Danger Dan

Kontroverse um „Keine Angst“ von Danger Dan - Nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt

In „Die Anstalt“ sollte Rapper Danger Dan einen Song zum Thema „Widerstand gegen Rechtsextremismus“ vortragen. Das ZDF hat den Auftritt untersagt. Zu Recht. Das Lied ist ein Aufruf zu Straftaten. Dass es überhaupt eingeplant war, lässt tief blicken.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Zuletzt erschien von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

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Es ist nicht einfach in diesen Zeiten, Kabarettist zu sein. Ein falsches Wort, ein etwas zu frecher Satz, und schon steht man im Kreuzfeuer der Kritik. Insbesondere die Wächter des gesellschaftspolitisch korrekten Sprechens reagieren empfindlich auf jede Wortwahl, die nicht in ihr fest zementierte Weltbild passt. Dieter Nuhr oder Lisa Eckhart können ein Lied davon singen.

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Wolfgang Borchardt | Sa., 18. Juli 2026 - 13:14

toleriert wird, stellt hier wohl eine Ausnahme dar. Und die "Anstalt" hat sich demaskiert. Herr Böhmermann sollte sich bedroht fühlen und reagieren. Ihm wird ganz sicher etwas passendes einfallen.

C. Schnörr | Sa., 18. Juli 2026 - 13:20

wurde offenbar mit Weitsicht damals als Titel gewählt. Was noch fehlt ist ein Sicherheitszaun um den Lerchenberg und das Abstellen der Zwangsgebühren, zum Schutze der Republik vor der Anstalt namens ZDF.

Stefan Teschner | Sa., 18. Juli 2026 - 13:23

Die Verantwortlichen von Verdi müssen sich "nur" vor ihren Mitgliedern verantwortlichen.
Aber die Redaktion der Anstalt ist m.E. für einen öffentlich-rechtlichen Sender nicht mehr tragbar. Ich möchte mit meinen gezwungenermaßen gezahlten Gebühren nicht den Lebensunterhalt von Menschen unterstützen, die Straftaten oder den Aufruf dazu billigen.
Man stelle sich einmal vor, ein Rechtsextremer hätte singend zu "Doxxing" aufgerufen und Grüße an rechtsextreme Straftäter gerichtet - gäbe es da auch Solidaritätsbekundungen von Verdi?

Denn bei "keine Angst" handelt es sich um einen als "Lied" getarnten Aufruf zur Bildung von Untergrund-Zellen und - in letzter Konsequenz - kriminellen Handlungen. Und liefert noch eine detaillierte Anleitung dazu.
Hier ist meines Erachtens tatsächlich nicht einfach "Zensur" angesagt - sondern Strafverfolgung!

Dagmar Lubig | Sa., 18. Juli 2026 - 13:46

für jemanden der den Oberst Stauffenberg lediglich auf sein missglücktes Attentat reduziert, aber völlig außer Acht lässt, dass dieser Herr zuvorJahrelang zu treuen Diensten Hitlers stand und in der vorderste Reihe in einige Nachbarländer einmaschierte, um Hitlers Schärgen von ihm eroberte Länder zu überlassen, dann versteht man natürlich gar nichts, auch die Wortspielereien um Merkels Bild nicht!!!

Walter Bühler | Sa., 18. Juli 2026 - 16:55

Antwort auf von Dagmar Lubig

Die bolschewistischen wie die faschistischen Diktaturen hatten eine große Anzahl von überzeugten Anhängern.

Ich kann rückwirkend schlecht sagen, ob ich selbst - wenn ich in jenen Zeiten schon gelebt hätte - zu den überzeugten Kommunisten oder zu "Deutschland zuerst!"-Fanatikern gegangen wäre.

Und es fällt mir noch schwerer zu sagen, ob ich (als Mitläufer (oder gar Mittäter!), als Skeptiker oder als Widerständler) zum aktiven bewaffneten Widerstand fähig gewesen wäre.

Daher fühle ich mich in dieser Frage nicht zum Richter über andere berufen.

Ich habe noch jüdische Antifaschisten erlebt, die - nach der Befreiung 1945 durch die Russen - von kommunistischen Antifaschisten wieder nach Buchenwald gebracht worden sind, weil sie in Ost-Berlin für die SPD gearbeitet haben.

Egal, was Stauffenberg zuvor gemacht hat: der Entschluss zum Attentat kam zustande, weil er den sinnlosen Krieg Hitlers beenden wollte. Und davor habe ich großen Respekt.

das sei werter Herr Bühler ihnen unbenommen, aber was hat das bitteschön mit dem Thema "Stauffenberg als Objekt von Satire " zum tun?

Übrigens, für diese überfallene Länder ist Oberst Stauffenberg nach wie vor ein strammer Nazi gewesen, und sie verstehen diese Wendung vor der anstehenden bedinungsloser Kapitulation lediglich als den verzweifelten Versuch eines Nazis für Deutschland doch noch das schlimmste abzuwenden.

Walter Bühler | So., 19. Juli 2026 - 09:58

Antwort auf von Dagmar Lubig

... , liebe Frau Liebig, kann ich leider nicht nachvollziehen.

Ich bringe eben Menschen, die sich in Lebensgefahr begeben, um ein großes Unheil von anderen Menschen oder von der Gesellschaft abzuwenden, Achtung entgegen, auch wenn sie davor oder auch danach andere Positionen vertreten, die mir völlig fremd oder völlig unbekannt sind. Daher sehe ich durchaus einen Unterschied zwischen Stauffenberg und seinen Richtern und Henkern.

Achim Koester | Sa., 18. Juli 2026 - 15:17

aber da Kunst bekanntlich von Können kommt, muss die Messlatte schon recht hoch liegen, nicht auf dem Boden, wie bei Rappern oder Blödermann.

Hans Süßenguth-Großmann | So., 19. Juli 2026 - 00:31

der Kampf aussehen, den Danger Dan propagiert, will er jedem der AfD wählt einen "auf die Mütze" geben. Jedem der für die AfD kandidiert mit dem Bann belegen, dass ihm keiner was verkauft, er kein Konto einrichten kann, am modernen Pranger stehen. Glaub er ernsthaft, dass dann alle links sind.
Im Umgang mit der AfD erkenne ich die DDR wieder! Die hieß ja auch demokratisch und die "Faschisten" wurden eleminiert.

Axel Gerold | So., 19. Juli 2026 - 09:31

„Dass auch im linksliberalen Bürgertum Gewaltaufrufe inzwischen als salonfähig durchgehen“ beschreibt den Ursprung dieses Problembereichs politischer Satire seit ’68. Das „inzwischen“ ist — sorry, nicht bös’ gemeint: — Bu…, äh: falsch.

Angelika Sehnert | So., 19. Juli 2026 - 09:54

Wie selbstbewusst und rücksichtslos dieses Milieu innerhalb der ZDF -Strukturen geworden ist, lässt sich daran festmachen, dass man in der Sendung ganz einfach den Text dieses „Lieds“ vorgelesen hat. Die Macher der Sendung verklären den Text als Aufruf an den Staat, sein Gewaltmonopol durchzusetzen , O-Ton: weil Menschen ungeschützt vor rechter Gewalt seien. Nach einer Woche, in der im Stundentakt, Menschen, Kinder, durch Muslime getötet(Trier) oder verletzt und mit einem Messer in der Hand gejagt worden sind (Ruhpolding)! Vor rechtsextremen Gewalttaten hat man dagegen nichts gehört. Man kann aber sicher sein, das auf die genannten Vorfälle mit umgekehrten Vorzeichen mit stundenlangen Sondersendungen und unendlichen „Talkrunden“ reagiert worden wären. Die Reaktionen auf die Morde von Stade und Trier waren dagegen überschaubar.
Wieviel Realitätsverweigerung ist eigentlich möglich?
Wie lange lassen sich Intendant und Aufsichtsgremien noch von diesem ultralinken Milieu vorführen?