Demonstrantin auf amerikanischer Anti-Trump-Demo
Das Problem der verschiedenen Definitionen kennen wir vom Faschismus / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Sachelle Babbar

Replik auf „Warum die Rechte nicht woke wird“ - Wenn Begriffe den Streit bestimmen

Oft wirken politische Debatten hitzig und unvereinbar. Doch viele Konflikte entstehen weniger aus inhaltlichen Differenzen als aus unterschiedlichen Definitionen – zum Beispiel, wenn es um die Bedeutung des Begriffs „woke“ geht. Eine Replik auf Felix Niklas Binder.

Autoreninfo

Jan Uphoff studiert Politikwissenschaft in Bremen.

So erreichen Sie Jan Uphoff:

Sitch’s Law besagt laut Urban Dictionary: „Die meisten Argumente sind Argumente über Definitionen, du merkst es nur nicht.“ Das heißt im Kern: Viele Streitgespräche sind eigentlich keine Auseinandersetzungen über Tatsachen, sondern darüber, wie Begriffe verstanden werden. Zwei Menschen streiten nicht unbedingt über Wahrheit, sondern darüber, was die verwendeten Wörter bedeuten sollen.

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Günter Johannsen | Fr., 28. November 2025 - 15:51

"Ein kommunistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert."
(A. Solschenizyn)

Heidemarie Heim | Fr., 28. November 2025 - 15:53

So nennt man das wohl geehrter Herr Uphoff? Zugleich und obwohl Sie beide sich über unterschiedliche Wege dem Thema widmeten was ein anspruchsvollerer Umgang mit Begrifflichkeiten oder eigennützig verwendete Narrative betrifft, so vermittelt es dem nennen wir ihn/sie Normalbürger/in wie mir leider, dass es sich auch hier um eine von wem auch immer angestoßene "akademische Diskussion oder Auseinandersetzung" handelt, die zwar beachtenswert ist in einer Zeit von cancel culture und anderem, jedoch an dem, was den Leuten wirklich unter den Nägeln brennt nach deren Meinung nichts zur Lösung derer Probleme beiträgt. Man überfordert m.E. die Menschen mit diesen für sie in unbekannte Tiefen abschweifenden Gedankengänge. Wohl aber merken sie mMn. irgendwann sehr genau was ihnen da von Ideologen oder seltsamen Aktivistinnen wie der Dame oben übergestülpt werden soll und haben sozusagen irgendwann die Faxen dicke u. es ist ihnen schlicht egal was woke sein bedeutet oder von ihnen verlangt. MfG

Günter Johannsen | Fr., 28. November 2025 - 15:58

"Der neue Faschismus wird nicht sagen: ich bin der Faschismus. Er wird sagen: ich bin der ANTIFAschismus!" (I. Silone)
Und der wird auch so handeln ... wie wir bald sehen werden zur Gründung des AfD-Jugendverbandes?!
Die Polizei, die mir jetzt schon Leid tut, sollte wenigsten zum Selbstschutz die Waffe benutzen dürfen ... denn die verhetzten LINKSextremisten werden es ohne Gnade tun!

Achim Koester | Sa., 29. November 2025 - 10:01

Antwort auf von Günter Johannsen

"Steine auf die Polizei"
Das also sind die "friedlichen" Proteste gegen die AfD. Es ist anzunehmen, dass ein Großteil der Krawallmacher von linken NGOs gesteuert und bezahlt werden, wobei ich auch die etablierten Altparteien nicht ausschließen möchte. Ignazio Silone hat es früh erkannt und beim Namen genannt.

Walter Buehler | Fr., 28. November 2025 - 17:44

"Wachet auf, ruft uns die Stimme/
der Wächter sehr hoch auf der Zinne ..."

Einige werden dieses Kirchenlied noch kennen.
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Das "Erwecken" eines Menschen bedeutet nach diesem alten religiösen Sprachgebrauch in den USA und in Europa die persönliche "Bekehrung" zum wahren christlichen Leben mit Gott, und zwar meist als Folge einer "Evangelisation" oder eines "Kreuzzuges", der von einen charismatischen Evangelisator (z. B. Billy Graham) geführt wird.

Die Ähnlichkeit mit der modernen Wokeness ist frappierend.

Die woken "Prediger" von heute verkünden ihr neues, aber wiederum "reines" Evangelium ebenfalls so, als würde es direkt von Gott diktiert worden sein.

Wer von dieser modernen Bußpredigt nicht "zerknirscht" wird und ein Nicht-Erweckter oder ein Nicht-woker bleibt, der verfällt rettungslos dem Teufel und der ewigen Verdammnis.

Markus Michaelis | Sa., 29. November 2025 - 00:11

zumindest bis zu einem Punkt - ganz einigen wird man sich nie. Begriffe sind nie klar. Selbst wenn Marxismus theoretisch klar ist, ist er es in der Praxis nicht, weil nicht alle es so wissen oder verwenden. Dinge sind auch unendlich komplex und nach einem gewissen Aufwand des Verstehens bricht jeder irgendwann ab und beginnt zu handeln.

Ich glaube aber nicht, dass es nur um verschiedene Begriffsdefinitionen geht. Ich finde einen Fehler unserer Gesellschaft, dass sie mir (explizit oder implizit) von EINEM letztlich wirklich richtigen Menschenbild/Menschsein ausgeht. Wenn alles das einhalten würden, wäre alles im Paradies. Ich glaube zutiefst, dass das falsch ist, aber wie genau, dass wären auch lange Diskussionen - aber es sind echte inhaltliche Differenzen. Auch der Wert des Individuums, ob man Nation, Volk, Familie, Religion oder sonstwas positiv oder negativ findet. Das sind immer auch Begriffsdefinitionen, aber dahinter stehen auch echte Gegensätze.

Thomas Veit | Sa., 29. November 2025 - 00:31

"...zum Denken anregen, dass die Radikalisierung des Diskurses immer Konsequenzen haben wird und potenziell auch eine starke Gegenreaktion erst formt."

Aber das haben auch bei der linksgünen Extremen (Neubauer, Böhmermann u.a.) die wenigsten verstanden..., genau so wie hier im Forum wie man oben gut lesen kann... ... 🤔

Der Mensch ist halt einfach nur ein Mensch - deshalb. (...nur ich bin natürlich nicht so!)