BBC
Wegen einem Schnitt in einer Dokumentation steht die BBC unter Druck / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Vuk Valcic; picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Manuel Balce Ceneta

Krise bei der BBC - Wie man sich mit einem Schnitt selbst zerlegt

Der Rücktritt von Tim Davie und Deborah Turness erschüttert die BBC. Die Manipulationsvorwürfe rund um eine Dokumentation über Donald Trump treiben den Sender in eine Identitätskrise, die weit über Personalfragen hinausreicht.

Autoreninfo

Lisa Davidson ist Journalistin, freie Autorin und Podcast-Host. Sie lebt in Virginia, USA. 

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Die Reality-TV-Show „The Traitors“ wird von der BBC produziert, und war mit zwölf Millionen Zuschauern im Finale gerade ein Riesenerfolg; ein regelrechter Triumph für den britischen Rundfunk. Gleichzeitig braute sich im Hintergrund ein Skandal zusammen, der nun zwei Spitzenkräfte ihre Ämter kostete: Tim Davie, bisher Generaldirektor der BBC, und Nachrichtenchefin Deborah Turness sind zurückgetreten.  

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Klaus Funke | Sa., 15. November 2025 - 13:06

Und zwar haufenweise. Bald jeden Tag wird der us-amerikanische Präsident in unseren Medien, Presse, Rundfunk, Fernsehen schlecht gemacht, häufig auch in der jetzt bei der BBS nachgewiesenen Machart. Und das fängt in Deutschland bekanntlich beim Bundespräsidenten an, der Donald Trump noch nicht einmal zur Wahl gratuliert hat, setzt sich über die SPD-Spitzenkräfte wie Lars Klingbeil fort, geht bis zu den Linken und den Grünen. Ein vergiftetes, von den etablierten Parteien ausgehendes Klima. Bis zum heutigen Tag hält diese Art Boykotthetze bei ARD und ZDF an und keiner hat sich bisher entschuldigt. Oder hab ich da was verpasst? Haben sich die Intendanten unserer Staatsmedien entschuldigt??? Ich habe nichts gehört. Dasselbe betrifft die fürchterliche Hetze gegen den russischen Präsidenten und den Chinesen XI. Selbst führende dt. Politiker hetzen in diesem Punkt an vorderster Front. Ich nenn nur unseren Außenminister Wadephul, der, wenn er Anstand hätte, längst hätte zurücktreten müssen.

IngoFrank | Sa., 15. November 2025 - 13:06

Ist es doch ganz gut wenn es „reiche Männer ( & oder natürlich Frauen 😂) gibt die gegen den Haltungsjournalismus klagen. Selbst wenn es „nur“ auf ein paar Millionen mit einen Vergleich aus Zwangsgebühren hinausläuft, könnte durchaus der finanzielle Schaden so groß sein dass der Reset- Knopf gedrückt werden muss.
Solch ein Szenario würde ich dem ÖRR sehr wünschen, da dieser zwangsfinanzierte überwiegend links & grün eingestellte Staatsfunk, ganz einfach nicht reformierbar ist und nur so, der Meinungsjournalismus abgeschafft werden könnte.
Mit besten Grüßen aus der Erfurter Republik

G. Fischer | Sa., 15. November 2025 - 13:57

Es ist nicht das einmalige Stolpern, sondern die bewusste Veränderung von Wahrheiten, um die eigene Haltung zu rechtfertigen. Davor ist keiner gefeit und das hat System. Erfolg hat das aber nur, wenn zur Erhaltung von Macht Haltung vor Wahrheit abgefragt wird und für die Diskriminierung der anderen gezielt genutzt wird. Gerade deshalb sollten endlich die "Andersdenkenden", die "Ausgegrenzten", die "Unbequemen", die "Trumps" mit in die Verantwortung, dann löst sich der gordische Knoten und es platzen die Blasen. "Denn wer glaubt, man könne einen Brand löschen, indem man so tut, als brenne es nicht, hat nichts verstanden." (Toller Satz der Autorin).

Walter Buehler | Sa., 15. November 2025 - 14:16

Der wahre Skandal bei der BBC …

… und beim deutschen ÖRR besteht doch genau darin, dass in diesen gesellschaftlich wichtigen Institutionen die Berufsehre und die moralische Grundlage des Journalismus außer Kraft gesetzt und irgendeiner vorgegebenen „Haltung“ geopfert werden.

Es ist unerheblich, ob diese “Haltung“ des Journalisten in der gewöhnlichen kriecherischen (oder ach so bequemen) Unterordnung unter die „Haltung“ der Chefs besteht, oder ob sie wirklich auf einer privaten religiösen oder ideologischen Überzeugung beruht (wie oft behauptet wird).

So oder so verweigert sich ein solcher „Haltungs“-Journalist dem Ziel der größtmöglichen Objektivität und raubt damit dem Bürger die Möglichkeit, eine eigene, auf Tatsachen beruhende Meinung zu bilden und so eine an der Wirklichkeit orientierte eigene Haltung zu gewinnen.
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Nix für ungut.

Vielleicht ist der deutsche Begriff "Haltung" einfach falsch gewesen?

Michael Kaufmann | Sa., 15. November 2025 - 14:37

Bei uns wird das der Öffentlichkeit nun als Schnittfehler verkauft.
Das zeigt doch den ganzen Sumpf und das Dilemma in dem der Journalismus steckt.
Gesinnung statt Aufklärung

Ernst-Günther Konrad | Sa., 15. November 2025 - 14:53

Ich lese in der BILD, dass Trump die BB trotz Entschuldigung verklagen will auf 1 - 5 Milliarden. Halte ich persönlich für völlig überzogen. Aber es wird Zeit, dass sich ein Politiker mal erfolgreich gegen lügende und verzerrend darstellende Medien zur Wehr setzt. Da könnte er deutsche Medien auch mitverklagen, die haben zur Zeit des Sturmes auf das Kapitol ähnliche falsche und verzerrende Berichte geschrieben. Medien sollten endlich auch in Deutschland zur Verantwortung gezogen werden, wenn einzelne Journalisten bewusst und gewollt Lügen über andere verbreiten oder sonst wie gezielt versuchen ihre Die Menschen falsch zu informieren und politisch zu indoktrinieren. Mir reicht der Rücktritt der Verantwortlichen nicht aus. Ich bin mir sicher, dass die BB genauso wie viele andere Msm in den letzten Jahren etliche Menschen diffamiert, falsch beschuldigt und bewusst und gewollt in den Dreck gezogen haben, weil ihnen deren politische Aussagen nicht passten. Deshalb viel Glück, Donald!!

Summen wie diese 5 Mrd. sind in den USA durchaus üblich, und bei einem zwangsfinanzierten Rundfunk halte ich sie auch für angebracht, denn die bei uns ausgesprochenen Strafzahlungen gegen ÖR Sender zahlen die aus der Portokasse.

Markus Michaelis | Sa., 15. November 2025 - 15:08

Ja, im Detail kann man institutionelle Fehlleistungen benennen und es ist sicher gut an einer gemeinsamen Realität zu arbeiten.

Das grundlegendere Problem in gesellschaftlichen und globalen Umbruchszeiten ist, dass es die gemeinsame Realität nicht gibt. Die entsteht ja erst dadurch, dass sich Menschen auf eine solche einigen. Und nur in Bezug auf eine gemeinsame Realität kann man entscheiden, ob etwas eine Fehlleistung war oder nicht.

Natürlich kann man Strömungsübergreifende Realitäten definieren, aber die sind im Normalfall politisch irrelevant.

Wenn man so will, war es ein Fehler der BBC noch so zu tun, als gäbe es eine Realität. Wer in so dynamischen Zeiten nur über gemeinsame Realitäten spricht ist irrelevant - das sind Dinge, die niemanden interessieren. Wer über die politisch relevanten Dinge spricht, kann keine Realität abbilden, weil es die per Definition dort nicht gibt. Der Fehler der BBC war es, weiterhin DIE Realität sein zu wollen.

Karl-Heinz Weiß | Sa., 15. November 2025 - 15:34

In Deutschland dürfte die (zentrale) Struktur des ZDF am ehesten mit der der BBC vergleichbar sein. Dieser Sender leistet sich (immer noch) die "Krawallschachtel" (Zitat Harald Schmidt) Böhmermann und auch sonst einen ausgeprägten Haltungsjournalismus. Wenn sich die US-Administration, wie absehbar, zunehmend auf die politische Berichterstattung in den deutschen Medien konzentriert, dürfte es gerade für diesen Sender "eng" werden. Wie die aktuelle Berichterstattung (zB CICERO-Interview) verdeutlicht, ist das Problembewusstsein dafür im ZDF noch stark unterentwickelt. Außer Himmlerschen Lippenbekenntnissen: Fehlanzeige.

christoph ernst | Sa., 15. November 2025 - 15:38

Bei näherer Betrachtung ist der Beitrag auch nur ein Plädoyer für mehr 'Aktivismus'.
Vielleicht liegt das Problem auch woanders: Faktisch ist 'woker Journalismus' wenig fakten-, aber stringent gefühlsaffin. Und das wiederum könnte daran liegen, dass viele Redaktionen inzwischen überwiegend von sich selbst eher als 'progressiv' verortenden Frauen dominiert sind.
Doch das, um die kluge Helen Andrews zu paraphrasieren, liegt möglicherweise weniger an der ideologischen Ausrichtung dieser Frauen, als an ihren geschlechtsspezifischen Vorlieben.

Menzel Matthias | Sa., 15. November 2025 - 17:30

Wer „missglückten Schnitt“ schreibt, kann eigentlich nicht an einer objektiven Betrachtung interessiert sein. Mehr Wille zur Unwahrheit ist doch bei dieser Manipulation gar nicht möglich.

Lisa Werle | So., 16. November 2025 - 10:57

Dass das, was diesen BBC-Skandal ausmacht, in genau dieser Art seit Jahren in Deutschland ganz selbstverständlich vom ÖRR gelebt wird – und dass daraus kein Skandal entsteht, ist doch der eigentliche Skandal in Deutschland. Welche Lehren werden aus dem BBC-Desaster gezogen werden? Ich fürchte: keine.
Wir müssen aber nicht nur zum ÖRR schauen, um dieses unerträglich verlogene Haltungs-Gedöns zu sehen, das sich nicht scheut, mit dreisten Lügen und Verleumdungen zu agieren. So hat gerade in der FAZ eine sog. ‚Journalistin‘ die Buchmesse ‚Seitenwechsel‘ in Halle verleumdet als „So ist diese „Büchermesse Seitenwechsel“ vor allem eins: ein organisierter Angriff auf den Rechtsstaat unter dem Vorwand der Kultur.“ Geht es noch perfider – noch absichtlich schädigender? Dass mit Gewalt aus der linken Szene heraus verhindert werden sollte, dass diese Buchmesse in Halle überhaupt stattfindet – darüber in der FAZ kein Wort.

Ich habe Ihrem Kommentar nichts hinzuzufügen, außer dass man sich vielleicht das Interview mit Suzanne Dagen auf NIUS anschauen sollte. Diese Frau hat es echt drauf: Sachlich, treffsicher, argumentationsstark. Von dieser Dame werden wir in den nächsten Jahren sicher noch mehr hören. Solche Macher*innen braucht das Land.