Wolfgang Thierse und Julia Ruhs
Auch SPD-Urgestein Wolfgang Thierse äußert sich gegenüber Julia Ruhs zum Thema Corona / Screenshot NDR

Öffentlich-rechtliches Fernsehen - Warum Julia Ruhs’ „Klar“ fortgesetzt werden muss

Die dritte Folge von Julia Ruhs’ „Klar“ zum Thema Corona ist ein ambitionierter, wenn auch nicht fehlerfreier Versuch, die Pandemie und ihre gesellschaftlichen Folgen journalistisch aufzuarbeiten. Damit endet die vorerst letzte Pilotfolge, doch sollte die Reihe unbedingt fortgesetzt werden. Alles andere wäre ein Armutszeugnis für den ÖRR.

Autoreninfo

Felix Huber studiert Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

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Der NDR und der BR geben sich betont unverbindlich: „Klar ist als Pilotprojekt mit drei Folgen konzipiert. Nach der Veröffentlichung der dritten Folge beginnt nun wie geplant die Evaluierung des Projekts.“ Ob das Format weitergeht, steht also in den Sternen. Wer die Sendungen verfolgt hat, könnte zu dem Schluss kommen: „Klar“ war entweder der Auftakt zu etwas wirklich Neuem – oder ein taktisch ins Nachtprogramm verbanntes Feigenblatt.

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Karl-Heinz Weiß | Do., 31. Juli 2025 - 17:07

Julia Ruhs hat im ÖRR ein Alleinstellungsmerkmal: mehr braucht man über politische Berichterstattung hierzulande nicht zu sagen. Interessant wäre eine Sendung über die Steuerung politischer Debatten in Deutschland. Bundespräsident Steinmeier wäre wegen seiner Ordensverleihungen an Prof. Drosten ( mitten in der Pandemie) und Angela Merkel (kurz nach der Amtsübergabe) ein idealer Interviewgast.

Stefan | Do., 31. Juli 2025 - 19:05

Wenn Hirngespinste zur Wahrheit werden, dann kann der Staat für nichts mehr garantieren.
Gut dass es noch solche Menschen wie Julia Ruhs gibt.
Im Prinzip kann ich dem öffentlich rechtlichen Rundfunk eigentlich ja gar nichts mehr glauben.
Wenn diese Leute sagen die Sonne scheint, nimmt man besser einen Schirm mit oder schaut aus dem Fenster, ob dem wirklich so ist.

Erich Becker | Do., 31. Juli 2025 - 21:39

Ich finde diese Sendung für sehr wichtig!
Habe aber einige Kritikpunkte:
Erstens: es kamen zu wenige ganz fundierte Kritiker an der Corona-Politik zu Wort. Z.B. fehlten: Paul Schreyer, Sucharit Bhakdi, Walter von Rossum, Wolfgang Wodarg und Gunter Frank.
Zweitens: Die von Lauterbach genannten Sterbezahlen wurden nicht hinterfragt, denn sie sind keineswegs belegbar!
Drittens: der fundamentale Unterschied zwischen "an Corona gestorben" und "mit Corona gestorben" wurde nicht kritisch aufgearbeitet.
Viertens: Die Aussagekraft der PCR-Tests wurde nicht relativiert.
Fünftens: Die Abhängigkeit der Institutionen, wie RKI und PEI, von politischen Vorgaben wurde überhaupt nicht problematisiert - und in diesem Kontext auch nicht die Funktionalisierung "der Wissenschaft"!
Sechstens: Die Bergamo-Lüge wurde auch in dieser Sendung als Wahrheit, die die Corona-Wahn-Politik anscheinend rechtfertigt, verkauft. Zur Klarstellung:

Es ist geklärt, dass es sich diesbezüglich um
Falschmeldungen handelte: „Die Anzahl
der Verstorbenen war damals nicht höher als
bei manchen Grippewellen in Italien (Stand
April Anfang 2020). Es war die Angst vor dem
"Killervirus" genannten Erreger. Um Fakten
zu schaffen, beschloss man die sofortige
Einäscherung der an COVID Verstorbenen.
Normalerweise werden in Italien aber nur die
Hälfte aller Verstorbenen eingeäschert.
Deshalb reichten die Kapazitäten des
Krematoriums in Bergamo nicht aus und die
Leichen mussten in umliegende Orte
transportiert werden.“
(https://www.br.de/kultur/wieso-das-foto-des-
militaerkonvois-in-bergamo-fuer-corona-steht-100.html)

Ferdinand Schulze | Fr., 1. August 2025 - 08:21

...Empfehlungen dieser Art, so handhabe ich das schon länger. TV kommt für mich sonst gar nicht mehr infrage, und die Nachrichten im Radio, egal ob DLF, NDR, MDR oder andere Anstalten, sind für mich nur noch für die reine Nachrichtenzeit erträglich, die weiteren Märchen, "Informationen" genannt, erspare ich mir. Wenn ich mir Informationen aus anderen halbwegs glaubhaften Kanälen besorge, weiß ich wieder, was im ÖRR alles weggelassen wird, weil es nicht in irgendein "Narrativ" passt. Der ÖRR wird sehr lange brauchen, um Zuschauer und Zuhörer neu oder zurück zu gewinnen.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 1. August 2025 - 09:04

... macht noch keinen Sommer, sagt ein altes Sprichwort. Mal abgesehen, dass ich persönlich nicht glaube, dass man der jungen Frau weitere kritische Sendezeit einräumt, hat auch und gerade der ÖRR beim Thema Corona genauso versagt, wie die Politik und hat tätig Beihilfe geleistet, die Pandemielüge zu verbreiten und hoch zu puschen, nebst der Tatsache, dass sie gerade Lügnern wie Spahn, Lauterbach, Drosten, Wieler und Konsorten vielfältigste Gelegenheiten gegeben haben, ihre Unwahrheiten und Falschanalysen medial breit gestreut unter die Leute zu bringen. Nein, der ÖRR wird die junge Frau so nicht weiter machen lassen. Da ist Hopfen und Malz verloren. Ein Feigenblatt, mehr war das nicht. Und ja, mag sie nicht fehlerfrei sein, die Julia Ruhs. Wer ist das schon? Sie hat sich aber ehrlich bemüht , so mein Eindruck. Wenn wir im Forum journalistische Standards, die es einmal gab, jetzt schon suchen müssen und Frau Ruhs als Ausnahme sehen, dann ist der ÖRR am Ende und gehört so abgeschafft.