Mordfall in Kandel - Durch die Herzen geht ein Riss

Auch mehr als zwei Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 15-jährigen Mädchens im rheinland-pfälzischen Kandel kommt der Ort nicht zur Ruhe. Immer wieder stehen sich linke und rechte Demonstranten gegenüber. Unsere Autorin stammt aus Kandel und erkennt ihre Heimat nicht wieder

Sicht durch ein Gebüsch auf einen Fluss in Kandel
Das harmonische Kandel ist zur Frontstadt geworden, in der einstige Freude nun Gegner sind / Zino Peterek

Autoreninfo

Barbara Wenz: Die im südpfälzischen Kandel geborene Autorin und Journalistin lebt seit vielen Jahren in Italien. Den Kontakt in ihre Geburtsstadt ließ sie nie abbrechen. Sie schrieb unter anderem den Reiseführer „Poetische Pilgerorte. Reisen ins mystische Mittelitalien“ und den Kriminalroman „Das Farnese-Komplott“

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Die Stimmung im Kandeler Gleis Drei am Bahnhof ist ungewöhnlich gedämpft für eine südpfälzische Kleinstadtkneipe. Ein Reiseschriftsteller aus alter Zeit merkte einmal an, wie verwundert er über den Lärm war, der aus einem pfälzischen Wirtshaus drang. Als er zögernd eintrat, weil er damit rechnete, in eine Rauferei zu geraten, saßen lediglich eine Handvoll Männer vor ihren Schoppen und diskutierten lautstark, aber völlig friedlich.

Bahnhof Kandel
Zwischen Karlsruhe und Neustadt/Weinstraße liegt Kandels Bahnhof

Auf dem Bahnhofsplatz wird jedes Jahr im Herbst das Fest des Federweißen gefeiert – mit dem ersten neuen Wein der Saison und regionalen Spezialitäten aus Küche und Keller: Flammkuchen, Saumagen, Dampfnudeln mit Weinsoße. Heute steht dort ein Polizeibus. Seit dem Messermord an der 15-jährigen Mia in einem Drogeriemarkt durch ihren angeblich gleichaltrigen afghanischen Ex-Freund Abdul am 27. Dezember 2017 ist der beschauliche Ort bundesweit bekannt geworden.

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Ina Simoneit | Mo, 5. März 2018 - 11:24

für den berührenden Artikel. Kandel am letzten Samstag. "Kandel ist überall" 5000 friedliche Demonstranten. Es ist überwältigend, wieviele Bürger aufstehen und gegen die Politik des "weiter so" auf die Straße gehen. Cottbus, Bottrop, Hamburg, Berlin - die Liste wird immer länger. Erschreckend ist, dass es seit gestern besiegelt ist, dass die unkontrollierte, illegale Massenzuwanderung weitergeht. Jetzt kommt Afrika, orientalischer Familiennachzug in unbekannter Höhe.... ich höre dann mal auf, der Rest ist bekannt.

Mathias Trotdorf | Mo, 5. März 2018 - 14:41

"Auch mehr als zwei Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 15-jährigen Mädchens im rheinland-pfälzischen Kandel kommt der Ort nicht zur Ruhe."

Konkreter hätte man/frau ja in der Einleitung auch schreiben können "nachdem ein Migrant, der sich dazu noch jünger ausgab als ist, seine kulturell offenbar nicht zu ihm passende Freundin erstochen hat".
Dann wüßte man gleich, warum "Kandel eigentlich nicht zur Ruhe kommt", denn an Geschichten wie diesen läßt sich auch schneller und konkreter Ursachenforschung betreiben.
"Gewaltsamer Tod" klingt so unkonkret.
Wobei mir gleich wieder die ZDF-Logik in den Sinn kommt, daß man ja über "Beziehungstaten" nie berichte...

Armin Latell | Mo, 5. März 2018 - 20:01

Ich war mit meiner Frau dort, unsere erste Demo überhaupt. Aus unserer Sicht ging das alles gesittet von statten. Um uns herum Leute wie wir, ganz normale jeden Alters. Von den gemeldeten Ausschreitungen haben wir nichts mitbekommen. Etwas platt sind da die Sprechchöre, vom Lautsprecherwagen aus intoniert, 3 mal wiederholen, dann der nächste Reim. Was aber ganz besonders auffallend war, wenn intoniert wurde "jeder hasst die Antifa", das war von Seiten der Demonstranten besonders laut und auch besonders lange, und wenn diese Gesellen in der Nähe war, auch besonders intensiv. Mir hat das gezeigt, dass dieses Volk vom Normalbürger schon erkannt ist. Dankbar waren wir für die anwesende Polizei, die aus unserer Sicht für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Bunte Schirme haben wir nicht sehr viele gesehen. Traurig, dass wir Bürger von der Politik ganz normale Dinge auf diese Art und Weise einfordern müssen.

Achim Scharelmann | Di, 6. März 2018 - 11:32

Schandtaten sind für viele reine Ansichtssache und deswegen lassen sie sich auch nicht vom Recht leiten, sondern von ihrer Idiologie und alles was dieser entgegensteht wird verharmlost, totgeschwiegen oder sogar mit Hassvorwürfen begleitet, wobei Letzteres eine Erfindung der Bolschwiken war, also den Sozis des früheren Rußlands und damit wollte man der nationalen Gegenseite Inhumantität unterstellen, genauso wie man es in Fortsetzung heute von linker Seite aus betreibt. Das ist ein reines Kampfmittel und es gibt viele Bürger die sich davon immer noch beeindrucken lassen, ohne darüber nachzudenken, was man damit eigentlich bezwecken will.

Michaela Diederichs | Di, 6. März 2018 - 15:49

Eine zutiefst anrührende Situationsbeschreibung unseres Landes am Beispiel Kandel. Ob Familie, Freundschaften, Kandel - das Land ist tief gespalten.

Hermann Contius | Di, 6. März 2018 - 16:41

Links und Rechts: ich halte diese gängige Unterscheidung für grundfalsch. Demokraten, die für eine aktive Realisierung - ja überhaupt erst einmal für die simple Einhaltung - des Grundgesetzes eintreten, in Exekutive, Judikative und Legislative, werden damit in die anrüchig ungehörige, eben"linke" Ecke abgedrängt und vom Chor der Beschöniger und Vorauseilenden Moralisten als "Rassisten" niedergemacht. Was wir brauchen, ist nicht mehr und nicht weniger als das alltägliche Grundgesetzbewusstsein. Würde heute eine Deutsche Grundgesetzpartei (DGP) gegründet - im Sinne des alt-liberalen und alt-sozialdemokratischen Demokratiebegriffs, der auch gegen eine antidemokratische, gewaltimplizierende kulturelle "Buntheit" gerichtet wäre - sie würde in Strömen Zulauf erhalten und das AfD-Problem wäre gelöst.

Hubert Vogel | Di, 6. März 2018 - 16:49

wie man gegen die berechtigten Forderungen der Menschen in Kandel eine Gegendemo aufführen kann , wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Wobei die Antifa die eigentlichen Faschisten sind .
Das lässt den Schluss zu, dass die ´antifaschistischen Aktivisten´ bar jeder politischen und geschichtlichen Kenntnis sind . Um es etwas
verständlicher auszudrücken: es sind hirnlose Rabauken.
Vollends vom Glauben abgefallen bin ich, als bekannt wurde, dass bei der ersten Kandeldemo,
vor einigen Wochen, der Bürgermeister von Kandel
sich auf die Seite der ´Antifaschisten´ gestellt hat.

Rolf Pohl | Di, 6. März 2018 - 16:54

... wenn es denn schon soweit ist, dass "ich" in diesem Land bereits als Nazi gescholten werde wenn "ich" gegen einen Mörder oder z.B. Drängler die Omas beim Anstehen bei "Der Tafel" demonstriere, dann bin ich halt Nazi für Leite die nicht mal mehr wissen wollen wer/was Nazis waren.

Christian Bauer | Mi, 7. März 2018 - 10:37

Merkel hat dies Land ruiniert. Ein Land ohne Grenzen heisst: Rechtsfreier Raum. Bürger, die das nicht wollen, werden als Radikalinskis oder Nazis beschimpft? Welch ein Irrsinn. Ob die Polizisten die derzeitige Situation gut finden? Mit Sicherheit nicht. In deren Haut (bzw Uniform!) möchte ich nicht stecken: Beamteneid geleistet, Bestandteil der Exekutive, und zugleich Väter, Mütter, oder auch nur Bürger eines Landes, das immer weiter in Schieflage gerät. Kein Mensch wendet sich gegen Asylrecht, kein Mensch verweigert Hilfe für Kriegsopfer, das Spendenaufkommen in D ist sehr hoch. Aber das ist kein Grund, unseren Gästen zu erlauben, sich hier "wie die Sau" aufzuführen, und unsere Gastfreundschaft zu verhöhnen. Die Einwohner von Kandel sind nicht zu beneiden, sie sind Opfer einer falsch verstandenen und falsch ausgeführten Gutmenschlichkeit seitens der Kanzlerin.

Eine angeblich weltoffene Stadt wie Hamburg hält keine 300 "Merkel-muss-weg-Demonstranten" aus. Da stehen dann 1.000 sogenannte Antifaschisten gegen. Der Innensenator warnt vor der Teilnahme an den Anti-Merkel-Kundgebungen. Es wird immer befremdlicher. 20.000 oder mehr Türken dürfen in Köln für Erdogan auf die Straße gehen. Wo ist da die sogenannte Antifa? Unsichtbar. Sie sind zum Rollkommando für Frau Merkel geworden. Das hätte ich nie für möglich gehalten.