Timmy
Wal Timmy in der Wismarer Bucht / picture alliance/dpa | Philip Dulian

Buckelwal Timmy - Schiebt den Wal ...

Rund um Buckelwal Timmy hat sich ein riesengroßes Spektakel entwickelt. Eine Mischung aus Politkrimi, Umweltschutz und Psychiatrie. Nichts gegen ein bisschen Empathie mit einem Wal. Eine Frage hätte unser Autor aber doch: Wie bekloppt ist Deutschland?

Ben Krischke

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München.

So erreichen Sie Ben Krischke:

„Der Buckelwal Timmy liegt in der Ostsee, und soll sterben. Wochenlang irrte das Tier durch ein Gewässer, das nicht sein Zuhause ist. Nun liegt er vor der Insel Poel im Sterben, wird von Helfern mit Wasser benetzt und stößt noch Wasserfontänen aus. Die Experten haben ihre Entscheidung getroffen: Weitere Rettungsversuche wird es nicht geben.“ So war es am Mittwochmorgen bei der Frankfurter Rundschau zu lesen. 

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Peter William | Fr., 17. April 2026 - 10:51

Erlöst dieses Tier von seinem Leid und nutzt den Körper für etwas nützliches. Sollte das alles als Metapher zu verstehen sein...

Karl-Heinz Weiß | Fr., 17. April 2026 - 11:08

Media-Markt, Pferdesport und Wal-Kampf-Verlängerung: worin besteht die Verbindung ? Keine Ahnung. Da hilft nur die uralte Pferdetrainer-Weisheit: "Wenn Reiten einfach wäre, würde es Fußball heißen".

Thomas Hechinger | Fr., 17. April 2026 - 11:12

Ein richtiger „Krischke“, der es mit der bekannt beliebten Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spott auf den Punkt bringt. Wäre der Wal an einer uneinsehbaren und unzugänglichen Stelle der Ostsee gestrandet, hätte er längst sein ewiges Ziel erreicht. So muß er denn weiter leiden, damit sich die Menschen daran ergötzen können. Und Deutschland gehört auf die Couch des Psychiaters. Aber der hat keine Zeit, er ist in Poel.

Robert Hans Stein | Fr., 17. April 2026 - 12:06

Aufgebraucht durch die Verärgerung angesichts soviel Dämlichkeit, die meine lieben, guten Landsleute mal wieder an den Tag legen. So genau ist mir nicht erinnerlich, wann diese "Vermenschlichung" der halben Tierwelt begonnen hat, ab wann Tiere mit dem Essen und Trinken anfingen usw. Das Waltheater ist ein neuer Gipfel der Infantilität. Und dann schwafeln auch noch weölche von positiver Energie.... Ha, Ha, Ha

Lesen Sie alte Fabeln und Märchen. Tiere wurde schon immer mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet oder es wurden ihnen menschliche Charakterzüge angedichtet: der listige Fuchs, der schlaue Rabe, der böse Wolf, die hinterhältige Ziege und viele mehr.

Klaus Elbert | Fr., 17. April 2026 - 15:12

Antwort auf von Thomas Hechinger

Fehlt nur noch ein Trauergottesdienst, wenn Timmy hoffentlich bald erlöst ist. Im übrigen sind Tiere früher verendet, heutzutage sterben sie.

Ich würde in diesem Zusammenhang nicht alles verteufeln. Der Mensch hat Emotion und Empathie, wichtig ist nur, daß er sich nicht allein von diesen leiten läßt.
Stellen Sie sich vor, Sie machen einen Sonntagsspaziergang und finden auf dem geteerten Weg einen Fuchs, der lebt, aber verletzt ist und nicht mehr auf kann, vielleicht nach einem Zusammenprall mit einem Auto. Erbarmt es Sie dann nicht? Einfach vorbeigehen? Das wimmernde wilde Tier mit einem Tritt von der Straße befördern? Würden Sie sich trauen, ihm auf welche Weise auch immer den Gnadentod zu geben? Oder würden Sie die Verantwortung abgeben und bei einem Tierheim anrufen oder, wenn Ihnen nichts Besseres einfällt, die Polizei verständigen? Ich glaube, die meisten von uns würden wie zuletzt beschrieben handeln. Dabei wäre das Tier, wenn Sie und keine weiteren Spaziergänger mehr vorbeigegangen wären, drei Stunden später längst tot.

Jens Böhme | Fr., 17. April 2026 - 18:10

Antwort auf von Thomas Hechinger

Ein verletzter Fuchs ist Sache des zuständigen Förster (Stadtförster gibt es auch), Jagdpächter bzw. eine Wildtierstation, weil Fuchs ist Eigentum im entsprechenden Revier! Verletzter Fuchs auf oder direkt neben der Straße, wird Polizei informiert. Es gibt Gesetze, Regeln, Zuständigkeiten. Der berühmte Hundeblick ist vom Hund ohne entsprechende Hintergedanken.

Wolfgang Z. Keller | Sa., 18. April 2026 - 02:04

Antwort auf von Thomas Hechinger

... und im Gegensatz zum wirklich geschätzten Herrn Krischke kann ich im Prinzip auch was anfangen mit der Einordnung jener Neurowissenschaftlerin für den MDR. Ob jetzt Menschen dabei wirklich "zum Beispiel (an) die Biodiversitätskrise (denken,) die sonst erst mal sehr weit weg und sehr abstrakt ist“ bezweifle ich allerdings sehr.
Aber als ich gestern in den Morgennachrichten des ZDF eine ältere Frau mit ziemlich verzweifeltem Gesicht am Timmendorfer Strand sah, musste ich unwillkürlich an die Millionen hier in D denken, die oft gerade mangels anderer Liebesobjekte ihre Haustiere wie beste Freunde (wenn nicht mehr!) behandeln, weil es ihre besten Freunde SIND (wenn nicht mehr!).
Und wenn ich mich DA reinversetze, will ich mich nicht lustig darüber machen, weil es so traurig wie wahr ist, und gleichzeitig, ähnlich wie der Glaube für Gläubige, Menschen Halt gibt und sie Liebe spüren lässt.
Gleichzeitig dachte ich: "Ob die Frau wohl auch was für die Opfer der Massaker im Sudan fühlt?"

Gutmeinende Mitmenschen quälen den Wal derweil bei seinem Tod noch ein bisschen mit Wal-Gesängen, von denen keiner weiß, was sie bedeuten.
Stellen Sie sich vor, Sie lägen im Sterben auf einem anderen Planeten und die Aliens spielen ihnen dabei Honeckers Reden vor - oder ein Menschen-Gelächter aus der Tondose....

Klaus Funke | Fr., 17. April 2026 - 13:04

Und der typisch dumme und einfältige Durchschnittsdeutsche und Wähler fällt prompt darauf rein. So traurig das Schicksal dieses Buckelwales ist, muss angemerkt werden: Diese Walart ist nicht gefährdet, im Gegenteil, die Bestandszahlen sind gestiegen. Hier wird ein Theater aufgeführt, dass einem schwindlig wird. Irgendwelche Randgruppen und natürlich die Grünen profilieren sich. Wenn man sich seitens der Politik mit gleicher Intensität um den Frieden in der Ukraine und im Iran bemüht hätte, wäre vielleicht etwas gewonnen worden. Aber so. Wie verblödet muss der Deutsche sein, und nur hier im Blödelland Deutschland kann man so eine Seifenoper aufführen. Da kommen sie sogar mit dem Auto aus Bayern angereist. Unglaublich. Dass der Wal verenden wird, liegt wahrscheinlich an Verletzungen innerer Organe, die er sich mit dem Fischernetz zugezogen hat - also, wir sind schuld. Gibt es denn in diesem unglaublichen Deutschland keine Fachleute, die einschätzen können, was mit dem Tier passiert?

C. Schnörr | Fr., 17. April 2026 - 13:36

Der "oberste Repräsentant" der Republik versucht mal wieder, durch ein "Zeichen" setzen und "Haltung" zeigen sich in Szene zu setzen, nicht ohne seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Ermahnen der Untertanen, zu frönen. Das beantwortet die Frage erschöpfend.

Sebastian Habel | Fr., 17. April 2026 - 14:02

Wenn die Leute Angst vor einer Biodiversitätskrise verspüren, habe ich hier einen Tipp: Untersuchtmal eure Duschvorhänge und Matratzen. Da habt ihr eure Biodiversität.
Gern geschehen! Ansonsten, wie immer toller Text, ein echter Krischke. Der konstruktivste Artikel zum Wal kam allerdings in der OAZ. Dort wurde detailliert beschrieben, wie man einen toten 20m langen Wal entsorgt.

Brigitte Miller | Fr., 17. April 2026 - 14:54

Zum Thema, Herr Krischke, ist der Beste.

Wolfgang Borchardt | Fr., 17. April 2026 - 15:08

Antwort auf von Brigitte Miller

Herr Krischke kann mit Deutsch. Und nun das Heuchlerische: Pech hat, wer kein großes Tier ist, Wal, Elefant, Dinosaurier. Für Millionen von kleineren Vögeln, die in jedem Jahr gefangen, geschossen und auch gegessen werden, reicht die Empathie nicht.

Der Staat oder das Land MV können sich angesichts der Privatinitiativen glücklich schätzen. Wer wäre sonst für die Beseitigung des Kadavers zuständig? Er kann nicht da bleiben.

Ingo Frank | Fr., 17. April 2026 - 16:59

die Mittelschicht die in die Unterschicht absackt kümmert sich niemand.
Aber um e i n e n verirrten Wahlfisch….. wie war der Name ? Und wer war der Taufpate ?

Dieses Land ist einfach nur noch irre, statt die Gesundheitsreform zu durchleiten un damit diese Regierung ans „Kreuz zu nagekln“ ist Wahl Willi auf der ersten Seite der Nachrichten.
Unbegreiflich, auf des Bürgers Tränendrüse drücken, um Probleme zu verschleiern ….
Mit freundlichen Grüßen a d Erfurter Republik
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

soistes | Fr., 17. April 2026 - 20:31

Sind gerade irgendwelche hochbrisante Gesetzgebungsverfahren die durch die "Hintertüre" durchgewunken sollen? Das hatten wir ja schon öfters. Verehrte Cicero Redaktion, gibt es hier tatsächlich was zu recherchieren?

Bei aller Liebe zu Tieren, aber auch das Leben eines Wales ist nicht endlich. Nur bei uns Menschen ist das natürlich völlig anders. Unendlich viele mit vereinfachter & verfestigter Intelligenz. Da kann so eine Story sehr gut ankommen. Oh man

Heidemarie Heim | Fr., 17. April 2026 - 21:15

Das arme Tier erleidet doch Höllenqualen!Es hat genau wie der Mensch unzählige Nervenenden und gerade die Walhaut und Gewebe sind empfindlich.Seine Haut löst sich doch schon auf und zeigt zahllose Läsionen soweit man das an den Aufnahmen sehen konnte.Er leider wahrscheinlich ähnlich wie ein Mensch mit Verbrennungen?Und wie Herr Funke sagt, es muss doch Meeresbiologen oder andere vom Fach geben,die seinen Zustand und sein Leiden einzuschätzen in der Lage sind!Kann man ihn nicht endlich erlösen? MfG