De Luan
Platons „edle Lüge“: Die Eliten belügen das Volk, damit es nicht auf dumme Gedanken kommt / Abbildung: Alamy

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk - Fernsehen im Dienste der edlen Lüge

Ein Fernsehabend führt von Messerangriffen über Rechtsextremismus-Vorwürfe bis zur Waffe aus der Hand einer TV-Kommissarin – und offenbart, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk Realität kuratiert, statt sie abzubilden. Platon lässt grüßen.

Bernd Stegemann

Autoreninfo

Bernd Stegemann ist Dramaturg und Professor an der Hochschule für Schauspiel (HfS) Ernst Busch. Zuletzt ist von ihm erschienen: „Was vom Glauben bleibt. Wege aus der atheistischen Apokalypse“ bei Klett-Cotta (2024) und „In falschen Händen. Wie grüne Eliten eine ökologische Politik verhindern“ bei Westend (2025).

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Der große Kramladen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hält manche Überraschung bereit. Da jeder Zuschauer sich sein eigenes Programm zusammenstellt, können mitunter erhellend skurrile Fernsehabende dabei entstehen. So geriet mir an einem Sonntagabend durch Zufall folgendes Potpourri: Zuerst wurde in den Nachrichten von einem Messerattentäter berichtet, der 2023 aus Syrien als Flüchtling gekommen war und in Bielefeld fünf Menschen schwer verletzt hat. Danach gab es im Politikmagazin einen Beitrag zur „gesichert rechtsextremen AfD“. Ein Beweis für die rechtsextreme Haltung sollte eine Deutschlandkarte sein, auf der alle Messerangriffe von Flüchtlingen verzeichnet werden.

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Johannes Renz | Sa., 19. Juli 2025 - 18:16

...dass im Athen zur Zeit Platons bereits die erste Demokratie der Welt errichtet worden war. Wenn auch mit "demos" ausschließlich die freien Bürger gemeint waren.

Thorwald Franke | Sa., 19. Juli 2025 - 19:25

Richtig, Platon empfahl seinen Philosophenkönigen, das Volk notfalls auch durch Lüge zum Guten zu führen.

Aber in dieser Idee stecken gleich zwei Voraussetzungen drin, die heutige Politiker nicht erfüllen: (a) Heutige Politiker sind keine Philosophenkönige. Von Weisheit keine Spur. (b) Heutige Politiker führen die Menschen nicht zum Guten, sondern den Weg des geringsten Widerstandes, also in die Katastrophe.

Generell folgte Platon einem strengen Wahrheitsethos. Lüge war nur als große Ausnahme gedacht.

Und Platon hat noch einen Punkt gutgemacht: Als er nämlich in Syrakus mit seinem Konzept des Idealstaates gescheitert war, hat er umgedacht! Ja, er hat nicht die Umstände und Andersdenkende für das Scheitern seiner Idee verantwortlich gemacht, sondern Platon hat erkannt, dass sein Konzept selbst falsch war. Die Natur des Menschen lässt es nicht zu, dass übermenschliche Philosophenkönige entstehen. Wir alle irren und sündigen, mehr oder weniger.

@Thorwald Franke, das sind wichtige Hinweise zur Einordnung Platons. Karl Popper hatte aber bei seiner. Erläuterungen zur "Offenen Gesellschaft " zutreffend darauf hingewiesen, dass er stets "machtorientiert“ war und Gesichtspunkte der "Gewaltenteilung" eher als nachrangig betrachtete. Aktuelle Bezüge zu den Vorstellungen von Peter Thiel und Co. sind durchaus erkennbar.

Thorwald Franke | So., 20. Juli 2025 - 13:47

Antwort auf von Karl-Heinz Weiß

Ich muss gestehen, dass ich Popper bis heute nicht so gelesen habe, wie man es müsste (die kompletten Bände liegen hier gestapelt, Sie kennen das Problem). Die Kritik an zuwenig Gewaltenteilung erstaunt mich aber, denn Platon hat die Gewaltenteilung in seinem Dialog Nomoi überhaupt erst einmal anhand eines historischen Beispiels als eine gute Sache erkannt und als wünschenswerten Baustein einer Verfassung vorgestelt. Platon ist sozusagen der Erfinder der Gewaltenteilung.

Man muss immer bedenken, dass Platon zwar die richtige Denkmethode hatte, aber noch ganz am Anfang des Denkprozesses stand. Da ist natürlich noch nicht alles perfekt zu Ende gedacht.

Man konstruiert ja gerne einen Gegensatz von Platon und Aristoteles, der Platons Schüler war. Ich neige zu der Annahme, dass das ein großer Irrtum ist. Vielleicht repräsentiert Aristoteles in vielen Punkten das, was Platon auch gedacht hätte, wenn er nur länger gelebt hätte?

Christoph Schnörr | Sa., 19. Juli 2025 - 19:36

mit Verweisen auf die Realität ist man heute "rechts" oder "folgt dem Narrativ ... blablabla". Man kann diese rot-grünen reflexartigen und sinnfreien Schablonen nicht mehr hören. So Recht der Autor hat, ebenso wie auch der heutige Artikel über die Schulen, alles schon "1000 mal" erörtert und gehört. Ein echter Richtungswechsel und effektive Maßnahmen sind jedoch nicht in Sicht.

Brigitte Miller | So., 20. Juli 2025 - 11:47

Antwort auf von Christoph Schnörr

auf die Realität:
"Der rot-rot-grüne Griff nach der Macht
VON ROLAND TICHY
So, 20. Juli 2025
Die Sommerpause fällt aus: Die informelle rot-rot-grüne Koalition will über Richterbesetzung das Bundesverfassungsgericht beherrschen und nach einem AfD-Verbot eine linke Regierung installieren, die sich dann kaum mehr abwählen lässt – danach geht es der CDU an den Kragen.
Die Linke wird nie gewählt. Das ist ihr historisches Problem. Daher stiehlt sie sich die Macht, auf die Methoden kommt es da nicht an. Hauptsache, sie führen zum Erfolg. Oder sie zieht mit parlamentarischen Tricks und Finten den verschlafenen bürgerlichen Parteien den Sitz im Parlament unter dem Hintern weg. „Pardauz aber auch!“, rufen die und sind schwer beleidigt."
Sehr Lesenwert.

Christa Wallau | Sa., 19. Juli 2025 - 20:02

Als selbständig denkender Mensch in Deutschland zu leben, das ist inzwischen zur Qual geworden.

Bei welchem Thema auch immer:
In den öffentlich-rechtlichen Medien wird seit vielen Jahren nur noch e i n s e i t i g berichtet und Propaganda für die jeweilige Regierung betrieben, also de facto: gelogen, daß sich die Balken biegen.

Kanzler und Kabinettsmitglieder lügen auch immer dreister. Es kostet sie ja nichts!
Sie bleiben im Amt, auch wenn sie gestern das Gegenteil von dem beschworen, was sie heute als "Wahrheit" von sich geben.

Da heißt es dann so oft: "Die Leute verstehen das falsch."
Nein, im Gegenteil: Viele Menschen verstehen durchaus richtig, was seitens der Politiker alles an Unheil angerichtet wird, und es graust sie davor! Aber sie werden wie kleine Kinder beschwichtigt und mit Phantasie-Geschichten
nach dem Muster des Weihnachtsmannes oder Osterhasen vertröstet.

Es ist zum Mäuse-Melken!!!

Wolfgang Borchardt | So., 20. Juli 2025 - 09:11

weisende Zeigefinger. Wer merkt dann noch, dass Links-Grün (inzwischen + CDU) sich des Staates und der Demokratie bemächtigt?

Ingofrank | So., 20. Juli 2025 - 09:19

und die ungeschönten zur Politik oft Ktitischen Berichterstattung. Höfers Frühschoppen ….. ein muß zum sonntäglichen Mittagessen
Und dann der Gegensatz in der aktuellen Kammera die Lobeshymnen auf Partei (SED) & Regierung. Die Meldungen von den Planerfüllungen und Übererfüllungen unsere Sozialistischen Industrie, dem Volkseigentum von Arbeitern & Bauern ….. die Thesen zum ersten Mai die in jeder Zeitung abgedruckt wurden um diejenigen die auf der Tribüne standen vom Wirken der Parteien der „nationalen Front“ unter „Führung der SED“ sich beweihräuchern ließen …..
Und dann am nächsten Tag auf Arbeit, fehlte wieder ein Ersatzteil, lag die Transportgenehmigung zum Abholen wichtiger Zulieferteile nicht vor (weil der Diesel knapp war) mürrische Arbeitskollegen deren Gedanken zu Produktionsoptimierung wieder im Papierkorb landete weil weder Material noch Geld zu Verfügung stand . Mangel überall …..
Die Desinformation funktioniert schon, der Mangel wird noch kommen.
MfG a d Erf. Republik

Elisa Laubeth | So., 20. Juli 2025 - 09:24

Es ist durchaus verdienstvoll, dem ÖRR immer wieder nachzuweisen, wie wenig er der neutralen Berichterstattung dient, wie einseitig ideologisch geprägt nicht nur diese, sondern auch sondern auch das Kinderprogramm und der Unterhaltungsteil sind. Allein, es wird sich nichts ändern. Es ist die Struktur, die es einigen wenigen Festangestellten ermöglicht, dem Heer der sog.Freien Mitarbeiter, den Besitzern der Produktionsgesellschaften und anderen existenziell Abhängigen vorzuschreiben, was gemacht wird. Wer nicht mitzieht, wird nicht mehr beauftragt. Genauso läuft es übrigens in weiten Teilen der Wissenschaft: wer sich dem linksgrünen Duktus nicht beugt bekommt keine Stelle, dessen Vorträge werden bei Konferenzen nicht zugelassen, dessen Karriere wird blockiert.
Man hat das System so gut im Griff, dass mutige Kritiker mit ihrer Kritik einfach ins Leere laufen. Oder redet noch jemand über Teskes „ Inside Tagesschau“? Kennt man irgendwelche Konsequenzen? Nein.

Elisa Laubeth | So., 20. Juli 2025 - 09:57

Vielen Akteuren im ÖRR sind in ihrer offenbar eingeschränkten Wahrnehmung der Realität nicht in der Lage die Folgen ihres Tuns abzuschätzen. Man kann z.B. nicht jeden Sonntag ab 20:15 eine Realitätssimulation senden (übrigens für mehr als eine Mill.€ pro Folge),die nichts mit der Realität der Zuschauer zu tuen hat, aber so penetrant, selbstgewiss und einseitig und eben nicht als reine Fiktion, sondern als Abbild der Realität daherkommt, dass es natürlich zu Abwehrreaktionen beim Publikum kommt. Jedenfalls bei dem Teil, der das eigene Denken noch nicht verlernt hat.

Wir erleben in den USA gerade einen massiven roll back, der natürlich auch Bewährtes wegspülen wird. Die von der Trump Administration gewählte Methode Augias wird hier nicht funktionieren, dafür sind die deutschen Verhältnisse viel zu sehr verrechtlicht. Aber die Frustration in der eher konservativen Bevölkerung, die ja die Mehrheit stellt, wächst.
Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht.

Keppelen Juliana | So., 20. Juli 2025 - 11:35

gab`s das betreute Denken für`s Volk. Das blöde ist nur, dass heute das dumme Volk sich über das Geschehen über so viele Kanäle unkontrolliert informieren kann und das betreute Denken nicht lückenlos funktioniert was natürlich die "Meinungsmacher" zur Verzweiflung treibt. Aber auch da hat man Mittel und Wege gefunden dagegen zu halten. Das Zauberwort heißt "Desinformation" und "Rechts" notfalls "Ultrarechts" oder "Rechtsextrem" damit versucht man die Bürger mit eigener Meinung einigermaßen in Schach zu halten und wenn ich mir die Wahlergebnisse und Umfragen anschaue scheint es zu funktionieren.

Ernst-Günther Konrad | So., 20. Juli 2025 - 12:24

Als Krimi-Fan und Ex-Polizist habe ich nun wirklich den Blick zur Realität. Es reicht ja nicht nur wie von Ihnen Herr Stegemann oben beschrieben, das Märchen von rechtsextremen AFDlern zu erzählen, die sämtlich dafür verantwortlich sind, dass so viele Messerattentäter in Deutschland herumlaufen und zustechen. Wie auch immer AFDler solche Täter zur ihren Taten bringen. Nein, auch kaum noch ein Krimi, wo die Kommissare nicht entweder alkoholabhängig sind oder waren, irgendwelche Traumata verarbeiten müssen, vom Tod in der Familie, Missbrauch oder anderen Geheimnissen heimgesucht wurden. Kaum ein Kommissar der nicht persönlich, wie auch immer unmittelbar betroffen von einem Fall abgezogen oder suspendiert wurde/wird. Und als Krimithema inzwischen ständig etwas mit Klima oder -Rechten-, die den Krimiabend komplett abstürzen lassen. Ich schalte da einfach weg. Hot oder Schrott bei den Privaten oder Ab ins Bett sind noch nicht politisch indoktriniert. Auch nur noch eine Frage der Zeit.

Und zusätzlich zu den Traumata muss mindestens ein Teil der Kommissare/innen Lesbisch oder Schwul oder Queer oder Farbig sein damit der Erziehungsauftrag auch erfüllt wird. Nebenbei bemerkt warum auch immer wird in ganzen Serien nur Rotwein getrunken und dann wieder ganze Serien wird Bier aber ganz cool nur aus der Flasche getrunken und die oft undeutliche Aussprache wird mit Musuk noch vollständig übertönt.

S. Kaiser | So., 20. Juli 2025 - 12:30

Sinnbildlich.
Man wird zwar gezwungen für den ÖRR zu zahlen, aber man wird nicht gezwungen ihn zu hören oder ihn zu schauen.
Die gute Nachricht ist, dass durch das Netz jede Menge neue und alternative inländische wie ausländische Informationsquellen zur Verfügung stehen.
Die schlechte Nachricht ist, dass viele das noch nicht bemerkt haben. Langfristig wird sich letzteres demographisch erübrigen.

Gisela Hachenberg | So., 20. Juli 2025 - 14:57

Es wundert mich, dass viele der doch intelligenten Leser hier im Forum das Ding (Fernseher) noch einschalten! Mein „Ding“ ist schon seit Wochen stumm. Nachrichten, Talkshows und Quasselrunden schaue ich nie. Vielleicht mal einen netten Film. Aber die gibt es im Sommerloch ja nicht. Wiederholungen en Masse, z.T. aus den 70ern oder noch früher. Und die Neueren der ca. letzten 2 Jahre laufen nach Schema F: immer ein(e) PoC, Asiate, Schwule oder Lesben. Und natürlich immer ein Pkw, der gerade elektrisch aufgeladen wird. Braucht man das? Ich an sich nicht. Aber die Gebühr bezahlen muss ich… Merde! Die Links/Grünen haben uns und dieses Land voll im Griff! 😩

Christoph Kuhlmann | So., 20. Juli 2025 - 21:46

Der ÖRR ist primär eine Propagandaplattform, welche der einseitigen Information im Sinne linker Minderheiten dient, welche dort deutlich überrepräsentiert sind. Es ist eine gigantische Geldverschwendung, eine zwangsweise eingetriebene Propagandasteuer, vor der keine Steuerbefreiung schützt.

Bernhard Marquardt | Mo., 21. Juli 2025 - 07:19

Die Finanzierung der ÖRR gehört in die Hand der Verbraucher. Die können entscheiden, welche Sender sie mit befristeten Verträgen für welchen Beitrag bezahlen oder eben nicht.
Im digitalen Zeitalter ein billiges Fressen für Computer.
Das funktioniert bei den Spartenkanälen von Sky einwandfrei, warum also nicht bei den Öffentlich Rechtlichen Sendern.
Die müssen dann mit den Zahlungen auskommen, die ihnen die Kunden via Abonnement zukommen lassen.
So geht Verbraucherschutz!
Und warum schreitet das zuständige Ministerium nicht ein?
Das würde sich dann auch auswirken auf die Einkünfte der ÖRR Maden im zwangsfinanzierten Speck.
Was vice versa zur unkritisch-regierungsfreundlichen Interpretation der Pressefreihit zum penetrant-arroganten Erziehungsfernsehen geführt hat.
Wer beißt schon die Hand, die einen derart großzügig pampert?
Mit dem erpressten Geld anderer Leute, versteht sich.

Achim Koester | Mo., 21. Juli 2025 - 08:59

hat sich gestern die ARD mit ihrem Sommerinterview von Alice Weidel erlaubt. Der brüllemde Mob, den die Tontechniker nicht ausblenden wollten, machte es Frau Weidel unmöglich, sich zu den Fragen zu äußern. Es ist unglaublich, wie selbstherrlich arrogant mit den zwangsweise erpressten Gebührengeldern umgegangen wird. Haben wir wirklich keine Möglichkeit, uns gegen diese Gehirnwäsche zu wehren?