Jason Arday
Jason Arday / University of Cambridge

Plagiatsvorwurf gegen Rassismusforscher Jason Arday - Identitätspolitik ersetzt Wissenschaft

Der Cambridge-Professor Jason Arday steht wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck. Doch der Fall ist mehr als eine rein akademische Affäre. Er wirft die Frage auf, ob westliche Universitäten wissenschaftliche Maßstäbe überhaupt noch unabhängig von identitätspolitischen Debatten anwenden.

Autoreninfo

Jan Uphoff studiert Politikwissenschaft in Bremen.

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Lange Zeit galt der britische Soziologe Jason Arday als akademischer Star der internationalen Anti-Rassismus-Forschung. Seine Lebensgeschichte – vom autistischen Sohn ghanaischer Einwanderer aus dem armen Südlondon, der nach eigenen Angaben erst mit 18 Jahren lesen und schreiben lernte, hin zum jüngsten schwarzen Professor der Universität Cambridge – fand weltweit Beachtung und machte ihn zu einer Symbolfigur sozialen Aufstiegs sowie des Kampfes gegen Rassismus und soziale Ungleichheit.

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Maria Arenz | Do., 6. August 2026 - 07:29

in der Frage des "Ob in der Wissenschaft universalgültige Wisenschaftliche Maßstäbe ...gelten" das "künftig" durch "überhaupt noch" und der Artikel ist stimmig bis zum Ende. Ist dasselbe Trauerspiel wie mit "Sexismus". Seit man bez. Sex, Rasse etc. dazu übergangen ist, Gleichberechtigung durch Gleichstellung zu beweisen, gibt es bez. Qualität keine Grenze mehr nach unten. Cambridge hat seinen Professor Arday, wir hatten Außenministerin Baerbock.

Brigitte Miller | Do., 6. August 2026 - 08:06

Antwort auf von Maria Arenz

👍🏻👍🏻‼️

Achim Koester | Do., 6. August 2026 - 09:05

Antwort auf von Maria Arenz

Die sprachliche Umdeutung der Werte kennt keine Hemmnisse mehr, sogar eine kritische Haltung gegenüber dem Islam wird als "Rassismus" bezeichnet, ungeachtet der Tatsache, dass es sich bei einer Religion nicht um eine Rasse handelt.

Ernst-Günther Konrad | Do., 6. August 2026 - 14:47

Antwort auf von Maria Arenz

Ich wollte erst ausholen und einen längeren Kommentar schreiben. Aber nachdem ich Ihren gelesen habe komme ich zu dem Schluss. Man kann auch it wenigen Worten das richtige sagen. Chapeau. Danke.

Rainer Mrochen | Do., 6. August 2026 - 08:18

Die Briten kommen mir bisweilen so vor, als würden sie ihren ehemaligen Weltmachtanspruch mit den größten Absurditäten neu aufstellen wollen. (Bei Identität, Gender, Rassismus etc. liegen sie ja ganz weit vorn). Wo sonst eigentlich noch? Diese Debatte liesse sich allerdings auch in Deutschland bestens führen. Was soll's. Die Menschheit war in Teilen schon immer verrückt, was allerdings in der Natur der Dinge liegt. Kein Grund pessimistisch zu sein.

Walter Bühler | Do., 6. August 2026 - 08:48

Sie haben mir mit dem obigen Cicero-Artikel eine große Freude gemacht (so wie Frau Kilian im Cicero-Interview mit Herrn Rödder am 17.3. 2026).

Ich halte es für äußerst wichtig, dass auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften das Bewusstsein wach bleibt, was Wissenschaft ist: Was unterscheidet sie von einer ideologischen und religiösen Dogmatik, wie sie an Parteihochschulen und Missionsanstalten gelehrt wird?

Wissenschaft verlangt eigenes Denken und einen eigenen Drang nach Forschung, nach Aufklärung.

Wer so primitiv und dumm ist, dass er glaubt, er wisse schon alles, hat in Wahrheit nichts mit Wissensschaft zu tun. Er kann nur noch auf die Jagd nach Proselyten, nach dummen Gläubigen gehen, denen er seine Dogmen unterjubeln (oder aufzwingen) kann.

Studenten, die sich der Indoktrination durch dogmatische Professoren nicht kritik- und willenlos ausliefern, die lassen mich hoffen, dass das Licht der Aufklärung auch in diesen Wissensbereichen nicht völlig erlöschen wird.

Angelika Sehnert | Do., 6. August 2026 - 09:12

Man kann sich nur wundern, wie rasant und umfassend wissenschaftliche Standards innerhalb weniger Jahre an absurdum geführt wurden. Durch persönliche Kontakte weiß ich, dass es in britischen Universitäten selbst bei erheblichen, belegbaren Mängeln kaum mehr möglich ist, wissenschaftliche Arbeiten zu kritisieren, wenn Autoren*-:innen Merkmale einer beliebigen Minderheit erfüllen. Kritiker mit heller Hautfarbe dürfen ohnehin nicht kritisieren, da dies „strukturelle Gewalt“ ist. Das betrifft mittlerweile nicht mehr nur die gesellschafts-und geisteswissenschaftlichen Fächer, sondern greift auf die Naturwissenschaften über:Nicht das Werk, Herkunft, Hautfarbe und sexuelle Orientierung der Autoren sind entscheidend.
Unter diesen Bedingungen ist Forschung schlicht nicht mehr möglich.
Oxford hat in seinen guten Zeiten herausragende Wissenschaftler hervorgebracht. Diese Zeiten dürften vorbei sein.

Wir geben gerade preis, was Europa seit gut 2500 Jahren ausgemacht hat: kritisches Denken.

Urban Will | Do., 6. August 2026 - 09:53

haben, quasi die Allmacht in fast allen Gebieten von Medien und Kultur zu übernehmen. Und Linksgrünen sind die hier aufgeführten Prinzipien der Aufklärung (sprich: reine Wissenschaft, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Herkunft, etc.) ein Gräuel.
Man schaue nur in deutsche Unis wo den Linksgrünen unliebsame Professoren gecanelt, ihre Vorlesungen massiv gestört werden.
Das wird so schnell nicht wieder verschwinden und gleicht in gewisser Hinsicht den Zuständen, die wir im Mittelalter hatten, zumal rationale Argumente einfach nur niedergebrüllt werden. Scheiterhaufen haben wir Gottseidank noch keine. Die würden ja auch so viel CO² produzieren...
Es "reicht" die gesellschaftliche Ächtung und das "Canceln"
Ich denke, wir brauchen eine neue Aufklärung. Eine komplette Wende in allen Bereichen. Es beginnt bereits, aber der Kulturkampf wird brutal.
Alle haben das verstanden, nur die Union rennt den Linksgrünen weiter hinterher und macht sich erneut zum Hauptverantwortlichen für diese Zustände

Wolfgang Borchardt | Do., 6. August 2026 - 09:57

Es wurde in der Sache streng auf Wissenschaftlichkeit geachtet, wie auch das Niveau der naturwissenschaftlichen Fächer in den Schulen weitaus höher war als heute. Wichtig war, dass am Ende ein Satz auftauchte, der die Vorzüge der sozialistischen Gesellschaft pries. Aber das wusste man, das war abgekoppelt. Ein in dieser Hinsicht besonders skurriler Satz aus der Zeitschrift "Natur und Heimat" verwies etwa darauf, dass "die Honigbiene als Bestäberin vorwiegend auf den Feldern der sozialistischen Landwirtschaft zum Einsatz kommen" würde. D. h., sie lässt die Felder der etwa noch nicht der Genossenschaft beigetretenen Einzelbauern aus. Das wusste man schon damals zu deuten und hat darüber geschmunzelt. Heute ist nichts mehr zum Schmunzeln, denn es ist a l l e s ideologiegetränkt, realitätsfern und menschenverachtend.

Kann es sein, dass die Zeit Ihr Erinnerungsvermögen oder andere zentrale Fähigkeiten getrübt hat?

Herr B. | Do., 6. August 2026 - 10:39

darf nicht sein!

Weder Handeln noch „Werte“ der grünlinkswoken Blase basieren ansatzweise auf Fakten, sondern auf deren Ideologie. Demnach sind weder „Werte“ noch Handeln nach echten wissenschaftlichen Maßstäben verifizierbar.

Wer es dennoch wagt, echte wissenschaftliche Maßstäbe anzusetzen muß zu dem Ergebnis kommen, daß die Aussagen und Thesen der Woken nicht haltbar sind. So offensichtlich auch in diesem Fall des angeblichen Wunderkindes.

Die Blase reagiert auf Kritik immer auf die selbe Weise, sie diskreditiert, stigmatisiert und diffamiert die Kritiker denn die Fakten widersprechen den Woken immer!

Die gestellte Frage, „ob westliche Universitäten wissenschaftliche Maßstäbe überhaupt noch unabhängig von identitätspolitischen Debatten anwenden“ kann klar mit einem NEIN beantwortet werden.

Markus Michaelis | Do., 6. August 2026 - 13:15

Ich würde da Prioritäten setzen. Ja, Wissenschaft ist wichtig, andere Dinge auch. Aber es gibt noch wichtigere Dinge und das ist die politische Aushandlung unserer Gesellschaften. Mit dieser Prio ist es mir erstmal egal, ob Herr Arday, Frau Brosius-Gersdorf oder sonstwer akademisch "sauber" sind. Es zählt wie bei Politkern, Journalisten, Bischöfen etc. ihr politisches Wirken, Ziele, Argumente. In dieser Prio sind wir alle Politiker, nicht Wissenschaftler, Kleriker.

Ich ändere meine politische Ausrichtung auch nicht, nur weil mein Gegenüber einen akademisch sauberen Lebenslauf hat.

Ich finde es gruselig, wie sehr unsere Gesellschaft das letztlich politische Engagement für Diversität und Antirassismus feiert. Was ist das für eine Einstellung: mit welcher Wucht werden hier Menschen als nicht divers genug und rassistisch abgekanzelt, Universalität alternativlos vorgegeben. Bestimmte politische Gruppen mit der Macht versehen das zu "korrigieren". Wie soll daraus Demokratie erwachsen?

Walter Bühler | Do., 6. August 2026 - 14:50

... unser Handeln, auch das wissenschaftliche Arbeiten, auch das religiöse Engagement, sogar das Nichtstun oder Laissez Faire hat immer auch politische Auswirkungen, und die sind zweifellos wichtig.
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Aber dennoch: ich muss mich irgendwie zu einer Handlung entschließen, und da bin ich immer noch der Meinung, dass Entscheidungen möglichst nicht dem Zufall, einer religiösen Vision oder der Laune eines Gurus überlassen werden sollten.
Entscheidungen sollten möglichst weitgehend rational zustande kommen und möglichst weitgehend der Wissenschaft entsprechen.

Ich halte die Wissenschaften für die besten Ratgeber, die wir haben.
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Daher ist für mich die Berufsmoral eines Wissenschaftlers keine Kleinigkeit, ebenso wie die Berufsethik des Arztes, der mich operiert.
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Aber natürlich: Ihrem letzten Absatz kann ich voll zustimmen.

Nix für ungut!

Walter Bühler | Do., 6. August 2026 - 20:40

... der akademischen Bildung?
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Wer zufällig Zeit und Lust hat, könnte sich vielleicht einmal die Arbeit des "Instituts für Europäische Ethnologie" an der HU Berlin ansehen.

Eine große Zahl von Professor*innen scheint sich an diesem Institut seit Jahrzehnten nur um ein Thema kümmern zu können, nämlich um die Umbenennung der Mohrenstraße in Berlin.

Darüber hinaus sind auf der Web-Site (nach meinen, möglicherweise beschränkten und total veralteten Maßstäben) keinerlei sinnhafte Forschungsaktivitäten zu entdecken.

Und trotzdem sprudeln die akademischen Titel ...

Nix für ungut.