- Shitstorm um Sidney Sweeney: Zu schlank und zu weiß
Eine US-Jeansmarke wird dafür angegriffen, dass sie in ihren Werbespots kein schwarzes, übergewichtiges Model mehr präsentiert wie noch vor einigen Jahren, sondern die Schauspielerin Sidney Sweeney. Dies war der meistgelesene Cicero-Artikel im August.
Die letzten Jahre waren gut für die woke Bewegung. Umso schwerer ist es für sie jetzt, ihren zunehmenden Bedeutungsverlust zu verkraften. Um das Jahr 2020 herum erlebte sie ihren Höhepunkt und erklärte Fettleibigkeit zum neuen Schönheitsideal, erfand das dritte bis tausendste Geschlecht, machte den Rassismus wieder salonfähig und lehrte Hass auf den Westen – wobei dieser erstaunlicherweise damit reagierte, dass Unternehmen, Behörden, Universitäten und Parteien reihenweise Stellen für woke Aktivisten schufen, damit diese zu ihrer Destruktivität auch noch ein erhebliches Maß an Macht bekamen. Bald schon änderte sich unter ihrem Einfluss auch der Schulunterricht. Kinder wurden von ihren Lehrern nach Hautfarben getrennt, bevor dem kleinen Tim und der kleinen Lena ihre weißen Privilegien vorgehalten wurden, ehe auch schon der Auftritt der Dragqueen vor den Viertklässlern anstand.
Es war klar, dass eine solche toxische Bewegung nicht von Dauer sein konnte. Sie zerstörte viel, aber das ist zu wenig, um sich selbst auf Dauer zu etablieren. Man muss auch selbst etwas aufbauen können. Wer nichts außer Hass, Neid, Niedertracht und Humorlosigkeit anzubieten hat, kann für eine bestimmte Zeit Erfolg haben, aber irgendwann herrscht eine solche Ideologie nur noch über eine Ruinenlandschaft. Und dann wird sogar den meisten Anhängern klar, dass sie einem gefährlichen Irrweg gefolgt waren. In den USA, dem historischen Kernland dieser Bewegung, geschah das Ende für diese Ideologie geradezu handstreichartig. Donald Trump machte sie zu einem zentralen Thema seines Wahlkampfes und versprach, diese antiamerikanische Bewegung zu bekämpfen, sollte er gewinnen. Er gewann und er hielt Wort. In US-Behörden werden seitdem woke Strukturen abgebaut und auch große Unternehmen ziehen reihenweise nach, da der Zeitgeist sich gedreht hat.
Grundnormalität wird skandalisiert
Es ist kein Verlust, wenn der Wokeismus in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Und es sieht im Moment auch danach aus, als ob dies geschieht. Aber nicht überall, wie die Empörung um eine aktuelle Jeanswerbung der ebenso jungen wie schlanken wie attraktiven Schauspielerin Sydney Sweeney zeigt. Sie posiert in den Hosen einer Marke, die selbst noch 2020 eine adipöse Frau für diesen Job ausgewählt hatte. Da die woke Bewegung eine rassistische ist, spielt es für sie natürlich eine zentrale Rolle, dass das neue Gesicht der Kampagne eine weiße Frau ist, während es damals eine schwarze war. Und doch zeigt die aktuelle Wut vor allem, wie sehr ihr Einfluss geschwunden ist. Woke hat ja auch weiterhin der Gesellschaft nichts zu bieten außer einem schiefen Rhetorikbaukasten, aus dem hauptsächlich die Worte „Kolonialismus“ und „Rassismus“ gezogen werden. Und doch verfängt das alles nicht mehr. Zumindest bei den meisten nicht.
Womit wir einen Sprung aus Amerika nach Deutschland machen und dort genauer zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der ÖRR nämlich betätigt sich als Trutzburg, in der woke Ideen weiter in Sicherheit sind und verbreitet werden können. Der Westdeutsche Rundfunk springt den Aktivisten darum eifrig zur Seite, die ein Modeunternehmen dafür angreifen, eine attraktive Frau als Model ausgewählt zu haben. Statt aber einfach zu sagen, dass sie lieber dicke Models sehen würden, wird versucht, die Grundnormalität nach altbekannter Art zu skandalisieren. Beim WDR werden darum Infokacheln gebastelt, in denen es um „koloniale Körperideale“ geht.
„Wie grenzt du dich von Diet Culture ab?“
Der Ton ist damit gesetzt, und zwar direkt so schrill und falsch, wie es eben das Geschäftsmodell der woken Bewegung ist. Im Kontext einer Jeanswerbung heißt es dann weiter: „Aktuell zeichnet sich ein Rückwärtstrend zurück zum Schönheitsideal eines dünnen Körpers ab: ein Bild, das weiß, kolonial und NS-ideologisch geprägt ist“, bevor dann auch schon die Expert*innen zitiert werden, die eigentlich nur in eigenen Worten wiederholen, dass es irgendwie Kolonialismus und Nazizeit ist, wenn man Fettleibigkeit nicht attraktiv findet. Darüber hinaus ist es selbstverständlich „äußerst problematisch und gibt Anlass zur Sorge“, dass „schlanke Körper als das erstrebenswerte Ideal“ behandelt werden.
Wer diese WDR-Beiträge sieht, kann nur froh sein, dass der Wokeismus seine beste Zeit hinter sich hat. Dafür spricht auch, dass der Kommentarbereich zwischenzeitlich gesperrt werden musste, da die Antworten auf die absolut nicht manipulativ formulierte Frage „Wie grenzt du dich von Diet Culture ab?“ anders ausfielen als vom WDR erhofft. Die Frage aber bleibt, warum dieser woke Blick auf die Welt überhaupt kritiklos übernommen wird. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk käme ja auch nicht auf die Idee, die Weltsicht von Reichsbürgern zustimmend seinem Publikum zu präsentieren.
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