Naomi Beckwith
Naomi Beckwith / Foto: Nicolas Wefers

Künstlerische Leiterin der Documenta 16 - Naomi Beckwith: Möge der Himmel helfen

Die US-Amerikanerin Naomi Beckwith ist künstlerische Leiterin der Documenta 16. Sie möchte weg von Experimenten und sich mit Stabilität gegen die Angriffe auf die Weltkunst stellen. Erste Äußerungen lassen auf eine kontroverse Schau im Sommer 2027 schließen.

Autoreninfo

Saskia Trebing ist Redakteurin beim Kunstmagazin monopol.

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Naomi Beckwith und der neue Papst Leo XIV. haben überraschend viele Gemeinsamkeiten. Beide stammen aus Chicago, sind Fans des Baseballteams White Sox und wurden in einem komplexen geheimen Verfahren gewählt. Außerdem stehen sowohl die 1976 geborene Kuratorin als auch das 69-jährige Kirchenoberhaupt vor einer gewaltigen Aufgabe.

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Walter Bühler | So., 17. August 2025 - 12:41

... zu tun?

Ich muss gestehen, dass ich mich als Nicht-Künstler noch nie durch eine documenta angesprochen gefühlt habe.

Dass keine deutschen (und schon gar keine bio-deutschen) Persönlichkeiten die Leitung übernehmen können, liegt vielleicht ja nur am Niveau der Kunst in Deutschland.

Vielleicht gibt es hier einfach keine vorzeigbaren Künstler mehr. Viele fühlen sich offenbar gezwungen,, mit primitiven Agitprop-Aktionen statt mit Kunst um Aufmerksamkeit zu buhlen, um Geld verdienen zu können.

Nun ja, so könnte es sein. Aber es interessiert mich nicht besonders.

Nix für ungut.

Ernst-Günther Konrad | So., 17. August 2025 - 14:46

Bodenständig, konfliktbewährt, steht für Stabilität. Aber sie habe ebenso wenig Toleranz für jegliche Form der Diskriminierung. „Es gibt schon genug Gewalt auf der Welt“, sagte sie im März bei einem Vortrag in Kassel. „Würde ist Würde. Universell für alle.“ Wenn sie das alles durchhalten kann bei dem speziellen deutschen Intrigentheater, dann hat sie meine absolute Zustimmung. Ansonsten geht es mir, wie Herrn Bühler auch. Ich verstehe nicht viel von Kunst und es ist nicht mein Thema. Dennoch bin ich dann auf Sendung, wenn es darum geht, die deutsche Kultur zu schleifen. Da gehe ich verbal durchaus auf die Barrikaden. Ich wünsche Frau Beckwith viel Erfolg, langen Atem, die Fähigkeit, Leute wie Claudia Roth auszuhalten.

Gisela Zabka | So., 17. August 2025 - 16:27

Der „Postkolonialismus“ hat also Naomi Beckwiths „Denken und Kuratieren geprägt“ – mir schwant nichts Gutes. Muss diesmal der böse weiße Mann dran glauben? Black-History-Month? George-Floyd-Gedächtnis-Pavillon? Was mich aber am meisten interessiert: Haben die Kasselaner die schönen Säulen des Fridericianums wieder sauber gekriegt, die der rumänische Künstler Perjovschi mit einfältigen Slogans (Miteinander, Nachhaltigkeit etc.) weiß auf schwarz verunstaltet hatte? Oder ist die Säuberung gar nicht beabsichtigt? Dass die Säulen des Museums gesäubert wurden, behauptet allein ein KI-Text, sonst niemand.

Christoph Kuhlmann | So., 17. August 2025 - 17:53

Die Documenta 15 war der Ausbund einer rassistisch politisierten Müllkultur. Wimmelbilder? Das war eine infame Beleidigung Piet Bruegels. Wer weder das Niveau noch das Know How hat Kunst von schlechter Hasspropaganda zu unterscheiden, der hat als Kuratorin einer Ausstellung nichts verloren.