Weidel
AfD-Chefin Weidel kommt zum ARD-Sommerinterview / picture alliance/dpa | Jörg Carstensen

Philipp Ruch im Ronzheimer-Podcast - Eine Nazi-Obsession macht einen nicht zum neuen Stauffenberg

Im Podcast mit Paul Ronzheimer erklärt sich der Verantwortliche für die Störaktion beim ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel. Es ist ein hörenswertes Gespräch mit Philipp Ruch. Offenbart es doch die große Nazi-Obsession, die das „Zentrum für Politische Schönheit“ antreibt.

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

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„Als ich lesen musste, dass ein Sommerinterview geplant sei (...) von der ARD mit der Anführerin dieser gesichert rechtsextremen Partei, fand ich, da müssen wir als politische Kunst intervenieren und das etwas schöner gestalten“, so ein gewisser Philipp Ruch in der jüngsten Podcast-Folge von Paul Ronzheimer. Ruch ist ein deutscher Aktionskünstler, Gründer des „Zentrums für Politische Schönheit“ und in dieser Rolle auch Hauptverantwortlicher für die Störaktion beim jüngsten ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel

Es ist ein gutes, ein hörenswertes Gespräch, das Ronzheimer mit Ruch geführt hat, weil es interessante Einblicke in die Gedankengänge eines Mannes liefert, der tief überzeugt davon scheint, dass die AfD die Reinkarnation der NSDAP ist und wir im Prinzip kurz vor der Wiederkehr des Dritten Reiches stehen. Mit allen Folgen, die Ruch daraus für sein eigenes Tun als politischer Aktionskünstler ableitet, und mit all der Hybris, die er abrufen muss, um sich stets einzureden, einen einzigen großen antifaschistischen Kampf zu führen – notfalls sogar gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn der nicht macht, was Ruch von ihm will. 

„Die ARD hat sich eben vorgenommen, Sommerinterviews zu machen, das sind so nette Plauschrunden, das sind nicht so konfrontative, nicht investigative Formate, sondern eben Formate, in denen man sich so ein bisschen zurücklehnt und entspannt in die Sommerferien übergleitet“, kritisiert Ruch im Gespräch mit Ronzheimer. Und weil dem so ist, hat er am Sonntagabend eine kleine operative Einheit der „Die Guten“ ins Regierungsviertel beordert, um dort ein bisschen Krach gegen das Sommerinterview mit Alice Weidel zu machen. Dafür wurde unter anderem „Scheiß AfD“ als astraler Gesang in Dauerschleife über Lautsprecher eines eigenen Trucks ausgespielt. Aktionskunst auf dem Niveau eines Abi-Streichs, lässt sich festhalten. 

AfD-Kritik ohne Holocaust-Verharmlosung

Ruchs Angst vor der Wiederkehr des Dritten Reiches jedenfalls wird im Podcast spür- und hörbar. Darin führt er aus: 

„Ich wundere mich manchmal, weil ich denke, wir hatten den politischen Rechtsextremismus in Deutschland schon einmal an der Macht und er war exterminatorisch, sofort, schlagartig. Er hat den Zweiten Weltkrieg angezettelt und für das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit, den Holocaust, gesorgt. Und deswegen finde ich, eigentlich sind alle anderen begründungspflichtig, die die AfD in Schutz nehmen möchten, warum der neue politische Rechtsextremismus jetzt anders gesinnt sein sollte, bessere Absichten hegen sollte, wenn er doch schon offen zugibt, 25 Millionen Menschen aus dem Land deportieren zu wollen.“

Auf den berechtigten Einwand von Ronzheimer wiederum, dass die jüngste Störaktion des „Zentrums für Politische Schönheit“ der AfD womöglich mehr nutzen als schaden könnte, fühlt sich Ruch sogar motiviert, seine Aktion in eine Linie mit dem Stauffenberg-Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 zu stellen. Auch Stauffenberg, so Ruch, sei vorgeworfen worden, sein Anschlag sei nur Wasser auf die Mühlen der NSDAP gewesen. Merke: AfD-Kritik ohne NS- und Holocaust-Verharmlosung und moderner Antifaschismus ohne ins Groteske abdriftende Selbstüberhöhung scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. 

Nach der Pfeife des Staates tanzen

„Ihr Kampf ist nicht besonders erfolgreich, wenn wir uns die Umfragewerte ansehen“, stellt Ronzheimer dennoch treffend fest. Und weil dem so ist, offenbart Ruch in diesem Gespräch auch eine große Hilflosigkeit. Getrieben von der eigenen Paranoia und gekränkt davon, dass diese nicht alle im Land teilen. Nicht einmal die ARD, welche die Chefin der quasi Nachfolgerin der NSDAP eingeladen hatte. Laut Ruch eine „Dreistigkeit“. Er wirft der ARD vor, damit „gegen die Institutionen dieses Staates“ gehandelt zu haben. Ruch über die Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“: „Was nützt denn diese Einstufung, wenn sich die öffentlichen Sendeanstalten nicht daran halten?!“

Und hier wird es dann ehrlicherweise auch ein bisschen lustig. Ein Mann, der nichts mehr zu fürchten scheint als die Wiederkehr des Faschismus, beklagt sich in einem Podcast darüber, dass der Journalismus nicht nach der Pfeife des Staates tanzt. Geht es nach Ruch, so lässt sich folgern, ist der Journalismus also nicht etwa die viel zitierte vierte Gewalt, die den Mächtigen auf die Finger schauen und unabhängig von staatlicher Beeinflussung agieren, sondern sich zum verlängerten Arm von Verfassungsschutz und Co. degradieren sollte. Letztlich fordert Ruch damit nichts anderes als die (Selbst-)Gleichschaltung der Medien im Sinne staatlicher Narrative.

Dass er angesichts der großen antifaschistischen Mission, auf der sich Ruch wähnt, da nicht infolge seiner eigenen Aussagen gegen sich selbst protestiert, gelingt übrigens nur deshalb, weil Ruch brav entlang der Selbstbeschreibung des Verfassungsschutzes argumentiert. In dem Sinne, dass eine Behörde, die von sich selbst behauptet, die Verfassung zu schützen, zwangsläufig auch im Recht sein und zu den Guten gehören muss. Eine hochgradig naive Sichtweise auf das Verhältnis von Staat und Macht – und einmal mehr fragt sich der verblüffte Zuhörer, was eigentlich aus der aufmüpfigen Linken von einst geworden ist? 

Ruch und Co. haben die Kontrolle verloren

Was Ruch zudem partout nicht versteht oder nicht verstehen will: Entscheidend für den Höhenflug der AfD ist nicht, ob die ARD diese Partei einlädt oder nicht. Denn die AfD hat sich ihr eigenes Medienuniversum bereits gebaut, insbesondere in den sozialen Medien; hat sich also längst emanzipiert von dem, wie politische Kommunikation früher einmal funktionierte, und auf wen man dafür als Partei – namentlich: die klassischen Medien – einmal angewiesen war. Damals, in einem Land vor unserer digitalen Zeit. 

Philipp Ruch
Aktionskünstler Ruch / 
picture alliance/dpa | Michael Reichel

Obendrein haben Ruch und sein „Zentrum für Politische Schönheit“ auch noch innerhalb kürzester Zeit – und zwar noch während der Störaktion am Sonntagabend, um genau zu sein – bereits die Kontrolle über die Deutungshoheit über die eigene Aktion verloren. In den sozialen Medien etwa machen längst Theorien die Runde, die ARD könnte mit den Störern unter einer Decke stecken. Und selbst Medien, die nun wirklich nicht im Verdacht stehen, irgendwelche Sympathien für die AfD zu hegen, kritisieren die Aktion, darunter die Süddeutsche Zeitung

Flucht ins Rhetorische

Ruch wiederum tut im Podcast dann noch exakt das, was in linken Kreisen gerne getan wird, wenn einem die Argumente ausgehen: Er flüchtet sich ins Rhetorische. „Ich habe die AfD sehr gerne an diesem Punkt, wo sie Opfer sind oder sich als Opfer inszenieren. Wollen Sie das Gegenteil? Wollen wir sie als Täter sehen? Ich mag sie in der Ecke.“ Mit solchen pseudo-philosophischen Sätzen lassen sich womöglich junge Antifa-Aktivisten beeindrucken, wenn man gemeinsam bekifft auf der Couch sitzt. Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Politik und den gegenwärtigen Entwicklungen in der deutschen Parteienlandschaft taugen sie aber ungefähr so viel wie die Lektüre dieser Glückskeks-Sprüche, um eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu finden. 

Aber vielleicht liegt der Autor dieser Zeilen auch falsch – und Ruch liegt richtig. Schließlich hat er, wie er im Podcast noch stolz berichtet, „tatsächlich die letzten Jahre die NSDAP studiert“. Da spricht nichts dagegen, lässt sich anmerken. Aber zur Wahrheit gehört auch: Eine Nazi-Obsession macht einen noch nicht zum neuen Stauffenberg. 

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Markus Michaelis | Di., 22. Juli 2025 - 13:00

Klar könnte die AfD sich zu einer NSDAP entwickeln - das Problem ist, dass vieles sein könnte. Sicher nicht das einzige, aber ein Element auf dem Weg zur Naziherrschaft war die tiefe Angst vor den (Sowjet)Kommunisten. Die war ja auch berechtigt, nur war die vermeintliche Abhilfe und das Stehen zu den wahren Werten (mit den Nazis) am Ende dann noch schlimmer. Man weiß es also im Voraus nie.

Ich sehe es nicht nur von Herrn Ruch, sondern allgemein von der Mitte der Gesellschaft als eine Schwäche an, dass man sich zu sicher ist. Man hat DIE Lehren aus der Geschichte, DAS Grundgesetz, DIE Menschenrechte, DIE Gerechtigkeit etc. Da ist mir überall zu viel Gewissheit und zu wenig Abwägen zwischen Unbekannten und Widersprüchen.

Brand A. | Di., 22. Juli 2025 - 16:18

Antwort auf von Markus Michaelis

Herr Ruch und sein grünlinkswokes Umfeld sind keineswegs die „Mitte der Gesellschaft“, es sind ideologisch verbohrte maximal intolerante Linksextremisten, deren Ideologie dem von ihnen angeblich bekämpften Faschismus zum Verwechseln ähnelt!

Objektiv betrachtet trifft „Mitte der Gesellschaft“ am ehesten auf die AfD zu, denn sie vertritt als einzige Partei dieses Landes noch die „Mitte der Gesellschaft“. Es sind linksextreme Faschisten wie Ruch die dafür sorgen, daß die AfD als „rechtsextrem“ gilt, denn man versucht die AfD durch Stigmatisierung und Diffamierung zu bekämpfen da man argumentativ nichts gegen sie in der Hand hat. Faktisch ist die AfD nicht annähernd rechtsextrem, sie steht da, wo vor 25 Jahren CDU und vor 40 Jahren die SPD standen!

Wenn sich eine Partei zur NSDAP-neu entwickelt, dann die Grünen, sie sind schon fast dort, viel Entwicklung braucht es daher nicht mehr.

Zählt man nur die Köpfe oder gewichtet man das mit der politischen Bedeutung und dem Engagement ? - was ja eher die politische Realität im Land bestimmt. Für mich der sinnvollste Ansatz ist, dass es keine Mitte mehr gibt - die Gesellschaft ist dafür zu vielseitig und gegensätzlich geworden und viele alte Konzepte der "früheren Mitte" funktionieren nicht mehr gut genug. Jede Partei und jeder potenzielle Kanzler hat zur Zeit mehr Menschen überzeugt gegen sich als Unterstützer.

Ich denke, nüchtern betrachtet, kann im Moment niemand die Mitte für sich beanspruchen, noch nichtmal, dass das Konzept einer Mitte das prinzipiell richtige ist. Jedenfalls scheint mir die alte gesellschaftliche Mitte (ich würde sagen, dass es soetwas gegeben hat) keine Mehrheiten mehr zu repräsentieren, nicht nach Köpfen und nicht mehr politisch, und zu wenig politische Ansätze zu haben, die auch breiter funktionieren.

Es gibt aber auch keine anderen, neuen Mehrheiten.

Brand A. | Mi., 23. Juli 2025 - 11:01

Antwort auf von Markus Michaelis

Das Hauptproblem ist die Polarisierung der Bevölkerung insbesondere durch die Medien. Hier spielt der ÖRR die Hauptrolle, er ist vollständig von 68ern und ihren Erben unterwandert, diese stehen den faschistischen Grünen extrem nahe. Dazu kommt die „Zwangsfinanzierung“ und die Tatsache, daß es für den ÖRR keine Kontrolle von extern gibt, er kann machen, was er will, ohne daß es Konsequenzen hat, das ist einmalig in westlichen Demokratien!

Der ÖRR treibt die Bevölkerung und die Politik in die Richtung in der er sie haben möchte, er spaltet, er vergiftet, er diffamiert, er entscheidet was geht und was nicht.

Aus diesem Grund ist auch die breite „Mitte“ der deutschen Bevölkerung gespalten. Der ÖRR, der die Grünen vertritt, hetzt gegen die AfD, obwohl die AfD das Erbe der vor-Merkel-CDU und der SPD bis Helmut Schmidt in sich trägt.

Eine Partei die die Mitte der Gesellschaft vertritt, wird in die extreme Ecke gestellt, weil sie der faschistischen Ideologie der Grünen widerspricht!

Hans-Hasso Stamer | Di., 22. Juli 2025 - 18:11

Antwort auf von Markus Michaelis

Das muss eine Art kollektiver Verfolgungswahn im Westen sein. Ich habe guten Einblick in die Partei, und ich bin auch sicher, Frau Wallau stimmt mir zu. Ich habe bisher nicht die geringste Sympathie für den Naziffaschismus in der AfD gefunden.

Er ist selbstverständlich auch nicht im Programm der AfD verankert. Es gibt auch keine geistige Nähe.

Das Menschenbild ist ein zutiefst humanistisches, das der Nazis war elitär und rassistisch. Das sogenannte Völkische, was der AfD stets vorgeworfen wird, ist nichts anderes, als der Schutz des ethnischen Kern der deutschen Bevölkerung gegen Überfremdung. Und dass Überfremdung keine rechte Kampfvokabel ist, kann man doch täglich in den Innenstädten sehen. Hand hoch, wer sich da nicht wie in Kabul fühlt oder in Ankara. Nationalismus gibt es ebenso wenig in der AfD.

🇩🇪 soll wieder eine gleichberechtigte Rolle, eine Stimme im Konzert der Völker spielen. Patriotismus hat mit Nationalismus nichts zu tun, aber diese Unterscheidung wird ignoriert..

Thomas Veit | Di., 22. Juli 2025 - 18:33

Antwort auf von Markus Michaelis

große Teile der Gesellschaft sind sich immer 'absolut sicher so-und-so ist das... ...', auf jeden Fall aber darin dass 'WIR das beste System der Welt haben'. Und warum sind sie sich da so sicher? Weil sie zuletzt wirtschaftlich erfolgreich waren - Betonung auf 'zuletzt waren' (Vergangenheit), UND weil man es ihnen jahrzehntelang im ÖRR und aus Bonn/Berlin 'so eingetrichtert hat', zumindest im Westen.

Der (ältere) Ossi hingegen weiß, dass auch die 'politische Schönheit' alles andere als Bestand haben muß..., trotz oder gerade weil die Ziele einer echten Hybris entspringen... ...

Sehe das ähnlich. Und natürlich sind viele Westdeutsche anders und passen nicht in dieses Schema. Aber es gibt eine starke Tendenz im Westen. Ich habe nie eine Gesellschaft erlebt, in der die Gebildeten eine derartige Arroganz an den Tag gelegt haben. Das war in der DDR völlig anders. Wir wurden dazu erzogen, nicht arrogant zu sein, ich habe Z. B. das Glück gehabt, neben dem Abitur,einen ganz normalen Beruf zu lernen, als Landmaschinen- und Traktorenschlosser.

Den habe ich nicht ausgeübt, aber er war wichtig für meine Erziehung und auch später, als ich nach der Wende in ein Loch fiel.. Ich habe mein Haus selber ausgebaut, ohne eine solide handwerkliche Grundausbildung wäre ich dazu nicht in der Lage gewesen. Fußboden, Treppe, Heizung, Dämmung, Dachfenster, Elektrik.

Diese Erdung ist hier im Osten sehr viel stärker vorhanden. Es gibt die Arroganz gegenüber den praktischen Berufen nicht, der Westen ist viel fassadenhafter, jeder versucht jedem etwas vorzumachen - Hochnäsigkeit incl..

Brand A. | Mi., 23. Juli 2025 - 12:07

Antwort auf von Hans-Hasso Stamer

auch Wohlstandslinke bringt es auf den Punkt. Diese Menschen von denen im Artikel die Rede ist, sind keine Elite, eine geistige Elite schon gar nicht. Sie sind das Produkt eines zu lange währenden Wohlstands, dieser erodiert die Selbstschutz- und Überlebensinstinkte der meisten Betroffenen.

Dazu kommt noch das „Phänomen“, das sich diese Leute ausbreiten wie ein Krebsgeschwür, denn sie fühlen sich nur untereinander wohl, die wirkliche geistige Elite stört sie. Sobald einer von ihnen in einer Position ist die es ihm erlaubt Einfluß zu nehmen, werden nur noch solche Menschen eingestellt, Menschen mit Format, mit Klasse und Stil haben keine Chance!

Ich kenne den „Wissenschaftsbetrieb“, und zwar den der „harten“ Wissenschaften und ich kann Ihnen sagen, von der angeblichen „Elite der Gesellschaft“ erfüllen maximal 3% der Protagonisten die Voraussetzungen dafür, im klassischen Sinne versteht sich! 97% diese Menschen sind vom Niveau her weit unter dem gesellschaftlichen Durchschnitt!

Brigitte Miller | Di., 22. Juli 2025 - 19:39

Antwort auf von Markus Michaelis

Herr Michaelis, "Klar könnte die AfD sich zu einer NSDAP entwickeln" sagen Sie. Da geht aber vor lauter "was alles sein könnte " die Phantasie mit Ihnen durch.
Offenbar haben Sie sich noch nie mit der AfD und ihrem Parteiprogramm beschäftigt .
Zu was könnten sich dann zum Beispiel Die Linke, die Grünen und die SPD , entwickeln, wenn man denen so zuhört und deren bevorzugte Juristinnen für das höchste Gericht ein wenig genauer anschaut?
Was da nicht alles möglich wäre!

Hans | Di., 22. Juli 2025 - 13:22

Der „Nazi“ wird in unserem Land gerne mit dem „Nationalisten“ gleich gesetzt, der dem nicht „arischen Menschen“ böses will. Dabei wird der zweite Teil der Parteibezeichnung gerne unterschlagen. Wo waren die „Antisemiten“, bei den Nationalen oder bei den Sozialisten? War das eine hilfreich für den Hass auf die reichen Juden? War es ggf. willkommen, diesen „reichen Juden“ Geld und Einfluss zu nehmen, sie wegen ihrer Geschäftstüchtigkeit auszustossen und damit für „Lebensunwürdig zu erklären?
Wo findet sich heute der Antisemitismus? Ist das wirklich bei der AfD? Ich habe da wenig davon gehört. Eher etwas gegen die Islamisten, die ihn regelmäßig äußern.
Jeder sollte genau prüfen, wo die Gefahr des „nie wieder“ grösser ist. Nicht dass es wieder heißt, wie konnte das geschehen. Die Frage sollte sich auch Herr Ruch stellen. Das geht aber nicht mit der Masse hinterherlaufen.

Theo Lackner | Di., 22. Juli 2025 - 13:26

Fairness, darum geht es. Jede Partei, die nicht verboten ist, hat das gleiche Recht auf Darstellung ihrer Positionen in der Öffentlichkeit und auf kritischen, aber respektvollen Umgang. Das gilt rechts wie links, wie überhaupt zu einer lebhaften, gesunden Demokratie Rechts genauso wie Links gehört (soviel zu "... gegen Rechts"). Der Umgang mit der AfD und mit Frau Weidel im Speziellen war und ist nicht fair, er ist einer liberalen Demokratie unwürdig. Und in Europa einzigartig - kindisch.

Ich gehe sogar noch weiter: Selbst wenn der Nazi-Vergleich stimmte (was ich nicht sehe), dann wäre in den 30ern das beste Mittel gegen die richtigen Nazis und gegen Hitler eine offene, kritische und nüchterne Auseinandersetzung mit dem NS-Programm gewesen, und das Formulieren von Gegenvorschlägen auf Wirtschaftskrise und Elitenherrschaft. Statt dessen griff man zur Freude der Nazis zu Straßenkampf und Autoritarismus, das konnten die Nazis aber besser.

Christa Wallau | Di., 22. Juli 2025 - 13:38

nach der Gründung der AfD im Jahre 2013 ins Leben gerufen und nach Kräften täglich geschürt worden!
Daß geistig schlichte Gemüter wie Herr Ruch dann so irrational handeln, wie wir es jetzt wieder gesehen haben, dürfte daher eigentlich keinen verwundern, der die letzten Jahre bewußt durchlebt hat.

Es ist nicht dieser verwirrte Mensch, der die Verantwortung trägt für die heutigen Auswüchse an Verrücktheit, sondern es sind die Altparteien im Einklang mit den links-grünen Medien!
Daran kann nicht der geringste Zweifel bestehen.

So lange diese VERANTWORTLICHEN nicht einsehen, daß sie die eigentlichen Verursacher der gesellschaftlichen Spaltung sind, wird es keine Rückkehr zur Sachlichkeit in der Politik mehr geben - mit allen daraus resultierenden schlimmen Konsequenzen.

Erst einen Brand legen u. dann nach einer Feuerwehr schreien, die es nicht gibt, ist erbärmlich. Man muß dann schon selbst zu Wassereimer u. Schlauch greifen, wenn man die Ausbreitung des Feuers noch verhindern will.

Thomas Veit | Di., 22. Juli 2025 - 13:39

Genau das trifft es auf den Punkt..., und gilt dabei für alle Fraktionen 'Der Guten' incl. der Verbots-Freaks und 'Wanderwitz-Genossen'.

Dabei übersehen sie ihrer Anifa-Bubble, dass sie und ihr Tun selbst stalinistisch-faschistische aber auf jeden Fall zu 100% antidemokratische Züge hat, siehe auch die 'Hammer-Bande' in Budapest oder Lina E. & Kumpan:innen.

Und der pseudointellektuelle 'Künstler' Herr Phillipp Ruch ist nur das Paradebeispiel dieser linksextremen Hybris... - alles schon mal da gewesen.

Sie wären wohl alle auch in der DDR oder einem anderen stalinistisch-kommunistischen System 'was geworden...' im Staatsapparat oder bei Erich M. - ziemlich sicher...!

Heidemarie Heim | Di., 22. Juli 2025 - 13:40

Danke sehr geehrter Herr Krischke für den Nachschlag zum Thema! Keine Ahnung wie groß die Anhängerschaft ohne Medienvertreter, Politiker/innen usw. , die sich diese Form von Paranoia zu eigen machen bzw. für ihre eigenen Zwecke nutzen ist. Jedoch ist es für mich persönlich mittlerweile kein Wunder mehr, dass unser Land angesichts solcher verqueren Künstler?-Persönlichkeiten nicht mehr das Bein hoch genug bekommt um mit den großen Hunden unterwegs zu sein. Nun, der globale Katzentisch soll ja auch nicht der schlechteste Platz sein. Die nächste Einstufung erfolgt dann nach Entzug des Triple A, wie wir es anhand der letzten Wahlergebnisse schon zumindest in die politische Praxis umgesetzt haben;), um uns dann gemeinsam unterm Tisch wiederzufinden, wo wir wie der Schwabe sagt, nur noch "freche Augen machen können";-). LG aus der Anstalt, Abteilung RLP!

Ernst-Günther Konrad | Di., 22. Juli 2025 - 13:49

Lt. Wiki waren die Eltern beide Psychologen. Typisch. Anderen die Seele retten wollen und beim eigenen Sohn versagt. Nun gut. Ich kannte diesen Menschen nicht und mir reicht bereits dieser Artikel. Fanatisch bis zum letzten scheint er zu sein. Die einen beim Klima und dem damit verbundenen Weltuntergang und die anderen eben beim obsessiven Kampf gegen "rechts" . Für mich ist dieser Typ eigentlich ein Fall für den Psychiater. Aber wer sollte dem helfen können, wenn die psychologisch geschulten Eltern bereits versagt haben. Jedenfalls hat er dem berühmten Datum "20.Juli" eine völlig neue Bedeutung verschafft. Jetzt kann die AFD für sich reklamieren, dass sie mit diesem misslungen Interview, bei dem die Feinde der Demokratie, die Sprecherin der größten demokratisch gewählten Oppositionspartei mit ihrer Aktion stören und Widerstand verhindern wollten, genau das Gegenteil von dem erreicht haben, was sie bezweckten. Der 20.Juli 2025 wird als Niedergang der ARD in die Geschichte eingehen.

Dr. Andreas Oltmann | Di., 22. Juli 2025 - 13:51

Herr Krischke, auch Sie lassen sich am Nasenring durch die Manege ziehen. Ihr Verständnis für Ruch scheint sich dem Slogan unterzuordnen: die Guten sind immer gegen die Nazis…und schon deswegen gut.
Ob Sie es nicht verstehen wollen, nicht können oder nicht dürfen : Sie verstehen nicht, dass es in der Tat um die Delegitimation unseres Staates geht, um die Desinformation der Bürger, um den Systemwandel. Die Politiker machen sich den Staat zur Beute - jetzt sogar, ohne schlechtes Gewissen und ohne sich zu rechtfertigen.
Ein Herr Ruch ist ein Fliegenschiss und hat es nicht verdient, ihn hochzujazzen. Dass die Rechte der Demokratie aber mit Füßen getreten werden, wollen Sie nicht wahrhaben. Lächerlich. Nur eine Sache NGO, fremdfinanziert. Nicht der Rede wert.

Ernst-Günther Konrad | Di., 22. Juli 2025 - 13:52

Lt. Wiki waren die Eltern beide Psychologen. Typisch. Anderen die Seele retten wollen und beim eigenen Sohn versagt. Nun gut. Ich kannte diesen Menschen nicht und mir reicht bereits dieser Artikel. Fanatisch bis zum letzten scheint er zu sein. Die einen beim Klima und dem damit verbundenen Weltuntergang und die anderen eben beim obsessiven Kampf gegen "rechts" . Für mich ist dieser Typ eigentlich ein Fall für den Psychiater. Aber wer sollte dem helfen können, wenn die psychologisch geschulten Eltern bereits versagt haben. Jedenfalls hat er dem berühmten Datum "20.Juli" eine völlig neue Bedeutung verschafft. Jetzt kann die AFD für sich reklamieren, dass sie mit diesem misslungen Interview, bei dem die Feinde der Demokratie, die Sprecherin der größten demokratisch gewählten Oppositionspartei mit ihrer Aktion stören und Widerstand verhindern wollten, genau das Gegenteil von dem erreicht haben, was sie bezweckten. Der 20.Juli 2025 wird als Niedergang der ARD in die Geschichte eingehen.

Dr. Armin Schmid | Di., 22. Juli 2025 - 14:00

Was darf politischer Aktionismus? Wenn es gegen Nazis (und was man dafür hält) geht: Alles! Da es hierbei erklärtermaßen auch um Schönheit geht, schlage ich Herrn Ruch & Co. für ihr Outfit einen Akt kultureller Aneignung vor. Den Uniformen der SS wird heute von Fachleuten ein meisterhaftes Design unterstellt, das sich positiv von der proletenhaften SA-Uniform unterscheidet und ganz bewusst nicht gefällig rüberkommen soll. Das wäre für doch diese Aktivisten das Richtige. Die Terrorstaffeln der Antifa sind ja heute schon ganz in Schwarz gehalten, das könnte ihre Einschüchterungswirkung noch erhöhen, frei nach dem Faeserschen Motto: "Wer Nazi ist, der soll es mit Nazimethoden zu tun bekommen!"

Stefan | Di., 22. Juli 2025 - 14:25

Zitat"Aber zur Wahrheit gehört auch: Eine Nazi-Obsession macht einen noch nicht zum neuen Stauffenberg."
Was glaubt denn der Herr Ruch, wenn er denn exakt am 20.Juli, dem Hitlerattentat, sich mit Stauffenberg und seinen Gesinnungsgenossen gleich macht, welche Regierungsform Stauffenberg eigentlich angestrebt hat ???
Wenn er Hitler getötet hätte mit seiner Bombe, dann wäre das bestimmt nicht das Ende des Faschismus in Deutschland gewesen.
Das war dem Attentäter wahrscheinlich vollkommen klar.
Es ging darum den Krieg zu annehmbaren Bedingungen zu beenden.
Davon sollte ausgegangen werden.
Der Herr Ruch sollte es mit einem Zitat von Albert Einstein halten:
"Ich weiß, dass ich nichts weiß"
Vielleicht kann ihn aber auch ein guter Seelenklempner von seiner Paranoia befreien.
Was sind in seinem Verständnis dann eigentlich Frau Meloni oder Victor Orbán ???
Da hat in diesem skurrilen Fall die ARD kräftig dran mitgewirkt.
Der Intendant sollte sich sein Lehrgeld wiedergeben lassen.

Stefan | Di., 22. Juli 2025 - 16:21

Antwort auf von Stefan

Claus Schenk Graf von Stauffenberg war kein Demokrat im heutigen Sinne, aber er strebte mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 und der Operation Valkyrie eine Abkehr von der NS-Diktatur an. Als konservativer Offizier und Mitglied des Widerstands hatte er eine Rückkehr zu einem geordneten, rechtsstaatlichen System im Sinn, das Elemente einer Demokratie enthalten konnte. Seine Vorstellungen waren jedoch eher von konservativen und nationalistischen Idealen geprägt, die nicht vollständig mit einer modernen Demokratie übereinstimmen. Stauffenberg und seine Mitverschwörer wollten vor allem die NS-Herrschaft beenden und Deutschland vor weiterer Zerstörung bewahren, ohne dass ein klares demokratisches Programm im Vordergrund stand.
Wahrscheinlich genau das was die AfD heute darstellt, schwebte Stauffenberg und seinen Mannen vielleicht sogar vor. 😉

Brand A. | Di., 22. Juli 2025 - 16:29

Antwort auf von Stefan

daß sich die deutsche Linke von Staufenberg zu eigen macht, Staufenberg war nicht ansatzweise links, sondern das genaue Gegenteil! Ich möchte sogar so weit gehen zu behaupten, daß Staufenberg, der maximal Kaiser-/Obrigkeitstreu war, gegen Hitler vorgegangen ist, weil dieser ein linker Emporkömmling war der vom Militärischen keine Ahnung hatte und Deutschland ins Verderben manövrierte.

Rainer Mrochen | Di., 22. Juli 2025 - 14:27

So sind sie, dieser Tage, die vermeintlichen Retter ihrer Version von Demokratie. Die Phrasendrescher der "demokratischen Mitte" haben sich mal wieder selbst übertölpelt. Allen voran ARD und Konsorten mit ihrer permanenten Doppelzüngigkeit und Ungleichbehandlung des politischen Kontrahenten.
"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist zur Neutralität verpflichtet. Dass diese Verpflichtung immer wieder verletzt wird, ist ein Skandal. Die Unfairness betrifft beileibe nicht nur AfD-Politiker, sondern alle Akteure, die es wagen, die Politik oder die Medienbeiträge der „radikalisierten Mitte“ zu kritisieren, sei es bei den Themen Aufrüstung, Energieversorgung, Reichensteuer, Migration, Corona-Aufarbeitung, neoliberale Wirtschaftsordnung und vieles mehr." Die BZ titelt: „Was am Sonntagabend am Spreeufer geschah, war kein einmaliger Ausrutscher. Das 30-minütige Gespräch steht exemplarisch für ein Rundfunksystem, das längst die Kontrolle über seine eigene Unparteilichkeit verloren hat...."

Han Huber | Di., 22. Juli 2025 - 14:35

Ein ruchloses Nichts - kein Talent, keine Seele, eine erbärmliche Existenz - fast kommt Mitleid bei mir auf ……

Klaus Funke | Mi., 23. Juli 2025 - 10:22

Antwort auf von Han Huber

Bin genau Ihrer Meinung. Dass solche Existenzen auch noch eine Interview-Plattform kriegen, ist schlimm und ein Zeichen für den Niedergang unseres Journalismus

Klaus Funke | Di., 22. Juli 2025 - 15:12

Dass Sie diesem Wirrkopf überhaupt ein paar Zeilen widmen, ist schon mehr als bemerkenswert. Solche Leute und solche Vereinigungen wie dieses ominöse Zentrum für politische Schönheit (Was ist das genau?) sollten mit der härtesten Strafe bestraft werden, die ein Journalist oder ein Autor zu vergeben hat - mit dem Totschweigen. Wenn man über diese intellektuellen Missgeburten auch noch viel Tamtam macht, dann kriegen sie, wonach sie gieren - Aufmerksamkeit. Wenn aber keiner ein Wort über sie verliert - dann sind sie tot. Insofern, verehrter Herr Krischke, haben sie einen taktischen Fehler begangen. Im Übrigen kann ich nicht erkennen, dass dieser Herr Ruch irgendetwas vom Nationalsozialismus begriffen hat, es könnte höchstens sein, er wurde infisziert und glaubt nun das Gegenteil, er sei Antifaschist. Wer heute noch die AfD mit der NSdAP vergleicht und ernsthaft Parallelen sucht, der hat weder die Gegenwart, noch die Vergangenheit begriffen. Denn da gibt es keine Programm- Affinitäten.

mMn, das hat man mit der AfD ja auch versucht..., bis heute übrigens in den staatstreuen Medien, nur das es nach dem letzten Wahlerfolg der AfD nicht mehr ganz so einfach geht wie in den Vorjahren. Insofern hat sich die ARD wenigstens 'bemüht'..., sozusagen.

Ich glaube fest, dass 'der Bürger' im Allgemeinen schon selbst in der Lage ist sich eine Meinung zu bilden..., das fortwährende Wachstum der AfD der letzten Jahre trotz öffentlicher Stigmatisierung und 'totschweigen' ist de facto der Beweis.

Also: ALLES berichten, 'Roß und Reiter' gnadenlos benennen..., und zwar von allen politischen und gesellschaftlichen Seiten und Richtungen - nur so geht guter unabhängiger Journalismus!!

DANKE Herr Krischke!

PS: letztendlich hat der aktuelle Vorgang der AfD und Frau Weidel genutzt... - das ist doch okay so, oder? 😉

Die versammelte Gesellschaft ist gegen die AfD, das war vermutlich die Botschaft die man dem Zuschauer zu übermitteln hoffte. Leider wirkt dies bei sehr vielen Konsumenten des ÖRR immer noch!

das war am Sonntag deutlich zu hören. Insofern ist die nachträgliche Versicherung der ARD, künftig solche Störungen zu unterbinden, einfach nur gelogen und geheuchelt. Die ÖR sind Teil des Systems, was auch ihre quasi gesetzliche sanktionierte finanzielle Absicherung beweist. Die Medien in der BRD haben, bis auf wenige Ausnahmen wie CICERO (wobei auch das einer Überprüfung nicht standhält), längst aufgegeben, Kontroll- und Korrekturfunktion zu sein. Sie werden großzügig gepampert und quaken aus Dank im Takt der Regierung mit. Die Medien in der BRD sind, und da unterscheiden sie sich zur alten DDR in keinem Punkt, ein Machtmittel der jeweils Herrschenden. Das haben sich die etablierten Parteien und der Parteienstaat fein ausgedacht: die Medien als Parteifunk wie unter Erich Honecker in der DDR. Unter die Perfidie ist, die Medien machen Front gegen die Opposition, wo sie genau das Gegenteil tun sollten. Wie Margot Honecker prophezeite, der DDR- Sozialismus wird nach D.land zurückkehren.

S. Kaiser | Di., 22. Juli 2025 - 15:48

Inzwischen glaube ich langsam wirklich auch, dass bei diesen Aktivisten in Kunst und Kultur, wie Ruch & Co, eine Art Obsession, Paranoia, Psychose – you name it – vorliegt. Wer zB den Artikel von Christian Fuchs in der ZEIT über Clownswelt gelesen hat, der in dessen Jingles vermeintliche rechtsextreme Codes zu erkennen glaubt, bleibt ratlos zurück. Wer das Heute mit den frühen 90ern vergleicht, als tatsächlich Glatzen auch westdeutsche Fussgängerzonen unsicher machten, kann sich über deren Wahrnehmung nur am Kopf kratzen. (Die aktuelle Kriminalstatistik spricht i.Ü. eine andere Sprache, buchstäblich.)
Hätten diese linken Kulturschaffenden nicht die Diskurshoheit in den Medien und würden sie und ihre Anhänger sich nicht immerzu in der gleichen Blase der soz. Medien bewegen, in denen sie sich gegenseitig in ihrem Wahn be- und verstärken, gäbe es vielleicht weniger Verständigungsschwierigkeiten ...

H. Stellbrink | Di., 22. Juli 2025 - 17:32

Diktaturen haben sich immer schon solcher Fanatiker bedient. In all seiner moralischen Selbstüberhöhung übersieht der Herr, dass die linke Sowjet-Diktatur mehr Morde zu verantworten hatte als sogar die Nazis. Es gäbe also gute Gründe, Links gegenüber mindestens ebenso wachsam und widerständig zu sein, insbesondere da die Linke die Umdefinition des Schreckens in wohlklingende Wieselwörter besser beherrscht als die eher tumbe Rechte. Derzeit befinden wir uns eher auf dem Weg in eine linke als eine rechte Diktatur, wie die zunehmende totalitäre Unterdrückung der AfD durch eine radikalisierte Mitte illustriert.
Der Weg zur Hölle ist eben mit guten Vorsätzen gepflastert.
Mit Nationalsozialismus hat die AfD ohnehin nichts zu tun, obwohl sich in ihr einzelne unappetitliche Sympathisanten verstecken, ebenso wie Verfassungsfeinde in den linken Parteien.
Mein Großvater wurde von den Nazis wegen Kinkerlitzchen hingerichtet. DAS ist Nationalsozialismus, nicht alles was irgendwie nicht links ist.

Walter Wissenbach | Di., 22. Juli 2025 - 20:22

Die öffentliche Auseinandersetzung zu jeder noch so banalen Frage wird seit dem Tod Helmut Schmidts nach meinem Eindruck immer verbissener, immer überheblicher und immer wütender. Die Kunst des Zuhörens beherrscht kaum noch jemand, die des Verstehenwollens der Gedanken anderer niemand mehr.
Dabei ist es ja wahr, was ein kluger Philosoph gesagt hat: Ein Gespräch, das diese Bezeichnung verdient, setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte. Sonst ist es kein Gespräch, sondern bestenfalls noch ein Austausch von Monologen.
Herr Ruch gehört ganz offensichtlich zu den Gesprächsunfähigen.

Hans Süßenguth-Großmann | Di., 22. Juli 2025 - 20:26

der in Deutschland besonders im Osten 4-5 Mill.
Nazi am Werk sieht, schriftlich gebeten mir zu erläutern, wer Nazi ist und woran er das erkennt, jedoch ich warte vergebens. Aus der Sicht der Links- und grünen Jugend werden wir bei zweistelligen Millionenzahlen liegen, weil CDU und FDP Wähler auch zu den "Nazis" zählen. Wie in den Moskauer Prozessen, da waren alle Spione.
Es ist der Wahnsinn, der überzeugten "Guten" die Teil von jener Kraft sind, die das Böse schafft.

Volker Peters | Di., 22. Juli 2025 - 22:32

Ich finde, Ben Krisckes Artikel werden auf hohem Niveau immer besser.

Urban Will | Mi., 23. Juli 2025 - 12:06

erkenne in diesem Ruch eher die paranoide Vogelscheuche.
Wenn er das, was er sagt, wirklich glaubt, braucht er Hilfe. Wie so viele andere aus seiner „Zunft“.
Danke, Herr Krischke, dass Sie in Ihrem Artikel gut erläutert haben, dass diese Wirrköpfe die Gleichschaltung fordern. Wer das zuletzt durchsetzte, wissen wir. Ruch, trotz seines „Studiums der NSDAP“ wohl nicht. Studieren bedeutet halt nicht kapieren.
Und auch in der DDR lief es nicht anders, nur dass es da nicht konkret gefordert wurde.
Auch im Merkel-Deutschland fing es an. Während in bspw. Russland die Staatsgewalt eben genau diese anwenden muss, um freie Journalisten zu stoppen, unterwirft sich in D ein Großteil von ihnen mit Hurra freiwillig und wird zu Hofberichterstattern.
Immerhin lässt man Freidenker auf diesem Gebiet, so wie Sie, Herr Krischke, noch in Ruhe. Wer weiß, wie lange noch.
Die AfD zog wenige Tage nach dieser Aktion mit Weidel mit d Union gleich.
Somit gebührt dem politischen Schönheits-Verein eigentlich Dank.

Klaus Lehmann | Mi., 23. Juli 2025 - 13:58

eine Aktion verstrahlter "Aktivisten" und ihres kruden Weltbildes das Problem gewesen ist.
Nein - das lag deutlich auf Seiten der ARD, weder glaube ich, dass die Ansteck-Mikros tatsächlich soviel Außengeräusch aufnehmen, noch sah man an der Körperhaltung und großen, trotz Geräuschkulisse nicht verminderten Abstand des Interviewers zur Weidel, dass dieser überhaupt nicht am Interview interessiert war.
Und überhaupt: Kurze Unterbrechung, und nach spätestens 10 Minuten wär Ruhe gewesen - wenn denn die Polizei ihren Job gemacht hätte.
Das war doch wieder nur eine deutliche Ausgrenzungs-Schmierenkomödie im Dienste "unserer Demokratie".
Hätten sich die Rechten so verhalten, wär das Geschrei groß, man hätte wieder einen Großangriff auf die Pressefreiheit, die Demokratie gesehen - oder gar die "Machtergreifung" - wie damals die Thüringer Schauspieler im Landtag, incl. einen alles erklärenden ARD-Brennpunktes.

Klaus Lehmann | Mi., 23. Juli 2025 - 14:01

mit faschistischen Mitteln? Nein Danke, Herr Ruch - sie können sich ja derweil trotzdem mal den Antisemitismus unserer muslimischen Neubürger widmen, da gäbe es auch eine Menge für Gutmenschen zu tun.

Klaus Lehmann | Mi., 23. Juli 2025 - 14:05

Ja, vielleicht auf dem Niveau heutiger Abiturienten.
Und warum zum Teufel, sol das "Kunst" sein? Rumkrakeelen, "Scheiß AfD" in Dauerschleife - das ist also "Kunst".
Ja klar. MUss ja. Sonst wäre es einfach nur Ruhestörung, ggf. Landfriedensbruch und Halten im Halteverbot.
Dagegen wäre ja das Habeck-Bild (Schwachkopf und so) absolute intellektuelle Premium-Kunst.

Klaus Lehmann | Mi., 23. Juli 2025 - 14:11

Nein, nichts von alledem. Vorangegangen war eine veritable Wirtschaftskrise. Das war Ursache für das Erstarken des Nationalsozialismus - und da kann de Herr Ruch sich mal ansehen, was dei Ampel aus der deutschen Wirtschaft gemacht hat und ob die neuerliche Schuldenorgie der jetzigen Regierung und ihre Kriegstreiberei nicht etwa den Boden für eine handfeste Wirtschaftskrise bereitet. Und - man weiß doch, dass Kriege auch angefangen werden, um von inneren Problemen abzulenken.
Das ist wahrscheinlich für unseren Aktionskünstler einfach zu kompliziert - also falls er wirklich vor hat, vor Gefahren zu warnen. Was ich aber nicht glaube, der nimmt die AfD eher als Projektionsfläche für seine alternative Realitätswahrnehmung. Damit findet er übrigens in Deutschland eine Menge naiver Anhänger, keine Frage.