Pflug
Alter Pflug eines bäuerlichen Freiluftmuseums / picture alliance / imageBROKER | Kurt Möbus

Ökofeministische Landwirtschaft - Frauen vor den Pflug!

Nach Ackern ohne Chemie und Gene kommt jetzt das Ackern ohne Traktor. Der Bayerische Rundfunk stellte das Konzept gerade vor. Aus ökofeministischer Sicht ist der Vorschlag allerdings nicht zu Ende gedacht. Eine Glosse.

Ludger Weß

Autoreninfo

Ludger Weß schreibt seit den 1980er Jahren über Wissenschaft, vorwiegend Gen- und Biotechnologie. Davor forschte er als Molekularbiologe an der Universität Bremen. 2017 erschienen seine Wissenschaftsthriller „Oligo“ und „Vironymous“ und 2020 das Sachbuch „Winzig, zäh und zahlreich - ein Bakterienatlas“.

So erreichen Sie Ludger Weß:

Seit Jahr und Tag empfiehlt der öffentliche Rundfunk landauf, landab die Biolandwirtschaft. Die, so lautet die märchenhafte Erzählung, kommt „ohne Chemie und Gene“ aus und arbeitet „mit der Natur“ statt gegen sie. Es ist ein Märchen, aber ein schönes. Die Biolandwirtschaft arbeitet selbstverständlich mit Genen, wobei sie bei deren Veränderung mit krebserregenden Giften und Atomstrahlen nachhilft. Zu ihren „chemiefreien“ Präparaten gehören das Schwermetall Kupfer und Pyrethrum, ein Extrakt aus Giftpflanzen. 

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Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 21. April 2026 - 11:09

Bewunderung für das starke Geschlecht, die Frauen also, geschrieben.
Ich bin ja ein großer Fan der biodynamischen Landwirtschaft und den Traktor kann man doch mit biologischen Krafstoffen beibehalten?
Hat der Autor evtl. die Dimension biologisch-dynamischen Düngens noch nicht erfasst?
Hat die nicht etwas mit Homöopathie zutun oder muss ich noch einmal nachschauen?
Noch einmal geschaut:
Die Demeterdüngemittel enthalten "Schafgarbe, Kamille, Brennessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian" (Wiki)?
Die Apotheke der Natur also.
Das reicht bei uns auch.
Ich würde das niemals irgendjemandem vorschreiben, wer nicht danach strebt, so sei es.
Es gibt sicher viele ähnliche Heilpflanzen, weltweit.
Es soll auch eine "Bodenhomöopathie" geben.
Wie auch immer, ich weiss um die evtl. "Rechtslastigkeit" Steiners, aber dass Herr Sellner wohl irgendetwas mit Homöopathie zutun hat, macht ihn mir nicht sympathischer.
"Mit Natur gegen Natur" wäre für mich ein Unding...

Ich wünsche Ihnen, dass Sie nie in die Situation geraten, an einem Karzinom zu erkranken und auf homöopathische „Arzneimittel“ angewiesen zu sein. Das mag für die Sekte der Amish People akzeptabel sein, nicht aber für fortgeschrittene medizinische Behandlung.

die den Stoffwechsel zur Heilung anregen will, bzw. wieder in die Balance bringen will.
Sogesehen würde ich darauf evtl. nicht verzichten wollen.
Aber Krebs und die meisten schweren Erkrankungen stellen eine starke "Entgleisung" des Stoffwechsels dar.
Das gehört m.E. in medizinische Hände.
Aber auch da gibt es eine ganzheitliche, eine Naturmedizin etc.
Viele Arzneimittel bedienen sich aus der Apotheke der Natur.
Wir z.B. mit ASS/Weidenrindenextrakt oder Baldrian etc.
Ich setze sehr auf Schulmedizin.
Erhalten wir uns bitte...

wie gesagt sind es zwei verschiedene Dinge, wobei bei der Ersteren Substanzen so weit verdünt werden, dass diese kaum nachweisbar sind, und die Wirkung eher auf Glauben beruht, mit Verabreichung eines Placebos vergleichbar.
Dagegen ist die Naturheilkunde ein probates Mittel, wo man sich natürlicher Elemente wie Wasser, Luft, und Pflanzen bedient, um die Gesunheit zu erhalten oder die Gesundung zu beschleunigen.

Ergo, die biologische Landwirtschaf und die Naturheilkunde, die haben mit Homöopathie rein gar nichts zu tun.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do., 23. April 2026 - 07:50

Antwort auf von Dagmar Lubig

ich vermute "Gedächtnis".
In beiden Fällen könnte es etwas mit "re-ligio" zu tun haben.
Danke für Ihre Spezifizierungen.
Ich finde es übrigens wichtig, sich immer zwischendurch klarzumachen, dass "Verkürzung, Verdichtung, Zuspitzung etc." auf 1000 Zeichen von der Form her aufgefangen werden sollten.
Deswegen sehen meine Kommentare teils merkwürdig aus, soviele Anführungszeichen etc.
Uns hilft allerdings, dass wir uns auf längere und umfassendere Texte beziehen dürfen.

"Elitenmedizin" nicht von den Krankenkassen bezahlt werden muss.
Die Mittel sind aber auch nicht besonders teuer.
Warum zeigt man die Wirkung der Homöopathie nicht bei "Pflanzenexperimenten" oder in der "Nanowelt"?
Schon das Wort "Experiment" lässt mich schaudern.
Ich mache es lieber bei mir auf EIGENE GEFAHR, aber es "glaubt" halt niemand.

so stellt sich mir dennoch die Frage, in wie weit „Zivilisationskrankheiten“, zu denen Krebs zählt, durch eine ganzheitliche Lebensweise drastisch minimiert werden könnten. Hier vor allem weniger Streß, mehr Bewegung und weniger industriell stark verarbeitete Nahrungsmittel. Demnach dürfte die Krebsrate bei den von Ihnen zitierten Amish extrem gering sein, denn sie haben weder Streß noch konsumieren sie die vorgenannten Lebensmittel und sie bewegen sich viel.

Ansonsten bin ich kein Gegner der Homöopathie, alles hat seinen Platz, aber auch ein Verfechter der modernen westlichen Medizin. Letztere wird sich der Pleitestaat Deutschland dank grünlinker Politik wohl nicht mehr lange leisten können, insofern hätte sich der Kreis „zurück zur Natur“ wieder geschlossen allerdings für die Mehrheit eher ungewollt.

Ich denke da immer an Hildegard von Bingen, bzw. generell das Leben in Klöstern.
Eine biologisch/-dynamische Anregung des Stoffwechsels ist etwas anderes als Stimulanz durch Düngemittel.
Man kann es doch selbst ausprobieren und sich teils mit Produkten aus dem Reformhaus ernähren.
Das schmeckt einfach ganz anders.
Das ist noch sehr teuer, vielleicht aber unserer Gesundheit zuträglicher.
Bei Krebs vermute ich schon als Laie Zusammenhänge mit (unseren) Hormonen, wobei die Pille oder Vitamin D doch auch Hormone sind?
Das sind mir selbst Männer nicht wert und evtl. ist Vitamin C das pflanzliche Vitamin D.
Ich bedauere sehr, dass die evtl. Entwicklung der Grünen ins Große und Weite m.E. teils problematische Formen annahm.
Dennoch, wenn wir uns fragen, "Wer hat´s erfunden"?
Ehre, wem Ehre gebührt.

Martin | Di., 21. April 2026 - 12:34

Mit ernstem Hintergrund. Ich dachte an unseren "Frühling " der hier einige zeit seine Thesen zum besten gegeben hat. Er würde wahrscheinlich als erster die Ökosozlistische 3-felder-wirtschaft, Askese und Rückschritt fordern. Und er würde vermutlich als einer der ersten verhungern, weil im "vorwärts" nicht das Anspannung eines Friesen oder kaltblüters nebst 3-felder-wirtschaft erklärt wird.
Zum ernsten teil: die naive einfältigkeit dieser ökofreaks lässt mich immer wieder erschauern. Vergessen die Hungersnöte mitten in Europa in Irland, Deutschland, Russland usw mit unglaublich vielen Toten. Krankheiten wie kartoffelfäule. Malthus mit seinem Gesetz vom abnehmenden grenzerteag .
Erst technologie und Fortschritt in der Landwirtschaft, die Erfindung des kunstdüngers (hydro in Norwegen, haber-bosch) haben die Ernährung der Menschheit mit heute über 8 Milliarden Menschen erst möglich gemacht. Mich entsetzt dieser Zynismus dieser ökofreaks, die in die Vergangenheit zurück wollen.

Martin | Di., 21. April 2026 - 12:41

Es ist schlimm, dass das TV so einen Unsinn ohne nachzudenken veröffentlicht. Ich möchte nicht verhungern, an Blinddarmentzündung sterben, dem adligen die prima nocte und den zehnt geben und an meine Scholle gebunden sein. Was sind das eigentlich für gedankenlose spießige Biedermeier, die das wollen? Und warum wird so ein Quatsch im Fernsehen gezeigt.
Es ist phantastisch, welche Fortschritte die welt seit den 80er Jahren gemacht hat. Die meisten der schrecklichen hungerskatastrophen sind vorbei!
Und dann meinen ökofreaks Werbung für ein zurück in die Vergangenheit machen zu müssen? Na, was will man dazu groß sagen, wenn man in einem land, in dem die politische elite der Ansicht ist, das weltklima aus moralischen Gründen retten zu müssen.
Erinnert an die Askese und das büssertum im Mittelalter. Penetentiam agite, zurück zur Scholle.

Ein Zehnt ist ein Zehntel des Einkommens. Die Mehrwertsteuer liegt schon bei 19 Prozent.

Also in dieser Hinsicht ab zurück ins Mittelalter! Der Zehnt wäre die krasseste Entlastung vom Staat den man sich vorstellen kann.

Martin | Di., 21. April 2026 - 18:03

Antwort auf von Peter William

Owt. Schön!

es sind ideologisch verbohrte (Links-)Extremisten, die einer sektenähnlichen Bewegung angehören. Z.B. die ruhende Grüne Ulrike Herrmann, sollten Sie die Herrmann nicht schon „kennen“, so kann ich Ihnen empfehlen, sich ihre Gedankenergüsse bei YouTube zu geben.

Das ist sehr aufschlußreich, denn aus meiner Sicht sagt sie das, was die Grünsekte wirklich will:

Vollständige Enteignung & Entmündigung des Bürgers, Abschaffung der Industrie, der Banken, des Leistungsprinzips, des Geldes, der (Reise-)Freiheit, Essen, Wohnen etc. nur noch über Bezugsscheine - der Staat entscheidet, wer was bekommt! Bevormundung des Bürgers in allen Bereichen durch den Staat! Das alles geht mit der Demokratie nicht, das sagt sie nicht, sie impliziert es aber, das heißt dann auch Abschaffung der Demokratie, sie sind schon dran!

Dagegen sieht selbst der Kommunismus blas aus!

Ingo Frank | Di., 21. April 2026 - 12:45

geworden ?
Die Verfechter der Bio Landwirtschaft sollten sich mal aufs Kartoffelfeld scheren, was nicht gegen Kartoffelkäfer gespritzt ist, und diese samt Larven ablesen.
Die essen nie wieder Kartoffeln oder Produkte die aus Kartoffeln hergestellt sind.
Das Gleich bei Obst. Glauben diese Ökos die Äpfel wachsen alle gleich groß in gleicher Farbe an den Bäumen und halten sich noch viele Monate nach der Ernte und das ohne Spritzen und späterer Behandlung.
Ich habe noch meine Bio Äpfel die am Stielansatz braun werden. Die müssen vor Verzehr ausgeschnitten werden und schmecken immernoch. Allerdings passen die dann nicht in bunte Bio- Bilder
Und zum ackern mit Pferden …… 2% der Werktätigen arbeiten aktuell in der Landwirtschaft. Super ABM Maßnahme,
wenn’s keine Industriearbeitsplätze mehr im Butland gibt.
Mit besten Gruß a d Erfurter Republik

aber genau das ist doch die Absicht hinter der Öko-Bewegung. Ich kaufe grundsätzlich so gut wie keine maßlos überteuerten Produkte mit "Bio-Siegel", weil ich das für skrupellose Käufertäuschung halte, die nur dem Ziel dient, eine steinzeitliche Ideologie zu stützen.

Thomas Veit | Di., 21. April 2026 - 19:07

"Frauen denken noch besser mit als Pferde, ..." 🤔

Also vor'm Pflug wäre ich mir da nicht so sicher..., sonst schon - vielleicht.

/Ironie [iss nur SPASS!! Anwesende sind sowieso ausgeschlossen..., und ich bereue es bereits - ernstlich!]

Dr. Armin Schmid | Mi., 22. April 2026 - 08:51

Mancher hält den BR für einen Staatsfunk der CSU. Das war vielleicht vor über dreißig Jahren so. Ich bin mit dem Hessischen Rundfunk als klassischer "Rotfunk" aufgewachsen. Heute empfinde ich den HR geradezu als ausgewogen.

Gipfel war eine Sendung des BR-Fernsehens vor ein paar Jahren mit Claudia Stamm (Die Grünen) als Moderatorin. Die Tochter des CSU-Urgesteins Barbara Stamm, galt damals als Zeichen dafür, dass jetzt zusammenwachse, was zusammengehört: eine ökologisch geläuterte CSU und ein Bündnis die Grünen, das in der ökosozialen Marktwirtschaft angekommen sei. Thema der Sendung mit jungen Leuten war korrektes Gendern. Abstimmung zu Beginn und Ende der Sendung, ob die Gäste fortan gendern wollten oder nicht, ergab am Ende noch weniger pro Gendern als eingangs, und Stamm drohte weitere Belehrungssendungen an.

BR-TV brauche ich gar nicht mehr. Als Morgenhypotoniker schalte ich beim Frühstücken BR24 ein und bin nach spätestens 5 Minuten auf Betriebstemperatur.

Alex | Mi., 22. April 2026 - 09:26

Organismen zeugen nicht gerade von Weitsicht und Verstand. Wenn der Mensch sich auf die selbe Stufe stellt, wie die Natur, dann ist die Katastrophe vorprogrammiert. Ausschlaggebend ist, daß GMO nicht die gegebenen Versprechen erfüllen, sie setzen den massiven Einsatz patentierter Chemie voraus und sie lösen keine Probleme, sie machen nur deren Hersteller durch Patente reich! Was nicht funktioniert, ist auch kein Risiko wert, so einfach.

Die „Ökolandwirtschaft“ ist wie alles was die Grünen und ihre ideologisch verblendete Blase „erdacht“ haben, es funktioniert langfristig nicht und schon gar nicht erfüllt es die Versprechen, die damit einhergehen sollen.

Wer den Eingebungen der (ruhenden) Grünin Ulrike Herrmann lauscht, der wird schnell sehen, wo die Reise hingeht: Armut und Unfreiheit für alle, keine Industrie, selbstversorger-Landwirtschaft ohne Technik, kein Geld, keine Banken, kein Eigentum, kein Individualverkehr…..

Schöne neue grüne Welt, ich jedenfalls freue mich NICHT drauf!!