- „Auch die Gewerkschaften können nicht nur ,Nein‘ sagen“
Bei Caren Miosga drängt CSU-Chef Markus Söder auf ein Reformpaket der Bundesregierung bis zur Sommerpause – und nimmt dafür auch die Gewerkschaften in die Pflicht. Beim Thema 1000-Euro-Prämie muss Söder dann sogar über Söder schmunzeln.
Die Zeiten sind ernst. So ernst, dass man als bayerischer Ministerpräsident – dem Herrgott sei’s geklagt – gerade nicht nur recht häufig vom schönen München nach Berlin reisen, sondern auch bei Caren Miosga in der Sendung sitzen und erklären muss, was sich nicht gut erklären lässt: Warum hat die Bundesregierung immer noch keine Reformen auf den Weg gebracht, um das Land wieder auf Kurs zu bringen?
Die Frage ist berechtigt. Stellen wir uns Deutschland als Schiff vor, um im Bild zu bleiben. Das treibt gerade auf dem Meer herum, weil die Navigations- und Orientierungssysteme nicht mehr zuverlässig funktionieren oder gleich ganz ausgefallen sind. Währenddessen gehen der Treibstoff zur Neige und das Proviantlager leert sich. Doch statt Kommando gibt es Gezanke auf der Brücke. Unter anderem, weil der Erste Offizier gerne Kapitän wäre und der Kapitän sich das gefallen lässt. Und als wäre das Ganze nicht schon unangenehm genug, wünscht sich die Mehrheit der Crew laut aktuellen Umfragen auch noch einen blauen Piraten als Kapitän.
„Krampfhaft“ ist der richtige Begriff
Stimmt schon. Man kann es mit den nautischen Metaphern auch übertreiben. Deshalb schnell zurück ins Studio, wo Caren Miosga am Sonntagabend einen soliden Job gemacht hat als Moderatorin. Nur solide, ja. Aber immerhin hat sie damit das Mindestmaß erfüllt. Man ist ja bescheiden geworden in den vergangenen Jahren. So als ÖRR-Zuschauer, der nicht die Grünen wählt. Wobei schon angemerkt sei, dass der Einstieg ins Gespräch ein bisschen cringe war, wie wir hippen jungen Leute sagen.
Die Miosga-Redaktion hatte nämlich mehr schlecht als recht versucht, die Meisterschaft des FC Bayern München irgendwie metaphorisch auf die Politik zu übersetzen. „Krampfhaft“ ist der richtige Begriff. Und ich will Frau Miosga dahingehend ja gar nichts unterstellen. Aber sie machte am Sonntagabend nicht gerade den Eindruck, als würde sie irgendetwas von Fußball verstehen. Was sagen Sie, liebe Leser? Dass die Miosga-Redaktion mal lieber nautische Metaphern hätte nehmen sollen? Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
Da musste Söder selbst schmunzeln
Die Lage jedenfalls ist ernst. So ernst, dass Markus Söder sichtlich Mühe hatte, zu erklären, was sich nur schwer erklären lässt: Warum die Bundesregierung immer noch nicht geliefert hat. Denn auch der CSU-Chef sieht den Reformdruck. Sagt er jedenfalls. Die Bevölkerung und die Wirtschaft erwarteten einen „tatsächlichen Ruck und einen Satz nach vorne“, so Söder bei Miosga – wo er folgerichtig die Notwendigkeit eines Reformpakets bis zur Sommerpause betonte. Nach dem „Herbst der Reformen“, der 2025 leider irgendwo verschütt gegangen war, ist das jetzt die neue zeitliche Zielvorgabe.
Da hat Söder schon recht, wenn er sagt: „Ich fand es schon falsch, dass man zu lange gewartet hat wegen der Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.“ Und weiter: „Es wird nicht besser, wenn man Dinge, die man tun muss, endlos verschiebt.“ Ein klassischer Söder. Einerseits ist der CSU-Chef für alle sichtbar Teil des Führungsquartetts der Bundesregierung. Und Söder will auch, dass alle das sehen. Doch sobald es Kritik an der Bundesregierung gibt, tut er andererseits so, als sei er doch nur ein Beisitzer. Mehr noch: Er stimmt sogar in die Kritik ein. Wäre die SPD-Führungsriege nicht so himmelschreiend destruktiv, könnte man fast meinen, Söder macht das Spaß.
Bezeichnend dahingehend war Söders Erklärungsversuch, warum er nach dem Treffen von ihm, Friedrich Merz, Bärbel Bas und Lars Klingbeil in der Villa Borsig die 1000-Euro-Prämie als Sofortmaßnahme mit präsentierte, dann aber im Bundesrat dagegen stimmte: Er erwarte, so Söder, dass die SPD-Chefs (Bas und Klingbeil) mit den SPD-Ministerpräsidenten redeten, der CDU-Chef (Merz) mit den CDU-Ministerpräsidenten und er selbst, so formulierte es Söder, habe als CSU-Chef eben mit dem CSU-Ministerpräsidenten geredet: also mit sich selbst – und sich wegen mangelnder Machbarkeit dagegen entschieden. Über so viel Chuzpe von Söder musste sogar Söder selbst schmunzeln.
Wenn jede Reform gleich des Teufels ist
Die zeitliche Vorgabe lautet also: bis zur Sommerpause. Inhaltlich soll es bis dahin ein großes Reformpaket geben für die Bereiche Steuern, Arbeit, Rente, Gesundheit und Bürokratieabbau. Damit das gelingt, müsse jeder seinen Beitrag leisten, so Söder. Auch die Gewerkschaften, versteht sich, die beim DGB-Kongress gerade erst mit Buh-Rufen gegen Friedrich Merz demonstrierten, dass sie in Sachen Arbeitskampf mental noch irgendwo im 19. Jahrhundert feststecken, weshalb jede Reform in den Bereichen Arbeit und Soziales auch gleich des Teufels ist.
Geht es nach Söder, bräuchte es daher „ein neues Bündnis für Arbeit“. Schließlich sei „der Kompromiss Teil unserer Demokratie“. Söder: „Ich finde, es ist der Punkt erreicht, wo alle auch an einen Tisch müssen und sich auch in die Augen schauen müssen, ob wir alle die gleiche Auffassung haben, wie es um unsere Wettbewerbsfähigkeit steht.“ Die Gewerkschaften könnten „genauso wenig immer ‚Nein‘ sagen, wie es die Arbeitgeberverbände tun könnten“, sagte Söder. Man darf gespannt sein, wie die Gewerkschaften darauf reagieren. Und wie Söder dann wiederum auf Söder reagieren wird.
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hat unter Mao Tse Tung ca. 50 Millionen Chinesen das Leben gekostet. So dramatisch wird es wohl bei Merz nicht werden, aber sehr viel besser auch nicht. Unser Äquivalent zu Mao ist Merkels Energiewende.
Der ist echt gut dieser Vergleich 😂😂😂😂👍👍👍👍👍
MfG a d Erf. Rep.
Zitat: „Warum hat die Bundesregierung immer noch keine Reformen auf den Weg gebracht, um das Land wieder auf Kurs zu bringen?“
Das ist doch ganz einfach, man muss nur die Ursachen ergründen. Die liegen an einer überbordenden Bürokratie, hohen Energiepreisen, einer unbegrenzten Zuwanderung (vorn. in die Sozialsysteme) und einer zum Sozialismus tendierenden Regierung.
Kann eine Regierung unser Land daraus befreien? Nein! Viele der o. g. Dinge sind von dem „Friedens- und Erfolgsprojekt EU“ geregelt und können nur von der bis 2029 im Amt befindlichen Kommission geändert werden. Das wäre ein Eingeständnis des Versagens. Ein weiterer Punkt ist die inzwischen in die Verfassung aufgenommene und vom höchsten Gericht geforderte „Klimapolitik“, die zu der teuren Energie führt. Die Migration wird mehr von Gerichten (z. B. EGMR) als der Politik geregelt. Auch darauf hat keine dt. Regierung Einfluss.
Ist das Antwort genug auf die oben gestellte Frage? Es braucht viel Zeit oder den totalen Crash.
was die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten wollen. Was denken sie denn warum alle so heilfroh sind das Orban endlich weg ist? Endlich kann jeglicher Schmarrn durchgesetzt werden der zuvor von Ungarn blockiert wurde.
UvdL kann ohne Merz, Macron und Co. gar nichts machen.
Söder der Populist als Reformator? Das Reformpaket wird wieder so aussehen, dass die Bürger bei Steuern, Arbeit, Rente, Gesundheit und Bürokratieabbau wieder in die Pflcht genommen werden und verzichten oder mehr bezahlen sollen. Das Großkapital und der militärisch-industrielle Komplex werden ihre Interessen noch mehr durchsetzen und noch mehr verdienen!
Die Parteifunktionäre und Regierungsmitglieder jammern über die finanzielle Situation bei Einnahmen von jährlich ca. 998 Milliarden €, die sie mit ihrer Selbstbedienungs- und Großmannssucht jährlich verschwenden und mit neuen Krediten strecken müssen.
Sie haben dieses Land an die Wand gefahren und sollen nun Lösungen finden? Wie weltfremd und ignorant muss man sein, um daran zu glauben?
Zuvor fragt er aber nach der Sicherheit seiner Einlage. Er hört, dass die Bundesbank diese garantiere. "Was, wenn die Bundesbank kollabiert?" fragt der Mann.
"Dann haftet die EZB, respektive die EU."
"Und wenn auch die EU zerbricht, was dann?"
"Na, das sollte Ihnen doch lumpige tausend Euro wert sein!"
so beschrieben löst sogar die bittere Lage, in der sich das Land dank zu viel links befindet, schmunzeln aus!
„tatsächlichen Ruck und einen Satz nach vorne“
Sehe ich nicht so, wir gehen seit 20 Jahren ruckartig „nach vorne“, was wir dringend brauchen, ist eine Rückbesinnung auf konservative Werte.
Ich sehe mir diese Sendungen grundsätzlich nie an, denn sie sind inhaltlich wertlos. Ich laß jedoch, daß Miosga Söder auf die von der Union betriebene Dämonisierung der Grünen ansprach. Söder redete sich auch da leider raus, das wäre Vergangenheit.
Es ist genau dieses Verhalten, das mir an den Politikern der Etablierten so unglaublich stinkt! Können die nicht einmal zu dem stehen, was sie sagten? Die Grünen sind das Hauptproblem dieses Landes und genau das hätte Söder sagen müssen! Die grüne Miosga wäre vom Stuhl gefallen!
Ansonsten Söder Wendehals, Opportunist und Dummschwätzer wie immer, nichts Neues aus Berlin......
Die Miosga ist für mich eine "no-go-area". Wenn ich ihre (schlecht) gespielte Betroffenheitsmiene sehe, wächst mir, um es im Bilde zu sagen, ein Büschel Federn. Diese Dame und ihre Sendung ist einfach eine Beleidigung des guten Geschmacks, des kreativen Denkens, des Anstandes etc. nein, ich höre auf, weil ich spüre wie ich wütend werde...
auch ab und zu die deutsche Energiepolitik und die nach wie vor stattfindende Deindustrialisierung ein Thema?
Ich schaue mir diese gescripteten Talkformate die immer und immer wieder die gleichen Leute einladen, die immer den gleichen nonsense von sich geben und die Realität ausblenden schon lange nicht mehr an.
Grohnde geht jetzt in die dritte Phase des Rückbaus, also der Demontage. Nach 37 Jahren Laufzeit! In der Schweiz sollen die letzten AKW wohl eine Laufzeitverlängerung auf dann insgesamt 80 Jahre erhalten.
Womit ist das Verhalten der SPD und Grünen vergleichbar? Wie wäre es damit: das Einfamilienhaus ist abbezahlt, benötigt einige kleinere Reparaturen und wird stattdessen abgerissen, also der erhebliche Restwert vernichtet und danach muss wieder zur Miete gewohnt werden, denn Ersatz ist nicht vorhanden.
Ob das Wirtschaftswachstum im positiven Bereich landet dieses Jahr ist nicht klar und das TROTZ Megaschulden. Rezession ala technikfeindlichem Öko-Sozialismus.
die „Guten“ müssen klar als solche erkennbar sein, die „Bösen“ ebenfalls, das geht bis in den Tatort und diverse Kindersendungen hinein. Da passen Themen wie grünverpeilte Energiepolitik und Deindustrialisierung nicht ins Bild, denn man müßte sie maßgeblich den Grünen in die Schuhe schieben und das sind die Oberguten!
Anders wäre es, wenn man der AfD dafür die Schuld geben könnte, bei der Deindustrialisierung und dem Fachkräftemangel versucht man das ja schon. Frei nach dem Motto, wegen der puren Existenz der AfD ist Deutschland als Industriestandort bzw. Einwanderungsland unattraktiv geworden.
Herr Krischke, es ehrt Sie, Markus Söder nautische Fähigkeiten zu unterstellen. Deren Hauptinstrument ist der Kompass, und der ist im spätestens 2011 bei der glühenden Befürwortung des sofortigen Atomausstiegs abhanden gekommen. Eher hat MP Söder die in gewisser Weise artverwandten astrologischen Fähigkeiten, denn keiner kann besser den Eindruck vermitteln, Sternbilder deuten zu können.
- und der weht von den "Menschen draussen im Lande" derzeit halt heftig Richtung Reformen, so dass Herr S diese darum auch wortreich fordert. Bislang ist aber entweder wenig bis nichts, oder teils auch das Gegenteil passiert. Hat er dagegen protestiert? Zwischenzeugnis: doch eher alles mitgetragen.
Und gleichzeitig warnt einer derjenigen, die die Verhältnisse massgeblich herbeigeführt haben, vor "Weimarer Verhältnissen".
Man könnte ja lachen, wenn es nicht so ernst wäre.
Prof Patzelt ist zuzustimmen, wenn er sagt: „Durch die ,Brandmauer‘ können Wähler auf eine Mitte-Links-Regierung keine Mitte-Rechts-Regierung mehr als Korrektiv auswählen. Stattdessen bekommen sie immer Mitte-Links, ganz gleich, was sie wählen, und wählen deshalb in ihrer Not heute Rechts, nur eben ohne Mitte. Mit anderen Worten: Die bürgerlich Konservativen haben ihren eigenen Untergang herbeigeführt.“ (Nius)
nichts passieren wird, da Söder und Söder schon längst wissen, dass diese Regierung bald auseinander fliegt. Ich denke, Julian Reichelt hat recht: Klingbeil, dessen linksradikale – auch von der dummen Union, die sie dann mit zu vernichten versuchen werden, finanzierte – Bodentruppen längst bereit stehen,wird diese Regierung im Sommer platzen lassen, damit die Neuwahlen erst nach den LT-Wahlen im Osten, die man dann den selten doofen Westlern und eben den eigenen Bodentruppen als „neues 1933“ wird verkaufen können, stattfinden.
In Berlin wird eine sozialistische Regierung noch nebenher als „letztes Bollwerk“ gegen die "allmächtigen Nazis" installiert und dann geht es rund im Lande.
Wäre Merz nicht ein so gotteserbärmlicher Feigling und unfähiger Schwätzer, würde er agieren anstatt reagieren zu müssen. Söder wiederum, wie auch Söder, können genüsslich warten, denn alles wird vor der Bayernwahl stattfinden. Und wenn der Bayern-Söder die gewinnt, dann kann der Söder in Berlin aber mal...
den Söder im Politiker-Ranking gerade überholt hat.
Auch dieser notorische Schwallkopf scheint keinen unendlichen Kredit mehr beim Volk zu haben.
Sollte sich Miosga bei Gelegenheit mal darauf besinnen, was eigentlich ihr Job wäre, sollte sie sich darauf besinnen, dass es einen Medien-Staatsvertrag gibt, der auch für sie gilt und um den sich der ÖRR seit Jahren einen Dreck schert, dann sollte sie so langsam mal anfangen, darüber nachdenken, Frau Weidel einzuladen.
Damit das gelingt, müsse jeder seinen Beitrag leisten. Ein sündhaft gescheiter Satz. Was wird wohl der Beitrag von Herrn Söder sein?
