- Melancholie gegen die Hässlichkeit der Zeit
Bryan Ferry hat ein neues Album vorgelegt. Zu seinen minimalistischen Melodiemotiven spricht die Lyrikern Amelia Barratt geheimnisvolle Geschichten ein. Herausgekommen ist ein ästhetischer Protest gegen den Irrsinn unserer Gegenwart.
Wir erleben soeben den Untergang jener Welt, in der die meisten Leser dieser Zeilen hineingeboren wurden. Fast täglich ereignen sich Dinge, von denen man nie geglaubt hat, sie einmal erleben zu müssen. Und als ob das nicht schon genügt, gesellt sich zu diesen Anzeichen eines tiefen Epochenwandels auch noch die Unfähigkeit unserer Gesellschaft, mit diesen Problemen umzugehen. Hilflos projiziert man die eigene Panik auf irgendwas und irgendwen. Einfalt und Hysterie bestimmen unsere Gesellschaft.
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Bei den sehr prägnanten ersten Zeilen des Autors fühlt man sich an "Die Welt von gestern" und "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" erinnert. In Deutschland besteht allerdings eine Besonderheit: ein Mann von gestern verantwortet nun maßgebend die Zukunft des bevölkerungsreichsten europäischen Landes.
Zu Brian Ferry ist mir immer Peter Gabriel, he is not one of us eingefallen. Einer für die Popper. Es hat Jahrzehnte gedauert bis Gothic Elemente beider Seiten vereinigte. Wer so gut englisch kann, dass er Anspruchsvolle Lyrik in dieser Sprache versteht mag sich das anhören. Mir erschließt sich leider nur die Prosodie und Poesie der deutschen Spräche im ausreichendem Maße.
