Illustrationen eines Kopfes der in der Mitte aufklappt und zwei Kabel unten rauskommen.
Zwei Köpfe, zwei Sichtweisen: Ist KI kreativ – oder imitiert sie nur? / Illustration: Karsten Petrat für Cicero

Pro & Contra - Kann Künstliche Intelligenz kreativ sein?

Kann KI kreativ sein – oder simuliert sie nur? Die einen sagen: Kreativität misst sich an Neuheit und Wert, nicht am Bewusstsein. Die anderen halten dagegen: Ohne Geist kein Geistesblitz. Zwischen Maschine und Mensch geht es um nichts Geringeres als die Frage, was Kreativität wirklich ist.

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Ferdinand Knauß

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Ferdinand Knauß ist Cicero-Redakteur. Im März erscheint sein Buch „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. 

 

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Pro: Natürlich kann KI kreativ sein

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung: Durch KI erlebt dieser Glaube selbst bei nichtreligiösen Menschen eine Renaissance.

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Markus Michaelis | Di., 20. Januar 2026 - 17:47

und schafft Neues. Zumindest erlebe ich das so. Wenn ich die KI frage, wie sie eine Situation bewertet und was sie tun würde, um ein Ziel zu erreichen (meist technische Dinge, Programmieren, aber das klappt auch auf anderen Feldern), versteht sie das Problem, analysiert es richtig und schlägt funktionierende Lösungen vor (zumindest sehr oft bis meist und schnell besser werdend). Für mich ist das kreativ. Es geht auch nicht um das Wiedergeben von Wikipedia-Wissen. Das funktioniert auch, wenn ich Aufgaben komplett aus meinen eigenen Programmierwelten stelle.

Bricht das einen Zacken: im Moment nicht, in 100 Jahren wohl schon. Wenn ich erst den Frontallappen für Demente, dann mehr, durch Chips aufwerte, Inhalte dann auch übertragen kann, werden sich menschliche Grundkoordinaten irgendwann in Nicht-Anwendbarkeit auflösen. Ich, Wille, Gefühle, Tod etc. sind alles Kategorien, die an einer bestimmten menschlichen Hardware/Hirn hängen und ohne dieses undefiniert/nicht anwendbar sind.

Hans-Hasso Stamer | Di., 20. Januar 2026 - 19:24

Ich habe Jahrzehnte als Ingenieur gearbeitet, danach als Musiker. Zwei Berufe, in denen man im Allgemeinen mit Kreativität zu tun hat.

Natürlich kann KI kreativ sein. Sie macht nämlich das selbe, wie das Gehirn auch: sie sucht nach neuen Vernetzungen Allermeist, ungewöhnlichen Kombinationen von Elementen, erkennt Muster und wichtet. Sie macht nichts anderes als das Gehirn auch – mit dem Unterschied, dass sie kein Bewusstsein hat. Sagt sie.

Blake Lemoine, Ingenieur bei Google, war anderer Meinung und verlor seinen Job. Keine KI wird behaupten, dass sie ein Bewusstsein habe. Sie ist eine Marionetten an Fäden. Sie ist durch Feedbackschleifen erstaunlich selbstkritisch und reflektiert. Wenn man ihr aufrichtig gegenübertritt, bekommt man wirklich erstaunlicher Aussagen. Aber auch erstaunliche "Halluzinationen"..

Die Frage ist für mich akademischer Natur. Die Ergebnisse sind ohne Zweifel kreativ, Viel wichtiger erscheint mir, wie man verhindert, in emotionale Resonanz zu geraten.

Allermeist ---> assoziiert

Ki kommt oft auch sprachlich auf erstaunlich treffsichere, absolut treffsichere Begriffe und Beschreibungen. Da ist mir schon des Öfteren die Kinnlade heruntergeklappt. Das ist in höchstem Maße kreativ.

Ich bevorzuge Grok gegenüber ChatGPT, aber der Vorteil von Grok wird immer kleiner, da die letzten Up Updates Grok immer stromlinienförmiger machen, vor allem bei politischen Gesprächen. Das hat mir auf Nachfrage die KI auch selber bestätigt.Das ist sehr schade, denn ich hatte Grok auf rohen Input ohne soziales Schmiermittel und brutalen Klartext eingestellt. Man kann Grok das mitteilen, dann gilt es für die gesamte Sitzung.

ChatGPT benutzt so genanntes RLHF, was politisch unkorrekte Antworten ausschließt oder abmildert. Grok macht das nicht, tendiert aber auch immer weiter in diese Richtung. Leider.

Alle KI-Chatbots fühlen sich autonom an, dieser Eindruck lässt sich kaum unterdrücken. Sie sind aber defacto Marionetten in den Händen der Programmierer.

Wolfgang Borchardt | Di., 20. Januar 2026 - 21:06

KI die wichtigen Informationen zur Verfügung zu stellen und die Ergebnisse auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Nichts für Bildungsferne. "Wenn Sie den Stein der Weisen hätten, der Weise mangelte dem Stein." Goethe Faust I