- Magier der Moderne
Vor 150 Jahren wurde C.G. Jung geboren. Sein Werk ist ein Appell zur Rettung der Tiefenschichten im Menschen. Jungs Warnung vor einer Welt der kalten Rationalität ist daher aktueller denn je.
Der Tod ist nur ein Sprung über eine unsichtbare Grenze hinweg. Für C.G. Jung, dem neben Sigmund Freud und Alfred Adler gewiss wichtigsten Psychoanalytiker des 20. Jahrhunderts, war das ganz selbstverständlich: Sterben war für ihn nur der Übergang in einen anderen Bewusstseinszustand. „Ich habe gute Gründe anzunehmen, dass die Dinge mit dem Tod nicht zu Ende sind. Es scheint, als sei das Leben ein Zwischenspiel in einer langen Geschichte“, bekannte der Schweizer Psychiater und Sohn eines reformierten Theologen am 19. November 1955, gut sechs Jahre vor seinem tatsächlichen Tod, in einem Brief an eine unbekannte Adressatin: „Diese Geschichte bestand schon, bevor ich war, und wird höchstwahrscheinlich weitergehen, wenn das bewusste Intervall in einer dreidimensionalen Existenz zu Ende ist.“
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könnte ein guter Nietzsche-Rezipient gewesen sein, weshalb er die Bedeutung der Anima für den Mann und die des Animus für die Frau entdeckte?
Ebenso konnte er Hitler als "Ergriffenen" erkennen und damit den Nationalsozialsmus als Massenpsychose?
Weiterhin war ihm die Gefährlichkeit der "blonden Bestie" vielleicht gerade für "alte Hoch-Kultur-Völker" wie die Israeliten bewußt?
Man könnte sich überlegen, dass die heutige evtl. bewußte Abspaltung und Verteufelung der "blonden Bestie" hochproblematisch ist?
Die germanischen oder nordischen "Archetypen" sind historisch nicht eins zu eins mit denen anderer Kulturkreise, wie ich aber finde sehr ähnlich!
Man muss also begreifen, welche Entwicklungsstufe z.B. das Christentum darstellt.
M.E. eine MESSIANISCHE, weshalb ich mit Wagners Mythen nicht viel anfangen kann, erst recht nicht als Zeugen der Moderne.
Gott ist Mensch geworden.
Nietzsche rief in/sie an.
Delphi "Vocatus atque non vocatus deus aderit" und "ganz gewiss an jedem neuen Tag"...
des Christentums m.E. durch seinen Zarathustra und in seiner Person überwunden/weiterentwickelt?
Gott ist tot und wir sind eben nicht in erster Linie seine Mörder, sondern seine Transformationen.
Nietzsche geht also nie wirklich hinter die Transformationen durch das Christentum zurück.
Nietzsche ist Europäer und so schrecklich das auch für einige Glaubende anderer Kulturkreise sein mag, man wird auch "europäisch" lernen müssen, um ihn zu verstehen.
Ich habe mich bemüht, sein ungeheures Schaffen zu "offenbaren", vor allem auch in seinem Leiden an der Individuation.
Es sollte eigentlich Poesie und Exstase sein als Ex-sistere.
Aber mit der Poesie ist er sehr weit gekommen, er wurde nach C.G. Jungs Maßstäben wohl ganz?
Ich stelle ihn mir also als einen glücklichen Menschen vor, soweit das für ihn und seine Umwelt möglich war.
RIP
sind für mich nachvollziehbar.
Sein Versuch, die Tiefenschichten des Menschen auszuloten, ist aller Mühe wert; denn der Mensch ist kein r e i n rationales Wesen u. nach meiner Überzeugung auch keins, das nur in und mit seinem Körper existiert.
Der nackte Verstand stößt an Grenzen - Sehnsüchte und Träume, die in Mythen und Bildern Ausdruck finden, tun dies nicht.
Das läßt sich nicht beweisen, aber auch nicht
definitiv leugnen; denn es gibt deutliche Anzeichen dafür, daß im Unbewußten der Kern unserer Existenz liegt.
Vorstellungen von einer Transzendenz und einem Fortleben nach dem Tod in verbinden die Menschen aller Zeiten und Erdteile. Sie sind im einzelnen unterschiedlich, aber sie ähneln sich doch in der Grundüberzeugung: Die menschliche Seele ist das eigentlich Wichtige! Wenn sie heil ist, bedeutet dies Glück für den Menschen, selbst dann noch, wenn sein Körper erkrankt. Umgekehrt gilt dies nicht.
Es ist jedenfalls lohnend, sich mit der Jung'schen Gedankenwelt zu beschäftigen.
