- Vielleicht ist „der Wessi“ auch bloß eine ostdeutsche Erfindung
Ein „Wir“, das ein „Die“ braucht, um sich zu bilden, schafft keine gemeinsame Identität, sondern nur eine gemeinsame Nicht-Identität. Da muss „der Ossi“ schon höllisch aufpassen, dass er nicht nur dadurch zum „Ossi“ wird, dass er kein „Wessi“ ist. Eine Replik auf Mathias Brodkorb.
Dieser Beitrag ist eine Replik auf „Der Ossi als Avantgarde“ von Mathias Brodkorb.
-
Monatsabo (im 1. Monat) 2,00 €
Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden.
Der erste Monat kostet 2,00 €, danach 9,80 €/Monat.
Ohne Abo Lesen
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
Für mich ist die Frage, die darüber steht, weniger, ob es Ossis und Wessis gibt, und was sie auszeichnet, oder Migranten und Nicht-Migranten, Muslime und Buddhisten oder sonst eine Gruppe. Früher gab es Deutsche auch einfach deswegen, weil man eine Sprache teilte, mehr untereinander als mit anderen verheiratet und befreundet war, und man relativ zu den Bindungen ans Ausland mehr in einem gemeinsamen Diskursraum gelebt hat.
All das hat sich die letzten Jahrzehnte soweit geändert, dass sich mir die Frage zu stellen scheint: was verbindet mich überhaupt mit irgendeiner Gruppe, die über meinen direkten Freundes- und Kollegenkreis hinaus geht?
Gibt es irgendwas (außer dem gegenseitigen Versprechen, dass jemand meine Rente zahlt), das mich mit irgendwem in D mehr verbindet als mit irgendwelchen anderen Menschen? Ich hätte immer gesagt, dass ja, aber diese Bezüge und gemeinsamen Sichtweisen scheinen sich eher aufzulösen.
sehr geehrter Herr Michaelis...
Nicht zuletzt darum, dass uns unsere Identität, unser Land, unser Sicherheitsbedürfnis ja sogar unsere Sprache, dem multikulturellen Zeitgeist geopfert wurde. Die Ergebnisse dessen, sind jedem verdamten Tag sichtbar. Haltung zu zeigen ist wichtiger als jegliche politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Vernunft .
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik
Hallo Herr Frank, sehe ich ganau so wie Sie.
Ich denke, das ist kein rein deutsches Phänomen: Was verbindet den Bauern in Yorkshire mit dem Yuppie aus London, oder den Ölarbeiter aus Texas mit dem Islamogauchisten in New York? Die Entfremdung mit den Mitbürgern und dem Land fällt uns in Westeuropa nun jedoch auf die Füße, weil keiner dazu bereit ist, für die Gruppe, mit der er nix zu tun hat (und die ihn oft sogar verachtet), im Fall der Fälle in den Krieg zu ziehen. Die normative Kraft des Faktischen muss zuschlagen.
Hierzu der O-Kommentars eines westdeutschen Akademikers nach der Flüchtlingskrise 2015 im persönlichen Gespräch: also ihm sei der geflüchtete syrische Arzt näher als der ostdeutsche „Hartzi“ im Plattenbau.
Lieber Herr Michaelis,
danke für die gute Ergänzung. Jetzt, wo Sie es schreiben, fällt mir erst auf, dass man den Text auch ein bisschen als gedankliche Identitätssuche lesen kann, wofür die Ost-West-Debatte dann nur der Anlass wäre. Ich denke, wie Ihnen geht es vielen Menschen da draußen. Ich frage mich auch immer häufiger, was "uns" als Land eigentlich noch zusammenhält. Die deutsche Sprache kann es, für die Erkenntnis reicht eine Fahrt mit der U-Bahn, nicht (mehr) sein. Aber was ist es dann? Für mich ist es, wie ich im Text auch schreibe, der Kulturraum, dass ich mich in Sterzing fast genauso daheim fühle wie in München. Gleichwohl kenne ich die Strecke München-Gardasee durch viele Urlaube und Radreisen einfach am besten. Und oft ist einem das ja am nächsten, was einem vertraut ist. Vorschlag: Wir, Sie und ich und alle Foristen, suchen einfach weiter. Vielleicht kommt die Erkenntnis.
Beste Grüße
Meine Generation hat die DDR in voller Länge miterlebt. Und, lieber Herr Krischke: ich wate knietief in Deja Vus.
JA, wir haben uns im Osten die Demokratie erkämpft. Und gerade deshalb sind wir wütend, in einem Maße, das sich kaum noch steigern lässt. Dass man nämlich genau diese Demokratie zu einer Trumann Show macht, zu einer Scheinveranstaltung, zu einer Fassadendemokratie, in der der wesentlichste Bestandteil der Demokratie ausgehebelt wird: die Gewaltenteilung.
Dem Westen fehlen in einem Punkt alle roten Lampen: Was hier passiert, ist der Absturz in eine Diktatur. Und das passiert, wie immer in solchen Fällen mit der Heuchelei, dass man die Demokratie retten wolle.
Nein, man will sie nicht retten. Woke Ideologie hat im letzten Jahrzehnt die Macht übernommen. DIE wollen sie behalten.
Jetzt aber wird sie angegriffen – von der AfD. Dem wird man sich mit allen demokratischen (legitim) betrügerischen (illegitim) und notfalls gewaltsamen (verbrecherischen) Mitteln entgegenstellen.
Es handelt sich im Augenblick noch um eine sog. 'wohlwollende Diktatur' - aber trotzdem schon eine erwachende selbige..., sehr schön auszumachen an der fast schon 100%-igen Meinungsdiktatur im öffentlichen Raum und dem aktiven Aufbau und der staatlichen Unterstützung von diversen (linken) diktaturaffinen Hilfstruppen.
Das mit dem 'Wohlwollen' kann sich aber auch noch ändern... ..., schneller als manche denkt.
Vielleicht sind die von Ihnen erwähnten roten Lampen tatsächlich dezidiert ostdeutsch.
Beste Grüße
Weil durch eigenes Erleben und durch die Erfahrung, satt durch angelesenem Wissen. Das ist ein himmelweiter Unterschied !
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik
Trotzdem regieren seit 1945 oft Franken Bayern.
...oder meinen Sie das ernst?
da nach dem Fall des "eisernens Vorhang" wurden im Ostblock die Menschen, die aus dem Westen kamen sofort als solche identifiziert, durch ihren flair und auftreten, und selbst noch 10-15 jahre danach war dem so, und natürlich sind hiermit nur die ohne jegliche Sprachbarieren gemeint.
Bürger der DDR and dem Sturz des SED Regimes
beteiligt waren. (Ich benutze das Wort der „Friedliche. Revolution“ mit Absicht nicht )
Klar auch, dass die großen Demonstrationen in Großstädten der DDR stattfanden. Auf dem flachen Land dem größten Teil der DDR bekam man Anfangs wenig mit….. aAuch das Westfernsehen hielt sich anfangs diskret zurück.
Das am Anfang gar nicht die Deutsche Einheit gefordert wurde sondern lediglich Reformen wie freie Wahlen, Reisefreiheit unabhängiges Fernsehen samt Presse, Verbesserung der Versorgungslage u.a. heißt „einen Sozialismus mit menschlichen Anglitz“ Das das am Ende nur Wunschdenken war wurde relativ schnell klar.
Freiheit, zumindest die der „alten Demokratie“ ist mit sozialistische Strukturen nicht machbar.
Das die Freiheit schmerzhafte Umbrüche erfordert war den wenigsten klar. Das die alten SED Kader mit den Westtreuhändern sich die goßen Teile der DDR aufteilten, geschenkt.
Aber eine Alternative zum Wiedervereinigung mit all ihren Brüchen und Macken gab es m M nicht. Hätte der Westen den Osten allein laufen lassen, wäre es unbeschreiblichen chaotisch geworden….
Allerdings geht es mir wie einem Vor- Kommentator der knietief von einem Deja - vu zum anderen watet .,….und es wird immer schlimmer …...
Und das ist genau der Punkt. Wir die um die 50 geborenen in der DDR sozialisiert, das ganze politische und wirtschaftliche System bewusst erlebt haben, haben auf „ unsere Demokratie“ einen ganz anderen Blick weil aus einer ganz anderen Perspektive.
Wenn ich dann noch bei der Berichterstattung im ÖRR verarscht werde wenn’s zur Haltung passt, sage ich nur wehret den Anfängen. Alles schon einmal erlebt. Wie gesagt ……
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik
Wäre die Wiedervereinigung nicht gekommen (bei mir war sie nur verschüttet, aufgegeben hatte ich den Gedanken aber nie), wäre die DDR in den Händen der Stasi geblieben – mit etwas freundlicher Ansicht, getarnt und so verlogen wie heute unsere Demokratie. Wozu diese Herrschaften in der Lage waren, haben Sie doch gezeigt: Sie haben sich mit den Westbänken verbündet und das wieder vereinigte Land übernommen. Darunter leiden wir jetzt.
eine eigenständige DDR hätte letztendlich keine Chance gehabt, weder wirtschaftlich, noch kulturell.
Nicht "unsere Demoratie", sondern "unsereDemokratie", also die verlogene Anscheinsdemokratie ohne echte Volkssouveränität.
Überlegungen nach hätte man die Ostbestände besser schützen müssen, bis der Osten, die Regierungen und Bewohner selbst über Kapital verfügt hätten.
Was passierte aber?
Der Osten kaufte "wie verrückt" Westprodukte und schwächte damit seine eigenen Produkte?
"West"Firmen bekamen Subventionen, wenn sie Ostfirmen übernahmen?
Okay, man hätte nicht jahrelang warten können, bis der Osten zu seiner Produktivität gefunden hätte, aber die Subventionen hätten die "West"Firmen zurückzahlen müssen, vor allem, wenn die Betriebe nicht weitergeführt wurden?
Die Länder/Bundeshaushalte hätten dann über ausreichend Geld verfügt, anderen und VORZUGSWEISE Ostbetrieben auf die Beine zu helfen?
Die riesigen Gewinne von Versicherungen etc. hätten höher besteuert werden müssen, da auch durch die Transfers ermöglicht?
War das Herr Prof. Zinn oder Zink, der in "Sozialismus" ganz gut erklärte, wie der Finanzkapitalismus durch dies ganze Gebaren zum Turbofinanzkapitalismus wurde?
DRAMA HOCH DREI
Nachsteuern...
Nix bunt, Nicht viel mehr als Grundnahrungsmittel. Einen Kopf Salat und einige blass rote Tomaten auf Zugteilung zur Jugendweihe unsere Tochter 1985 ?
Wir haben uns aus Polen Ananas Gläser mitgebracht die im Keller für „was besonderes“ auf den Tusch kommen sollten. Am Ende waren sie schlecht weil sich keiner getraut hat sie zu essen.
Reden Sie nicht über Dinge die Sie nicht beurteilen können.
I.ü. War es ein ehemaliger Finanzminister der SPD heute BSW der strikt sich gegen die Wiedervereinigung ausgesprochen hat. Schon vergessen ?
MfG a d Erf. Rep.
einen milderen?
Danke für Ihre Schilderung, aber so wurde nunmal die westdeutsche Wirtschaft zuerst gestärkt!
Andererseits gingen ja auch Hunderttausende aus dem Osten nach dem Fall der Mauer in den Westen.
Da passt es wieder.
Lafontaine irrte meines Erachtens, weil er die Sehnsüchte und Befindlichkeiten des Osten nicht ausreichend verstand.
WIR SIND EIN VOLK.
Das konnte Kohl besser, aber auch Willy Brandt.
Jetzt kann ihm doch auch seine Gattin zeigen, was Ostdeutschland ist, mit allen Ecken und Kanten, aber auch großen Traditionen und Kultur.
Das ist nunmal mein Ding, ich kann aber auch Schönheit dort sehen, wo sie sich NOCH NICHT entfaltet hat.
Bananen habe ich nie gemocht(Respekt), aber Äpfel, Birnen etc.
ist doch durchaus korrekt..., oder sind Sie wirklich derart Dünnhäutig...?
Ich im übrigen empfinde speziell Ihre Beiträge idR verwirrend und oft als unlogisch aufsummierte Gedanken..., ohne Faden einfach niedergeschrieben...?
>> Aber auch das ist vollkommen korrekt und okay!!
PS: ...die einzig makellosen Beiträge hier sind natürlich meine... ... 😉 /Ironie & Spaß 🤣
kommt in fast allem zum Vorschein was uns ausmacht - selbst im Besser-Wessi / Jammer-Ossi 'Konflikt'... ... 🤔
Und alles was WIR vor 1949 GEMEINSAM hatten lebt tiefer in unserer Gesellschaft als viele wahr haben wollen. >> Ich empfehle dringend 'Das weiße Band' (Film), wer wissen will wo wir (gemeinsam) her kommen, in der jüngeren Geschichte.
PS: habe Ihre Replik noch nicht gelesen...
der Rest bleibt...!! Im Grunde meinen wir dasselbe...
[PS: Ich hätte wohl doch besser den Artikel vorher lesen sollen..., und nicht nur auf die Überschrift reagieren... Es hat mich wohl 'überrumpelt'... ...😉 Entschuldigung!]
Lieber Herr Veit, Sie können gerne vorher kommentieren, wenn Sie hinterher trotzdem lesen. ;) Beste Grüße
- dann doch. Grüße zurück...
Baujahr 1986 - ganz schön schlau für dieses Alter...
Und hierzu gehört eben ein total anderes Wahlverhalten als im Westen. Und das hat offensichtlich Gründe, sonst gäbe es dieses andere Wahlverhalten ja nicht.
Es leben kaum noch Menschen, die das Dritte Reich oder die Flucht, bzw. das Leben vor der Flucht noch in Erinnerung haben. Und wenn, dann betrifft diese Erinnerung nur ein paar Jahre.
Aber die DDR ist noch da, sie ist noch in den Köpfen. Und wer heute sieht, dass in diesem Land bspw. polizeiliche Ermittlungen aufgenommen werden, weil jemand den größten Lügner (Merz), sogar nur indirekt einen Lügner nennt, also schlicht die Wahrheit sagt, dann müssen in ihm Erinnerungen an das aufkommen, was – oh doch! Denn auch wenn nicht alle mitmachten, man ließ es aber geschehen und verhinderte es nicht! - 1989 eigentl. beendet wurde. Heute wird übrigens ein Politikwechsel auf das Dreckigste von (v d Regierung bezahlten) „NGOs“ bekämpft.
Die DDR ist wieder am Kommen. Und der Ossi wichtiger denn je.
Und gute Journalisten auch! Sie sind einer.
>> "die DDR noch im Kopf"☝, insbesondere in der älteren Ossi-Generation. Deshalb und wegen der deutlich unterschiedlichen insb. 40 Jahre im Osten vollständig fehlenden Vermögensbildung im Nachkriegsaufschwung und eines dazu konträren hohen Vermögensniveaus in den alten Bundesländern (einschl. Pensions- und Eigentums-Versorgunsspeckgürtel - Unternehmensanteile und Immobilien z.B.), wählen Ost- und West so unterschiedlich, mMn.
Alte Ideologien spielen da mMn eher keine wesentliche Rolle, auch nicht 'ich wünsche mir die DDR zurück'..., und die Stasi hat auch keinen Einfluss mehr, außer im VT-Umfeld.
Schade ist, dass heute die positive! gesamtdeutsche Historie vor 1948 so wenig Raum einnimmt im gesellschaftlichen Bewusstsein, außer die 12 Jahre Schande selbstredend..., die werden von den heutigen Meinungsmacher:innen und dem ÖRR-Medien mittlerweile gezielt missbraucht um heutige politische Konkurrenz klein zu halten. Es gab allerdings auch etwas Deutsches davor... - auch Gutes... 🤔
Lieber Herr Will,
das Argument mit dem Wahlverhalten - auf das ich im Text ja nicht eingehe - habe ich als Reaktion auf meinen Text auch schon gelesen. Ich finde die Behauptung aber gewagt, dass man im Osten ein "total anderes Wahlverhalten" hätte. Beispiel 1: In Baden-Württemberg regierte jetzt viele Jahre ein Grüner, was in Bayern undenkbar wäre. Will heißen: Auch im "Westen" gibt es krasse Unterschiede zwischen den Bundesländern. Beispiel 2: Ja, im Osten ist die AfD nochmal stärker als im Westen. Gleichwohl ist der wachsende Zuspruch für die AfD ja ein bundesweiter Trend. "Total anders" wäre für mich, wenn im Osten gegen den bundesdeutschen Trend gewählt werden würde. Z.B. wenn dort die FDP die stärkste Partei wäre oder so. Das ist aber nicht der Fall. Ich denke, dass sich der Trend im Osten einfach nur schneller entwickeln kann, weil die etablierten Parteien dort 40 Jahre lang keine Vorfeldstrukturen aufbauen konnten. Das ist dann aber nicht Identität.
Beste Grüße
Ben Krischke
meinte ich in erster Linie die Tatsache, dass eben die AfD dort fast doppelt so stark ist wie im Westen. (OK, doppelt ist nicht "total")
Obwohl ein Komplott aus Politik (sämtliche Altparteien), Kultur und v.a. Medien seit Jahren auf das Schlimmste auf diese Partei einschlagen.
Gipfelnd in von der Politik (also Altparteien, da die Blauen nirgends regieren) gesteuerten „Verfassungsschützern“, die – teilweise mit hanebüchenen Begründungen – die AfD als „gesichert“ rechtsextrem einstufen. Und den Verbotsforderungen.
Das sind in der Summe Zustände,wie man sie in totalitären Ländern sieht.Zwar werden Wahlen hier noch abgehalten, aber – den Begriff verwende ich nun schon seit langem – Demokratie wird nur gespielt, indem man die wichtigste und größte Oppositionspartei außen vor lässt.Ich gehe davon aus, dass Sie sich auskennen in der Geschichte und dass das, was von Blau heute kommt, früher von d CDU kam und dass die AfD so viel mit der NSDAP gemeinsam hat wie Rieslingschorle und Himbeersaft.
nach der Wende viel Zeit und vor allem viel Vertrauensvorschuss im Osten, sich bekannt zu machen.
Es gab auch vergleichbare Parteistrukturen in der DDR, allerdings, wie ich dann doch meinen würde, "auf dem Kopf stehend".
Deutschland ist kein linkes Land, aber ein vielfältiges, siehe jetzt die Grünen im Westen.
Wir sind insgesamt föderal aufgestellt, mit einem stark verankerten Rechtsstaat.
Auch mit einem starken Gefühl für Gerechtigkeit.
Die AfD mag Probleme haben mit ihren Bezüglichkeiten, sie erwächst m.E. aber aus dem Empfinden von Ungleichgewichten und Unzulänglichkeiten.
Das ist teils "fatal", dem kann aber abgeholfen werden, vor allem durch eine erneuerte CDU.
Ich kann hier doch gar nichts bewegen, außer ein paar Erinnerungen zutage befördern.
Die CDU regierte bestimmt nicht ganz falsch und auch mit der SPD, aber jetzt braucht es Verlässlichkeiten, trotz oder gerade wegen der vielen Unsicherheiten.
Schade, dass es soweit gekommen ist, aber wir haben es nach wie vor in der Hand.
Danke, Herrr Krischke, dass Sie sich hier einbringen, und auf Herrn Wills Kommentar zum Wahlverhalten antworten.
Denn genau daran hatte ich bei Ihrem Text auch gedacht.
Die ZEIT hatte nach der BTW'21 die Ergebnisse mit Wahlergebniskarten bebildert (heute noch im Netz zu finden), und es ist frappierend, wie stark man bei der Einfärbung bei manchen Parteien die alte BRD und DDR erkennen kann, und zwar vor allem hinsichtlich der AfD, der Grünen und der Linken.
Das ist für mich ein eindeutiges Indiz für einen Mentalitätsunterschied, zumal mit AfD und Linke nun 2 Parteien von beiden Enden des Spektrums repräsentiert sind, und ich die Grünen hinsichtlich ihrer Programmatik auch nicht als eine Partei der Mitte wahrnehme.
Dass es im Osten nur daran liegt, dass die etablierten Parteien dort 40J keine Vorfeldstrukturen aufbauen konnten, glaube ich nicht, denn die etablierten Parteien (v.a. zB die FDP als mittige „liberale“ Partei), sind über das gesamte Bundesgebiet gleichsam „verschmiert".
Wer zur Wendezeit in Bayern geboren wurde, kann kaum nachvollziehen, welche grundstürzende Veränderungen die Wiedervereinigung östlich der Elbe mit sich brachte. Diese Veränderungen und ihre Folgen leben in den Familien weiter. Sie waren sehr konkret und zurecht schreibt der Autor, dass in den Familien über Konkretes gesprochen wird, auch heute noch. So,wie die Vertreibungsgeschichte der Familie Krischke noch weiterwirkt. Die arrogante Hemdsärmeligkeit mit der Westdeutsche die Trümmer der ostdeutschen Wirtschaft übernommen haben war vielleicht noch verkraftbar. Das Unverständnis, dass man, um bestimmte Positionen erreichen zu können, nun mal Parteimitglied sein musste,diese aber dann reichte um degradiert zu werden,um Platz für oft mittelmäßige Westimporte in Behörden und Verwaltungen zu schaffen, das waren Kränkungen, die nachwirken. Und ja, man ist im Osten aufmerksamer, was Machtausübung angeht. Man hat da eben so seine Erfahrungen. Es gibt ein Deja vue. Man sollte es ernst nehmen.
auch verknüpft mit "Grausamkeiten".
Ich glaube dennoch, dass die friedliche Revolution zumindest das einforderte.
Die Menschen wurden auch nicht festgesetzt.
Ihre Reputation verloren sie vielleicht auch nur, wenn sie in der DDR keine hatten.
Im Westen kannte niemand die Leute.
Ich war Mitte der 80er im Haushalt der Familie Prof. Paul Willert unterwegs:)
Eine wunderbare Zeit.
Meine Lieblingsschriftstellerin war Christa Wolf.
Ich wuchs aber global auf und gewissermaßen "unberührt" von der Teilung Deutschlands, die aber m.E. Sinn machte nach 2 Weltkriegen.
Deutschland war einfach zu stark und damit es wieder ganz zu sich kommen kann, inmitten Aller, ist Aufarbeitung besser als wachsendes Ressentiment..
Das Land der DDR konnte nicht "verscherbelt" werden, weil daraus die neuen/alten Bundesländer wurden, aber evtl. hatten Ostdeutsche kaum "Zugriffserfahrung" auf ihr Land, anders als der Westen?
2 Weltkriege, 40 Jahre DDR, brachialer Umbruch und dann "Massenmigration"?
Wer kam denn darauf?
wie ich einem sehr späten Interview mit Frau Maischberger entnehmen konnte.
Ich tippe aber auch nicht auf Frau Merkel, die vielleicht nicht so leicht Kanzlerin der CDU werden konnte, wenn es die jahrzehntelange Anstrengung von Frau Süssmuth RIP nicht gegeben hätte, wie Herr Prantl m.E. zurecht überlegt.
Gute Reden übrigens.
Nein, ich habe mir so in den letzten Jahrzehnten überlegt - kann falsch sein - dass die CDU keinesfalls eine reine Kanzlerpartei war und ist.
Sie scheint mir eine Partei der "Granden" und da würde ich - mit Vorbehalt - für Frau Merkel Herrn Geissler, Herrn Polenz und Herrn Kauder ausmachen wollen.
Keiner der 3 ist in der DDR aufgewachsen und am Verständnis der DDR "fehlte" es m.E. während der Merkeljahre, was ich gerade nicht damit übereinbrachte, dass wir eine ostdeutsche Kanzlerin hatten.
Vielleicht liegt Frau Merkels eigene Zeit noch vor ihr?
Das sind meine persönlichen Überlegungen und ich hoffe auf etwas anderes, aber ich bin auch realistisch, denke ich mal...
… geforderten, sich bestens auskennenden und stets für die Belegschaft eingesetzt habenden Betriebsratsvorsitzenden? I wo - der alte Betriebsleiter, gehasste SED-Kader und Politapparatschik wurde es, denn so einer wusste, wie man die Leute ausspielt, intrigiert, auch „mal durchgreift“, und so den Anforderungen auch der neuen Herren wieder „gerecht“ wird.
DIESE offensichtliche Doppelzüngigkeit hat mir die Augen dafür geöffnet, dass „wir“ im Gegensatz zur DDR-Propaganda halt „westlich“ indoktriniert werden, was mich mit „den Ossis“ seither schon mal verbindet neben allem, was hier auch andere Foristen anführen.
Und DAS ALLES vom tiefsten Gefühl her zu verstehen, tut sich auch ein gutwilliger „Wessi“ schwer, lieber Herr Krischke – es ist, wie mir Michel Friedmann 1996 im Bundestag anlässlich einer Holocaust-Gedenkstunde sagte „Das Wissen allein genügt nicht. Es muss die Seele dazu kommen, damit aus dem Wissen Verständnis werden kann.“ Ein sehr kluger Satz, wie ich finde.
„Das Wissen allein genügt nicht. Es muss die Seele dazu kommen, damit aus dem Wissen Verständnis werden kann.“
Wohl wahr, ein sehr kluger Satz.
Es gibt wenige, die intrinsisch aus der Seele heraus das Verständnis haben, und manche, die es aufgrund von ähnlichen, übertragbaren Erfahrungen oder Beobachtungen entwickeln. Aber viele eben nicht.
... genauso den nachfolgenden Herren Schulze, Klepel und Stamer und natürlich Herrn Krischke für sein sichtliches Bemühen, in dieses Thema mal hineinzuleuchten.
Ein Beispiel: 1990 wurde ich im Frühsommer als "Sonderberichterstatter" für eine große Transport-Fachzeitschrift in die DDR nach Jena geschickt, weil ich dort im Frühjahr als Freund eines Gewerkschafters zu einem Informations-Austausch mit dortigen Staatsgewerkschaftern mitfahren durfte.
Beim VEB Jena war alles, was mit Transport zu tun hatte, konzentriert, vom Taxi bis zu den städtischen Bussen, von allen Lkws bis zu den Umzugswagen. Das riesige Betriebsgelände in bester Stadtrandlage hatte sich zwischen Frühjahr und Frühsommer "Mercedes" besorgt für seinen ersten großen Stützpunkt Ost, und ich las derweil "bei uns" immer nur was von Stasischergen, SED-Kaderschweinen (sorry, bin Bayer) und "Rote Socken-Seilschaften".
Aber wen hatte "Mercedes" als Stützpunktleiter eingesetzt? Den von der mehrhundertköpfigen VEB-Belegschaft ...
...mit all den Leuten, die nach dem Fall der Mauer aus dem westlichen öffentlichen Dienst kamen und mit "Buschzulage" Aufgaben im Osten übernahmen? Meistens waren das etwas zweifelhafte Figuren, die im Westen nichts geworden waren oder nichts werden konnten. Genau die haben z.B. den Begriff "Besserwessis" erzeugt. Im weit entfernten "Ländle" habe ich auf Urlaubsreisen ausschließlich Sprüche gehört wie - "unser ganzes gutes Geld geht jetzt in den Osten".
Und so etwas soll alles vergessen sein? Ich bin jetzt bald 73 Jahre alt, wurde an der "Zonengrenze" in Niedersachsen geboren, und kann mich noch sehr gut an Zustände erinnern, wie westdeutsche Land- und Forstwirte sich im Zuge der "Abwicklung der DDR" sofort auf die Suche nach Liegenschaften im Osten machten und meistens mit allerlei juristischen Tricks auch fündig wurden. Dass die jüngere Generation so etwas wenig interessiert, kann ich nachvollziehen, trotzdem geht mir die Verdrängung dieser Dinge etwas zu schnell.
Zwei Sachen möchte ich aufgreifen: 1. Ja, Systembrüche hatten auch andere zu verkraften, z.B. im Ruhrgebiet. Nur, in Osten erfolgten diese Zusammenbrüche mitunter im Laufe von wenigen Monaten, hatten also eine ganz andere Wucht und damit auch Qualität. 2. Demokratie: Die Wende kam nicht aus dem Nichts bzw. wurde nicht von einigen Erwählten vollzogen. Ostdeutsche konnten sich über Jahrzehnte auf zwei Wegen (West- und Ostmedien) informieren und verschiedene Sichtweisen vergleichen, Westdeutsche grundsätzlich auch, aber ich fürchte, dass keiner von diesem "Angebot" Gebrauch machte. Ostdeutsch waren hingegen von früh auf mit Vergleichen und kritischem Analysieren beschäftigt. Außerdem gab es im Osten eine starke soziale Durchmischung, Arbeiter und Akademiker standen im steten Austausch. Aus diesem Humus bildetet sich letztlich eine sehr kritische Einstellung zur DDR (ich schätze, 80% der Bürger), die zunehmend zur Forderung nach echter Demokratie führte und letztlich zum Herbst 89...
West: Vermarkte dich. Baue eine Fassade auf, mehr scheinen als sein, das ganze Leben ist Kaufen und Verkaufen..
Ost: Ich bin wie ich bin, die können mich mal. Mehr sein als scheinen.
Die Ostdeutschen haben durch ihre 40 jährige Erfahrung mit einer Diktatur in all ihren Facetten ein gewisses Grundmisstrauen gegen jede Politik aufgebaut. Hinzu gekommen sind die bösen Erfahrungen, die sie in der Nachwendezeit mit vielen Westdeutschen - und da meine ich nicht nur die kriminellen Machenschaften der Treuhand - gemacht haben. Jeder Ostdeutsche hat da was beizusteuern, kennt Details. Man hat die Westdeutschen als arrogante, kalte Besserwisser kennengelernt. Die Fremdbestimmung durch die sowjetische Besatzungsmacht im Verein mit der SED ist durch die Besatzung der Westdeutschen in Ministerien und fast allen Behörden ersetzt worden. Man fühlt sich als Fremder, als Minderberechtigter im eigenen Land. Und so ist das Misstrauen gegen alles Westdeutsche gewachsen, einschließlich der Bundes- und Landesregierung, die ja eindeutig westdeutsch dominiert sind. Dazu kommt die Vermögenskluft. Die Ostdeutschen sind eindeutig die armen Verwandten. Sowas schafft Neid und Missgunst.
Die AfD ist die Rache des Ostens am Westen.
Ich habe immer noch die westliche Behauptung in den Ohren nach der Wende: "In unserer gefestigten Demokratie wäre so etwas wie die DDR-Diktatur nie passiert."
Pustekuchen, jetzt passiert es, und viele merken es nicht mal.
Beispielsweise , der Ossi hat sich an die SED verkauft, zu kaufen gab es kaum was, und nach der Wende wollte er lieber Ware kaufen als sich selbst zu verkaufen.
Wie gefällt Ihnen diese pauschale Einschätzung?
Niemand kann sich der Vergangenheit entziehen.
Herr Krischke spottet über die Bedeutung der DDR für sein Leben, indem er sie mit dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation vergleicht. Als „Wessi“ (die Anführungszeichen heißen, daß ich in der Bundesrepublik Deutschland großgeworden bin, das muß man bei diesem Artikel dazusagen) habe ich den Untergang der DDR live miterlebt. Dieses Ereignis hat sich mir tief eingeprägt. Das HRR kenne ich wie Herr Krischke nur aus Geschichtsbüchern. Wer jedoch darüber nachdenkt, sieht seine Vergangenheit überall. Warum haben wir in Deutschland kein Versailles, aber viele kleine Versailles? Warum gibt es in jeder mittleren Großstadt renommierte Theater und Opern, nicht nur in Paris und Lyon? Warum gibt es in Deutschland historisch evangelische und katholische Gebiete mit unterschiedlichen kulturellen Bedingungen und keine Einheitskonfession wie in Frankreich oder Schweden? Warum gibt es diese Vielfalt in Deutschland, die zugleich Schatz wie Last ist?
Nur leider hat 'Historie an sich'! in der heutigen 'Mobile Devices'-Welt keine allzu große Strahlkraft mehr auf die Gesellschaft..., und der 'Informationsauftrag' des ÖRR endet auch primär beim Endlos-Widerkauen der Deutschen Schande im Dritten Reich - grundsätzlich natürlich auch zu Recht... - und des WK I+II... ..., und geht geschichtlich selten darüber hinaus, zumindest nicht in dem Maße in dem es für die jüngere Generation, welche zur/nach der Wende geboren wurde, für die Ausbildung einer eigenen 'Deutschen Identität' notwendig wäre... - und DIE, die jüngere Generation, hat nun wirklich garnix mehr mit dem dritten Reich zu tun, wird aber systematisch damit 'beladen'..., nach dem Grundgedanken: 'Deutsch ist schlecht... ... - wir müssen uns schämen!'
Ja auch, aber nicht nur...!!
Schon in den Höhlen der Steinzeit haben Oma & Opa (senex) den Kindern vor dem Einschlafen Geschichten erzählt, in denen vieles vorkam, was sich für die Kinder am nächsten Tag als nützlich erwiesen hat.
Aus den Erlebnisberichten von uns Alten ist "die Geschichte" entstanden, das Verständnis der Vergangenheit als das Labor der Zukunft.
Von Rom bis Washington wird daher der Gedanke gepflegt: ein guter Staat sollte von einem Senat (senatus), von einem Rat von Senatoren oder Opas geleitet werden.
In der hektischen Gegenwart fällt es mir als Opa leider etwas schwer, selbst etwas neues zu lernen. Die nächsten Generationen scheinen mich auch nicht mehr unbedingt als Wissensquelle zu benötigen. Sie glauben, dass sie (über das Handy und mit KI) Zugang zu allem Wissen dieser Welt haben, viel schneller als durch die langatmigen Geschichten des Großvaters.
Dennoch: aus alter Gewohnheitzu durchstöbere ich den staubigen Raum der Vergangenheit weiter nach neuen Geschichten.
Nix für ungut.
Kurze Kosenamen und Schimpfworte sind recht unhandliche und fehlerhafte Werkzeuge, um miteinander über schwierige Sachverhalte reden zu können. Das gilt für Ost-Pefkes und West-Piefkes.
In ihrer mangelhaften Präzision gehören sie zur "Einfachen Sprache". Sie ähneln Seifenblasen, die meistens irgendwann platzen.
Aber manchmal öffnen sie auch durchaus neue Perspektiven. Ich glaube, dabei kommt es hauptsächlich auf den guten Willen an, den anderen, MIT dem man (oder ÜBER den man redet), auch tatsächlich verstehen zu wollen.
Nix für ungut!
Köstlich, Herr Buehler, ein vergnüglicher Abendabschluß, danke!
Wenn es dabei "Schatzi, Maus, Nazi... usw." ein 'Problem' gibt, dann meißtens doch nur weil sich jeder selbst 'zu wichtig' nimmt, respektive seine Meinung...?
Klar vertrete ich selbst auch meine Meinung gerne 'bis auf's Messer', wenn ich davon überzeugt bin und das Thema für 'wichtig' halte - aber 'wichtig" eben in Anführungszeichen...
Und auch "Schatzi, Mausi, Nazi, Sozi, Ossi, Wessi, Assi, Ami usw. ..." haben alle eine Existenzberechtigung..., und auch Maja T. ... 🤔
Das ist 'der Schlüssel' - mMn.
Puh lieber Herr Krischke!Da haben Sie aber ein Fass aufgemacht;)! Doch nach Studium aller Kommentare bewahrheitet sich wieder einmal,dass solch eine, ich nenne es mal seriöse Diskussion auf Augenhöhe wahrscheinlich nur im Cicero möglich ist. Brodkorb versus Krischke, ein unschlagbares Team! Beim Stichwort bzgl. gemeinsamer Identitätsfindung abseits der bekannten Klischees oder Generationen,musste ich unwillkürlich an meine in großer Zahl gemachten "Urlaubsbekanntschaften" aus aller Herren Länder denken.Da spielte die Herkunft, bei mir sofort am Dialekt-Mischmasch aus Pfälzisch-Schwäbisch-usw. erkennbar,nur eine untergeordnete Rolle.In trauter Runde waren wir neben unseren neuen englischen und französischen Urlaubsbekannten schlicht die Deutschen.Punkt. Egal ob aus dem Hunsrück, Berlin oder sonst wo her. Und mit jedem Gläschen mehr verwuschen sich nicht nur Aussprache sondern auch die durchaus vorhandenen aber gutmütig tolerierten Unterschiede und Macken.Ich bin dann mal weg! LG
