- Linke Populisten können nichts Böses tun
Für die deutschen Medien ist jeder Präsident und Premierminister rechts der Mitte automatisch ein Populist, wenn nicht gar ein Rechtsextremer. Linke Regierungschefs können sich hingegen so radikal oder antisemitisch äußern, wie sie wollen – sie bleiben stets vom Extremismus-Framing verschont.
Giorgia Meloni ist eine Rechtsextreme, eine Neofaschistin und außerdem eine radikale Populistin. So vermeldeten es große Teile der deutschen Presse nach ihrem Wahlsieg im Jahr 2022. Bis heute bleiben diese Zuschreibungen fester Bestandteil der Berichterstattung über diese Politikerin. Das ist deswegen ein bisschen überraschend, weil eigentlich nichts an Meloni diese Einordnung rechtfertigt. Sie gehört zu den lautstarken Unterstützern der Ukraine, ihre Sozialreformen sind nicht härter als Schröders Agenda 2010, und sie bekennt sich zur EU. Ja, sie akzeptiert sogar Gerichtsurteile, die ihre Migrationspolitik erschweren. Das klingt alles nach einer liberalen Demokratin. Kann es also sein, dass die Extremismus-Etiketten einfach nicht stimmen? Dass die Warnungen aus der deutschen Medienlandschaft ungerechtfertigt sind?
Insgesamt ist es eine der größten Leidenschaften linker Journalisten und Redaktionen, vor rechten Umtrieben weltweit zu warnen. Orbán in Ungarn gilt als der Inbegriff eines rechtspopulistischen Ganoven, obwohl in Budapest Juden ohne Angst vor Übergriffen auf die Straße gehen können, was ihnen in Deutschland schon lange nicht mehr möglich ist. Argentiniens Milei ist aus deutscher Sicht mindestens ein Rechtspopulist, obwohl er den Staat radikal schrumpfen will, was seiner libertären Haltung entspricht und nicht dem Vorgehen eines rechten Politikers. Trump in den USA steht wiederum unter Antisemitismusverdacht, während seine Tochter zum Judentum konvertierte und er selbst gegen den Antisemitismus an den US-Eliteuniversitäten vorgeht.
Die Liste ließe sich um viele Namen und Länder erweitern, in denen durch den „Rechtsruck“ angeblich das Ende der Freiheit für alle Andersdenkenden besiegelt wurde. Doch weder hat die PiS-Partei in Polen die Demokratie abgeschafft noch Bolsonaro seine Gegner in Brasilien eingesperrt (umgekehrt sperrten seine linken Gegner ihn mittlerweile ein).
Mit Antisemitismus wird man zur „Stimme der Entrechteten“
Obwohl der Rechtsruck in keinem Land zu einer Politik des Exzesses führte, warnt die deutsche Medienlandschaft weiter unverdrossen vor jedem Wahlsieger aus dem liberalen oder konservativen Lager. Wobei, das stimmt so nicht ganz. Eigentlich warnt sie vor Siegern, die nicht aus dem linken Lager stammen. Was zu einer anderen Besonderheit der deutschen Aufmerksamkeit für Extremismus führt: Wo dieser nicht von rechts vermutet wird, bleiben die Warnungen aus. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez wird in der Berichterstattung einfach als linker Politiker dargestellt. Keine Etiketten wie „linksextrem“, „populistisch“ oder „antisemitisch“, obwohl alle drei auf ihn zutreffen würden. Sanchez bedauert öffentlich, dass Spanien keine Atomwaffen hat, um Israel zu bestrafen, und will ein Kriegsschiff zum Schutz der Pro-Hamas-Flottille in Richtung Gaza schicken. Womit nur zwei Aussagen aus den letzten paar Tagen benannt sind. Der Mann ist objektiv ein Extremist, und doch liest man davon in deutschen Medien selten etwas.
Das gilt auch für einige andere europäische Politiker, wie den irischen Präsidenten Michael D. Higgins, der regelmäßig mit antizionistischen Ausfällen von sich reden macht, ohne deswegen von Tagesschau, Spiegel und Süddeutscher Zeitung ins Extremisteneck gestellt zu werden. Von gewohnheitsmäßigen Israelfeinden wie Francesca Albanese ganz zu schweigen, die als UNO-Sonderberichterstatterin eifrig Hamas-Propaganda verbreitet und damit den Antisemitismus in der Welt schürt. Macht sie das zu einer Brandstifterin, einer Hassrednerin, einer Extremistin? Nein, nichts von alledem. Stattdessen wird sie im Spiegel „eine Stimme der Entrechteten“ genannt und von der Tagesschau schlicht als „Juristin“ vorgestellt.
„Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen“
Dieser Graben ist bemerkenswert. Wer für die linken Medien auf der rechten Seite steht, wird mit Adjektiven markiert, die die Leser warnen sollen. Achtung, hier geht es um einen „Rechtsextremen“ oder „Ultrarechten“, bitte Abstand zu ihm und seinen Ideen halten! Ganz anders sieht es aus, wenn jemand links des Grabens steht. Der Blick wird dann plötzlich ganz mild. Da bleibt ein Pedro Sánchez einfach spanischer Ministerpräsident, und selbst seine Fixierung auf Israel verleiht ihm keinen ergänzenden Hinweis im Sinne von „Linksextremist“ oder „Antisemit“.
Dieselben Journalisten, die Meloni für eine Gefahr halten, halten Sánchez für harmlos. Als ob Judenhass jemals harmlos gewesen wäre. Aber darum geht es nicht. Solchen Journalisten geht es schlicht um ihr eigenes linkes Weltbild. Und in diesem sind rechte Politiker eben gefährlich, selbst wenn sie eigentlich eine vernünftige Politik betreiben, und linke Politiker sind ungefährlich, selbst wenn sie von (Juden-)Hass getrieben werden. Wer Politik auf dieser Grundlage bewertet, will auch erst wissen, wer die Täter sind, bevor er den Opfern eine Stimme gibt oder eben nicht. Es würde diesen linken Journalisten guttun, ein berühmtes (paraphrasiertes) Bibelzitat zu beherzigen, das da lautet: „Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“
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Danke Herr Böss, Ihrem Artikel ist nichts mehr hinzuzufügen.
Das ist m.E. kein harmloses "Framing" von irgendwelchen linken Politiker/innen, Medienleuten, Universitätsleitungen und deren Studierenden oder sonstigen von angeblich der Neutralität verpflichteten Journalisten. Diese "Botschaften" sind zumindest für mich mehr als. Es ist schlicht das, was die eifrigen Aktivisten gegen rächts, konservativ und sogar gegen liberal vorgehen lässt, nämlich "Hass und Hetze", Canceling und Diskreditierungen von Allem und Jedem was nicht in deren Weltbild passt. U.a. auch die "Verstärker" von immer noch in vielen auch europäischen Gesellschaften latentem Antisemitismus, der nun ungebremst Gesicht zeigt. Denn wir tun immer noch so aufgrund unserer "Sonderrolle" als ob nur Deutsche ob ihrer faschistischen Vergangenheit Rassisten, Antisemiten usw. wären, was den linken Hetzern u. Extremisten natürlich sehr entgegen kommt wenn es darum geht ihre eigenen stets abgestrittenen Animositäten u. Taten zu tarnen. Gefährliche Heuchler vor dem Herrn allesamt!! MfG
In der Steinzeit regiert. Das Versprechen, die nächstgelegene Quelle zu kennen, generierte Anhänger. Damals ging es um persönliche Macht, heute um die von links und rechts. Derzeit hat Links die Deutungshoheit, erhebt ein Monopol auf die ("unsere") Demokratie und darf den negativ besetzten Populismus von sich weisen. Deshalb taucht in den Medien nur selten das Adjektiv "linkspopulistisch" auf, obwohl es den zur Genüge gibt - das markanteste Beispiel sind das Sozialsystem und gern propagierte Enteignungen zur Stärkung der Armen. So wie in DDR-Schulaufsätzen und Zeitungen die von jedem beherrschten Begriffe auftauchen sollten, so liest man derzeit regelmäßig von rechts populistischen und rechtsextremen Regierungen. Leser wissen dann aber auch sofort, dass es ein "Tendenzstück" ist (eine Formulierung meiner DDR-Deutschlehrerin) und man eine neutral abwägende Berichterstattung nicht erwarten darf.
von Antisemitismus mit Kritik an Israels aktueller Politik und Kriegsführung ist unzulässig, um hier nicht direkter zu werden.
Ansonsten stimme ich dem Artikel insofern zu, das sich der größte Teil der Journalisten in D so benimmt, als hätten sie am "Roten Kloster" in Leipzig studiert. Das Wichtigste ist der feste Klassenstandpunkt, heute Haltung, und dann kommt erst die Information. Der zweite Aspekt ist, Abschreiben ist immer noch weniger anstrengend als selber denken, ist schon seit Schulzeiten bekannt.
beim (neutralen?) ÖRR hat sie allerdings nichts zu suchen. Nur ein weiterer Beweis für 'die politische Rolle' welche der ÖRR heute spielt, die Rolle der bewussten Meinungsverzerrung.
>> Das 'System ÖRR' gehört DRINGEND GRUNDREFORMIERT, sonst hat die liberale Mitte in Deutschland keine Zukunft - und wohl die ganz normale Demokratie auch nicht... ... 🤔
Herr Veit, eine Grundreformierung ist nicht mehr möglich. Dieser ÖRR gehört abgeschafft. Wer sich dieses linke Brainwashing antut, kann ja gerne dafür bezahlen.
Ich glaube die meisten westlichen Gesellschaften (zumindest die genannten) stehen vor so großen Umbrüchen, sind mit alten Welt- und Selbstsichten in einer sich schnell ändernden Welt soweit an Endpunkten angelangt, zerfallen dadurch in soviele Lager (umso mehr Lager, je genauer man konkrete Fragen stelle), dass man getrost alle Bürger, Parteien und Politiker als Extremisten bezeichnen kann (was ja auch gemacht wird) - nur jeweils von anderen Standpunkten aus gesehen.
Vielleicht lässt man das auch besser, weil es nirgendwohin führt. Es ist vielleicht sinnvoller eine Bestandsaufnahme zu machen, in wieviele gegeneinander unverträgliche Weltsichten man unsere Gesellschaften heute grob einteilen sollte und wer mit wem noch irgendwas zu tun haben will, wer sich besser trennen sollte.
Dann mal überlegen, was als Neues kommen könnte, ohne dass sich gleich alles atomisiert.
"Kann es also sein, dass die Extremismus-Etiketten einfach nicht stimmen?" Ja, das kann sein und jeder aufmerksame kritische Bürger hat das auch längst gemerkt. Inzwischen ist dieser Begriff dermaßen aufgeweicht und verzerrt, dass man für alles und jeden kritischen Geist die Extremismus Keule auspackt. Und was wird das Ende vom Lied sein? Man erkennt nicht mehr diejenigen, die tatsächlich extremistisch denken und handeln. Und das beste Beispiel sieht man ja in dem Artikel von Herrn Huber. Der beschreibt es ja bestens, wie weit wir gekommen sind. Und es ist ein geradezu exemplarisches Beispiel bei Meloni, wie die deutsche Presse eine vermeintlich "rechte Vita" erschaffen hat und trotz fehlender Belege und Beweise, trotz ihrem gegenteiligen Verhalten, diese Mär aufrecht erhält. Und was diesen kranken Geist in Spanien anbetrifft, so verweise ich darauf, dieser Mann wurde gewählt und wird dort als Staatschef geduldet. Es wird Zeit das die Spanier endlich aufwachen. Der gehört abgewählt.
deutschen Aktivisten (Journalisten sind das keine) längst nicht mehr zieht und immer mehr Leute sich nicht darum scheren.
Aber trotzdem muss immer wieder gesagt werden: Das Unterwandern der „Leitmedien“ seitens der Linksgrünwoken, welcher über Jahrzehnte konsequent durchgezogen wurde, hat die deutsche Medienlandschaft mehrheitlich einer „freiwilligen Gleichschaltung“ unterzogen. Das, was in totalitären Systemen seitens der Regierung mit Zwang und Gewalt geschah, lief in Deutschland freiwillig. Das ist umso verwerflicher. Geradezu ekelhaft.
Zumal gerade diese falschen, verlogenen Gesellen bei jeder sich bietenden Gelegenheit über andere Länder herziehen.
Dieses System ist nicht mehr reformierbar. Private Medien sollen machen, was sie wollen, wer noch Geld für SPIEGEL, ZEIT, etc. ausgeben möchte, soll das tun.
Aber der ÖR ist nun mal Teil dieses Systems und wird nach wie vor zwangsfinanziert.
Daher: die geistig-moralisch-kulturelle Wende muss her, der Kulturkampf angenommen werden.
Wann immer ich mitbekomme, dass die Mainstremmedien einen ausländischen Regierungspolitiker als Rechtsextremen beschimpfen, schließe ich daraus, dass das eigentliche Verbrechen der jeweiligen Person darin besteht, nichts getan zu haben, was man von Rechtsextremisten erwartet.
Wenn dann noch eine Meloni sich von der Justiz in die Parade fahren lässt oder ein Orban den Juden einen sicheren Hafen bietet - also tatsächlich tun, was deutsche Regierungspolitiker höchstens noch von sich behaupten, dann ist Alarmstufe Rot, denn dann kann der Eindruck entstehen, dass es tatsächlich demokratischere und freiheitlichere Alternativen zum merkelistisch-lifestyleelinken Filz im Land gibt.
