„Allegro Pastell“ von Leif Randt - Wach, nicht überspannt

Der Schriftsteller Leif Randt war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert – sein Roman „Allegro Pastell“ porträtiert die sorglose Instagram-Generation.

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Das Credo von Randts Generation: „Sachen so sagen, wie sie sind, ohne darunter leiden zu müssen.“ / Maurice Weiss

Autoreninfo

Max Link arbeitet als freier Autor in Berlin und schreibt für verschiedene Zeitschriften und gern über Pop.

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Leif Randt sitzt im Enzo’s, einem gemütlichen Restaurant nahe dem Rathaus Berlin-Neukölln, eine Cola Light vor sich. Es ist Montagabend, drei Tage, bevor er den Preis der Leipziger Buchmesse, für den er mit seinem Roman „Allegro Pastell“ nominiert war, nicht gewinnen wird. Ich habe Leif Randt in den letzten Jahren oft im Enzo’s getroffen. Für ihn ist es „ein Ort der alten BRD, mitten in Neukölln, unweit von den Bars der kreativen Freelancer und der Start-up-Genies“. An einem derart aus der Zeit gefallenen Ort lässt es sich besser über die Gegenwart nachdenken. Wir bestellen Fisch und Weißwein, es laufen italienische Klassiker der achtziger Jahre, der Kellner kennt uns.

Auch „Allegro Pastell“ – benannt nach der Allegro-Schule in Berlin-Tiergarten, in der sich Randt einmal wöchentlich zum Badminton trifft – spielt immer wieder in aus der Zeit gefallenen Imbissen und Restaurants, wie zum Beispiel dem Da Jia Le in Schöneberg. Von diesen Orten aus reflektieren die Millennials Tanja und Jerome, beide um die dreißig, über sich, ihre Beziehung und vor allem das Verhalten ihrer Mitmenschen.

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Klaus Funke | Sa, 4. April 2020 - 18:23

Es ist ein Selbstportät geworden, lieber Max Link. Ja, eine Generation, zu der wir Älteren leider keinen Zugang mehr haben. Wir sind uns unbekannt geworden, die Generation des Reif Landt (und auch Herr Link gehört dazu), und die unsrige, die der 60 +. Und zwar in jeder Hinsicht, nicht nur in den Lebensansichten, nein auch in allem Künstlerischen und Lebenspraktischem. Wir sprechen (in des Wortes direkter Bedeutung!) nicht mehr diesselbe Sprache. Was mir aber echte Sorgen bereitet, ist, dass dieser neuen Generation alle alten und auch bewahrenswerten bürgerlichen Werte verloren gegangen sind und nichts mehr bedeuten. Es werden Denkverbote erlassen, die sogar vor den Klassikern nicht mehr zurückschrecken. Man scheint vergessen, dass, wer keine Vergangenheit anerkennt, auch keine Zukunft hat... vielleicht, das ist meine Hoffnung, trägt bei aller Tragik die Corona-Krise auch einen Keim für einen echten Neuanfang in sich: Besinnung und Entschleunigung als Ausgangspunkt.

Michael Andreas | Mo, 6. April 2020 - 14:04

Max Link vermeidet es weirgehend, auf den Roman selbst einzugehen.

Liest man Reaktionen von Lesern, die nicht aus dem Literaturmilieu stammen bei amazon.de, dann ahnt man, warum.

Immerhin wurde die schnelle Lieferung gelobt.