- Zwischen Nähe und Verlust
Drei Bücher, drei Ehen, drei Perspektiven auf die Liebe im Wandel: Von heimlichen Fluchten und Dreiecken bis zur stillen Beobachtung eines Künstlerpaars. Zart und schmerzlich zeigen sie, wie Beziehungen sich lösen, verknüpfen und neu entstehen.
Ehe in Auflösung
Hier ist alles mit allem verknüpft: Jedes Begehren, jedes Erlebnis erinnert an ein früheres. Kann man dem entkommen durch eine neue Liebe? Was Bodo Kirchhoff erzählt, ist die Geschichte einer langjährigen Ehe in Auflösung. Da ist Viggo, einst Mitbegründer eines Thinktanks für Abrüstung und Ächtung von Gewalt. Jetzt arbeitet er an einem Buch über eine Welt ohne Waffen. Da ist Terese, früher Kindertherapeutin, die ihrem Mann heimlich nach Mumbai nachreist und dort in einer Beziehung zu einem Hotelbesitzer einen Ausweg sucht. Der Kunstgriff, zu dem Kirchhoff greift: Er lässt Viggo über die Ereignisse schreiben – aus Sicht seiner Frau. Was mal funktioniert, mal nicht. Es gibt hinreißende Szenen, etwa wenn Tochter Ava ihren friedensbewegten Eltern ihren Verlobten vorstellt, ausgerechnet einen Major. Da erweist sich Kirchhoff einmal mehr als grandioser Erzähler. Aber als er Viggo aus Tereses Perspektive eine erlittene „Vergewaltigung in der Ehe“ beschreiben lässt, wird die Erzählkonstruktion fragwürdig.
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