- Die Sprache des anderen
Die Schriftstellerin Nora Gomringer hat ein sehr persönliches Buch über ihre verstorbene Mutter geschrieben. Kurz vor der Veröffentlichung verliert sie auch ihren Vater, den Dichter Eugen Gomringer – und ringt nun mit Sprache, Erinnerung und ihrer eigenen literarischen Herkunft.
Von der Mutter bleibt ein Bindestrich. So hat es Nora Gomringer versprochen. In ihrem aktuellen Buch „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“. Sie selbst, so heißt es darin, wolle der Mutter hinterherschreiben – „als vermissende Tochter, als wütende Frau, als verstummende Dichterin“. Dieser Bindestrich aber – er ist krumm und schief. Er trägt Narben. Er hat Absplitterungen an beiden Enden. Dennoch wird er überdauern. Als Erinnerung an die vor fünf Jahren verstorbene Literaturwissenschaftlerin Nortrud Gomringer. An die Mutter, die wohl auf immer der literarische Leitstern im Leben der Tochter bleiben wird.
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