- Abgesang, Sams für Erwachsene, Selbstentlastung
Drei Bücher über Liebe und Vergänglichkeit: Sebastian Haffners „Abschied“ feiert Paris und spürt dem Ende einer Epoche nach. Paul Maars „Lorna“ erzählt leise von Liebe und Krankheit. Ralf Rothmann zeigt in seinen Erzählungen Momente, in denen das Leben entgleitet.
Zank und Melancholie
Was für eine zauberhaft zarte, luftige, verspielte Liebesgeschichte, über der bereits, nicht nur in der Rückschau, die Endlichkeit liegt! Was hier vergeht, in Zank, Melancholie und Überschwang, ist nicht nur eine Beziehung, sondern ein Lebensgefühl. Der große Sebastian Haffner hat im Herbst 1932 einen kleinen, autobiografisch grundierten Roman geschrieben, der nun aus dem Nachlass erschienen ist. Der Rechtsreferendar Raimund besucht für zwei Wochen seine in Paris studierende Freundin Teddy, umschwärmter Mittelpunkt einer Gruppe von Studenten, Künstlern und Lebenskünstlern. Man parliert, liefert sich intellektuelle Hahnenkämpfe, geht aus, versucht sich mit kleinen Jobs über Wasser zu halten. Da bleibt wenig Zeit für eine Beziehung, die nicht nur durch den näher rückenden Abschied, sondern schon bald auch durch den Nationalsozialismus in Deutschland gefährdet sein wird. Haffner hat nicht nur eine Hymne auf Paris geschrieben. Sondern auch einen wehmütigen Abgesang auf einen letzten Moment von Unbeschwertheit, Lebensfreude und Weltoffenheit.
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