Liminski
Nathanael Liminski fordert Stellungnahme von ZDF-Intendant Himmler / picture alliance / Maximilian Koch | Maximilian Koch

Minister fordert Stellungnahme von ZDF-Intendanten - „Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das ein gravierender Vorgang“

NRW-Medienminister Nathanael Liminski fordert nach den Vorfällen um ZDF-Journalist Halbach und die Zusammenarbeit mit einem mutmaßlichen Hamas-Terroristen eine Stellungnahme von Intendant Himmler. Im Cicero-Interview betont er, dass Aufarbeitung Vertrauen schafft.

Clemens Traub

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Clemens Traub ist Cicero-Redakteur.

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Nathanael Liminski ist ein deutscher Politiker der CDU. Er ist Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Liminski studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Öffentliches Recht in Bonn und gilt als enger Vertrauter von Ministerpräsident Hendrik Wüst.

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Christa Wallau | Mo., 10. November 2025 - 15:38

Wenn Sie etwas von Ihrem Vater haben, den ich öfter auf Veranstaltungen sehen bzw. reden hören durfte und dessen Bücher (teils zusammen mit seiner Frau geschrieben) ich gelesen habe, dann nehme ich Ihnen ab, daß Sie sich tatsächlich für eine Reform des ÖRR einsetzen.

Ihr leider zu früh verstorbener Vater (lange Zeit beim DLF tätig) gehörte noch zu den Journalisten, die ihren Auftrag nicht in der Untermauerung einer bestimmter, einseitiger Haltungen sahen, sondern in klarer, neutraler Berichterstattung und vorurteilsfreier Aufklärung von Sachverhalten.

Ob überhaupt noch eine Reform der bestehenden ö. r. Anstalten möglich ist und nicht stattdessen ein totaler Umbau stehen muß, das ist die entscheidende Frage.
M. E. ist die Verkrustung (der links-grüne Filz) viel zu weit fortgeschritten, als daß man innerhalb des Systems grundlegend noch etwas ändern könnte.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 10. November 2025 - 19:04

Warum? Weil da viel zu viele auch von der CDU vom ÖRR partizipieren. Ich möchte Ihnen schon gern abnehmen, dass sie da mal aufräumen wollen, aber ich sage Ihnen was, das wird nicht passieren. Ihr hattet in den Gremien nicht erst seit gestern Zeit, konsequent Reformen einzufordern und Seilschaften zu zerschlagen. Das wurde allerdings nicht getan. Egal in welchem Bundesland bei den ARD Anstalten oder dem ZDF oder DLF, niemand hatte da mal den Mut in den Aufsichtsräten Tacheles zu reden. Wenn die Sendeanstalten sich gar die Frechheit herausnehmen gegen die Regierungen bzw. den Bürger höhere Zwangsgebühren einzuklagen und das von unserem Geld bezahlt, sagt das alles aus über die Beziehungen zwischen Politik und dem ÖRR. Ein korrupter selbstversorgender Moloch, der die Politik mittels einseitiger politischer Beeinflussung vor sich her treibt. Und wer nicht spurt, wird medial vernichtet. Und passen Sie gut auf sich auf. Auch sie sind austauschbar und Gründe finden die immer.

Gisela Hachenberg | Mo., 10. November 2025 - 22:24

Liebe Frau Wallau, ansonsten immer sehr kritisch. Und jetzt „zahm“, weil Sie den Vater des Herrn Politiker gekannt haben? Ich bin etwas überrascht, auch, weil Sie schreiben „Gut gesprochen, Herr…“. Ich empfinde genau das Gegenteil. Für mich typischer Politikersprech. Herr Liminski gibt keine direkten Antworten auf die ihm gestellten Fragen. Natürlich muss alles zuerst sorgfältig geprüft werden. Aber, so wie ich die ÖRR einschätze, wird nichts, aber auch gar nichts passieren. Herr L. tut öffentlichwirksam so, als würde man sich kümmern, aber es wird im Sande verlaufen. Schon, als ich las „Das Vertrauen ist nach wie vor groß”, wurde mir einiges klar. Aber „Binnenpluralität“ - was auch immer das ist - ist Herrn L. wichtig. Ich hoffe, liebe Frau Wallau, Sie nehmen mir die Kritik nicht übel. Ich mag Ihre guten Kommentare, die ich immer aufmerksam lese, sehr. Doch dieses Mal muss ich (zumindest ein wenig) widersprechen! Beste Grüße!

liebe Frau Hachenberg. Ich nehme Ihnen Ihre Kritik überhaupt nicht übel.
Im Gegenteil: Ich finde, daß jemand der austeilt, auch einstecken können muß.
Und das kann ich.
Es stimmt, daß ich bei dem Namen "Liminski" nicht neutral bleibe. Nathanaels Eltern sind mir schon lange als ein außergewöhnliches Ehepaar (Frau L. stammt aus der Bretagne) mit einem traditionellen Bild von Staat und Gesellschaft bekannt. Sie haben zehn Kinder!
Jürgen Liminski (+2021), der Vater von Nathanael (der bereits unter Laschet Chef der Staatskanzlei wurde), berichtete schon vor 10 Jahren auf einem Symposium, an dem ich teilnahm, von der immer krasser werdenden Einseitigkeit des DLF, für den er lange Zeit tätig war. Er sagte, daß dort nur noch Leute eingestellt würden, die zu den Grünen gehören bzw. zu den Linken. Konservative - wie er selber - gebe es dort kaum noch. Und er kritisierte diesen Zustand sehr. Verstehen Sie nun vielleicht, warum ich dazu neige, Herrn Liminski eher zu glauben als sonst jemand?

Peter William | Di., 11. November 2025 - 08:15

Seit wann erwirtschaftet der ÖRR Milliarden Euro? Sind die Werbeeinnahmen so hoch? Weil den Einzug von Geld, welches überwiesen werden MUSS, kann man m.E. nicht als Umsatz bezeichnen, es ist eine zu entrichtende Gebühr! Es ist eure, oder in diesem Fall Ihre Aufgabe die Sender zu kontrollieren. Komplette Staatsferne bei einem Staatsmedium ist so wahrscheinlich wie Wassereis im Kern der Sonne bei 15 Millionen Grad Celsius vorzufinden. Da gibt es halt nur Plasma.

Jochen Burghardt | Di., 11. November 2025 - 08:22

ist das, was dieser Minister sagt, in meinen Augen. Nachdem ich im Titel gelesen hatte, dass Herr Liminski als enger Vertrauter von Herrn Wüst gilt, habe ich nichts anderes erwartet.
Vor allem das hier, Zitat: "Das Beispiel der Entwicklung eines Sendungsformats wie „Klar“ mit Julia Ruhs zeigt jedoch, dass man das Problem erkannt hat und daran arbeitet."
Genau. Man hat beim NDR das Problem zielsicher erkannt und Frau Ruhs umgehend kaltgestellt.
Nur der BR scheint es noch nicht verstanden zu haben?
Daran muss unbedingt noch gearbeitet werden!

Achim Koester | Di., 11. November 2025 - 10:14

Da habe ich aber einen völlig anderen Eindruck, denn der "Fall" Julia Ruhs zeigt in aller Deutlichkeit, dass die Tendenz nicht um 1° von der Haltungsvorgabe abgewichen ist. Was die Beschäftigung eine Hamas Terroristen beim ZDF angeht, hat die Palästina-Affinität (um nicht Antisemitismus zu sagen) die Verantwortlichen etwas blind gemacht, Juristen würden vielleicht sagen, das hat man "billigend in Kauf genommen".

Heidemarie Heim | Di., 11. November 2025 - 12:15

Ereilte mich insbesondere beim Schlusssatz dieses Interviews. Denn ich las doch tatsächlich:" Bei einem mit Pflichtbeiträgen finanzierten System kann die Verbindung zu Politikern/innen und Parteien gar nicht eng genug sein." Vielleicht lag es aber auch an den von Herr Liminski in Reihenfolge abgefeuerten Wattebäuschen against der Heinzelmännchen-Festung auf dem Lerchenberg, dass ich seine fundamentale Schluss-Aussage nicht so recht zu würdigen weiß? Ganz schön mühselig so ein Gespräch. Oder geehrter Herr Traub;)? Trotzdem Danke für den Versuch! MfG

Bernhard Marquardt | Di., 11. November 2025 - 14:02

Da wird ein Frosch interviewt über die Verhältnisse im eigenen Sumpf,
Eine ZDF-Fernsehratsmitgliedschaft bietet wie eine Unzahl gleichartiger und Aufsichtsrat-Posten für jede Menge Politiker willkommene Nebeneinnahmen, i.d.R. ohne großen Aufwand.
Im Zweifel wird eine Mitverantwortung der Aufsichtsgremien (mangels Aufsicht) nie ernsthaft hinterfragt.
Bei den vorgetragenen Vorstellungen des „Medien-Ministers“ dürfte der Ausgang des Verfahrens ein Ausflug zum Schießen nach Hornberg sein.