Michel Houellebecqs Rede - Der Geist steht nicht mehr links

Kisslers Konter: Michel Houellebecqs Berliner Rede war eine scharfe Anfrage an die deutschen Verhältnisse und wurde missverstanden. Wer den Linken ihre Neigung zur Unfreiheit vorwirft, muss mit Widerstand rechnen. Dahinter steckt die Sorge um Machtverlust

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq
Harter Tobak für deutsche Ohren: Michel Houellebecq / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

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Die Beunruhigung mag nicht enden. Michel Houellebecqs Berliner Rede traf einen Muskel im deutschen Bewusstseinsgewebe. Wie chirurgisch genau der Gast aus Frankreich den Gastgebern ins Innere griff, zeigen die Reaktionen in dem, was sie verschweigen oder an den Rand rücken. Natürlich blieb Houellebecq der Islamkritik treu und verlängerte das Szenario seines Romans „Unterwerfung“ auf ganz Europa. Der Kontinent als solcher begehe kulturellen wie demographischen Suizid im Angesicht eines expandierenden Islams. Und natürlich warf er sich zuverlässig machohaft für die Legalität der Prostitution in die Bresche. Vor allem aber stellte er die zwei heikelsten Fragen anno 2016: Ist die Linke nur noch ein Milieu und keine Denkweise mehr? Und ist dieses linke Milieu ein Feind der Freiheit?

Appell für ein „neues Denken“

Schriftsteller fragen auch dann, wenn sie Aussagen formulieren. Jeder Punkt ist ein Fragezeichen, sonst gäbe es nur letzte Sätze, wäre alle Literatur Epilog. Wenn Houellebecq sich nun laut vernehmbar in der Kunst des Abschieds übte, des Abschieds vom Abendland, vom Mann und von der eigenen Zeitgenossenschaft, ist so viel Enden eine Vorbereitung zum Aufbruch. Da bricht ab, was sich aufraffen sollte. Houellebecq schloss deshalb mit dem Appell für ein „neues Denken“. Die professionellen Denker, die Intellektuellen, sollten tun, was Schriftsteller wie er vorbereitet hätten und sich ebenfalls aus der „Zwangsjacke der Linken“ befreien. Ein dezidiert anti-linkes Denken wäre die Folge.

Harter Tobak, zumal in deutschen Ohren, denen der Gleichklang von Emanzipation, also Befreiung, und Linkssein ein Gassenhauer ist. Nicht so für Houellebecq. Er verweist auf die „monströse Grausamkeit der französischen Revolutionäre“ und die gegenwärtige „Rückkehr der Sozialisten an die Macht“, unter denen sich die innere Auszehrung des Westens wie auch der linken Denkungsart beschleunigt habe. Die Linke hat sich demnach zum Milieu verpuppt, hermetisch geschlossen im Inneren, „immer aggressiver und bösartiger“ nach außen. Einzelkämpfern wie ihm und seinen verstorbenen Schriftstellerkollegen Philippe Muray und Maurice Dantec sei es aufgetragen, „einzig und allein für ihre Leser“ zu schreiben, „ohne jemals an die Begrenzungen und Befürchtungen zu denken, die die Zugehörigkeit zu einem Milieu einschließt.“

Die deutsche Linke schießt zurück

Das Juste Milieu schoss zurück. Houellebecqs Rede sei eine Botschaft aus dem Führerbunker, schwer erträglich, wirr, muffig, nekrophil. Da zündle jemand und sei in seiner Unterstellung „eine Zumutung“. Das darf man so formulieren, bitte sehr. Das Entscheidende aber wird auf ein Nebengleis gerückt: Die bitterernste Anfrage des diesjährigen Trägers des Frank-Schirrmacher-Preises, ob auch hierzulande im Namen des Linken und durch Linke Freiheiten beschnitten werden. Ob sich auch im Deutschland der Regierung Angela Merkel, Heiko Maas und Manuela Schwesig Freiheitsverluste als Demokratiegewinne drapieren. Ob auch in Berlin an einer publizistischen Zwangsjacke gestrickt wird, die das Denken fesselt. Und ob auch an den deutschen Universitäten Milieutreue vor Gedankenfreiheit geht.

Um „Aber nein doch!“ entgegnen zu können, muss man Optimist, Opportunist oder Linker sein. Houellebecq, gestand er nun in einem Interview mit der Schweizer Weltwoche, teilte nie die Meinungen der Linken, „in keinem Bereich“. Jedoch sei er auch „nie wirklich für die Rechte gewesen.“ Heute indes seien die Linken „verloren, weil sie keinerlei Unterstützung von der Bevölkerung haben. Das können sie kaum ändern, ihre Ideen werden großenteils abgelehnt.“

Provokation trifft unser Selbstverständnis

Insofern trifft die französische Provokation das deutsche Selbstverständnis ins Mark. Wenn schon in Paris der Geist nicht mehr links steht – wo steht er bei uns? Aus welchen Quellen könnte er sich erneuern? Aus jenen, die Houellebecq andeutete, aus den Quellen der literarischen Tradition, der Modernekritik und des politischen Realismus? Über diese peinliche Befragung hinwegzugehen, hieße den Ernst der Lage und den Unernst dessen zu verkennen, was wir Debatte nennen und doch oft nur Klientelpflege ist, Selbstberuhigung und Bequemlichkeit. Mit einem Wort: Dummheit.

Werner Kirchhoff | Do, 29. September 2016 - 18:23

Der Verweis in die Nazi-Ecke zeigt die Einfallslosigkeit der Linken, die inzwischen jede Kritik z.B. an Islam oder Flüchtlingspolitik ebenfalls als rechtsradikal brandmarkt. Vielleicht sollte man häufiger linke Äußerungen als Lubjanka-Sprech oder Stalinismen bezeichnen, damit den Linken endlich aufgeht, dass wir - noch - Meinungsfreiheit in Deutschland haben. Beweis ist auch das noch immer abgeschaltete Denunziations-Wiki der linken A.-Amadeu-Stiftung.

Siegfried Stein | Do, 29. September 2016 - 19:08

Michel Houellebecqs 'Soumission' und Jean Raspails 'Das Heerlager der Heiligen' beschreiben die aktuelle Entwicklung fast wie ein Drehbuch oder Blaupause, wobei Raspail von 1973 ist, und die Bedrohung (da noch) nicht vom Islam kommt. Das Muster ist aber austauschbar.
Bei der Nennung des Namens rastet Herr Maas bestimmt aus - so er ihn denn kennt. Wahrscheinlich ist aber generell die Parole ausgegeben: einfach nicht lesen, was verstören könnte.

Vielleicht haben sie ja mehr zur politischen Analyse beigetragen als die intellektuellen 'Meisterdenker'.

Willi Mathes | Do, 29. September 2016 - 19:58

Konter sitzt !

Linker Mainstream ist zum Aberglauben mutiert.
Herr Kissler interpretiert M.H. dezitiert !
Was tun - mit dem Selbstverständnis ?
Neuer Wein für alte Schläuche oder umgekehrt ?
Oder nur Richtungswechsel ?

Danke für den Denkanstoß !

Gruss Willi

Klaus Damert | Do, 29. September 2016 - 20:08

"Um „Aber nein doch!“ entgegnen zu können, muss man Optimist, Opportunist oder Linker sein." - einfach wunderbar. Sehr erhellend in diesem Zusammenhang der Beitrag von Robin Detje in der ZEIT.

franz dreesen | Do, 29. September 2016 - 20:24

als anfang der 50er des vorigen jahrhunderts geborener,der den autoritären mief der sogennnten "schwarzen" bzw. mitte rechts a la cdu/csu noch erlebt hat& davon abgestossen wurde,war eben die spd damals eine alternative.mein grossvater hat zu nazi zeiten 5j im zuchthaus siegburg verbracht,weil er
kommunistische flugbätter verteilt hat.
aber seit ende der 80er kommen mir die sogenannten linken nur noch als pseudo intellektuelle kasperl truppe vor.gerade das was damals die französichen linken intellektuellen von sich gaben war nicht weiter als:eleganter unsinn.
original titel: fashionable nonsens,von a. sokal&j. bricmeount.&ebenso habe ich die linken phrasendrescher damals wie heute als arbeitsscheue schwätzer klassifiziert.
was haben denn die deutschen linken gegen den zwangsbeitrag der aufgeblähten Ö/R unternommen? dieser zwangsbeitrag ist undemokratisch & asozial.ein "sozial demokratischer" angestellter derÖ/R hat doch diesen Staatsvertrag ratifiziert!

immer mehr und mehr, weil die 68er bekanntlich all die Staatsknete-Posten schufen, auf denen sie dann alt wurden, die sie dann blockierten. Jetzt sitzen ihre Schüler auf diesen Posten und haben noch mehr und mehr davon geschaffen ... es verwundert mich (und lässt ein Hoffnungsfünkchen bisschen glühen), dass der schrecklich respektlose, klardenkerische, wortmächtige Houllebecq in Deutschland überhaupt noch einen wichtigen Preis bekommen kann!
Ja, Danke abermals Cicero, Herr Kissler!

Elfie Jung | Do, 29. September 2016 - 20:47

Ich möchte auf die Laudatio von Necla Kelek hinweisen: Titel: "Sie beschreiben eine Gesellschaft, die ihre Mitte verloren hat"
ganz großartig!
wunderbar formuliert, z.B. erwähnt sie, dass die Linken die bürgerliche Identität gar als grundlegend verdächtig ansehen , während die fremde Kultur,(Burka, Kopftuch,Kinderehen, Zangsheirat, Ehrenmord, Parallelgesellschaften)
unter Beleidigungssschutz (!!) steht.
Oder: "die ideologische Liederlichkeit der Intellektuellen, die alles abschätzig behandelt, was nicht ins eigene Weltbild passt, kommt einer
kulturellen Demontage gleich"
Es wird Zeit dass diese linke Elite in Politik und
vor allem in den Medien abtritt.

Günter Frey | Fr, 30. September 2016 - 14:38

In reply to by Elfie Jung

Bravo!!! Ja, die Denkverbote der Linken. Die kennt man schon seit 1968 - man ist in oder out- ehrliche Debatten- Fehlanzeige - nur ideologisches Geschwurbel.

Axel Masuhr | Do, 29. September 2016 - 21:11

Houellebecq formuliert so eloquent und scharf, "der König ist nackt!"Und er fordert das Normalste,: gesunden Menschenverstand,Selbstbewußtsein, Identität(etwas was kein normaler Mensch täglich neu aushandelt) etwas dass die neue Rechte hier mal formulieren wollte, was aber aufgrund der formalen Zwangsjacke des linken Mainstreams ins absurde abdriften könnte, da Polarisierung von der einen Seite sich zwangsläufig spiegelt. Noch ist sie nicht abgedriftet, daher ist ein verankern in der Mitte so unabdingbar und wichtig, denn absurdes haben wir nun wirklich lange genug gehabt.

Dimitri Gales | Do, 29. September 2016 - 21:14

In Houellebecqs Heimat ist die Linke total zersplittert; das trifft auch auf die Parti Socialiste zu. Und Präsident Hollande, der jetzt bei einer Beliebtheit von 10 Prozent (Umfrageergebnisse) steht, ist politisch schon tot - es fehlt nur noch der Nachruf.
Der Niedergang der Linken begann schon 1968. Viele der einst feurigen Idealisten wandelten sich zu Karrieristen und Interessenvertreter in eigener Sache. Man sieht es auch an der SPD; viel "links" ist da nicht mehr. Geblieben ist der Anspruch auf moralische Überlegenheit als Geltungsanspruch und Besserwisserei, auf das Anrecht, in utopisch-irrealen Dimensionen zu denken. Aber das entspricht nicht mehr der heutigen Wirklichkeit.
Die deutsche Linke, so meine ich, ist zum Museumsstück geworden - sie selbst weiss es wohl noch nicht.

Edgar Jung | Do, 29. September 2016 - 21:47

Hier lobt der liebe, brave,liberalkonservative Kissler den reaktionären (das Wort deskriptiv verwendet) und halb monarchistischen Houellebecq, als würden anstelle eines Blatts Papier nicht ganze Bücherbände zwischen die entsprechenden Milieus passen, wollten - oder müssten - sie gemeinsam Politik machen.

Das Gesamtrechts, dass sich da in Europa herausbildet, ist nun ziemlich breit.

Aber der Zeitgeist ist eben so furchtbar wie er ist, so dass sich in der Tat alles,was diesen ablehnt, fast schon automatisch wechselseitig sympathisch ist.

Nach dem Abklingen des linken, oder doch im Lichte betrachtet eher linksliberalen Europa sähe es anders aus. Einer Regierung, die das tut, wovon Houellebecq träumt, würde Herr Kissler gewiss nicht derart zujubeln. Sie würde sich anfühlen wie die des jungen Mussolini.

Houellebecq ist kein Linkenfresser im Sinne des alten Antikommunismus und Nichtunterstalinlebenwollen des Kalten Krieges.

Er ist Exponent der Gegenmoderne.

Hubert Manter-Koller | Do, 29. September 2016 - 22:45

Ich habe mir die Rede (danke für den Link!) durchgelesen.

Wenn man darauf wirklich nichts besseres antworten kann als dass es aus dem Führerbunker käme, hat man den absehbaren eigenen Niedergang wirklich verdient. Das Einzige, was da mit dem Führerbunker vergleichbar ist, ist die dummarrogante Ignoranz, die so ein Vergleich zum Ausdruck bringt. Das juste milieu in Reinform.

Karl Albrecht | Do, 29. September 2016 - 22:53

Es geht um körperliches Überleben.
Aus dem Willen dazu entsteht das rechte Denken, das zunächst auf den eigenen Körper, die eigenen Kinder, die Großfamilie, die Freunde, die Landsleute schaut. Das Ich, das Wir will überleben und sich behaupten.
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Das Recht dazu wollten uns die Linken nehmen mit ihrem Wahn von der Weltgesellschaft, die sie uns mithilfe des Schuldwahns einprügeln wollten.
Nun aber werden die Opfer dieser Politik täglich spürbarer und jede Großmutter kann beim Gang zum Einkaufen von widerrechtlich hier befindlichen und widerrechtlich hier geduldeten Personen "bereichert" werden.
Die Regierung hat den Herrschaftsvertrag einseitig gekündigt, verweigert dem Volk den Schutz - auf welcher Grundlage will sie da Gefolgschaft verlangen?

Rechts sein heißt heute:
Wir wollen einfach in Ruhe in unserem Land leben und wir denken, dass wir das Recht dazu haben.

Werter Herr Albrecht, Sie haben Recht, es geht ums Überleben. Nicht die politischen Ansichten sind hier relevant, sondern einzig der physische und psysische Druck der sich allgegenwärtig aufbaut und einem die Luft zum Atmen und die Lust am Leben nimmt. So perspektivlos wie diese und künftige Generationen ihre Zukunft definieren, bleibt als Alternative noch die Flucht in die Religion oder in die Gewalt. Die Menschen mutieren zu Lemmingen und verhalten sich ebenso. Anstatt sich in der Vermehrung zu bremsen und den Bestand den Gegebenheiten anzupassen, expandiert man in die Fläche, wohlwissend, daß auch diese begrenzt ist. Alle einst tragenden Pfeiler unserer Gesellschaft sind ohne Fundament und geistige Führer aus diesem Dilemma nicht in Sicht.

Martin Wienand | Fr, 30. September 2016 - 00:52

. . . . tibetischen Buddhisten, Taoisten, Zen etc. unterscheiden. Nicht den geringsten Schimmer, was Qualitätsreligionen ausmacht. Das konnte schon man in den 80ern an der Uni beobachte. Die wirklich Cleveren erkannten, dass, will man die Welt verändern, bei sich selber anfangen muss. Und da zieht es halt die meisten zu Meditation oder verschiedenen Richtungen der modernen Psychologie , die ja mittlerweile weit über das Ego hinausgeht. Viele Linke dagegen sind stehengeblieben, schon arg verzögert, würde ich sagen. Daher erkennen sie auch nicht die Gefahr, die vom Islamismus (klar unterschieden vom tiefen Kern des Islams) ausgeht. Vielleicht mögen manche von ihnen sogar dessen Antisementismus.
"Der Kontinent als solcher begeht kulturellen wie demographischen Suizid im Angesicht eines expandierenden Islams." Mein voller Support für den Satz. Die Dummheit der Linken, leider auch meiner früheren Heimat, die Grünen, bringt uns hier in große Schwierigkeiten.

..Herr Wienand! Sehr guter Kommentar. Ich könnte diesen um Seiten ergänzen. Das Thema ist im Cicero ein altes und immer das gleiche.
Die Bücher von Abdel-Samad, Tibi und anderen sind Pflichtlektüre. Und natürlich diverse Talk Shows, in denen sie sich zum Islam äußern. Ich wiederhole hier noch einmal, dass wir, ganz allgemein gesprochen, damit es nicht von der Redaktion bearbeitet wird, von Vollidioten regiert werden. Dieses äußert sich aber nicht nur in der Flüchtlingspolitik, sondern u.a. auch beim Thema Rente, usw. usw. usw.
Die AfD hat und wird diese Themen aufgreifen, mit den bis heute bekannten und weiteren Auswirkungen. Die etablierten Parteien, also nicht nur Rot/Grün, haben dieses Land verändert und werden weiterhin dafür sorgen, dass es sich auch politisch verändert. Die Kommentare diverser Politiker tragen weiterhin dazu bei.
Es sind halt Vollidioten!

Larissa Tscherkow | Fr, 30. September 2016 - 02:34

Der Cicero sollte einen Artikel der Frage widmen, ob die Linke des 21.Jahrhunderts überhaupt links ist. Denn die klassischen Themen der Linken waren soziale Gerechtigkeit und mehr Chancen für die einheimische Unterschicht. Gendergerechte Sprache, Kampf gegen die Familie als Kernstruktur der Gesellschaft und Einwanderung um jeden Preis sind keine Themen, die ursprünglich links sind. Die SPD der Vergangenheit hätte für solche Ansichten nur Unverständnis aufgebracht. Kommunisten früherer Zeiten hätten mit den Positionen der heutigen Linken erst recht nichts anfangen können. Was hat die heutige Linke noch mit Marx, Bebel, Luxemburg und Schumacher gemeinsam?

leider sind die Linken weitab von den Idealen der Vorkämpfer. Nach meiner Erkenntnis sind von den derzeitigen Prominenten nur Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht in der Lage, den Ernst der Situation zu erkennen und sich für die interessen des deutschen Volkes und die Demokratie einzusetzen. Viele andere werden vermutlich erst aufwachen, wenn sie die Auswirkungen der frauenfeindlichen und aggresiven islamistischen Ideologie am eigenen Leibe verspürt haben. Bis dahin wird es für das deutsche Volk leider zu spät sein. Der Großteil unserer Bevölkerung ist derart friedliebend und duldend, dass sie aggresiven Flüchtlingen nichts entgegen zu setzen haben. Die Antifa heizt mit ihren Aktionen die Flüchtlingskrise noch an, indem sie Abschiebungen verhindert und von ihrem Gedankengut abweichende Meinungen mit Gewalt bekämpft. Damit nimmt sie langsam faschistische Züge an und unterscheidet sich im Gewaltpotential nicht mehr von den Neonazis rechtsaußen.

Armin Latell | Mo, 3. Oktober 2016 - 12:19

In reply to by Karin Zeitz

Interessen des deutschen Volkes?
Segr geehrte Frau Zeitz, einigen ihrer Schlussfolgerungen kann ich wohl folgen,
aber dass jetzt linke Politiker, wie auch immer sie heißen mögen,
sich für unsere Demokratie und das deutsche Volk einsetzen würden, ist ja wohl ein klassischer oder tragischer(?) Trugschluss. Googeln Sie doch mal nach Gysi und Neuruppin oder schöner leben ohne Nazis oder "I Love Volkstod". S.Wagenknecht, muss ich zugeben, ist da möglicherweise etwas seriöser und
argumentiert mit normalem, gesundem Menschenverstand, musste deshalb auch schon persönliche (physische) Angriffe aus ihren eigenen Reihen ertragen. Ich denke, sie ist eigentlich in der falschen Partei. Zum Thema AntiFa: Ein kluger Mensch hat einmal gesagt, der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus.
Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.

Armin Latell | Mo, 3. Oktober 2016 - 12:22

In reply to by Karin Zeitz

Und wenn man die täglichen gewalttätigen Aktionen dieser Linksverbrecher mit der Gewalttätigkeit der Rechten vergleicht, muss man feststellen, lässt man den NSU einmal aussen vor, dass sie weder in der Qualität noch Quantität der Linken mithalten können. Heute ist der 3. Oktober und ich bin gespannt, ob und wenn ja, wieviel Sendezeit man in den TV Nachrichten heute aufbringen wird, um dem deutschen Stimmvieh schonend beizubringen, dass "Aktivisten" und "Linksautonome" in gerechtem Zorn mal wieder Sachäden in Millionenhöhe und verletzte Polizeibeamte in hoher Zahl verursacht haben. Das sind nicht langsam faschistische Züge, sondern wir befinden uns gerade in deren Hochphase. Sie haben es aber offensichtlich noch nicht als solche erkannt.

Das Prekariat in Deutschland von doch immerhin über zwölf Millionen Menschen wird von den Linken nicht nur vollends ignoriert, sondern brutalst verraten, indem die Linken der Masseneinwanderung von Konkurrenz aus osteuropäischen (über die EU-Freizügigkeit) und vielen anderen Ländern zustimmen, diese sogar noch vehement fördern. Kein Kapitalist hat seit 1945 der Unterschicht in Deutschland so gnadenlos geschadet wie es die Linken jetzt tun.

Samuel von Wauwereit | Fr, 30. September 2016 - 03:17

So ist das wenn man die Macht hat. Da verhalten sich die Linken auch nicht anders als früher die andere Seite.

Joost Verveen | Fr, 30. September 2016 - 03:51

In den angelsächsischen Staaten gab es nie eine tonangebende Linke. Die Intelligenz ist, und war, dort immer konservativ, teils gar rechtsaußen. Einzig in den Universitäten - eigentlich sogar nur innerhalb des Campus selbst- war die Linke tonangebend. Dort aber auch nur in bester jakobinischer Manier und Tradition, mit Tabus; Denkverboten; Sprechverboten; Gendertalk. Bernie Sanders und Jerry Corbyn sind das absolute politische Maximum was die Linke dort erreichen kann. Für eine Regierung wird es nie reichen. In EU ist das anders. Meiner Ansicht nach deshalb weil die eigene europäische Kultur den Kulturen der dritten Welt untergeordnet wird, und die (verblödete) europäische Rechte dazu schweigt. Der Islam ist ja nur das letzte Bsp. Davor in den 70ern war es Indien (Hippies), oder Baghwan, oder die Grünen, oder Greenpeace(mittlerweile Großkonzern), usw. Alles was die eigene Kultur verachtet, ihr gar schadet, wird angehimmelt. Houellebecq zeigt das Ende der Sackgasse nur auf.

Es gibt weder "die" europäische Kultur noch Kulturen "der dritten Welt", die homogen genug wären, um die in eine gemeinsame Schublade zu stecken. Sie sind auch schief gewickelt, wenn Sie Respekt vor anderen Kulturen mit Unterordnung verwechseln. Kann es sein, dass Sie versuchen, einen kulturellen Minderwertigkeitskomplex zu überspielen?

Thomas Fügner | Fr, 30. September 2016 - 06:26

Viele Genossen haben die Schnauze voll vom linken Scheitern. https://www.facebook.com/AfDMucOst/posts/613628878796..
Und sie wählen neu! Ein vielfach überhörtes SIGNAL ging vom Wahlerfolg aus, den die AfD ausgerechnet in den Arbeitervierteln Berlins erzielte: knapp 30%! Wenn jetzt nicht nur SPD Größen wie Sarrazin und Buschkowsky, sondern auch der einfache Mann auf der Strasse, AfD wählt (!), vertreten durch ex- SPD- Mann Guido Reil, der jetzt in der AfD aktiv ist, dann bedeutet das nicht weniger als den Aufstieg der AfD zu Volkspartei- mit Option auf Mehrheiten, die der SPD (22% in Berlin) oder der CDU (hinter der AfD in MeckPom)Man wage das Gedankenexperiment: Der Berlin- Lichtenberg- Erfolg wiederholt sich in den Arbeitervierteln des gesamten Ruhrgebiets zwischen Krefeld und Hagen... ?! G.Reil in Krefeld "In einem vollen Saal mit weit über 100 Zuhörern gab Guido Reil drei Stunden lang Vollgas und berichtete ..."

Andreas Müller | Fr, 30. September 2016 - 09:13

Vor langer Zeit im Urlaub in einem Bücherständer einer Dorf-Epicerie: "Les particules élémentaires" von Houellebecq. Hatte schon gehört davon, jetzt war die Neugierde da.
Es wurde eine fulminante Urlaubslektüre in der schönsten französischen Provinz. Houellebecq hat Recht: die Linke ist geistig tot, vollkommen aufgesaugt vom Konsumismus, ertrunken in der Anpassung an die Gleichförmigkeit, im neoliberalen "Nulldenken", wie es ein anderer nonkonformistischer französischer Denker so schön auf den Punkt bringt. Sie hat alles längst aufgegeben, was einmal links war, besonders die Sympathie zum Volk und die Sympathie des Volkes.
Und ja: in dem Maße, wie die Linke das selbst spürt, wird sie auch immer aggressiver, illiberaler, eine extreme Feindin der geistigen und politischen Freiheit jedes einzelnen. Der Befreiungskampf wird sehr, sehr hart werden, aber notwendigerweise gewonnen werden.

Christoph Kuhlmann | Fr, 30. September 2016 - 10:07

verhaftet bleiben gibt es in Deutschland kaum. Das linke Denken hat sich in den 80er Jahren aufgesplitter, enthomogenisiert und tritt nun auf verschiedenen Sachgebieten stückchenweise auf. Auch geht es teilweise eine unheilige Allianz mit Anleger- und Kapitalinteressen ein und sorgt nach wie vor für eine dysfunktionale Radikalisierung und führt unter anderem eben jene Zustände herbei die Michel Houellebecq in seinem Roman "Unterwerfung" schildert.

Ursula Schneider | Fr, 30. September 2016 - 11:19

Das trifft es genau, Herr Kissler!
Jeder konnte das in letzter Zeit überdeutlich beobachten: die Diffamierungen, die erzwungene, verlogene Sprachregelung, den Realitätsverlust ...

Die Linke ist in der Tat nur noch ein Milieu, eine "Zwangsjacke" für Anpasser zum eigenen Machterhalt, ein Herrschaftsinstrument, das mit größter Intoleranz um sich schlägt und völlig unfähig geworden ist, vorurteilslos und objektiv zu debattieren.

Damit ist sie zwangsläufig auch ein "Feind der Freiheit" und der Demokratie.

Die französische Provokation trifft allerdings nicht, wie Sie schreiben, das "deutsche" Selbstverständnis, sondern nur das der Meinungsmacher, Herrschenden und Mitläufer.

Hoffentlich beginnt jetzt endlich eine längst überfällige Diskussion!

Marcus Hallmoser | Fr, 30. September 2016 - 11:48

Lothar Bisky merkte an, dass es in der aufgelösten DDR von Anfang an erschreckend wenige dialektisch-materialistische Denker gab. Das traf mehr noch für den Westen zu. Leider gab und gibt es hier auch nur wenig echte Liberale im Sinne Dolf Sternbergers. Das, was sich hier als links oder liberal bezeichnet, ist nur eine grotesk verzerrte Karikatur liberalen Denkens und wirklicher Aufklärung. Über die Holzwege von Linken schrieb Ernst Hillebrand den Artikel Populismus: Die Irrtümer der Linken. Gelernt wurde daraus nichts. Kürzlich legte Didier Eribon nach mit dem Artikel Wie aus Linken Rechte werden. Verstanden wurde auch das von Salonlinken nicht. Bezüglich des Islams kann man nur Daniele Dell'Agli zustimmen: Die Islamkritik hat gerade erst begonnen. Und die sich vor den Islam als Schutzheilige stellenden angeblich Linken und Liberalen müssen sich warm anziehen. Denn Houellebecqs Rede ist eine präzise Analyse angeblich Linker. Die wahren Linken sind gegenwärtig die Konservativen.

Uwe Prink | Fr, 30. September 2016 - 12:26

Die Linke ist immer ein Milieu gewesen. In diesem Milieu gibt es Köpfe, die vernünftiges Denken, im Sinne von Ideen zur Verbesserg. der Chancenglht., hervorgebracht haben. Der Rest ist eine dogmatist. Schafherde. Nagut, das ist in jeder Partei so. Dazu gehört z. B. auch d. Untergang d. Grünen Spitze. Verträumte, auch christl. infizierte, Frauen, die auf ihren arriviert. Hintern sitzen u. keinen Schimmer davon haben, was draußen los ist. Alle leiden sie unter der "Islam-ist-toll-Politik" und verbannen alle ins rechte Lager, die vor der Gefahr einer kultur. Nivellierung warnen. Aus einem Konglomerat von Kulturen ist noch nie eine neue, humanistische Lebensweise entstanden, die der Idee von Demokrt. und Chancenglht. entspricht. Das beste Beispiel dafür ist die USA. Da möchte man doch nicht "tot über dem Zaun hängen". Und wenn bei den Linken jemand nicht dogmatisch ist und pragmat. Wege gehen möchte, dann wird, in diesem Fall S. Wagenknecht, in rechte Ecken gestellt. Das ist heute d. LINKE

Bernhard Jasper | Fr, 30. September 2016 - 12:32

Ich glaube, dass sich die Veränderung der Verhältnisse aus der Enttäuschung über die Ergebnisse, in Verbindung mit dem Schlagwort „Wertewandel“ vollzieht, als Reaktion auf die Moderne. Was käme wohl dabei heraus, wenn man heute die Gesellschaft polemisch nach ihrer Vorstellung von Zukunft befragte? Ich glaube, dass diese keine einheitliche Vorstellung davon hat, sondern von Abstiegsängsten geprägt wird.

Und so trifft sich die extreme „Linke“ und „Rechte“ in einem Ziel, das ungeliebte „System“ abzuschaffen. Das ist Klassenkampf pur.

franz wanner | Fr, 30. September 2016 - 13:58

um ehrlich zu sein: Ihr Artikel ist der einzige, den ich ohne Entsetzen zur Kenntnis nehmen kann. All dieseEmpörungen rundum zu Houellebecqs Rede zeigen nicht etwa Mißverstehen, sie triefen von Nichtverstehen. Dass der Schriftsteller eine eigenwillige Neigung zum Katholizismus hat, eine sehr persönliche Weltsicht und eben auch das Selbstbewußtsein, selbst zu sein, endet in einer diffamierenden Gleichsetzung von Person und Text, die nur mit Leseunkundigkeit allgemein und Banausentum im Besonderen erklärt werden kann.
Robin Detje scheint zudem zusätzlichen Beschränkungen zu unterliegen. Oder er wollte exemplarisch vorführen, was der Redner gemeint haben könnte.
diesmal, Herr Kissler, bin ich Ihnen geradezu dankbar.

Patrick Feldmann | Fr, 30. September 2016 - 20:00

Houellebecq zeigt sich auch in dieser Rede als provokanter und galanter Denker!
Allein die Bemerkung, daß heute nicht mehr die Berufsintellektuellen die notwendigen geistigen Anstöße bringen...!
Wer nicht begreift, daß "Linksintellektuell" ein Oxymoron ist, wird H. nicht mögen, denn Linke brauchen Stallgeruch.
Das Problem der Linken ist, daß wir sie im Eigentlichen nicht brauchen. Sie können sich selbst nicht hinreichend definieren und alle Themen, die sie besetzen wollen (Freiheit, Sozialität), konterkarrieren sie meist gleich selbst im Sinne performativen Widerspruchs (Stegner, Antifa, Schwesig, Maas+Merkel,pp) oder andere, Konservative machen es effektiver und besser: der soziale Gedanke fand sich in der sozialen Marktwirtschaft (basierend auf der Kathol.Soziallehre) um Galaxien besser verwirklicht als in irgendeinem sogen."linken" System!
Das Problem der Linken kommt aus ihrem Ursprung: sie stehen für eine säkularisierte christliche Caritas, die Wirkung will, aber keine Wurzel.

Ernst Laub | Fr, 30. September 2016 - 20:41

Die breite Masse der Franzosen ist fast so verblendet und desinformiert wie die Deutschen. Die französischen Denker und erstaunlich viel Journalisten versuchen hingegen - im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen - ihre geistige Unabhängigkeit zu erhalten. Linke "Ballungszentren" findet man heute vor allem in Standesorganisationen wie diejenigen

Michael Bahr | Fr, 30. September 2016 - 22:24

Sie verrät sich selbst, indem sie seit Jahr und Tag ein Bündnis mit dem Neoliberalismus eingeht. Sie merkt nicht, wie ihr dadurch ihre Vitalität ausgesaugt wird. Der Neoliberalismus müsste von der Sozialdemokratie bekämpft werden, stattdessen taten sich Rote und Grüne in der Schröder-Fischer-Ära als die größten Deregulierer hervor. Schröder ließ sich als "Genosse der Bosse" feiern.
Intellektuell hat die Linke längst abgedankt. Sie kann ihre größten Gegner nicht mehr identifizieren und bekämpfen. Neben dem erwöhnten Neoliberalismus müssten die Linken in vorderster Front in der Abwehr gegen den islamischen Fundamentalismus stehen und dessen Erscheinungsformen in Europa gezielt und laut anprangern - gefährdet dieser doch alles, was einem Linken heilig sein müsste, wofür die europäische Linke seit 200 Jahren gekämpft hat. Indem sie mit dem Islamismus kuschelt, sägt die Linke an dem Ast, auf dem sie selbst sitzt.

Michael Bahr | Fr, 30. September 2016 - 22:49

Oder glauben die Linken tatsächlich, dass sie sich mit der Bejubelung einer unkontrollierten Massenzuwanderung aus dem islamischen Kulturkreis eine Art Ersatzproletariat schaffen, das ihnen aus lauter Dankbarkeit die Füße küssen wird, ihnen zu neuer politischer Vitalität verhelfen wird? Da haben die Linken sich aber die Falschen ausgesucht! Sollte es tatsächlich einmal zu Houellebecqsschen Unterwerfungsszenarien kommen, dann sind die "gottlosen" Linken die ersten, die ihren Laden dichtmachen können.

Dass sie das nicht kapieren, zeigt ihre innere Schwäche. Die Linke ist moralisch verwirrt und ausgezehrt.

Irmgard Schulz | Sa, 1. Oktober 2016 - 10:43

Lesenswert u. hochaktuell:
"Volksfeinde" - die politische, aber auch sehr persönliche Debatte in Form eines Briefwechsels zwischen MH und dem Philosophen Bernhard-Henry Levy.

Christoph Kuhlmann | Sa, 1. Oktober 2016 - 12:34

manifestiert sich doch in der Begründung der Zurückweisung der Wagenknecht Kritik an Merkels Willkommenskultur. "Wir können in dieser Frage nicht rechts von Merkel stehen." Ist die Quintessenz der intellektuellen Verödung eindimensionaler Orientierungslosigkeit, die ausgerechnet das Epizentrum sprachlicher Hilflosigkeit zum Referenzpunkt linker Politik erklärt. Ein Armutszeugnis angesichts der Tatsache, dass Sprache die notwendige Grundlage allen politischen Denkens darstellt.

Stefan Schröder | Sa, 1. Oktober 2016 - 12:41

Ausgerechnet diesem Le-Pen-Verehrer nachzueifern. Ich vermute, der Autor hält auch Leute wie Carl Schmitt und Heidegger für aufgeklärte Philosophen? Au weia.

Christa Wallau | Sa, 1. Oktober 2016 - 14:25

Ja, lieber Herr Kissler, da sind wir wieder beim Thema: Dringend notwendige geistige
Auseinandersetzung!
Wer beginnt eine vernünftige Debatte über
das, was die Grundlagen unseres Staates und unserer Kultur ausmacht bzw. ausmachen sollte? Wer arbeitet die Eckpunkte einer verbindlichen Leitkultur heraus?
Wer traut sich endlich mal mutig raus aus seinem warmen und wohldotierten Nest, um sich den berechtigten Fragen, Problemen und Sorgen einer total verunsicherten Gesellschaft zu widmen?
Wer kann überhaupt noch ruhig und unvoreingenommen zuhören und diskutieren?
Wo sind die Denker der Jetztzeit?
Daß die Linken hierzu nicht mehr viel beizutragen haben, dürfte inzwischen den meisten klar sein.
Aber wie gelingt es, konservative Denker an einen Tisch zu bringen? Da sie weniger ideologisch agieren und reagieren, ist es viel
schwieriger, sie zu einem zielgerichteten Tun
zusammenzuführen als linke Konformisten.
Das ist m.E. das Hauptproblem.

Romuald Veselic | Sa, 1. Oktober 2016 - 20:57

waren doch auch die Roten Khmer und die nordkoreanische Kim-Dynastie ist so was von Links, als hätte man dort die rechte Hand für immer amputiert.

Janusz Bodek | Di, 4. Oktober 2016 - 10:06

Hr. Kissler, soweit alles stimmig. Allerdings wäre die Beachtung des Sprachduktus in d. Kritik an M.H. nötig. Etwa, wenn Detje in M.H. "seit vielen Jahren die erste Adresse für Potenzprobleme und Kastrationsängste, für durchpornografisiertes Liebessehnen" sieht, um auch noch von "schaurigem Schmutz" zu schwadronieren. Lassen wir die Männerfeindlichkeit beiseite, sie gehört zur Grundausstattung des juste milieu in D und nur in D, soweit ich aus der Kenntnis unterschiedlicher Länder beurteilen kann.
Wenn schon Männer Männern mit Potenz kommen... Oder wollte Detje mit seiner „sagenhaften“ Potenz prallen?
Mindestens genauso schlimm ist der Griff zum Wörterbuch des Unmenschen. "Schmutz" so, so, Detje. Beginnen die welk gewordenen bräunlichen Wurzeln auszutreiben oder sind es nur die vulgärlinken Treibhausgase? Oder geht es um Verlustängste der Hegemonie im offenen Diskurs einer freien Gesellschaft? Oder will mach sich damit ins Adresssbuch des Publikationsprivilegsmißbrauschs eintragen.

Gottfried Meier | Di, 4. Oktober 2016 - 13:41

Ich bin kein Schriftsteller, der das alles sehr pointiert beschreiben kann. Aber das, was Herr Houellebecq sagt, habe ich schon lange gefühlt. Ich bin deswegen schon vor Jahren aus der SPD ausgetreten und vertraue seitdem auf mich selbst. Meine Einschätzung ist derzeit, dass die Linken, einschließlich der Grünen, und die von Frau Merkel umgewandelte CDU eine Gefahr sind. Insofern beruhigt es mich, wenn ich mit meiner Meinung nicht alleine bin.

Alexander Wildenhoff | Mi, 5. Oktober 2016 - 17:27

Vielleich taugt das alte, eindimensionale links-rechts Schema nicht mehr zur Erklärung. Viele Ex-Linken-Wähler gehen ohne Umweg über die SPD direkt zur AfD. Ich glaube ein Achsenkreuz mit der X-Achse von „Gruppen-/Staats-Orientierung“ (Minusbereich) bis zur „Individuen-Orientierung“ (Plusbereich) und der Y-Achse Optimismus (Plusbereich) bis Pessimismus (Minusbereich) erklärt die Situation besser.
Im Quadranten „Gruppe/Staat & Pessimismus“ wären Die Linke, die AfD und die gegenwärtige SPD. Die Grünen wären ebenfalls in der Staatshälfte aber optimistischer.
Das Problem der CDU ist Frau Merkel, die die eigenverantwortlich und individuell aufgestellte Politiküberzeugung der Partei durch Beliebigkeit und Machtkalkül ersetzt hat – parallel zu einer massiven Bewegung in Richtung Staatsgläubigkeit. Und das unter Aufgabe des alten „Volksbegriffs“. Wer stolz darauf ist, ein Deutscher, ein Franzose oder ein Pole zu sein, ist nicht automatisch rechts. Er will nur eine nationale Identität.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 5. Oktober 2016 - 19:01

bei Houellebecq folge ich Ihnen nicht. Lese Ihren Artikel also schlicht als Ihren Artikel.
Wenn Houellebecq mit dem Begründer des Raelismus befreundet ist laut Wiki, muss man sich fragen, woher er den Islam kritisiert.
Von einem neuen auserwählten Volk her?
Dass ich nicht lache.
Da nehme ich das Judentum, den Islam oder das Christentum ausdrücklich vor in Schutz.

Patrick Feldmann | Do, 6. Oktober 2016 - 19:33

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

Fra Sehrt! Dann klären sich Ihre Fragen. Wiki ist in solchen Dingen KEINE Referenz, da weltanschaulich subversiv voreingenommen.
Lesen Sie seine Essays, Interventionen.

wenn es um für mich offensichtlichen Schwachsinn geht, ob dies nun Wiki vermeldet oder andere Quellen.
Wofür hat man nicht Nietzsche gehalten, weil man ihn las und nicht verstand.
Raelismus ist für mich massive Abschreckung. Fast wie Scientology. Womit ich nur sagen will, dass ich mir mit dem Hintergrundwissen keinen Tom-Cruise-Film mehr anschauen kann.
Ich bin für die freie Denk- und Meinungsäußerung, aber eben auch die Freiheit in der Wahl des Konsumenten.
Vielleicht lese ich da vorher eher "Feuchtgebiete".
Ich empfehle Peter Sloterdijk "Das Schelling Projekt"

Ralph Barthel | Sa, 22. Oktober 2016 - 04:00

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

das Sie sich anscheinend alleine auf WIKI (Wikipedia ?) berufen überzeugt heute klar denkende Menschen nicht mehr. Besonders die deutsche Wikipedia ist außer bei technisch / wissenschaftlichen Inhalt nur noch unter Vorbehalt zu sehen. Mir geht es jedenfalls so. Jeder kann es selber überprüfen, indem man einfach mal ein Beitrag schreibt der woanders zu endlosen Diskussionen führen würde. Ihre Argumente sollten plausible und intellegent daherkommen. Wahr müssen diese nicht sein. Danach beobachten Sie einfach mal die weitere Entwicklung. Viel Spaß dabei.

Thomas Bode | Do, 6. Oktober 2016 - 11:19

Es geht doch nicht darum ob "links" out ist, oder in der Bevölkerung unterstützt wird. Soziale Gerechtigkeit wird jedenfalls sicher unterstützt.
Es geht darum dass wir bedroht werden von der Ausbreitung des Islam in unserer Mitte. Und darum dass die "Linke" unfasslich versagt dabei sich gegen diese totalitäre Herrschaftsideologie zu stellen, außer wenige Ausnahmen wie Hartmut Krauss.
Wenn man fragt warum das so ist kommt man dann auf die seltsame innere Fäulnis in der Linken, die tatsächlich eher ein Milieu geworden ist das unter sich Futtertröge teilt. Und seine Daseinsberechtigung im oberflächlichem aber bösartigen Mobbing, "Kampf gegen Rechts", sieht. Und in ignoranter Parteinahme für den Islam, weil Muslime offenbar Symbole sind für den edlen Wilden der vom weißen Mann unterdrückt wird.

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