Schulklasse
Mobbing in der Schule hat zugenommen, jetzt auch mit politisch korrekter Begründung / dpa

Pädagogik - Klimaschutz im Klassenzimmer

Fridays For Future oder moralistische Identitätspolitik: Egoistisch verfochtene Partikularinteressen untergraben das Gemeinwohl. Dieses gesellschaftliche Übel hat inzwischen auch auf die Schule abgefärbt. Statt einen Schutzraum zu bieten, wird sie zur Bühne für kleine Aktivisten.

Autoreninfo

Rainer Werner unterrichtete an einem Berliner Gymnasium Deutsch und Geschichte. Er verfasste das Buch „Fluch des Erfolgs. Wie das Gymnasium zur ,Gesamtschule light‘ mutiert“.

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Wenn ein Klassenleiter mit seiner Klasse die Ziele des nächsten Wandertags besprechen möchte, sollte er sich auf eine hitzige Diskussion gefasst machen. Vorschläge, die in früheren Zeiten noch zogen – Schloss, Burg, Kloster –, stoßen heute eher auf Desinteresse: Diesen Angeboten fehlt der Eventcharakter. Immer häufiger trifft die Lehrkraft auch auf Schüler, die aus Überzeugung alles Mögliche ablehnen. „Meine Eltern haben gesagt, dass ich so etwas nicht darf“, lautet die Begründung. Das christliche Kloster könnte muslimische Schüler verletzen; der Klettergarten im Stadtwald stößt bei Schülern auf Ablehnung, die Bäume für beseelte Lebewesen halten und den einschlägigen Bestseller dazu gelesen haben; der Besuch des Zoologischen Gartens geht nicht, weil sich einige Schüler für PETA oder Vier Pfoten engagieren. Auch die Suche nach dem passenden Restaurant zur Mittagsstärkung gleicht einem Hindernislauf. Es muss vegetarische, vegane, laktosefreie Kost anbieten, die zudem auf naturidentische Aromastoffe verzichtet. In Ernährungsfragen sind manche Schüler so versiert, als hätten sie bei Foodwatch ein Praktikum absolviert.

Mobbing gegen Schwache und Andersdenkende

Auch der Umgang der Schüler untereinander ist rauer geworden. Mobbing hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Der PISA-Studie von 2017 zufolge war in Deutschland jeder sechste Schüler im Alter von 15 Jahren davon betroffen. Jeder Dritte gab damals zu Protokoll, in der Schule Angst vor Gewalt, Ausgrenzung und Stigmatisierung zu haben. Wenn Schüler sich in der Schule nicht mehr angstfrei bewegen können, werden sie am Lernen gehindert. Die seelischen Wunden tragen an der Verschlechterung der Schülerleistungen, die die Schulen in den letzten Jahren zu verzeichnen hatten, sicher eine Mitschuld.

Das Profil der Schüler, die andere mobben, ist von der Psychologie bestens erforscht. Den meisten Tätern geht es darum, Macht über andere auszuüben. Sie genießen es, Mitschüler zu kontrollieren und zu unterwerfen. Wenn andere vor ihnen Angst haben, fühlen sie sich stärker. Neben diesen Tätern aus Schwäche gibt es aber auch noch solche, die anderen ihre Meinung aufzwingen wollen, weil sie diese für die einzig richtige halten. Seit die Klimapolitik quasi-religiöse Züge angenommen hat, fühlen sich schon Heranwachsende im Recht, Mitschüler, denen sie ökologische Gleichgültigkeit unterstellen, zu drangsalieren.

Ausgrenzung hat viele Gründe

Der Psychologe Gordon Neufeld hat den Unterschied zwischen der Sphäre des Elternhauses und der Schule treffend charakterisiert: „Eltern können Kindern das geben, was sie einander nicht geben können: die Freiheit, sie selbst zu sein, im Kontext liebevoller Akzeptanz.“ Wenn Kinder in die Schule kommen, treten sie aus dieser Sphäre des vertrauensvollen Aufgehoben-Seins heraus und werden Teil einer Großgruppe von bis zu 30 Kindern, in der sie ihren Platz finden müssen.

Wie in jeder Gruppe geht es bei den Binnenkämpfen in einer Schulklasse um Rangfolge, Akzeptanz, Anführer-Rollen, Freund- und Feindschaften. Oft herrscht psychischer „Krieg“. Ausgrenzungen verlaufen entlang jugendtypischer Kriterien: Unsportlichkeit, Hochbegabung („Streber“), Kleidungs- und Musikstil, soziale oder ethnische Herkunft. Kinder und Jugendliche finden immer Gründe, andere zu stigmatisieren, sie als nicht zur Gruppe gehörig zu brandmarken. Diese Mechanismen zu erkennen und ihnen – soweit es geht – entgegenzuwirken, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Lehrkräfte. Sich ihr entziehen zu wollen, wäre töricht, weil man dann riskierte, dass einem die Klasse gänzlich entgleitet. Lernen ist nur in einer angstfreien Atmosphäre möglich. Deshalb ist die Arbeit am friedlichen Miteinander in der Schulklasse auch ein Beitrag zu erfolgreichem Lernen.

Als Lehrer gewinnt man bei Diskussionen über banale Fragen wie die Gestaltung eines Hoffestes oder eines Wanderausflugs den Eindruck, Schüler seien keine unbeschwerten Jugendlichen mehr, die – den Zwängen des Erwachsenseins enthoben – die goldene Jugendzeit genießen. In ihrer altklugen Art wirken sie wie die Verfechter der Anliegen Erwachsener. In der Schule bilden sich all die Sonderinteressen ab, die unsere Gesellschaft fragmentieren. Die „distinktiven Lebensstile“, die Andreas Reckwitz in seinem Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“ beschreibt, werden schon von Heranwachsenden virtuos zur Schau gestellt. Eine solche Form der Selbstdarstellung tut der Schule nicht gut, weil sie ausgrenzend wirkt und dadurch den Gemeinsinn einer Schulklasse untergräbt. Ihr Zusammenhalt muss leiden, wenn sich Schüler nur schwer mit Mitschülern vertragen, denen sie unterstellen, sich nicht um das Weltklima zu sorgen, Plastikberge in den Meeren nicht schrecklich zu finden oder Eltern zu haben, die ihren Golf-Diesel unverdrossen weiterfahren.

FFF als Motor der Entsolidarisierung

Auch die Bewegung Fridays for Future hat die Schülerschaft gespalten. An den Freitagsstreiks nahmen fast ausschließlich Gymnasiasten aus bildungsbürgerlichen Familien teil. Dass ihnen viele Lehrer mit Wohlwollen begegneten und die Registrierung der Fehlzeiten sehr locker handhabten, hat viele Schüler gegen die Bevorzugung der FFF-Aktivisten aufgebracht. Sie konnten nicht nachvollziehen, weshalb ein Unterrichtsversäumnis aus politischen Gründen zu Milde führt, während Fehlzeiten aus persönlichen Gründen streng nach Gesetz geahndet werden. Es ist in der Tat problematisch, wenn die Schulgesetze der Länder, die ein Streikrecht für Schüler nicht vorsehen, durch einen Schülerstreik unterlaufen werden können, weil er das Wohlwollen der Politik genießt. Dass die damalige Justizministerin Katarina Barley (SPD) den FFF-Streik „großartig“ fand, mutet fahrlässig an. Was wäre, wenn irgendwann andere politische Akteure, die dem politischen Mainstream nicht genehm sind, die Bühne betreten und die Schüler zum Streik aufrufen? Braucht die Schule bald eine Ethik-Kommission, die die Schülerstreiks nach „pädagogisch wertvoll“ und „verwerflich“ sortiert? Die Politisierung der Schule hat ihr, wie die deutsche Geschichte lehrt, nie gutgetan. Wir sollten den Anfängen wehren.

Im Regionalfernsehen können Jugendliche live erleben, wie egoistische Interessen verfochten werden. Wenn im Kiez einer Großstadt auf einer Brachfläche ein Neubau errichtet werden soll, melden sich „besorgte“ Bürger zu Wort, die beredt und sachkundig Auskunft darüber geben, bei dem Areal handele es sich um ein schützenswertes Biotop, das auf keinen Fall bebaut werden dürfe. Hier lebe die Zauneidechse und brüte das Braunkehlchen, die beide auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen. Dass das Grundstück jahrelang als illegale Mülldeponie herhalten musste, hat die Naturfreunde freilich nicht gestört. Keiner hat Hand angelegt, um Kühlschränke und Matratzen aus dem „Bio-Habitat“ zu entfernen. Das Motiv ihrer Besorgnis ist leicht zu durchschauen. Nach dem Sankt-Florian-Prinzip wehren sie sich gegen Neubauten vor ihrer Haustür. Selbst in einem schicken Kiez wohnend, missgönnen sie anderen Bewohnern dasselbe Privileg. Für Schüler ist dies ein lebendiger Anschauungsunterricht in Egoismus.

Kampfzone für Gruppenidentitäten

An vielen Fronten vertreten Bürgerinitiativen solche Anliegen. Um ihren egoistischen Charakter zu kaschieren, werden sie moralisch, gerne auch ökologisch, aufgeladen. Politik ist zu einer Kampfzone für Gruppenidentitäten und Sonderinteressen geworden, die das Gemeinwohl untergraben. Dasselbe bewirkt eine Identitätspolitik, die sich an ethnischer, kultureller, religiöser, geschlechtlicher Diversität festmacht. Der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama sieht in dieser Tendenz eine Gefahr für den Zusammenhalt der Gesellschaft, ja für die Demokratie. In seinem Buch „Identität“ vertritt er die These, dass die Identitätspolitik, die vom linksliberalen Mainstream in den westlichen Demokratien verfolgt wird, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zersetze. Jede marginalisierte Gruppe dränge sich mit ihrer Opferidentität so in den Fokus, dass der gesellschaftliche Konsens bedroht sei. Gleichheit, die alte Losung aus der Französischen Revolution, sei heute Gleichstellung; Freiheit trete fast immer als Freiheit zur Besonderheit auf. Demokratie verlange aber die Zustimmung zum Allgemeinen, zum großen Ganzen. Als Lehrer fühlt man sich wie der Hase im Grimm‘schen Märchen: auf verlorene Posten. Wenn man glaubt, den Klassenzusammenhalt wieder einmal gefestigt zu haben, kommt der nächste Gruppenegoismus um die Ecke und reißt das solidarische Miteinander wieder ein. Wenn Schüler sich dem Austausch von Argumenten verweigern, weil sie in ihrer politischen Identität gefangen sind, stößt der Auftrag der Schule, den mündigen Bürger zu erziehen, an seine Grenzen.

In einem Zeitschriftenbeitrag schlägt der Augsburger Pädagogikwissenschaftler Klaus Zierer vor, den „Unterricht (…) mit mindestens 25 Prozent an Schlüsselproblemen unserer Zeit“ auszurichten. Darunter versteht er „soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht, Demokratisierung sowie Krieg und Frieden.“ Aus Erfahrung weiß ich, wie politische Vorgaben dieser Art in konkretes Unterrichtsgeschehen übersetzt werden. Der unter dem Aktualitätszwang stehende Chemielehrer wird dann nicht mehr die Grundlagen der Chemie vermitteln, sondern den Schülern erklären, wie ihr persönlicher CO2-Fußabdruck das Weltklima schädigt. Unterricht wird dann zur Bühne für politischen Aktivismus, der die Schüler spaltet und entzweit. Der emeritierte Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz kritisierte solche politiknahen Unterrichtsinhalte, die sich vom Fundament der Wissenschaft entfernen, als „Schulungskurse für Political Correctness“. Was der heutigen Schule nottut, wäre die Rückbesinnung auf ihre Kernkompetenz. Am Gymnasium ist das seit jeher die Einübung in wissenschaftliches Denken. Das wäre die beste Gewähr dafür, dass die Schüler Verführern aus der politischen Arena mit wachem Verstand begegnen könnten.

Vereinzelung durch eine Unterrichtsmethode

Zu allem Überdruss hat seit einigen Jahren ein didaktisches Prinzip an Boden gewonnen, das den Zusammenhalt der Schüler von innen her untergräbt: das individualisierte Lernen. In der Gemeinschaftsschule ist die Aufteilung der Schüler nach ihren Begabungen aufgehoben. Da in den heterogenen Klassen ein vernünftiger Klassenunterricht nicht mehr möglich ist, soll das „individualisierte Lernen“ das Unterrichtsgespräch ersetzen. Jeder Schüler arbeitet einen auf sein Leistungsvermögen abgestimmten Lernplan ab. Dabei hat das Verstehen aus eigener Kraft Vorrang vor der Erläuterung durch den Lehrer. Da dieses Lernprinzip vor allem den guten Schülern nützt, gehen Eltern leistungsschwächerer Schüler damit kritisch ins Gericht. In Internetforen beklagen sie ein „Rattenrennen“ um die ersten Plätze, die zu einer neuen Form von Stigmatisierung – einige sprechen von „perfider Selektion“ – geführt habe. Verstörend ist, dass ausgerechnet die Parteien, denen das Menschliche in der Schule und das soziale Wohlergehen der Schüler so sehr am Herzen liegt, einer Pädagogik das Wort reden, die die Vereinzelung in der Klasse und die Separierung der Schüler in „gut“ und „schlecht“ fördert. Die schülerzugewandten Lernmethoden entpersonalisieren den Unterricht und berauben ihn seiner wichtigsten Produktivkraft: der affektiven Lehrer-Schüler-Beziehung.

Die Schwächung, ja Auflösung des Klassenverbandes durch das individuelle Lernen kommt einem Kulturbruch gleich. Die Klasse ist für die Schüler nicht nur Lernort, sie ist auch Ort der sozialen Auseinandersetzung, der Selbstbehauptung und Rollenerprobung. Und sie ist Schutzraum vor den Zumutungen rabiater Lehrer, schulischer Dramen oder persönlicher Krisen. Welchem Erwachsenen hat sich „seine“ Schulklasse nicht ins Gedächtnis eingegraben? Wem ist „seine“ Klasse nicht als der Ort vor Augen, in dem man Jahre seines jungen Lebens an der Seite von Freunden und Kameraden zugebracht hat? Diesen Ort preiszugeben, um eine zur heiligen Kuh erklärte Schulform – die Gemeinschaftsschule – verwirklichen zu können, ist eine pädagogische Ursünde. Schlimmer noch: Es ist ein unsozialer Akt, weil er den Kindern einen wichtigen Schonraum raubt und sie als Einzelwesen auf sich selbst zurückwirft. Wir sollten die Klasse als Organisationsform der Schüler unbedingt verteidigen. Der darin eingeübte Gemeinsinn ist unverzichtbar für das soziale Miteinander, auf das unsere Demokratie angewiesen ist.

 

Ingo Kampf | Mi, 17. November 2021 - 11:05

…der mich zu der Erkenntnis bringt, weshalb trotz der großzügigen Besoldung, nur noch wenige Lehrer werden wollen. Es muß eine Schulwende eingeleitet werden. Lehrer müssen wieder mehr Autorität bekommen und von ihren Vorgesetzten massiv unterstützt werden. Ich war 23 Jahre mit einer Lehrerin verheiratet und weiß wovon ich hier schreibe. Ein Wirtschaftsbetrieb wäre bei dem Chaos im Nu pleite!

...werter Herr Kampf.

Wie oft schon habe ich mich gerfagt wie dieses oder jenes Fehlverhalten nur möglich sein kann.
Die Antwort war stets ...es handelte sich um den Öffentl. Dienst, oder ähnliche, durch unsere Steuern finanzierte "Unternehmen".

es gibt dort keinen Leistungsbezug.
Befördert wird noch immer wenn man lange genug seinen Arxxx platt gesessen hat.

Wolfgang Jäger | Mi, 17. November 2021 - 11:20

Das alles ist wunderbar zutreffend und realitätsnah analysiert!
Die nächsten Jahre lassen nicht im Entferntesten erahnen, dass es hier eine Kehrtwende gibt.
Die links-grüne-woken Elitesoldaten in Bildung, Kultur und eben auch in der Politik haben hervorragende Arbeit geleistet. Und sie sind noch nicht am Ziel. Die Weltrettung, die Klimarettung und die ach so offene und tolerante Multi-Kulti-Gesellschaft hat sich noch lange nicht zur Zufriedenheit derer entwickelt, die da an der Front kämpfen. Aber sie stoßen quasi auf keinen Widerstand und haben leichtes Spiel. So geht Kulturrevolution!

Urban Will | Mi, 17. November 2021 - 11:57

Was mir bei diesem durchaus guten, die Probleme „beschreibenden“ Artikel fehlt, ist das klare Benennen von Ross und Reiter, gerade, was die Politik betrifft. Unter dem Absatz „Ursachen“ ist nicht viel zu finden.

Kleidung, Figur, Musik, etc. sind schon seit vielen Jahren Gründe für Mobbing, alles nicht schön und bedenklich, aber es kam noch etwas viel schlimmeres dazu.
FfF, Cancel – Culture und damit zusammenhängend die Weigerung zur offenen Diskussion, das politische Mobbing, das hat klar erkennbare Gründe.
Herr Werner umschifft geschickt das Nennen der eigentlichen Ursache.
Einmal, irgendwo gg. Ende, fällt der Begriff „Linksliberal“. Das wars.
So kommt man nicht weiter.

Der bis ins ehemals bürgerliche Lager hinein wirkende links – grüne Mainstream hat die Schulen durchseucht.
Die Grünen mit ihrer Weltenrettungs – Ideologie, haben es perfekt geschafft, sich v.a. die leicht beeinflussbare, politisch nur wenig gebildete Jugend einzuheimschen.
Das konnten schon andere...

Ich habe da mehr meine Zweifel, zumal der roten Faden alle Themen berührt, egal ob Corona, Finanzen, Migrationspolitik &&&!
Zu DDR-Zeit hätte man von Sabotage gesprochen!

Es geht doch schon los mit den einfachsten Dingen wie deutsch sprechen, Disziplin halten (& da braucht keiner ein abgerichteter Papagei zu sein!),
aber vor allem das lernen von Selbstdisziplin & eben lernen.

Aber - Aber
Herr Werner, aber auch z.B. unsere Werte Frau Wallau sind einsame Rufer in der Wüste, trotz des Fingers in die richtige Wunde legen. Muss bei diesen Thema an Reinhard Mey denken: "halte du Sie mir dumm" & ich persönlich sage dazu weiter: Hurra - so lässt sich nach kommunistischer Art regieren.

Und des weiteren denke ich an eine 1000%-ige Genossin in höchster Ebene der Schulbehörde, die bis zum Schluss im DDR-Schuldienst war & dann nach Bayern übersiedelte, während Werkzeugmacher trotz Arbeitskräftemangel die 1,5 Jahre bis zur Übersiedlung auf den Friedhof arbeiteten.
Nachtigall, ich hör ihr trapsen

Tomas Poth | Mi, 17. November 2021 - 11:57

Aktivist, das ist ein Kampfbegriff aus der kommunistisch, sozialistischen Bewegung die vor 100 Jahren ihr Unwesen begann.
Das Motto: Wer nicht mit uns ist der ist gegen uns.
In diesem Ungeist versucht erneut die kommunistisch/sozialistisch Bewegung, auch mit grüner Tarnfarbe, die Gesellschaft zu unterwandern und zu zerstören.
Mit dystopischer Klimahysterie versucht sie ein Angstpotential aufzubauen, um die Massen in ihrem Sinne zu beeinflussen und die Macht über alles zu gewinnen.

Christa Wallau | Mi, 17. November 2021 - 12:35

Alle, die sich, wie hier Herr Werner, um eine Rückkehr zu vernünftigen Zuständen im Bildungsbereich bemühen u. an die Politik appellieren, sich auf die Kernkompetenz von Schule zu besinnen, werden nicht ernst genommen. Vielmehr verspottet man sie als Ewig-Gestrige, welche die Lehranstalten preußisch-militär. Prägung zurück haben wollten. Das ist natürlich Schwachsinn, wird aber erfolgreich kolportiert.

Schulen sind heute nicht mehr geschützte Lern- u. Bildungsorte für Kinder u. Jugendliche, an denen ihnen die notwendigen, wichtigsten Fähigkeiten, Fertigkeiten u. Lerninhalte vermittelt werden. Sie sind vielmehr zum Experimentierfeld gesellschaftspolitischer Ideen/Vorstellungen verkommen.
Die deutschen Schulen der 60er/70er-Jahre des verg. Jhdts. waren sehr gut; denn ihre Abgänger konnten sich in jeder Hinsicht sehen lassen: Sie beherrschten a l l e die Basiskompetenzen u. brachten zusätzlich entweder die für praktische o. akademische Berufe benötigten Bildungsvoraussetzungen mit.

Walter Bühler | Mi, 17. November 2021 - 13:04

Während man in der DDR trotz aller Ideologie und trotz allem Fähnchenschwenken die sachliche, "polytechnische" Ausbildung der Jugendlichen und auch die wissenschaftliche Zielrichtung nie ganz aus den Augen verloren hat, geht es bei der grünroten "Erziehung" neben dem Fähnchenschwenken anscheinend nur noch darum, eine pseudopolitische Eloquenz zu züchten, die die Parolen auf den Fähnchen möglichst schön mit eigenen Worten wiedergeben kann.

Die natürliche Neugier, die natürliche Anlage zum Forschen bei Kindern und Jugendlichen wird darum im heutigen Schulunterricht durch ständige systematische Unterforderung fast ganz erstickt.

Ein Lehrer muss heute eigentlich nur noch vorgedruckte Arbeitsblätter (quasi vorgedruckte Fähnchen)
- verteilen,
- einsammeln und
- korrigieren können.

Nur selten muss er ein Arbeitsblatt erstellen.

Gott sei Dank ist nicht jeder Lehrer mit dieser öden Tätigkeit zufrieden.

Spiegelt sich In der Schule aber nicht auch der kulturelle Zustand unseres Landes?

Kristine Pews | Do, 18. November 2021 - 10:42

Wenn ein Schüler bei uns zum Training kommt, sein aber Klassenkamerad fernbleibt, frage ich , ob er in der Schule war oder krank ist. Und meistens bekommen ich einen verständnislosen Blick, denn es wurde gar nicht wahrgenommen, ob er da war.
Eine andere Beobachtung: In unserem Verein verstehen sich die Schüler prima. Keiner zeigt eine Abneigung gegen den Anderen, ob im Trainingslager oder bei Turnieren. Außer normalen kindlichen Kabbeleien. Aber so wie die Kinder wieder in ihrer Klasse sind, ist die Verbindung zwischen ihnen abgebrochen, falls sie nicht vorher schon befreundet waren, ob Grundschule oder Gymnasium.
Ich glaube, auch ein Grund ist der fehlende gemeinsame zu Fuß gehende oder mit öffentlichen Verkehrsmittel Weg zur Schule und zurück. Kinder, die das dürfen, gehen ganz anders miteinander um.

H. Stellbruch | Do, 18. November 2021 - 10:48

Die Entwicklung an den Schulen ist ein Zeichen einer dekadenten Gesellschaft, die sich wie der Pawlow'sche Hund angesichts gewaltiger nationaler und globaler Herausforderungen wie Massenimmigration, Inflation, Schuldenberg, globalen Machtverschiebungen und Kriegsgefahr in detaillierter Nabelschau mit Übersprungshandlungen beschäftigt.
Erst eine veritable Krise wird der Gesellschaft die Notwendigkeit radikaler Reformen vor Augen führen - oder den Weg in das nächste sozialistische Experiment bahnen. Der Kampf um die Bildung an den Staatsschulen ist verloren. Rette sich (seine Kinder) wer kann!

bestätigen leider Ihren Kommentar, wer/e Fr/Hr Stellbruch.

Welche Grabenkämpfe ich da erleben durfte....unfassbar.
Denn nicht nur die Schüler mobben sich untereinander. Die Eltern, oft genau die deren Kinder mobben, stehen ihren Kids da in nichts nach.

M. E. sollte der Föderalismus i. S. Schule (nennt sich hochtrabend Kultur) aufgegeben werden.
Es sollte nur noch ein Ministerium geben.
Ein Bildungsministerium.
Alle Landeskultusmin. abschaffen.
Das sind überteuerte u. oftmals mit der Sache überforderte Verwaltungsmenschen, mit dem Hang nach Höherem (Gott bewahre uns davor!) zu streben.

Dann können Eltern auch wieder sorgloser innerhalb unseres Landes umziehen, da Bildung landesweit gleich wäre.

Bei allem Elend, dass ich im kommun. Rumänien erdulden musste, muss ich das Schulsystem ein wenig loben:
- Alle Schulkinder hatten das gleiche Buch und es wurde von Deckel zu Deckel durchgearbeitet. Die Lehrer durften kein Kapitel auslassen o. schieben
- Umzüge in eine andere Schule, auch mitten im Schuljahr, waren dadurch kein Problem
- Die Inhalte, z.B. zwischen Mathe und Physik, waren aufeinander abgestimmt
- In die nächste Stufe (Berufsschule o. Gymnasium -> Hochschule) kam man nur über eine Aufnahmeprüfung. Es wurde der ganze Lehrstoff (z.B. Mathe + Physik) geprüft. Da wurden die Chancen, in Absprache mit den Lehrern, schon vorher ernsthaft eingeschätzt
- Es gab Industriegymnasien aus denen man, nach 13 Jahren im Laufrad, mit Abitur und einem erlernten Beruf herauskam
- Für (Fach)Schüler und Studenten aus anderen Regionen gab es Internate
- Der Unterricht (bis auf Geschichte: nur "Engel") war frei von Ideologie.

In D steht das Bildungssystem ideologisch bedingt vor dem Kollaps.

Bernhard Marquardt | Do, 18. November 2021 - 11:10

Wie alle totalitären „Bewegungen“ dieser Welt
haben sich auch die links-grünen Jakobiner umgehend um die Indoktrination der Kinder und Jugendlichen „gekümmert“. Im Bildungswesen läuft das, Kenner dieser Entwicklung wissen, bereits seit vielen Jahren. Immer dort, wo die selbsternannten „Fortschrittlichen Kräfte“, heute als „woke“, bezeichneten, die Bildungs- und Schulpolitik in die Fänge bekamen. Ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Nach einem kurzen Marsch durch die Instanzen dominieren sie die Bildungsministerien und die Schulbehörden. Von dort aus lassen sich Lehrinhalte und Bildungsziele auf dem Verordnungsweg bis in die kleinste Dorfschule durchsetzen.
Die links-grünen Volkserzieher haben längst die Bundeszentrale für politische Bildung bpb zum eigenen Sprachrohr gemacht:
„Im Unterschied zum Rechtsextremismus teilen sozialistische und kommunistische Bewegungen die liberalen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – interpretieren sie aber auf ihre Weise um.“ (2008!)

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