worten Taten folgen lassen. Sie selbst sagten:
"Nein, sie müssen den jungen Männern aber Grenzen setzen – und sie rauswerfen, wenn sie sich widersetzen." Ersparen sie doch der Polizei solche Einsätze, legen Sie selbst Hand an. Kameras nicht vergessen, damit man im Netz Ihre Aktion begutachten kann. Sprechen Sie arabisch?

Bernhard Mayer | Do, 1. August 2019 - 07:45

Nu ja, Mord und Totschlag sind eigentlich, abgesehen für die Opfer auch nur „unschönen“ Szenen.
Der übliche framing gestärkte Politiker-Sprech!

gabriele bondzio | Do, 1. August 2019 - 08:25

fand ich das INTERVIEW gar nicht mal so schlecht. Die Fragen sind mal etwas tiefer ins Problem getaucht und nicht nur an der Oberfläche getümpelt.
Aber der Satz von Geisel: „Ich lasse nicht zu, dass die Vorgänge politisch instrumentalisiert werden“. Läßt doch von Anfang an durchblicken, was er zulassen will und was nicht. Als ob er die Deutungshoheit der Vorgänge bestimmt. Einen Mangel an Respekt vor Personal im öffentlichen Raum hatten wir in dieser Form vor 2015 nicht. Er wurde systematisch von solchen Leuten, wie Geisel mit lavieren und beschönigen, herangezüchtet. Und der Herr Geisel sollte mal genau nachdenken, ob nicht auch hier die Ursachen für den Untergang seiner Partei liegen.

Stefan Jurisch | Do, 1. August 2019 - 08:37

wie OB Geisel sind echt ein Problem. Ein Video, dessen Herkunft bis heute unbekannt ist, zeigt für unsere Politik EINDEUTIG eine Hetzjagd (!!!), aber ein Überwachungsvideo eines Schwimmbades, auf dem hunderte (migrantische) Jugendliche freidrehen, ist nur halb so schlimm. Plus Zeugenaussagen über Bedrohungen, aber diese Leute haben sicherlich in ihrer Angst phantasiert. Es ist einfach derart lachhaft in Deutschland, dass man es kaum in Worte fassen kann.
Überwiegend migrantische Jugendliche randalieren oder machen auf Ober-Macho (nicht nur im Schwimmbad, das sieht bei uns in den Straßen nicht viel anders aus), ein flüchtiger Migrant aus der Schweiz tötet ein Kind, und was fällt unseren Politikern ein? Was hört man Tag um Tag immer lauter? Der Kampf gegen Rechts muss weiter gestärkt werden. Ganz phantastisch. Ich bin nicht rechts, alle Extremisten gehören bekämpft, aber dennoch: EINMAL nur möchte ich so deutlich hören, dass auch anderswo effektiv und dauerhaft etwas getan wird.

Jens Rotmann | Do, 1. August 2019 - 08:50

Die über 40 Grad bekommen halt nicht jedem, es wird einem schwindelig, hat Kopfschmerzen, man verliert die Übersicht, glaubt man könnte fliegen, sieht alles durch eine rosa, rote SPD- Brille. Und irgendwann, war man dann Bürgermeister einer deutschen Großstadt gewesen - hoffentlich !

Wolfgang Tröbner | Do, 1. August 2019 - 09:07

Ich habe mehrere Aussagen des Herrn Geisel in der "Welt" gelesen. Und zwar zeitnah zu den Vorkommnissen. Seine allererste Aussagen widersprechen dem, was er später und auch hier im Interview von sich gibt, vollkommen. Ich kann seine sehr widersprüchlichen Zitate gerne recherchieren und belegen, falls erwünscht. Die Frage, die im Raum steht, ist: Was ist zwischenzeitlich passiert? Was hat den Herrn Geisel bewogen, seine Meinung so gravierend zu ändern?

Wolfgang Reuter | Do, 1. August 2019 - 09:29

Die im Interview erwähnte Familie, die im Rheinbad von 400 nordafrikanischen Jugendlichen bedroht wurde, hatte Migrationshintergrund (https://www.hurriyet.de/news_vierkand-246-pfige-tand-252-rkische-famili…). Man muss sich vorstellen, wie sich Mutter und Kinder gefühlt haben, als der Vater von 400 Jugendlichen bedroht wurde. Beeindruckend dazu die völlig empathiefreie Reaktion des Bürgermeisters. Wie wäre sie ausgefallen, wenn 400 deutsche Jugendliche sich so aufgeführt hätten?
Jedenfalls besten Dank für das sehr gute Interview.
Auch beim Videokonsum liegt alles im Auge des Betrachters. Was für den einen eine unschöne Szene, ist für den anderen eine Hetzjagd.

haben Sie vielen Dank für den Hinweis auf den Bericht in der Hürriyet. Er macht den Vorfall plastisch. Wir haben ihn gleich im Text verlinkt. 

 

Ihre Cicero-Online-Redaktion 

helmut armbruster | Do, 1. August 2019 - 09:34

will aber bezeichnenderweise nicht zulassen, dass "die Vorgänge politisch instrumentalisiert werden".
In seinem eigenen Wunschdenken und der daraus resultierenden Scheinwelt gefangen, ist er sich dessen vermutlich gar nicht bewusst.
Mein Trost ist, dass bisher noch immer alle Luftschlösser in sich zusammen gefallen sind, auch wenn es manchmal länger gedauert hat als erwartet.
Das wird auch hier nicht anders sein.

Hans Page | Do, 1. August 2019 - 09:39

Es sei den Bürgermeister unbenommen die Dinge und Ereignisse so zu beschreiben wie er sie sehen möchte. Selbst Louis XVI dachte die Welt seie in Ordnung und die Leute regten sich grundlos auf. Es ist das klassische Unverständnis der Herrschenden, auch der heutigen, für die Probleme der breiten Bevölkerung. Das ist eigentlich nicht das Problem. Das wirkliche Problem ist dass diejenigen denen die Aufgabe zugewachsen ist derartige „Herrscher“ zur Rede zu stellen (mit Ausnahme hier von Cicero) ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden. Nur dadurch ist es möglich dass dieser Bürgermeister mit seiner Abwiegelungsstrategie durchkommt. Noch vor 20 Jahren hätte man seinen Rücktritt wegen Versagens gefordert denn wenn normale Bürger es nicht mehr wagen ins öffentliche Schwimmbad zu gehen, dann läuft etwas gewaltig falsch. Das Ganze hat schon etwas Marie-Antoinette-haftiges an sich, wozu das führen kann wissen wir aus der Geschichte.

Klaus Peitzmeier | Do, 1. August 2019 - 10:55

Diese Verharmloser müssen wirklich aus den Ämtern. Die lassen die Städte sehenden Auges verkriminalisieren. Berlin, Bremen, NRW. Alles ehemalige SPD Hochburgen. Von Clans in München habe ic.h noch nichts gehört. Und gut, dass es den Innenminister Reul in NRW gibt. Seitdem keimt bei mir Hoffnung. Jede Stadt wählt ihr Oberhaupt ja selbst. Und wer die SPD u OB-Geisel wieder wählt, hat es wirklich verdient "baden" zu gehen.

Sehr geehrter Herr Peitzmeier,

Nur ein paar Widersprüche im Detail: Bis auf die Jahre 1978-1984 waren seit Gründung der Bundesrepublik alle Münchner OBs von der SPD. Hingegen kamen die Regierenden von Berlin bzw. West-Berlin im Zeitraum 1981-2001 ganz überwiegend von der CDU.

Im übrigen bin ich der Meinung, daß sich alle Parteien mit dem gesellschaftlichen Wandel schwertun, jede auf ihre Weise.

Dennis Staudmann | Do, 1. August 2019 - 17:02

kein Problem lösen. Jugendliche mit Migrationshintergrund, die Badegäste terrorisieren? Der Bürgermeister meint also, dass das alles nur aufgebauscht und übertrieben wird. Das erinnert mich an die Situation im Görlitzer Park in Berlin. Obwohl es dort für jeden offensichtlich ist, dass Drogenhandel betrieben wird, wurde jahrelang bestritten, dass dieser überhaupt stattfindet. Als das nicht mehr zu leugnen war, nannte man es rassistisch, wenn jemand die Tatsache aussprach, dass die Dealer Asylbewerber oder Migranten sind. Nachdem man auch das nicht mehr bestreiten kann, sucht die grüne Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin nach Wegen, den Handel dort zu legalisieren und begründet das ernsthaft u.a. damit, dass die Dealer möglichst viel Geld verdienen müssen, um ihre Familien in der Heimat zu unterstützen.

Horst Weber | Fr, 2. August 2019 - 10:04

Heute ist bei t-online ein Journalist (Florian Wichert) mit einem wieder einmal unglaublichen Versuch der Relativierung von Mordaktionen ausländischer Täter aufgetreten.
Er ist bemüht, die persönliche Verlaufsgeschichte dieses Mörders von Frankfurt auf das Jahr 2006, auf dessen plötzliche Brutalisierung unter psychotischen Gesichtspunkten als dämpfende Begründung anzuführen, um gleichzeitig zum Schlag gegen alle auszuholen, die - mal wieder einen Mord "instrumentalisieren".
Den Mord in Vörde (ebenfalls U-Bahn) und den vorgestrigen Mord eines Syrers, der mit einem "schwertartigen Gegenstand" sein Opfer durchbohrte - ist ihm keine Zeile wert.
Ich frage mich, in wessen Auftrag dieser Schreiberling uns mit Hirnwäsche zur Akzeptanz der rasant zunehmenden Ausländerkriminalität bewegen will (?)

Heidemarie Heim | Fr, 2. August 2019 - 13:43

Besten Dank an die online-Redaktion! Eben sehe ich, das Sie die beiden Kommentare von Herrn Lenz als Antwort (Sicherheitsempfinden in Israel) von Herr Groll sowie meine empörte Antwort (Geschmacklos) darauf entfernten. Dies begrüße ich ausdrücklich, bin ich doch meinerseits nicht sicher gewesen, ob unser beider Beiträge nicht gewisse Grenzen überschritten in ihrer Heftigkeit.
Ich werde mich in Zukunft nicht mehr emotional hinreißen lassen, auf Kommentare dieser Art zu antworten! Einen schönen Tag Ihnen allen, das Wochenende naht;)! MfG