Deutschlands Torwart Manuel Neuer klatsch nach dem Spiel in die Hände
Deutschlands Torwart Manuel Neuer mit der Regenbogenbinde, die kurze Zeit für Aufregung sorgte / dpa

Debatte um Münchner Allianz-Arena - Verlogener Regenbogen

Die Kritik an der UEFA, die es ablehnte, die Allianz-Arena gegen die ungarische Regierung zu politisieren, offenbarte die Doppelmoral von Politikern wie Heiko Maas. Denn ausgerechnet die politische Klasse praktiziert für sich selbst ganz ähnliche Regeln wie die UEFA

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Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

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Porträt Mathias Brodkorb

Weltmeisterschaften sind so etwas wie die kleinen Kinder der Olympischen Spiele und Europameisterschaften deren Enkel. Jenseits von kulturellen Unterschieden, religiösen Überzeugungen oder weltanschaulichen Gewissheiten treten Sportler als Repräsentanten ihrer Nationen regelmäßig in Wettstreit miteinander.

In der Antike galten derartige sportliche Wettbewerbe in erster Linie als Mittel zur Verehrung des Göttervaters Zeus. Erstmals durch Siegerlisten nachweisbar im Jahre 776 v. Chr. hielt die Tradition mehr als 1.000 Jahre. Alle vier Jahre reisten Sportler nach Olympia auf der Halbinsel Peloponnes, um im Stadionlauf, Diskuswurf, Weitsprung, Speerwerfen oder Ringen gegeneinander anzutreten. Über die Jahrhunderte kamen immer weitere Disziplinen hinzu.

Es muss Burgfrieden herrschen

Wiederbelebt wurde die antike Tradition erst im Jahre 1896 auf Initiative des Baron Pierre de Coubertin mit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen. Er knüpfte dabei nicht nur äußerlich an die antike Tradition an, sondern wollte den Olympia-Gedanken zu einer modernen „Religion“ erheben, die sich der „Sache des Friedens“ verschreibt: „Die Idee des Friedens ist ein wesentlicher Bestandteil des Olympismus (…). Für jedes ausschließlich nationale Empfinden muss dabei ‚Burgfrieden‘ herrschen, oder, um es anders auszudrücken, jedes Nur-National-Empfinden muss dabei vorübergehend auf Urlaub geschickt werden.“ Im Geleitzug der Wiederbelebung der olympischen Idee entstanden weitere internationale Wettbewerbe, so im Jahre 1930 die Fußballweltmeisterschaft und im Jahre 1966 die Fußballeuropameisterschaft.

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Ernst-Günther Konrad | So, 27. Juni 2021 - 09:07

Eigentlich entsprechen Ihre Ausführungen dem gesunden Menschenverstand und den sich durch die UEFA selbst gegebenen Statuten. Eigentlich.
Es ist in den letzten Jahren immer offener zu Tage getreten, das die von Ihnen hier benannte Empörungsgesellschaft, sich bei vielen Themen häufig auf Recht und Gesetz beruft, wenn es aber um die eigene politische Agenda geht, genauso wie Steuertrickser verhält und versucht mit Winkelzügen, Gesetzeslücken oder eben durch Uminterpretieren ihre "Gutmenschendenke" durchzusetzen. Haltungsjournalisten, Politiker fast aller Couleur, sog. gemeinnützige Organisationen, sie wollen auf den Zug aufspringen, sich anbiedern und selbst mal ein bisschen Politik machen und im Rampenlicht stehen. Und ja, es sollte natürlich nur eine politische Botschaft an Orban, seine Ungarn und die Welt sein, als erzieherische Maßnahme gelten und Bekenntnis sein, zu den "Guten" zu gehören. Neuer & Co. dürfen gerne ihre politische Meinung bei der nächsten WM in Katar kund tun.

...Sie ersparen mir einen eig. Kommentar.

Sie haben es auf den Punkt getroffen.

Und wir wissen es seit langem.

Nur leider will von den Verantwortlichen, die die es ändern könnten (z. B. unsere Medien) niemand etwas ändern.

Es ist doch zu schön, stets der eigenen Kaste Zuspruch erteilen zu können und andere Meinungen hart anzugehen.

Objektive Presse.....die gab es mal...ist aber laaaange her.

zu welchen Schlüssen ein Sozialdemokrat kommt.

Wenn ich Ihrer Logik folge, gab auch das Schaulaufen der Nazis bei der Olympiade 1936 keinen Anlass zu irgendwelcher Kritik.

Sport steht nicht außerhalb unserer gesellschaftlichen und politischen Realität. Fußball schon gar nicht.

Was wurden hier für lächerliche Auftritte inszeniert, als beispielsweise ein Özil demonstrativ das Mitsingen der Nationalhymne verweigerte!

Orban ist ein sich zunehmend menschenfeindlich inszenierender Antidemokrat. Sein jüngstes Gesetz, dass nun also nach Migranten und Juden Homosexuelle diffamiert, ist ein Skandal.

Davor sollte man nicht die Augen verschließen, und sich hinter irgendwelchen Prinzipien verschanzen.

Man sollte vielmehr jenen, die dagegen protestieren - auch, wenn sie nur eine Armbinde tragen (vom AfDler Junge als Schwuchtelbinde diffamiert) - ein Lob zollen.

Es konnte ja nicht ausbleiben, dass @Lenz sich wieder einmal relativierend und moralisierend zu Wort meldet. Woher nehmen die deutschen Gutmenschen eigentlich die Chupze, einem Land wie Ungarn und deren Menschen ihre demokratische Legitimation abzusprechen? Haben wir vergessen, dass Ungarn es war, die die Grenzen in den Westen für DDR-Flüchtlinge geöffnet haben, die uns weitere Flüchtlingsströme durch Schließung der Ostgrenzen erspart haben und wir uns dadurch weiter als "die Guten" in der Welt gerieren konnten? Mit welcher Arroganz stellen wir eine demokratisch legitimierte Regierung einfach in Abrede? Ist Dänemark unser nächstes Moralisierungsopfer, weil die junge sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen eine harte Flüchtlingspolitik betreibt, und das mit voller Unterstützung der Bürger? Wir Deutschen sollten endlich unsere besserwisserische Überheblichkeit, mit der wir anderen Nationen vorschreiben, wie zu leben ist, ablegen.

denn m.E. hat Herr Brodkorb seinen Artikel auch so geschrieben, aber zuletzt weiss nur er das.
Ich bin nicht der Meinung, dass wir mit Ungarn vor einem zweiten 1936 stehen, folge Ihnen Herr Lenz und wahrscheinlich Herr Brodkorb jedoch darin, im Rahmen unserer "verfassten" EU auf die Einhaltung auch ungeschriebener Gesetze zu achten.
Dafür jedoch die ebenfalls sinnigen Gesetze zu missachten, die eine starke Vermischung von Politik und Sport, fast perfekt von den Nazis in Szene gesetzt, verhindern wollen, fällt mir aber nicht ein.
Entsprechend habe ich hoffentlich meinen Kommentar geschrieben.
Ich verstehe den Aufschrei ganzer Gesellschaften und erwarte von Frau von der Leyen eine deutliche Auseinandersetzung mit Ungarn.
Die selbständige Sexualität von Menschen beginnt nicht mit 18 Jahren.
Sexualkundeunterricht an Schulen findet zurecht viel früher statt und hoffentlich in all seiner Breite.
Ich bin dennoch verärgert.
"Nach" Corona sollte Politik den Sport, Spiel und Spannung fördern.

... mit welcher apodiktischen Sicherheit manche Menschen über andere Menschen Urteile fällen können.

Die Griechen hatten wenigstens noch Respekt vor Zeus. Sie wussten, dass menschliches Handeln tragisch enden kann, und für Christen gab es gute Gründe, das letzte Urteil Gott zu überlassen.

Heute dagegen: Manche wollen, was sie morgens in der Zeitung lesen, mittags vollstreckt sehen. Was soll diese unnötige Juristerei samt Gerichten! Vertrauen wir doch den medialen Schnell-Richtern, und steinigen wir einfach die, zu deren Steinigung wir in den Medien aufgerufen werden!

Obwohl ich kein Bewunderer Helmut Kohls war, habe ich die Umgangsformen, den die etablierten Parteien (einschl. der Merkel-CDU) nach seinem Sturz ihm gegenüber praktiziert haben, als abstoßend empfunden. Orbán zeigte hingegen menschlichen Charakter und hat sich den menschlichen Kontakt nicht verbieten lassen.

... hoffen wir mal alle, dass es kein Zeitalter mehr gibt, wo dies gefordert wird - so weit entfernt scheinen wir davon nicht mehr zu sein und die Farben scheinen ebenfalls schon festgelegt ;)

Hr. Konrad, mehr als Verlogenheit vermag ich auch nicht zu erkennen. Alle die auf Ungarn einschlagen kennen offenbar nicht den Gesetzestext oder mißbrauchen den Text für ihre politischen Belange.
Die LGTBI-Lobby schlägt hier zu, um ihr Selbstverständnis, ihre persönliche Normalität zum Normbegriff für alle zu machen.
Aber zeigt gerade dies womöglich daß sie sich selbst dann doch nicht als so normal ansehen?

Romuald Veselic | So, 27. Juni 2021 - 09:08

Absolut richtig. Die deutschen Psychosen stets im Belehrungsmodus zu bleiben und in Ultimoschleife sich als Erfinder des Guten/Wahren im Raum zu projizieren, beginnt widerlich zu werden.
Wobei Neuer, dessen Heimatmannschaft das Logo v. Qatar Airways am Trikot trägt, sollte es wissen, wie homophob das Heimatland dieser Fluggesellschaft ist. Abgesehen davon, dass Qatar Hamas Terror offen gg. Israel unterstützt.
Das erste, was Neuer tun sollte, dem FCB Geschäftsführer zu sagen, auf Qatar Sponsoring zu verzichten. Dann wäre der Multimillionär vom Starnberger See vielleicht glaubwürdiger.

Werner Peters | So, 27. Juni 2021 - 09:13

Also Herrn Maas dürfen Sie nicht kritisieren. Der ist doch wegen Ausschwitz in die Politik gegangen. Der Mann ist der Innbegriff des guten Deutschen. Wollte kürzlich doch eine Art Marshall-Plan machen, um den Amis Demokratie beizubringen.

Walter Bühler | So, 27. Juni 2021 - 09:58

Ich weiß nicht, ob Sie in der SPD noch aktiv sind.

Hier in Berlin jedenfalls kuscht die SPD seit Wowereit im vollautomatischen Reflex vor jedem Ansinnen der lgbtqia+-Gemeinde wie früher die CDU/CSU vor der katholischen Kirche. Diese gemeinsame Unterwerfung unter die Herrschaft der Regenbogenfahne ist der wahre Kitt der RRG-Koalition in dieser Stadt.

Manchmal wundere ich mich regelrecht, wenn in Berlin außer der Regenbogenfahne auch die Europa-Fahne und gelegentlich sogar die deutsche Fahne gehisst wird. Inzwischen gilt das auch für die evangelische Kirche usw.

Ich kenne Herrn Maas nicht persönlich, und es ist gut möglich, dass er persönlich aus ehrlichen Motiven heraus handelt. In meinen Augen gehört er dennoch zu den schlechtesten Außenministern, die Deutschland je hatte. Er kann es halt nicht. Es bleibt aber die Frage offen, wie so jemand überhaupt in eine so wichtige Position gelangen kann.

Diese Frage muss vor allem die SPD beantworten. Fragen Sie doch mal nach.

Frau Merkel hat Maas nach Berlin geholt damit er AKK im Saarland nicht im Wege steht. Die SPD ist doch dankbar für jedes höhere Pöstchen.
AKK hat damals einen glänzenden Wahlsieg gegen Martin Schulz eingefahren… weil die Saarländer RRG verhindern wollten.
Schöne Grüße

Manfred Bühring | So, 27. Juni 2021 - 10:12

Chapeau Herr Brodkorb! Sie bringen es auf den Punkt. Das deutsche Moralisieren ist mittlerweile unerträglich geworden. Man darf gespannt sein, ob Manuel Neuer in Katar bei der WM 2022 seine Regenbogenbinde trägt, um der gehenkten Homosexuellen und der gesteinigten Frauen dieser islamischen Diktatur zu gedenken.

Urban Will | So, 27. Juni 2021 - 10:22

„Sport zu Politik, Politik zu Sport und... Toooor? Fast...

In ca. 1 ½ Jahren beginnt die WM in Katar.
Homosexualität ist dort verboten, es drohen Haftstrafen und Peitschenschläge.

Unsere XXS – Außenminister – Karikatur Maas wird dann - hoffentlich!!! - nicht mehr im Amt sein, es wird eine/n anderen geben (die „Völkerrechtlerin“ Baerbock? Habeck?). Ob die hohe Politik hinfährt?
Brav auf der Tribüne das Deutschland – Fähnchen schwenkt? … letzteres war nur n Witz...
Vielleicht ja ein Regenbogen – Fähnchen...

Mal gespannt, ob Neuer seine Regenbogenbinde mit in den Koffer packt.

Weltpolitiker Reiter wird bestimmt erreichen, dass die Arena ihren Regenbogen in die Welt hinaus strahlt und „Zeichen“ setzt, man wird in 2000 Jahren noch über dieses Ereignis in den Geschichtsbüchern lesen, über die „guten Deutschen“, die der Welt nach '45 ihre Moral friedlich vor die Füße legten in der Hoffnung, dass sie sie doch nun endlich annehme und eine bessere werde.

Freuen wir uns auf dt. Haltung!

Achim Koester | So, 27. Juni 2021 - 10:43

Es war schon im Entstehungsstadium klar, dass es OB Reiter nicht um die Belange sexueller Randgruppen, sonder in erster Linie um einen politischen Angriff auf Ungarn, insbesondere Viktor Orbán ging. Die Empörung der "Guten", die in der Absage der UEFA einen Affront gegen ihre Werte sahen, hat wieder einmal, wie so oft, die Absicht umdefiniert, und Homophobie vorgeschoben, um von der offensichtlich politischen Aktion abzulenken. Auch wenn die UEFA in vielerlei Hinsicht nicht die oberste Moralinstanz verkörpert, hier gebe ich ihr recht.

Karl-Heinz Weiß | So, 27. Juni 2021 - 10:50

Homosexualität ist in Katar verboten. Der Münchner Stadtrat hat nun ein Jahr Zeit, für den Zeitraum der WM 2022 eine Resolution zur Illuminierung der Arroganz-Arena vorzubereiten.

Markus Michaelis | So, 27. Juni 2021 - 10:56

Es geht nicht nur um die Formalie, ob an bestimmten Orten gewisse Symbole unterbleiben, es sollte auch um die Inhalte selber gehen und um den demokratischen Grundsatz, dass andere politische Ansichten als politische Wettbewerber zu akzeptieren sind (auch mit echten Chancen Wahlen zu gewinnen).

Im tonangebenden Zeitgeist herrscht einerseits eine maximale Weltoffenheit (im Selbstbild) - und das bei einer ziemlich bunten Welt mit jeder Menge Ansichten, die sich widersprechen und hier kaum toleriert würden. Andererseits wird es bei konkreter Politik im eigenen Land eher immer enger - ist der Eindruck. Man kämpft (zunehmend?) gegen schlimmste Feinde, die unmenschlich, menschenverachtend, undemokratisch, rechtsextrem, verfassungsbrechend etc. sind.

Bei der Komplexität kann glaube ich jeder nur ein Bauchgefühl haben, aber mein Bauchgefühl sagt, dass der momentane politische Zeitgeist hier schief hängt und nicht so demokratisch, frei und realistisch ist wie das Selbstbild.

Christa Wallau | So, 27. Juni 2021 - 11:08

Bei uns herrscht inzwischen der pure Furor der "Gutmenschen"! Der kommen Sie mit Logik nicht mehr bei.

Wer fest davon überzeugt ist, daß er - auf Grund seiner einzig richtigen u. allein selig machenden Weltanschauung - dazu berufen ist, aller Welt sagen zu müssen, wie sie zu handeln hat, der ist abgedriftet in Welt der ekstatischen Glaubensverkünder. Savonarola läßt grüßen.

Allerdings sind die meisten heutigen Eiferer - im Gegensatz zu vielen ihrer Vorgänger in der Geschichte - gar nicht ernsthaft bereit, erst einmal s e l b e r die Konsequenzen aus ihren Lehren zu ziehen, um dadurch ihren rational denkenden Kritikern auch nur ansatzweise glaubwürdig zu erscheinen. Daher müßten die "Gutmenschen" eigentlich längst entzaubert sein. Aber in dieser Hinsicht zeigt sich beim deutschen Volk eine tragische Unterentwicklung.

Das alte Sprichwort "Dummheit und Stolz
wachsen auf einem Holz" bewahrheitet sich im heutigen Deutschland wieder einmal auf's Trefflichste!

Helmut Bachmann | So, 27. Juni 2021 - 11:28

als die SPD noch von Leuten geführt wurde, die solche Dinge verstanden haben, habe ich die SPD gewählt. Heute sind diese Leute nur noch Außenseiter in der Partei von Schmid, Schumacher, Wehner, Vogel, Dohnanyi u.a.. Das Niveau ist geradezu unfassbar gesunken. Agitation, Mundtotmachen und auch Gewalt scheinen wieder Mittel der Politik zu sein. Nichts gelernt aus Weimar, ach aus der ganzen Menschheitsgeschichte: nichts gelernt, GRR und CSU in M.

Heidemarie Heim | So, 27. Juni 2021 - 11:37

Köstlich sehr geehrter Herr Brodkorb;)! Über politisch instrumentalisierte Doppelstandards-und Moral anstelle von Argumentation und respektabler Diskussionskultur rege ich mich nur noch im Rahmen besonders krasser Fälle auf, was wohl auf einen wie immer gearteten Gewöhnungseffekt hinweist. Oder heißt es Gewohnheitseffekt? Na egal, so oder so irgendwer schießt sich irgendwie doch immer ins eigene Knie beim Versuch seine Wertvorstellungen gottgleich jedem zu verordnen, denen er bei genauerer Prüfung und Hinsehen jedoch selbst nicht standhält oder sich sogar als Heuchler entlarvt. Wie gesagt, in der Politik erwartet man es mittlerweile fast schon. Von den Darstellern in den Medien ganz zu schweigen. Aber ich bin dann doch ein bisschen gespannt auf die symbolträchtigen bunten Gesten und Aussagen, dem Gratismut aller Beteiligten 2022 in Katar wenn die Ehrenlogen voll besetzt sind;). MfG

Juliana Keppelen | So, 27. Juni 2021 - 11:41

den ich niemals hätte so elegant beschreiben können.
Was unsere dressierten Politbärchen in der EU und in den diversen Staaten vorneweg wir Deutschen seit ziemlich geraumer Zeit an Heuchelei, Bigotterie und Unfähigkeit zur Schau stellen ist nicht mehr zu toppen. Da wird ohne Not aus dem Bauch heraus agiert ohne Sinn und Verstand und oh Wunder so "Gipfelt" man von einer Krise in die nächste Krise. Bei wem will man eigentlich mit so einer (Nicht)Politik punkten, bei wem will man sich da Fleißsternchen verdienen? Wahrhaft die Welt und die EU hat Probleme ohne Ende und was macht die EU? sie kümmert sich um die Sitzgelegenheit von F.v.d. Leyen, kämpft mit Regenbogenfarben gegen das Böse in der Welt, schießt sich in ihrer unübertroffenen Gutheit durch Sanktionen ins eigene Knie, will die böse Gas-Pipeline am besten nicht ans Netz gehen lassen wenn man schon den Bau nicht verhindern konnte usw. Das schlimmste aber ist, dass Besserung nicht in Sicht ist.

Wolfgang Jäger | So, 27. Juni 2021 - 12:32

"Sich mit der ungarischen Regierung auseinanderzusetzen, bleibt daher auch weiterhin die Aufgabe der Politik – und nicht des Sports. Die deutsche Nationalmannschaft hat schon genug damit zu tun, das Runde ins Eckige zu befördern. Das bewies ausgerechnet das Spiel gegen Ungarn."
Das reicht nicht. Man muss sich mit der Ideologie und der Mission der LGBTIQ-Lobby auseinandersetzen und deren Mission kritisch hinterfragen. Und das reicht bis hin zur Gender-Ideologie. Und man muss auch den Mut haben, dieser Lobby die Grenzen ihres Einflusses aufzuzeigen. Das und nichts anderes tut das ungarische Gesetz. Insofern sollte man nicht gegen Ungarn und Orban Bashing betreiben, sondern man sollte den Mut haben, sich dem Konformitätsdruck der links-grünen Lobbyisten zu widersetzen. Orban und sein Parlament haben die richtigen Signale gesendet!

Kurt Kuhn | So, 27. Juni 2021 - 13:08

Als sich Manuel Neuer im TV-Interview nach dem Spiel mit der bunten Armbinde im Gesicht herum fummeln musste, habe ich abgeschaltet… nicht nur den Fernseher.
Dass der Bus der ungarischen Fußballmannschaft bei einer Stadtrundfahrt vor dem Spiel zwei Stunden lang von den „guten“ Münchnern blockiert worden ist, war den deutschen Medien keinen Halbsatz wert. Die Verkehrsblockade wurde erst nach Intervention des ungarischen Botschafters von der Polizei aufgelöst.
Der offizielle lokale Vertreter Ungarn wurde vom Münchner OB ausgeladen, er durfte dem Spiel nicht beiwohnen.
Eine Hymne auszupfeifen ist ganz einfach schäbig!

Die Regenbogengesellschafft hat sich somit ein Eigentor geschossen. Der Spielstand nach dem „Eigentor der UEFA“ (so die ZDF-Bewertung bzgl. des Verbots der bunten Arenabeleuchtung) ist damit mehr als wieder ausgeglichen.
Um die andere Hälfte „unserer bunten Wahrheit“ zu erfahren, muss man ungarisches Satellit-Fernsehen gucken.

Danke für den guten Beitrag!

so meine Nachricht an den DFB. Grobes Foulspiel schon vor dem Spiel. Ich hoffe sehr, dass die Engländer das dann auch bestrafen werden, falls das bekannte Englische Fairplay nicht auch schon dem Zeitgeist geopfert worden ist. So etwas darf nicht noch mehr belohnt werden.

Aber Herr Kuhn, Manuel Neuer wollte mit der Regenbogenarmbinde bloß für Qatar üben, sich praktisch warmlaufen. Dort hat er nämlich vor, ganz in Regenbogenaufmachung aufzutreten, von den Stollen der Schuhe bis zur Hutkrempe. Man sollte ihm zu diesem mutigen Vorhaben schon im Voraus gratulieren.

W.D. Hohe | So, 27. Juni 2021 - 13:21

... materiell und imateiell.
Herr Neuer sollte mit seiner Armbinde in Budapest vor dem dortigen Parlament demonstrieren.
Aber bitte als Herr Neuer und nicht ohne Namen Deutschlands. Eine Nationalmannschaft vertritt "überraschenderweise" das Land in dessen Farben sie auftritt.
So gab er dem gegnerischen Mannschaftskapitä die "sportliche" Hand und teilte ihm gleichzeitig mit dass dessen politischer Chef ein xy.... ist
Und dies im Namen des Landes für das er "angeblich" spielt.
Weltweit.
Die Ungarn waren es, die seinerzeit tausende aus der DDR Geflüchtete aufgenommen und später nach Deutschland ausreisen ließ. Gegen den Willen der von Russland beherrschten DDR
Der Beginn des anschließenden Mauersturzes und Zusammenbruch der DDR
Aber woher soll das ein Herr Neuer und Münchens OB Reiter wissen.
Von all dem abgesehen handelt es sich ohnehin nur um Pseudo*lichkeiten*
Motto:" Alle mal herhören!!!!!!"
Politik und Missbrauch-
Das Eine nicht ohne das Andere Zwillinge
Ein- oder Zweieiig

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 27. Juni 2021 - 15:15

Herleitung.
Die UEFA hat doch ausdrücklich geschrieben, dass sie angesichts des Kontextes das Begehren ablehnen MUSS.
Sie schreibt doch nirgends, dass es eben nicht angehe, diesen vorbildlichen ungarischen Politiker auf keinen Fall beleidigen zu wollen.
Ich bin nun mal wegen einer Art Cancel Culture - einem Art derzeit "links-grünen" Gegenstück zur liberal-konservativen Links-Grünen-Phobie zurückliegender Jahrzehnte - derzeit sehr vorsichtig mit politischen Äußerungen. Nach dem Artikel eines SPD-Parteikollegen, Herrn Brodkorb, kann ich jetzt zumindest sagen, dass mir die Politik die Fussballfreude kaputtgemacht hat.
Ich schaue jetzt Tour de France, hatte allerdings Sorge, dass nur noch regenbogenfarbige Räder benutzt würden.
Als die Nebenstrassen abgesperrt werden mußten, gab es da große Transparente mit der Aufschrift "Wir müssen uns vor Terror schützen"?
Man mußte und deshalb kann ich das Begehren der Stad München SEHR GUT verstehen.
Sorge tragen sollten wir aber auch für den Frieden

Maria Arenz | So, 27. Juni 2021 - 15:15

Mehr habe ich zu dem Artikel eigentlich nicht zu
sagen. Diese ebenso verlogene wie wohlfeile Art "Flagge zu zeigen "in einer in die gleiche Ricgtung blökenden Herde von billig und gerecht Denkenden" ist einfach nur noch zum Fremdschämen. Und ein Symptom des hoffentlcih nicht noch weiter zu unterbietbaren Niveaus unserer bunten Meinungsmacher samt sich anbiedernder Politiker.

Jörg Stetter | So, 27. Juni 2021 - 19:00

Nun ist die geplatzte Regenbogenaktion inzwischen Vergangenheit.Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen, mal 2 Szenarien gedanklich durchzuspielen. 1. Was wäre passiert,wenn die UEFA dem Antrag stattgegeben hätte.Hätte dann der ungarische Fussballverband auf Geheiss der Regierung die Mannschaft aus dem Turnier zurückgezogen? Halte ich für wahrscheinlich. Nicht auszudenken,wenn Deutschland dadurch kampflos weitergekommen wäre.Die öffentliche Meinung in Europa hätte sich gegen Deutschland gedreht.
2. Hätte es der Münchner Stadtrat gewagt,den gleiche Antrag bei einem Spiel Deutschland-Türkei zu stellen? Die offizielle Türkei ist ja nicht für Homophilie oder Frauenrechte bekannt.
Alles in allem eine heuchlerische Aktion,mit der man Orban und der ungarischen Regierung eins auswischen wollte.
Herr Brodkorb hat völlig recht.Die UEFA hat völlig richtig gehandelt.

W.D. Hohe | Mo, 28. Juni 2021 - 02:08

Durch Löschen und Kopieren entstand etwas Sinnloses
Zitat:
Aber bitte als Herr Neuer und nicht >ohne< Namen Deutschlands.
Muss natürlich heißen
"Aber bitte als Herr Neuer, nicht
> im < Namen Deutschlands."
Manchmal hilft Gegenlesung vor dem Klick

Wolfram Fischer | Mo, 28. Juni 2021 - 09:19

Hervorragend auf den Punkt gebracht, Herr Brodkorb!
Auch ich bin nämlich schon mal gespannt wie ein Flitzebogen, ob meine Abzählfähigkeiten reichen werden, um die vielen vielen Regenbogenarmbinden und -fähnchen der (Selbst)gerechten Berufsempörten zu zählen, die ich dermaleinst in Katar, dem Hort von Frieden und Freiheit allen bunten Lebens, werde bewundern können!
Allein, ich fürchte, ich werde diese meine Fähigkeit, regenbogenbunte Tupfer in den Übertragungsbildern ausmachen und zählen zu können, nicht sonderlich hoch und damit nicht über Gebühr beanspruchen müssen...
Bis drei zählen zu können, das sollte für dieses Vorhaben allemal reichen...