Dirk Brockmann
Dirk Brockmann lehrt an der Humboldt-Universität im Fachbereich Biologie / Julia Steinigeweg

Modellierer Dirk Brockmann - Der Rock ’n’ Roller

Als Modellierer für Infektionskrankheiten erklärt Dirk Brockmann die Pandemie. Vor allem aber geht es ihm darum zu zeigen, wie wild, wie magisch Physik sein kann.

Autoreninfo

Ulrike Moser ist Historikerin und leitet das Ressort Salon bei Cicero.

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Und das soll Rock ’n’ Roll sein? Ausgerechnet Physik? Eine Disziplin für Nerds. Lästiges Pflichtfach in der Schule. Doch wenn Dirk Brockmann anfängt, über Albert Einstein und seine Relativitätstheorie zu sprechen, darüber, wie dieser das Gerüst der newtonschen Mechanik zum Einstürzen brachte und durch eine neue Weltsicht ersetzte, über diesen Mut und diese Radikalität, dann wird verständlich, wenn er sagt, „das ist etwas ganz Un-Nerdiges, das ist Rock ’n’ Roll!“

Mit der Physik ist das trotzdem so eine Sache bei Brockmann. Er hat theoretische Physik und Mathematik studiert. Und dann in den USA als Professor Mathematik gelehrt. Wobei er über sich sagt: „Ich bin zu 100 Prozent Physiker.“ Mathematik ist Handwerk. Und zitiert dann, nun ja, eindrücklich den amerikanischen Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman: „Physics is to math what sex is to masturbation.“ Physik verhält sich zu Mathe wie Sex zur Selbstbefriedigung.

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Wolfgang Tröbner | Mo., 31. Januar 2022 - 17:05

Ehrlich gesagt, bin ich ein etwas enttäuscht vom Inhalt dieses Artikels. Brockmann war eines der medialen Gesichter der Corona-Pandemie und einer der Hauptverfechter von Zero-Covid. Bei Will und Co. war er Dauergast, der den Zuschauern Kurven präsentierte, die die Ausbreitung des Virus vorhersagen sollten. Ob irgendetwas von seinen Vorhersagen überhaupt eingetroffen und damit belegt werden kann, wird uns sowohl hier als auch in den Talkrunden vorenthalten. Was also genau hat Prof. Brockmann zur Erforschung der Corona-Pandemie beigetragen? Oder hat er der Politik nur bunte Kurvenverläufe zur möglichen Virenausbreitung und damit für deren Entscheidungen geliefert? Prof. Brockmann versteht sich als "Nomade, der von Insel zu Insel hüpft" und der zeigen will, "dass nicht Konkurrenz und Kampf, sondern Kooperation die Regel in der Natur ist." Aha. Was genau hat das Ganze mit Wissenschaft zu tun?

Brigitte Miller | Mo., 31. Januar 2022 - 17:58

lieber wieder verantwortungsvolle Ärzte das Szepter übernehmen an Stelle von Politikern, Virologen und Modellierern.

Sabine Lehmann | Di., 1. Februar 2022 - 00:49

Der Sinn und Zweck dieses Artikels erschließt sich mir nicht ganz. Kommt mir vor wie der groteske u. hilflose Versuch, einen politisch agierenden Wissenschaftler, der mehr als einmal mit seinen Horrorszenarien zu Coronaerkrankungen und Modellen verheerend daneben lag, zum Romanhelden umzuschreiben. Dieser Versuch ist, gelinde gesagt, peinlich in die Hose gegangen. "Breaking bad", "Rock ´n Roll", "Ein wintergrauer Nachmittag"? Geht´s noch?
Die Autorin könnte vielleicht besser Romane schreiben, wahrscheinlich sogar richtig gute, statt über die reale Welt? Wieviele Gläser Wein braucht es, um sich Herrn Brockmann als Romanhelden vorzustellen, der mit der Yamaha in den Sonnenuntergang reitet? Peinlich.
Ach so, jetzt fällt bei mir der Groschen, der Herr hat ein Buch geschrieben. Das muss ja an den Mann gebracht werden. Und wenn schon R. Feynman zitiert wird, warum nicht dann irgendwie passender in spezieller Corona-Konstellation:
"Wissenschaft verhält sich zur Politik wie Geld zur Macht."

Ernst-Günther Konrad | Di., 1. Februar 2022 - 08:58

Wer modelliert, der gestaltet, der will seine eigenen Eindrücke und Gedanken, seine eigenen Theorien und individuellen Wahrheiten manifestieren. Das mag Herr Brockmann gerne machen. Doch bei dem Thema Corona und seine gesellschaftlichen Auswirkungen und der der med. Dimension hat der Mann nichts zu suchen. Statt ihm hätte man besser die kritischen Wissenschaftler aller Sparten, die durch Corona direkt oder indirekt betroffen sind mit ihrem Wissen ins Boot geholt, die hat man aber ausgrenzt. Von mir aus soll er über das Liebesleben der Pflastersteine unter Einwirkung von Sonnenstrahlen nachdenken und sich beim Thema Corona raushalten. Bunte Schautafeln allein stellen keine wissenschaftliche Evidenz dar.

H.Stellbruch | Di., 1. Februar 2022 - 21:38

Models are always wrong, but they are sometimes useful.
Wenn ausgefeilte Modelle nicht vorhersagen können, ob es nächste Woche friert, ist es Wahnsinn, diese Modelle als mehr als einen zarten Hinweis zu werten. Aber azs den Modellen lässt sich immer zuverlässig ein Worst Case-Szenario ableiten, das dann als wissenschaftliche Erkenntnis verkauft wird. Alles alternativlos eben.