WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft - Sechs Lektionen

Gründlicher als die deutsche Nationalelf bei der Fußball-WM in Russland konnte sich ein Weltmeister nicht entzaubern. Es war ein Debakel mit Ansage – und es hält Lektionen parat, die diesseits wie jenseits des Fußballs von Belang sind. Von Alexander Kissler

Fußball-Nationaltrainer Joachim Löw bei der Niederlage gegen Südkorea
Joachim Löw: Hinabgestürzt vom Berg der eigenen Ergriffenheit / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

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1. Hochmut kommt vor dem Fall

In zwei Interviews vor der Fußballweltmeisterschaft nannte Bundestrainer Joachim Löw sich selbst einen Visionär. Das Fachmagazin kicker übernahm die Aussage und titelte neben einem fast bildfüllenden Porträt: „Löw. Der Visionär im großen WM-Gespräch.“ Ob solcher Selbstbezichtigung ist dem badischen Sportlehrer keineswegs der Gang zum Arzt zu empfehlen, wie es einst Bundeskanzler Helmut Schmidt Menschen riet, die Visionen haben. Wohl aber spricht aus diesen Worten ein Hochmut, der nicht zu den jahrelang vom DFB gepredigten Tugenden deutscher Seriosität und Bodenhaftung passt. Wer sich als Visionär begreift und es offensiv ausspricht, der steht über dem Alltagsgeschäft, über der Gegenwart, der hat einen klaren Blick auf eine ferne Zukunft, die den Kleingeistern am Boden verschwommen erscheint. Der hat abgehoben, der ist abgehoben. Natürlich braucht es in jedem Leistungsbereich Langzeitperspektiven. Sich persönlich vor der bedeutendsten internationalen Konkurrenzveranstaltung aus der Konkurrenz zu nehmen und auf eine dionysische Rolle zu pochen, deutet jedoch nicht auf Augenmaß, sondern auf einen schweren Kategorienfehler. Hier sprach kein Trainer, sondern ein Prophet in eigener Sache. Der dann vom Berg seiner Ergriffenheit hinab stürzte.

2. Es gibt keine Nebenschauplätze

Ein vormodernes Öffentlichkeitsverständnis spricht aus der Überzeugung des DFB, man könne den Fußball heute in Staats- und Nebenaktionen unterteilen und diese Scheidung autoritativ durchsetzen. Heute ist fast alles Öffentlichkeit, was nicht eigens als Privatsphäre geschützt wird. Den berühmten Flaschenhals der Aufmerksamkeit gibt es nicht mehr. Was Fußballprofis auf ihren sozialen Kanälen verbreiten, was sie in Interviews sagen oder bewusst verschweigen, welche Botschaften zahlende Sponsoren mit hohem Aufwand vervielfältigen: all das gehört untrennbar zum Profifußball und ist ebenso relevant. Das törichte Engagement der türkischstämmigen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil für den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und das katastrophale Management dieser Affäre durch den DFB ergaben ein schrilles Auftaktgeräusch. So war die Axt an den Zusammenhalt von Beginn an gelegt. (Vielleicht hatte das Foto des ägyptischen Stars Mohamed Salah mit dem tschetschenischen Machthaber Kadyrow einen ähnlich großen Einfluss auf das enttäuschende Abschneiden der Ägypter) Kaum weniger destruktiv wirkte sich die allseitige Verwertungsgier aus. Man musste den Eindruck gewinnen, da träte keine Mannschaft an, sondern ein Ensemble perfekt gecasteter Werbeträger. Zwischen „Best never rest“- und „ReDefiningSuccess“-Werbekampagnen zerrann die Unterscheidbarkeit und damit die Begeisterungsfähigkeit. Dem Hyperkapitalismus ist alles gleich. Er macht alle gleich.

3. Jede Gruppe braucht eine Identität

Fußball ist ein Mannschaftssport. Wer ihn als Zugewinngemeinschaft talentierter Ich-AG.s begreift, wird keine Spiele gewinnen, zumindest nicht dauerhaft. Joachim Löws „Matchpläne“ müssen vom russischen Zoll einbehalten worden sein. Dreimal gab es Spiele ohne Spielidee zu besichtigen. Ohne Ideen kann keine Identität wachsen, und ohne Identität zerfällt jede Gruppe. Wenn Guido Buchwald, Fußballweltmeister von 1990, nun erklärt, „das Ausscheiden hat mentale Gründe“, während Sebastian Schweinsteiger, Weltmeister von 2014, vor der WM überzeugt war, die anderen Nationen beneideten Deutschland um seine „Mentalität“, ist das Entscheidende benannt: Eine Gruppe muss wissen, was sie zusammenhält, welches Ziel sie verbindet, welche Mittel sie anwendet, um andere Gruppen in Schach zu halten. Fußball ist prinzipiell agonal. Man muss gemeinsam besser sein wollen als der jeweilige Gegner. Den diesjährigen WM-Kader verband die vage Hoffnung, irgendwie ein gutes Turnier zu spielen. Und so spielten sie dann auch: irgendwie.

4. Fassaden stürzen ein

Es ist lange her, dass die DFB-Elf ein wirklich überzeugendes Spiel gemacht hat. Mats Hummels taxiert die Zeit des Darbens auf zehn Monate. Schlechte Testländerspiele waren die Norm. Österreich erwies sich in der Vorbereitung als zu stark, Saudi-Arabien agierte gleichwertig, und immer hörte man aus den Reihen der hauptamtlich Verantwortlichen: Keine Bange, bei Turnierstart in Russland werde alles in Ordnung sein. Joachim Löw sei da „extrem fokussiert“. Pustekuchen. Erfolge geben Sicherheit, Misserfolge verunsichern. Die schöne Fassade aus Geschichte, Bedeutung und Aufmerksamkeit zerbrach an der Wirklichkeit. Man hatte es sich eingerichtet in einem luxuriösen Potemkin’schen Dorf. Die Wirklichkeit entlarvte die Schönrednerei. Die Satten blieben satt, die innere Spannung stellte sich nicht ein, das Team verlor jeden Fokus. Die Weltmeisterschaft zeigte einen Weltmeister im Testspielmodus. Folgerichtig haben wir bald einen anderen Champion. Einen Fassadenstürmer.

5. Variation schlägt Konvention

Bemerkenswert rasch zeigte sich in Russland: Ein Team, das nur das immer Gleiche verwaltet, hat keine Zukunft. Auf dem Platz herrschte die pure Reaktion. Retro war hier alles, freilich im Sound und im Styling der Spätmoderne. Die klobige Sonnenbrille, die der gesperrte Jerome Boateng beim Südkorea-Debakel auf der Tribüne präsentierte, taugt zum Symbolbild. Hip sieht das aus und hochpreisig, doch auf dem Platz feierte schnarchiger Querpassfussball eine tumbe Wiederkehr. Parallelen zur rumpligen Ribbeck- und Völler-Ära waren mit Händen zu greifen, subtrahiert freilich um die Leidenschaft zur Grätsche. Eine aktuelle Musikkritik in der Süddeutschen Zeitung endet mit dem Satz: „Damals gab es noch richtige Tempi.“ Gemeint sind klassische Aufnahmen aus den Jahren 1985 bis 2001. So weit muss der Fußballbetrachter nicht zurückgehen, das Jahr 2014 reicht. Der Befund ist derselbe: Ohne Tempo und ohne Tempowechsel, ohne Variation im Spielaufbau, ohne Innovation in der Spielanlage findet der Ball nur zufällig ins Tor. Joachim Löws Männer zeigten sich in Russland als Verwalter ihrer einstigen Größe. Alte Rezepte taugen selten für neue Herausforderungen.

6. Nichts ist alternativlos

Die Selbstkritik des Bundestrainers nach dem Südkorea-Spiel deutet darauf hin, dass er sich seiner Gesamtverantwortung bewusst ist und einen Rücktritt erwägt. Diese Überlegung ehrt ihn. Schon bei der Kaderzusammenstellung mit den frühzeitig vergebenen Stammplätzen für die erprobten Recken von 2014 aber vermittelte er bei zu vielen Positionen den Eindruck, diese oder jene Besetzung sei alternativlos. Bei Lichte betrachtet war es weder der bestenfalls durchschnittliche Manuel Neuer im Tor, noch der gegen Südkorea in die Startelf zurückgekehrte und pomadig irrlichternde Sami Khedira oder der konstant fahrige Joshua Kimmich. Aus einem absichtsvoll gedrosselten Konkurrenzkampf gehen nur in Ausnahmefällen Siegertypen hervor. Wer intern mit dem Wettbewerb fremdelt, der wird extern in keinem Wettbewerb triumphieren. Der bloße Bestand gewinnt keine Zukunft, die Gewöhnung keine Spiele. Herbert Grönemeyers Lied zur Weltmeisterschaft 2006 lautete: „Zeit, dass sich was dreht“. So ist es.
 

Joachim Wittenbecher | Do, 28. Juni 2018 - 16:33

Die Schadensanalyse von Herrn Kissler ist m.E. weitgehend richtig, manchmal etwas zu streng.
Trotzdem: Deutschland hat Joachim Löw viel zu verdanken und man sollte dies auch aussprechen, wenn die Enttäuschung jetzt groß ist. Im übrigen glaube ich bei Ereignissen wie dem Fußball an eine Entwicklung ähnlich dem Verlauf von Sinuskurven: es gibt einen Aufstieg, einen Höhepunkt und einen Niedergang - dann kann es wieder von vorne los gehen, wenn man etwas dafür tut. Bayern München wird keine 100 Jahre deutscher Meister bleiben. Man muss auch mit Anstand verlieren können. Wer nicht verlieren kann, wird auch nicht gewinnen.

Bella football oder Miser Politikon?

Heimisch oder Abseits? - Mit bedachtem Zynismus könnte gesagt sein, daß seit "Unternehmen Barbarossa" deutsche Jungs nie schneller den Boden der Sowjetunion verließen als "La Mannschaft".

Im Sinne Heinrich Heines ließe hinzufügen sich: "Ohne Mutti in der Dusche hat der Bubi keine Rusche".

Politik & Fußball gehören einfach zusammen wie Biertisch & Bierdeckel, seis auch bieder ...

Herr Wittenbacher: ein schöner Kommentar! Mir fiel sofort Sir Erich Ribbeck ein; damals diese Pressekonferenz und die Frage: "Herr Ribbeck, gibt es ein Kommunikationsproblem zwischen den Trainern und der Mannschaft?"- "Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen." Aha, soso!
Horst Hrubesch war damals Co-Trainer und er antwortete auf die selbe Frage schlicht: "Ja gut äh, dat lassen mer alles nochma Paroli laufen!" Es gibt nur ein Horst Hrubesch!
Trigonometrie,mein liebster Part in Mathe, alles-so(co)-Sinus & ein genialer Lehrer: Ich erkläre das, ihr braucht keine Bücher! q.e.d.

ich wüsste durchaus deutlichere Worte
Herr Wittenbacher, anständig verlieren muss man können, da kann ich zustimmen, jedoch nur, weil "kann" und "ANSTAND" dabei ist.

denn anständig verloren wurde ja seit dem vom Hummels benannten Zeitpunkt nicht mehr.
Von Siegen gar nicht zu reden.

Dr. Armin Schmid | Do, 28. Juni 2018 - 16:38

Wette 10 zu 1, dass Merkel schon mit Löw telefoniert hat. In dieser schweren Lage soll darf er nicht zurücktreten. Sonst könnten im Volk schließlich noch ganz andere Fragen aufkommen.

Dabei hatte Mutti doch schon fest ihren PR-Termin, in der Umkleidekabine der „Mannschaft“, nach dem WM-Sieg eingeplant.

Juliana Keppelen | Fr, 29. Juni 2018 - 12:25

In reply to by Bernd Wollmann

bei einem WM Titel nach Russland geflogen wäre. Da wäre die Versuchung schöne Bilder zu bekommen doch größer gewesen als die Boykot-Bestrafung der "Putinspiele". Was aber dieses Ausscheiden deutlich gezeigt hat, die Anderen haben sich weiter entwickelt und wir sind stehen geblieben und das kann man 1:1 auch auf unsere (Merkel) Politik übertragen. Und so wie es aussieht wird uns dieser Merkel-Mehltau auch erhalten bleiben.

Rudi Rathmacher | Do, 28. Juni 2018 - 16:39

Die Lösung für alle zukünftigen Weltmeisterschaften und für Göttern in Fussballschuhen in Kurzform:
Prämisse 1: In der Nationalmannschaft zu spielen / zu dürfen ist eine Auszeichnung für die Teilnehmer und ein Ehrendienst an der Nation.
Prämisse 2: Die Teilnahme des jeweiligen "Spieler-Gottes" geschieht freiwillig und erhöht dessen "Marktwert" um ein Vielfaches, falls (!) er sehr gute Leistungen zeigt.
Conlusio:
a) wer als Spieler am Spiel der Nationen teilnimmt, erhält keine monetäre Gratifikation.
b) Pro Spielrunde gilt es, Penalties zu vermeiden:
Ausscheiden in der Vorrunde: € 1 Mio Strafe / Spieler.
Ausscheiden im Viertelfinale: € 800.000 / Spieler
Ausscheiden im Halbfinale: € 500.000 / Spieler
Verlieren des Endspiels: € 2 Mio / Spieler.

Dann werden sie wieder rennen wie die Hasen und schiessen wie Spezialeinsatzkräfte. Alles andere ist gepflegtes Geschnatter um das goldene Kalb und Betroffenheit oder Häme ob der Befindlichkeiten und Wehwehchen der Helden der Nation.

Hans Krüger | Do, 28. Juni 2018 - 17:30

In reply to by Rudi Rathmacher

Ob der Neuanfang gelingt mit Spielern für die es eine Auszeichnung ist in der
Nationalmannschaft zu spielen bezweifele ich mal?
Es geht in dieser Fifa WM doch nur das liebe Geld.

Nicht zu vergessen: Beim Gewinn der WM 54 gab es als Prämie nur einen Schweinslederkoffer, mehr nicht. Damit könnte man heute keinen Hund mehr hinter dem Herd hervor locken, im Vergleich sind ja sogar die eigenen Sonnenbrillen hochpreisiger.
;o)

HUbert Sieweke | Do, 28. Juni 2018 - 16:42

Ist es nicht verblüffend, dass 70 % der bisherigen Tore in den Spielen hier in Russland eher Zufallstore waren? Fallengelassene Bälle des Keepers, Blackouts der Spieler, knappe Abseits Entscheidungen komische Elfer oder Handspiel oder Nicht.Es entscheiden Sekunden, Zentimeter, ein bisschen Glück oder Peck im Abschluss.

Aber die Kommentatoren, Trainer, Spieler und alle diejenigen, die etwas von Fussball "verstehen", versuchen sich in Deutungen, Moral, Philosophie und Kaffeesatzlesungen. Nach dem Tor gegen Schweden titelte die Presse, "Mentalitätswunder"!! What?? Wegen eines Glückstoren in der 97. Minute des Weltmeisters, der zu dieser Ehre in der 108. Minute
einer Verlängerung kam, als der Mario einen Glücksschuss wagte.. Die Welt war in Ordnung, denn..man hatte ja gewonnen.. BILD gab 6 Spielern eine 2..für das Gekicke...
Das Gegenteil gegen KOREA, die Presse zürnt, alles Pfeifen, schlappe Säcke! Wäre ein Kopfball im Netz gewesen, alles wäre wieder super gewesen, alle 2+

Fritz Gessler | Do, 28. Juni 2018 - 16:43

und das ist auch gut so.
vielleicht fällt mutti merkel jetzt auch :))
vielleicht gibt's ernsthafteres zu bedenken und danach zu handeln: die immer noch immensen staatsschulden. die ewig ungelöste rentenreform. die zunehmende verdummung der schüler (s. PISA)
die millionen in afrika & asien (auf deutsche stütze) wartenden 'asyl'suchenden.
die berühmte energiewende.
die kiimakatastrophe.
FUSSBALL MACHT DIE REICHEN REICHER und DIE DUMMEN DÜMMER.
ein glück, dass deutschland ausgeschieden ist. die meisten siege der letzten 20 jahre bislang waren eh geschoben und gekauft.

Ich finde auch, daß der Analyse das gesellschaftspolitische Element etwas zu kurz kommt. Auf dem Höhepunkt der Einreisekrise- und dem damit verbundenen Thema "Integration" bzw. eben "Nicht-Integration zeigte das Erdogan-Gate ja genau, was viele immer schon sahen: Es gibt in großen Kreisen muslimischer Parallelgesellschaften keine "Integration". Özil und Gündogan sind prominentes Beispiel, die Erdoganwahl- allein 80Prozent des Kölner Türken wählten ihn erneut- taten ein weiteres, und zeigten jedem, der schon immer zweifelte: Es braucht dann auch keine durchgestylten und identitätstechnisch entkernten "Teams", deren Vertreter stellenweise mehr als Werbefiguren als durch ihre Leistungen auf dem Platz in Erinnerung blieben, und die offenbar sogar vorher gebrieft wurden, was sie in Pressemitteilungen sagen durften.
An so einem Kunstprodukt, in dem auch Verfehlungen in der Gesellschaftspolitik deutlich werden, entflammt eben auch weniger Fan-Begeisterung. Da muß nicht verwundern.

Sepp Kneip | Do, 28. Juni 2018 - 16:59

Ja, wer ist schuld an dieser Blamage? Die Frage ist berechtigt. Der Trainer, die Spieler? Oder ist die Schuld auf einer ganz anderen Ebene zu suchen? Nun, es hat keine deutsche Nationalmannschaft verloren. Die gibt es ja nicht mehr. Es hat einfach eine "Mannschaft" verloren. Mir ist es schleierhaft, wie der DFB diese Degradeng mit getragen hat. Für wen sollten sich die Spieler denn auch anstrengen? Für Deutschland? Da gibt es doch gar keinen Bezug mehr, auch wenn Merkel heuchlerischer Weise die Kicker im Trainingslager besucht hat. Nein, die Politik hat die deutsche Nationalmannschaft entsorgt. Sie hat in den letzten Jahren Deutschland zu sehr viel Ruhm und Ehre verholfen. Das durfte nicht mehr sein.

Bereits die EM durfte nicht mehr gewonnen werden. Ausgerechnet zwei Leistungsträger, Boateng und Schweinsteiger, wurde ausersehen, das zu verhindern - jeweils mit Handspiel. Der DFB ist Mitglied der Antonio-Amadeu-Stiftung, der Kampftruppe gegen "Rechts". Noch weitere Fragen?

Giesela Kramski | Do, 28. Juni 2018 - 17:17

Ich kann nicht verstehen, warum man dauerhaft ohne echten Mittelstürmer spielt. Nur immer in der Breite um den Strafraum herum und notfalls bis zum eigenen Torwart zurück ist langweilig anzusehen.
Bisher hatte ein Weltmeister-Trainer Anspruch auf Unfehlbarkeit, aber jetzt wird man es mal hinterfragen dürfen.

Außerdem wundert es mich, daß die gerne investigative Journaille gar nichts zu Beraterfragen ausgräbt. Na ja, kommt vielleicht noch.

Ullrich Ramps | Do, 28. Juni 2018 - 17:17

... schön treffend in Worte gefasst. Der Mann war schon immer völlig überschätzt, der Gewinn der 2014er WM geschah TROTZ Löw, nicht "wegen".

Somit hat die Sache hoffentlich wenigstens ein Gutes - dass wir endlich einen neuen, einen wirklichen Bundestrainer bekommen.

Bernhard Jasper | Do, 28. Juni 2018 - 17:20

Verseucht mit Symbolen und Werbeträgern wird in diesem Geschäft inzwischen ein Wirklichkeitsangebot gemacht, dass die Anstrengung eigener Wahrnehmung und Weltkonstruktion weitgehend verhindern soll. Eine ganze Maschinerie ist beteiligt. Der bisher noch am Spiel Interssierte wendet sich inzwischen von diesem System angewidert ab.

Ich habe im A- und B-Jugend- Leistungsbereich schon bessere Spiele gesehen.
Inzwischen heißen die Leistungszentren und sind zertifiziert (da gibt es auch Sportpychologen).
Muss man hier sogar von Systemversagen sprechen?

Per L. Johansson | Do, 28. Juni 2018 - 17:23

ZITAT: "Schon bei der Kaderzusammenstellung mit den frühzeitig vergebenen Stammplätzen für die erprobten Recken von 2014..."

Nun muß man sagen, daß niemand weiß, ob ein junges Team den Erfolg des Confed Cup auch nur annähernd wiederholt hätte. Ebensogut wäre ein ebensolches Ausscheiden in der Vorrunde denkbar. Und dann würden die gleichen Kritiker Löw vorwerfen, er hätte natürlich mehr auf erfahrene Spieler setzen sollen.
Allerdings einen Unterschied gäbe es. Man darf annehmen, daß ein junges Team zumindest von der ersten bis zur letzten Minute kämpfend und mit fliegenden Fahnen untergegangen wäre.

Völlig unabhängig (!) vom Abschneiden bei der WM, sollte man den Trainer endlich mal wieder wechseln.
Egal wie sehr Löw auch versucht, taktisch „up to date“ zu bleiben, kann er doch nicht aus seiner Haut. Eine echte Veränderung ist mit ihm daher nicht möglich. Weder im Spielprinzip noch der Mannschaftsführung.
Er sollte gehen.

Kloppo, ick hör dir trapsen...

Löw scheint ja, im Gegensatz zu Merkel, bereit zu sein, zu gehen. Jedenfalls hat er sein Mitverschulden eingestanden. Aber auch Merkel hat ihre Fehler eingeräumt, denkt aber im Traum nicht daran, daraus Konsquenzen zu ziehen. Ob Merkel das auch ihrem Freund Jogi nahelegt? Oder ob uns diese Tage doch noch zwei Rücktritte bringen?Schön wärs.

Konrad Paukner | Fr, 29. Juni 2018 - 10:26

In reply to by Sepp Kneip

Sehr geehrter Herr Kneip,
im gegensatz zu Löw, der ggf. Konsequenzen ziehen würde, hat Merkel lediglich die Verantwortung übernommen. Eine Verantwortung ohne jegliche Konsequenz.

wolfgang spremberg | Do, 28. Juni 2018 - 17:25

Ist unsere Identität nicht Vielfalt ?
Dieses Jammern über das Ausscheiden der Deutschen ...hat so was ..nationalistisch, völkisches.
Fußball ist Antirassismus, Vielfalt, der Bessere soll gewinnen usw. usw....
Stimmt es eigentlich das die Fan Meilen geschlossen werden ? Weil die "Deutschen" nicht mehr mitmachen ? Irgendwie merkwürdig....

Michaela Diederichs | Do, 28. Juni 2018 - 17:34

Jogi, der Mann, der über das Wasser wandeln kann oder es sich zumindest einbildet, konnte nur untergehen. Zu selbstgefällig die ganze Truppe.

Karin Zeitz | Do, 28. Juni 2018 - 18:53

gegen Russland als Austragungsland der Fußball-WM 2018 haben sich als sehr weitsichtig gezeigt. Putin ist am vozeitigen Ausscheiden der “Mannschaft“ schuld; schließlich wird dadurch verhindert, dass A.M. nach Russland reisen und gemeinsam mit ihm in der VIP-Loge sitzen muss. Endlich können auch die Bundestagsabgeordneten zur Tagesordnung übergehen und müssen nicht mehr darüber debattieren, wer dazu verpflichtet wird, die Bundeskanzlerin nach Russland zu begleiten und sich das Endspiel auf Staatskosten ansehen zu müssen.

Steve Becker | Do, 28. Juni 2018 - 19:39

Alles Egoisten, selbstverliebte dumme Jungs...Wenn die hälfte von denen diesen Artikel liest verstehen die nur Bahnhof, wenn die agonal lesen glauben die es wär ein Insel... Löw , Bierhoff die ganze Truppe die aussehen und sich geben als wären sie Anwälte von irgendeiner Beraterkitsche.. Wenn die bisschen Anstand haben dann treten sie zurück... Aber das machen die nicht , Wetten!Dafür ist die ganze Truppe zu selbst verliebt..

Wilhelm Maier | Do, 28. Juni 2018 - 19:50

"Dreimal gab es Spiele ohne Spielidee zu besichtigen."- leider.
"Ein Team, das nur das immer Gleiche verwaltet, hat keine Zukunft." da haben Sie verdammt recht Herr Kissler.
Und irgendwie ohne Innovation,vom russischen Zoll einbehalten? (beraubt?)geheime Aufstell und- oder Speilpläne, oder wie Sie es sagen „Matchpläne“?, usw...
Wie immer, sind andere schuld...
Das Wetter in Russland...
Rasen zu schlecht...
Alles ist (oder sei) alternativlos...gewesen!
Traurig... Sehr Traurig, aber war.
Das war's...

Dimitri Gales | Do, 28. Juni 2018 - 20:27

gab wohl schon in früheren Epochen. Man lese, zum Beispiel, Shakespeares "König Lear", 3. Aufzug, 3. Auftritt, wo der Narr, hier als Prophet, die Missstände anprangert. So ähnlich könnte er auch heute reden. Narzisstische Selbstdarsteller findet man heute in fast allen Bereichen des Sports, der Kultur, der Wirtschaft und natürlich auch und ganz besonders in der Politik.

Selma Palmer | Do, 28. Juni 2018 - 22:01

Mutlos - kraftlos - ideenlos - nicht nur während der WM 2018! Die Mannschaft - ihrer Identität beraubt, die Farben schwarz-rot-gold von den Trikots verbannt, von Merkel und Löw zu weichgespülten Lemmingen erzogen - wer will da noch Tugenden wie Kampfgeist und Team-Spirit erwarten?
Ein Absinken ins hintere Mittelmaß - fußballerisch wie politisch - und in naher Zukunft auch wirtschaftlich - wird wohl nicht mehr zu verhindern sein! Deutschland hat sich bereits verändert - wer freut sich da gleich nochmal drauf?

Claudie cotet | Do, 28. Juni 2018 - 23:04

Loew ist doch auch nur ein opfer
da muss viel weiter oben aufgeraeumt werden.
und der unsaegliche banker-manager bierhoff,
leider von ihnen, herr kissler, in diesem sanft
gehaltenen, wenn auch recht trefflichen artikel,
verschont.
Klopp, der beglueckte, was sollte er, erfolgreich im garden eden, denn noch in deutschland?
(als antwort auf bestehende hilfe-rufe)
fussball, olympia/bach ,merkel:
die gedanken sind frei
besonders ausserhalb deutschen hirn-gefaengnissen.

Mathias Anderer | Do, 28. Juni 2018 - 23:28

Die deutschen waren schon einmal schlecht vorbereitet in Russland. Ist schon etwas her, aber einige erinnern sich vielleicht.

Herr anderer,

das ist ein Vergleich, der nicht nur hinkt, völlig unpassend ist.

Es kommt mir so vor, als wäre es Ihnen angesichts der erwähnten Historie recht gewesen, besser vorbereitet gewesen zu sein.
Das ist inhaltlich ebensowenig akzeptabel wie derVerfasser dessen mit solch einem Gedankengut.
Sowas wollen wir hier nicht haben !!!

Karsten Dörre | Do, 28. Juni 2018 - 23:33

Leider hat auch die Öffentlichkeit zum Schnarchfußball der DFB-Elf im Vorfeld der WM beigetragen. Auf die "zur WM wird alles besser"-Einschlafmusik des DFB keine klare, prägnante Reaktion zu zeigen, ist als Arbeitsverweigerung der freien Medien zu deuten. Ähnlichkeiten mit der Politik einer aktiven Kanzlerin sind hoffentlich nur zufällig und keine Strategie. Die Weltmeister wollten lieber in den Urlaub (Weltmeister sind sie bereits 2014 geworden), der Rest der deutschen Nationalspieler mühte sich vergebens gegen die eigenen, spiel- und ideenunwilligen Weltmeister. Weder Mexiko noch Südkorea waren bessere Gegner. Deutschland hat sich selbst geschlagen. Die Mannschaft und auch der Trainerstab agierten mental nicht als Einheit sondern irrlichterten im Gedusel der Einschlafmusik herum.

Robert Flag | Fr, 29. Juni 2018 - 07:59

Hauptsache die Frisuren sitzen.

Christa Wallau | Fr, 29. Juni 2018 - 15:20

In reply to by Robert Flag

Die Gelder, die die Jungs und ihr Trainer mit Werbung verdient haben, sind ganz ordentlich längst auf deren Konten eingegangen: Ausgeschieden oder nicht.

Gerdi Franke | Fr, 29. Juni 2018 - 08:37

So mühsam muss man sich das doch gar nicht machen. Es zeigte sich schon lange, zuletzt beim Pokalfinale in Berlin. Die Selbsteinschätzung der Bayernspieler hat mit der Realität nichts mehr zu tun. Und Yogi hat trotzdem mit seiner WM-Mannschaft auf Bayern gesetzt. Waren ja alte Freunde. Ein bisschen Malade alle, aber ist ja nur WM. Eine gravierende Fehleinschätzung, die einem Bundestrainer nicht passieren darf!

martin falter | Fr, 29. Juni 2018 - 08:47

wo kühles Marketing herrscht, haben es Emotionen
schwer. Das Gut Fußball gibt es in Hülle und Fülle und fast an jedem Tag auch außerhalb der WM. Das wird den Fußball auf Dauer kaputt machen. Die Mannschaft und ihr Trainer hatte ihren Zenit schon zur EM 2016 überschritten. Aber klar man wollte es nicht wahr haben. Ein Neuaufbau muss und wird hoffentlich kommen. Je länger man das aber raus zögert umso länger wird die Talfahrt sein.

Bernd Eifländer | Fr, 29. Juni 2018 - 09:03

......zu bringen. Auch andere Mannschaften lernen dazu und können Fußball spielen. Aber wir waren ja in grenzenloser Selbstüberschätzung schon vor Abflug nach Russland Weltmeister. Und Korea - ein lästiges Pflichtspiel , einhellige Meinung der Medien, "Experten" und Moderatoren, nicht der Rede wert !

Dieter Hegger | Fr, 29. Juni 2018 - 09:11

Nach dem Ausscheiden der DEUTSCHEN NATIONALMANNSCHAFT, wurden auch in den muslimischen Ländern die Flaggen auf Halbmast gesetzt und Staatstrauer angeordnet ;-) Ein weiterer wichtiger Schritt zur Integration !

helmut armbruster | Fr, 29. Juni 2018 - 09:34

dieses Mal galt es nur dem Fußball, also nur der schönsten Nebensache der Welt.
Was aber, wenn wir uns in anderen Bereichen genau so verschätzen?
In der Wirtschaft? In der Integrationsfähigkeit der Zuwanderer? In der Bereitschaft der Einheimischen diese Zuwanderer zu akzeptieren? Im Glauben, dass die Politiker fähig sind die Dinge zu richten? In der Belastbarkeit unseres Sozialstaates? In der Fähigkeit der Schulen die Jugend richtig zu unterrichten? Und viel anderes mehr...
Das waren und sind z.T. immer noch Selbstverständlichkeiten, deren Funktionieren wir einfach annehmen.
Aber überall knirscht es und längst nicht alles läuft rund.
Grund genug das WM-Debakel mit Ansage zum Anlass zu nehmen einmal alles gründlich zu hinterfragen und die Luftschlösser, in denen es sich fernab der Realität so schön träumen lässt, einzureißen.

Veit Jakof | Fr, 29. Juni 2018 - 10:10

Herr Kissler, sind sie auch Sport-Journalist? Eine sehr gute Analyse, meine Hochachtung!
Und hier (wie auch in der Politik) kann es nur ein Fazit geben: Löw (Merkel) muss weg!
Das ist keine hinreichende aber notwendige Voraussetzung für zukünftigen Erfolg.
Aber im Gegensatz zu ihrer zart geäußerten Hoffnung auf Löws Rücktritt bin ich (auch) in dieser Angelegenheit skeptisch: Die Abgehobenheit dieser sportlichen Personalie ist inzwischen wohl genauso hoch wie die politische.
Außerdem: Was sollen sie sonst schon machen?

Alfred Kastner | Fr, 29. Juni 2018 - 10:16

Jedes vorzeitige Scheitern bei einer WM oder EM zog bisher personelle Konsequenzen im Amt des Bundestrainers nach sich.
Von Helmut Schön bis Rudi Voller: Sie alle übernahmen die Verantwortung für den Misserfolg.
Auch nach dem größten Scheitern in der deutschen Fußballgeschichte ist es an der Zeit, dass sich „was dreht“.
Bundestrainer Löw ist an jener Behäbigkeit gescheitert, die Sieger lähmt.
Es ist vor allem Überheblichkeit und die fehlende Kreativität, die man Löw nun zurecht vorwirft.
Er hat die Lässigkeit der Mannschaft regelrecht vorgelebt.
Zu lange hat er an den satten Spielern festgehalten, die Hungrigen nicht herangelassen.
Die Dimension dieser Blamage wird umso größer, wenn man die Spieler betrachtet.
Da spielte keiner dieser früheren „Rumpelfußballer“, die zwar Super „(Blut)grätschen“ drauf hatten, aber aus Versehen Fernschüsse machten, wenn sie den Ball stoppen wollten. Da spielten international erfahrene sowie technisch und taktisch versierte Fußballer. Löw hat fertig!

Michael Murmurachi | Fr, 29. Juni 2018 - 10:50

Der Konter ist sehr hart, sehr fair und verzichtet auf political correctness.

Zu der Charakterisierung „ein Team, das nur das immer Gleiche verwaltet, hat keine Zukunft“ fiel mir sofort Albert Einstein ein, der herausgefunden hatte: "Verrückt ist der, der immer die gleichen Dinge tut, aber andere Ergebnisse erwartet.“

Carsten Paetsch | Fr, 29. Juni 2018 - 11:04

Das WM-Aus kommt exakt zum richtigen Zeitpunkt und in der passenden Größenordnung. Natürlich sehr schade, aber es war Eigenverschulden, und Deutschland hat weitaus größere - ebenfalls selbst verschuldete - Probleme, als müßige Diskussionen über Torverhältnisse.
Letztlich wird jedem knallhart vor Augen geführt, dass unbeirrter Glaube an die eigene Unverwundbarkeit („wir sind doch der Weltmeister!“) sehr schnell auf dem harten Boden aufschlägt, was gerade in diesen Tagen eine sehr hilfreiche Erkenntnis sein kann: Die Autoindustrie als Jobmaschine ist in akuter Gefahr, die Zukunft wurde in vielen Bereichen verpennt, Infrastruktur verrottet und gleichzeitig bürdet man sich mit den Migranten Lasten auf, die man nicht mehr stemmen kann, weil jegliche Ressourcen nur noch dafür benötigt werden.
Insofern ist dieses Desaster eine Metapher und vielleicht sogar ein Vorbote dafür, was unserem Land insgesamt noch bevorsteht, wenn man die Signale weiterhin ignoriert.

Franz Ritter | Fr, 29. Juni 2018 - 11:12

Löw hat davon profitiert, dass Klinsmann "den Laden auseinandergenommen", also die verkrusteten Strukturen beim DFB aufgebrochen hat. Nach 12 Jahren Bierhoff/ Löw liegt wieder eine bleierne Schwere auf dem selbstgefälligen und gutversorgten Verband.
Wer hat die Nummer von Klinsmann ?

Maja Schneider | Fr, 29. Juni 2018 - 14:32

Und das weiß diese Gruppe schon lange nicht mehr. Nicht erst seit der Umbenennung in "die Mannschaft" ist mehr als deutlich zu spüren, dass das "Wir-Gefühl", der Kampf für die Nation, der unbedingte Wille zum Sieg, wie wir ihn sogar noch 2014 wahrnehmen konnten, bei einer Gruppe von Einzelspielern, die anscheinend mehr an ihrer Optik und den Werbeverträgen interessiert sind, völlig abhanden gekommen sind. Die geschäftlichen Verbindungen einiger Spieler und auch des Trainers stimmen doch sehr nachdenklich. Solange hier kein Wandel , auch im Management - vollzogen wird, sehe ich schwarz für den Erfolg unserer Nationalelf. Jetzt ist die Zeit für einen echten Neubeginn, aber bei dem Personal kann man das nur kritisch sehen. Vielen Dank, Herr Kissler, für diese erhellende Analyse.

Dr. Waltraud Berle | Fr, 29. Juni 2018 - 15:19

Und das erstaunliche leere Tor, in das der Ball bloß noch hineinspazieren musste .... wer rettet uns vor solcher selbstgefälligen Hybris? Kurz, Trump, Orban ? .... jedenfalls Leute mit gesundem Menschenverstand, Patriotismus und un-narzistischem Verantwortungs-Ethos.

wolfgang spremberg | Fr, 29. Juni 2018 - 16:48

Zumindest Teile "der Mannschaft" haben wert darauf gelegt zu zeigen dass sie sich nicht mit der Nation identifizieren. Dies wurde von vielen toleriert oder sogar begrüßt. Soll sich jetzt die Nation mit dieser lustlos kickenden Truppe indentifizieren ? Traurig sein ? Wer mag...bitte...

Heinrich Niklaus | Fr, 29. Juni 2018 - 19:28

„Vielleicht hat die Mannschaft die Köpfe auch deswegen nicht freibekommen, weil sie nicht nur spielerisch keine Fehler machen wollte, sondern auch nach den inzwischen übermächtigen Maßstäben politischer Korrektheit agiert hat.“ (Edo Reents, FAZ)

Der treffendste Kommentar zum Ausscheiden der „Mannschaft“ (Vorschlag zur Bezeichnung als Mannschaft soll von Merkel stammen).

Hans Merlin | Sa, 30. Juni 2018 - 05:35

Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.
Nach den Erfolgen der vergangenen Jahre hält Löw sich für den Gott-Vater des deutschen Fußballs der alles aus dem Bauch heraus entscheiden kann und an seiner Spielidee sowieso nichts ändern muss. Und wenn er sich stets so locker und schmunzelnd im das-wird-schon-noch Modus präsentiert, kann er 11 Multimillionäre auch nicht zu Spitzenleistungen motivieren. Dazu kommt, dass Teile der Mannschaft sich tatsächlich nicht als Aushängeschild des deutschen Fußballs betrachten.
Schon die ersten Kommentare von Löw lassen erahnen, dass er seine grundsätzlichen Fehler nicht einsehen wird und weiter auf hohem Niveau basteln will. Wir brauchen unbedingt auch beim Trainer einen Neuanfang.

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