Konsum - Die elitären Besserkonsumenten

Nicht nur im Dezember erweitert die Konsumgüterindustrie ihr Angebot. Selbst exklusive Produkte wie Edelweine sind inzwischen für die Normalkäufer beim Discounter erhältlich. Für die selbst ernannte Konsumelite ist das ein Problem, schließlich will sie stets besser als die Masse konsumieren

Ein Mann steht am 23.03.2017 in einer Filiale von Aldi Süd in Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) vor einem Weinregal und betrachtet eine Flasche Riesling
Eine Flasche Riesling vom Discounter: Für den Distinktionskonsumenten ein Riesenproblem / picture alliance

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Der Dezember ist der Wonnemonat der Konsumgüterindustrie und des Handels. Die alten Bräuche des Schenkens als Ausdruck persönlicher Zuwendung und des festlichen Essens im Kreis der Familie sind für viele Menschen längst zu einem erheblichen Stressfaktor geworden. Die Art und nicht zuletzt der Preis der Präsente befinden sich in einem knallharten Wettbewerb mit konkurrierenden Schenkern und Beschenkten. Auch das Festmahl muss sich mit den Kreationen im Freundes- und Bekanntenkreis messen lassen und diese idealerweise durch verwendete Zutaten und Zubereitungsarten überstrahlen.

Und das nicht nur zu Weihnachten. Ohne Sous-Vide-Garer mit Zehntelgrad-Skalierung oder am besten gleich einen Thermomix geht da fast nichts mehr, obwohl es sich für Hobbyköche um vollkommen überflüssige High-Tech-Spielereien handelt. Mit einem soliden, klassischen Schweinebraten macht man sich heutzutage lächerlich, es muss schon „Pulled Pork“ aus dem Smoker sein. Nicht nur, aber besonders bei mehr oder weniger hochwertigen Nahrungsmitteln geht es einer größer werdenden Gruppe längst nicht mehr in erster Linie um den eigentlichen, vor allem sensorisch erfahrbaren Genuss. Sondern um Distinktion, Exklusivität und vermeintliche Individualität gegenüber den Konsumgewohnheiten der „Masse“.

Die Nische der genussaffinen Elite

Doch was vormals kaum bekannt und nur in exklusiven Verkaufsstätten erhältlich war, kann plötzlich allgemein verfügbar werden. Kaum ein Supermarkt mehr ohne vegane oder Demeter-Produkte, kein Discounter ohne offiziell zertifizierte Spitzenweine oder Jahrgangs-Champagner, und auch handgeschöpftes Meersalz kann man längst für ganz wenig Geld bei Aldi kaufen.

Für den Distinktionskonsumenten ist das ein Riesenproblem. Er muss seine  Zugehörigkeit zu einer genussaffinen Elite immer wieder aufs Neue beweisen und – dem Internet sei Dank – in Blogs und sozialen Medien wie YouTube und Facebook dokumentieren. Wenn „seine“ Konsumnischen plötzlich auch dem Pöbel zugänglich sind, muss er schleunigst neues Terrain erkunden. Wenn sich jeder Proll naturbelassenes Meer- oder Steinsalz in den Einkaufswagen packen kann, muss es eben „Ursalz“ aus dem Himalaya oder aus dem Toten Meer sein. Inhaltsstoffe, Konsistenz und Geschmack betreffend ist das zwar mit dem „Billigzeugs“ identisch (was geleugnet wird), dafür aber mindestens zehn Mal so teuer und vor allem wesentlich schwerer zu beschaffen. Das dachte man zumindest, doch mittlerweile gibt es auch das „Edelzeugs“ auf den Grabbeltischen der Großanbieter.

Plötzlich sind Ölsardinen en vogue

Also weiter, immer weiter. In der Distinktionsszene hat man inzwischen die gute, alte Ölsardine entdeckt, also jene bei sachgerechter Lagerung nahezu unbegrenzt haltbare, preiswerte Dauerkonserve, die seit Jahrzehnten ihren festen Platz in deutschen Vorratskammern hat. In der Edelvariante nennt sich das jetzt „Jahrgangssardinen“, in kunstvoll gestalteten Dosen mit aufgedrucktem Fangdatum. In einschlägigen Magazinen und Foren wird vom „feinen, mürben Geschmack“ des meist in Olivenöl gealterten Dosenfischs fabuliert. Für Probiersets mit fünf Dosen aus verschiedenen Jahrgängen zahlt der Connaisseur gerne 50 Euro, manchmal sogar für besonders begehrte Einzeldosen. Längst hat die „Jahrgangssardine“ auch die Speisekarten einiger Top-Restaurants geentert. Auch hier gilt, dass sich der Geschmack zwar nicht sonderlich von der Alltagsware unterscheidet, sofern sie nicht in schlechtem Öl schwimmt. Doch der Distinktionsfaktor ist enorm. Denn noch hat die „Jahrgangssardine“ nicht die Supermarktregale erreicht.

Dafür stehen dort mittlerweile jede Menge „Grand Crus“ aus Frankreich und edle Weine des noblen Verbandes Deutscher Prädikatsweinwinzer (VDP). Dies löste in distinktionsbewussten Kreisen eine regelrechte Schockwelle aus. Denn wo bleibt die Exklusivität, wenn sich Kreti und Pleti VDP-Tropfen bei Aldi oder Lidl in den Einkaufswagen packen können. Eine Rufschädigung sei das und der VDP solle das seinen Mitgliedern gefälligst verbieten, war zu lesen. Das ist natürlich Unfug, denn jeder Nobel-Winzer, der seine Edelweine nicht in Gänze an Privatkunden oder über exklusive Weinhandlungen los wird, muss zusehen, wie er auf anderen Wegen seine Läger leer bekommt, sonst geht er pleite.

Schnäppchenmentalität ist ein No-Go

Ein Graus sind dem Distinktionsweintrinker auch richtig gute Weine im mittleren  Preissegment (5-10 Euro), die es bei Vergleichsverkostungen locker mit deutlich teureren Produkten aufnehmen können. Das sei „viel zu billig“ und würde dem gesamten deutschen Weinbau  in dem Bemühen schaden, ein angemessenes Preisniveau zu etablieren, kann man dazu in einschlägigen Magazinen und Foren vernehmen. Auf einmal will der sonst ja eher liberale Distinktionskonsument offenbar eine Art Kartell, um Absprachen über Mindestpreise zu ermöglichen. Den profanen Einwand, dass der deutsche Markt riesige Mengen mittel- und höherpreisige Weine gar nicht aufnehmen könnte, interessiert ihn nicht die Bohne.

Ohnehin ist das Reden über Preise oder gar über Preis-Leistungsverhältnisse in der Distinktionsszene geächtet und gilt als Ausdruck einer verachtenswerten  Schnäppchenjägermentalität.  Das treibt mitunter skurrile Blüten. Auf der einen Seite gibt es Weinhandlungen, wo einem auf die Frage nach einem guten, trockenen Liter-Riesling nur ein blasiertes „So etwas führen wir hier nicht“ entgegen geschnoddert wird. Auf der anderen Seite kann es in einem im unteren und mittleren Preissegment gut sortierten Weinladen passieren, dass ein Kunde indigniert das Weite sucht, als ihm der Verkäufer auf die Frage nach einem sehr guten Rotwein eine Flasche für 30 Euro empfiehlt. Weil er der Auffassung ist, dass es dafür keinen guten Wein geben kann. Als besonders chic gelten derzeit Weinläden ohne Preisschilder an den Regalen.

Was ist die neue Nische?

Was bleibt sonst noch? Bio? Macht inzwischen jede Großkellerei. Vegan? Kann für ein paar Euro Lizenzgebühr jede Glyphosat-Siffbude als Label auf die Flasche pappen. Und selbst „Orangen-“ oder „Naturwein“ – also meistens recht streng schmeckender alkoholischer Saft aus angematschten Trauben, die möglichst in großen georgischen Tonamphoren verfaulen durften – gibt es inzwischen an jeder Ecke und wahrscheinlich auch bald beim Discounter.

Und dann? Keine Bange: Den Trendscouts und PR-Profis wird schon was einfallen.

Axel Kreissl | Do, 21. Dezember 2017 - 17:55

Der französische Botschafter sagte einst zu Rosemarie Nitribtt: die Deutschen sind bieder und wenn du dir Kleider aus Paris kaufst, kannst du sie um den Finger wickeln. Gemeint waren die deutschen Industriellen der 50er Jahre. Heute genügen bereits "Jahrgangssardinen".

Christa Wallau | Do, 21. Dezember 2017 - 17:58

Mit Menschen, wie Sie sie beschreiben, Herr Balcerowiak, wollte ich noch nie etwas zu tun haben.
Die "elitären Besserkonsumenten" sollen ihr Geld
ruhig weiter zum Fenster raus schmeißen und sich gegenseitig in ihren "Kreisen" herausfordern.
Es hat solche immer gegeben, und es wird sie immer geben.
Nur hatten sie in früheren Zeiten nicht so viel Einfluß wie heute. Als - in der Mehrheit - noch tatsächlich gebildete Menschen in einflußreiche und entscheidende Positionen gelangten, brachten sie ein solides Fundament (wissens- und charaktermäßig) mit, das ihnen ermöglichte, zwischen Sein und Schein zu unterscheiden. Heute sind da die Grenzen - leider - sehr verschwommen.

Was wir dringend brauchen, ist wieder eine geistige Elite, die solche dämlichen Spielchen, wie sie die "Besserkonsumenten" veranstalten, nicht nur nicht brauchen, sondern verabscheuen.

Reinhard Hötger | Do, 21. Dezember 2017 - 18:44

Auf welchem Niveau unsere Genußelite frißt, kann mir persönlich völlig egal sein. Hauptsache, sie verzichtet im Gegenzug darauf, ihr 'Distinktionsmerkmal' Auto auf unseren eh schon verstopften Straßen von SUV- auf Leopard 2-Größe aufzublasen...

Heidemarie Heim | Do, 21. Dezember 2017 - 19:18

Endlich was zum Schmunzeln diese Woche! Aber hätten Sie, lieber Herr Balcerowiak nicht ein bißchen eher informieren können? Wie soll ich bis zu den Feiertagen meine "Jahrgangssardinen", die seit Jahren in meinem Vorrat vor sich hin gammeln, Sorry! "reifen", auf E-bay stellen? Als Sonderedition zu fuffzig Euronen! Mit Grand Crus-Kennern erlebte ich schon vor Jahren eine amüsante Episode. Selbst völlig unbeleckt, aber etwas genervt von der Tatsache dem Qualitätsanspruch eines solchen Gastexemplares genügen zu müssen, griff ich zu einer gemeinen Finte. Erst fuhr ich einen teuren Tropfen auf, der ganz gut mundete. Dann eine sehr günstige ALDI-Variante aus den Anfängen des größer werdenden Sortiments. Und danach wurde es p e i n l i c h. Denn so ein edles, seine Gourmetkehle erfreuendes Tröpfchen sei ihm lange nicht untergekommen. Woooo ich es erstanden hätte?! Mea culpa, Gott sei Dank nahm er es mit Humor der Gute und kaufte tags drauf das 1/2 ALDI-Regal leer;-) MfG

Thomas Meyer | Do, 21. Dezember 2017 - 21:47

Wer etwas von den Dingen (Lebensmittel etc.) wirklich versteht und genau weiss was er will, nicht nach der Mode lebt kauft dort wo er schon immer gekauft hat. Und dort findet man Sardinenbüchsen für weniger als 1 Euro und grobes Salz für ein paar mehr. Und beides ist köstlich. Im Aldi habe ich vor wenigen Tagen einen elsässer Riesling für weniger als 5 Euro gekauft, der wirklich sehr sehr gut war. Und ich verstehe was davon, als Kaiserstühler. Grobes Salz im Edeka, aber nicht immer vorhanden. In Portugal liegt das Zeugs massenhaft herum. Wenn man in bestimmten Ländern des Mittelmeeres schon mal länger gelebt hat freut man sich wenn die Produkte auch beim Discounter zu finden sind. Man muss nicht jede Modeerscheinung mitmachen und zu den Delikatessbrüdern rennen, denn bei den Discountern findet man immer öfter genau das was die angeblichen Eliten suchen und viel Geld anderswo hinblättern.

Holger Stockinger | Do, 21. Dezember 2017 - 22:36

"Ohne einen Holländer zum Frühstück bekommst du kein Boot hin!"

Ein kleiner frecher Wikinger sagte jedoch: "wenn Mutti frische Spitzen aus Brüssel wünscht, tut Papa das!"

Die WIKINGER wohnen jetzt in Schwedens Zusammenbauhäusern von Ikea auf der Suche nach Regalwänden ohne "Mutter und Schraube" ...

Holger Stockinger | Do, 21. Dezember 2017 - 22:44

Meine Frau fährt grundsätzlich niemals einen Diesel.

Der ist umweltfeindlich und verpestet die Luft. Dass ich bei Windmühlen Bedenken habe, hält sie für ein Laster: zu viel Don Quichotte gelesen!

Auf meine Frau ist Verlass: Zu viele Buchrücken könnten jemand zum Buckligen machen ...

Holger Stockinger | Do, 21. Dezember 2017 - 23:49

Die hohen Herrschaften haben aldi-gerecht entdeckt, Schlecker macht lustig?

Weshalb heißt das Einkommen eines Bundestagsabgeordenten eigentlich Diät?

Vermutlich hungern fünf freiwillig in der EKD und wählen trotzdem Franziskus für die nächste PISA-Studie ...

Holger Stockinger | Fr, 22. Dezember 2017 - 00:07

verspricht die SPD das Ende der "Zweiklassenmedizin" zugunsten von Warteschlangen der AOK-Karteninhaber in Gesundheitszentren.

Karl Lauterbach als "Gesundheitsexperte" ist so glaubhaft wie ein ESKIMO, der zum erstenmal Fisch riecht in der Luxusdose ...

Holger Stockinger | Fr, 22. Dezember 2017 - 00:19

Das Luxusoriginalrezept stammt vermutlich von Claudia Roth: mit Scherben tongekleistert fresse ich drei Nieitzsche-Bände auf einmal!

Peter Lieser | Fr, 22. Dezember 2017 - 08:17

Neulich beim Discounter : Exklusive "Weihnachtsschokolade" von einem bekannten Hersteller zum doppelten Preis gekauft. Der einzige Unterschied zum ganzjährigen Standardprodukt - die Hochglanzverpackung mit den lustigen Weihnachtmännern und dem Christkind. Das Gleiche übrigens bei den sogenannten Themenwochen, z.B. Spezialitäten aus Italien. Naja, meine Frau wird's auch noch lernen, alleine geht die mir nicht mehr einkaufen ;-)

Udo Dreisörner | Fr, 22. Dezember 2017 - 09:15

ein toller Bericht. Ja, die Konsumelite hat es nicht leicht. Nun müssen schon Ölsardinen herhalten. Was für eine geistige Armut. Ich habe bei dem Artikel viel geschmunzelt. Danke für ihr wachsames Auge. :-)

Carina Matis | Fr, 22. Dezember 2017 - 09:20

Früher suchte ich auch in exklusiven Weinläden nach den ultimativen Tropfen, mittlerweile wohne ich in Mecklenburg-Vorpommern, da wird einem jede Form von Snobismus ausgetrieben. Da erfreut man sich dann halt auch am Aldi- Weinsortiment und kann diesem auch ganz entspannt fröhnen, da sich selten jemand in den hiesigen Discountern für die schönen Tropfen interessiert.

Andreas van Schyndel | Fr, 22. Dezember 2017 - 10:54

Ich bin Weintrinker aus Leidenschaft, Kenner zumindest deutscher Weißweine und auch bereit für dieses Hobby mal etwas auszugeben.
Nichts amüsiert mich mehr als die Pseudo-Weinkenner, für die Wein ein Distinktionsmerkmal ist und die den im "gutsortierten" Supermarkt kaufen. Denn letzten Endes sind es gerade die "richtig gute(n) Weine im mittleren Preissegment (5-10 Euro), die es bei Vergleichsverkostungen locker mit deutlich teureren Produkten aufnehmen können", die den meisten Spaß machen - und die findet man da nicht.
Gehen Sie mal die Regale der Supermärkte mit teureren Flaschen durch: Was sie finden ist zweierlei: Winzer mit Namen, die Plörre aus ihrer Region abfüllen und als Handelsmarke anbieten. Eigene Trauben finden Sie da nicht drin und ab Weingut werden sie das nicht bekommen - soviel Selbstachtung haben die noch. Richtig teuer wird es dann bei VDP und wirklich großen Namen: Aber schauen sie genau hin. Fast immer alte Jahrgänge, die nicht vollständig abverkauft wurden.

Ursula Schneider | Fr, 22. Dezember 2017 - 11:55

In reply to by Andreas van Schyndel

dass Qualität und Preis der Weine (ab einer unteren Grenze von etwa 5-7 €) in keinem nennenswerten Verhältnis mehr zueinander stehen. Da haben Sie völlig recht, Herr van Schyndel. Das meiste ist im wahrsten Sinne des Wortes "Etiketten-Schwindel" - aber offensichtlich sehr erfolgreich.

Karin Zeitz | Fr, 22. Dezember 2017 - 12:02

der Konsumelite können 90% der deutschen Bevölkerung nicht teilen. Wen wundert es dann noch, wenn Produzenten, die ihre Waren verkaufen wollen, zunehmend auch Discounter beliefern? Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass viele No-Name-Produkte bzw der Handelsmarken eigentlich Markenware in spezieller abgespeckter Verpackung sind. Das Mitleid mit den Problemen der Luxuskonsumenten dürfte sich bei der Masse der Bevölkerung in engen Grenzen halten.

Juliana Keppelen | Fr, 22. Dezember 2017 - 13:27

wohlwollend mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen. Gut getroffen. So mancher schlürft Austern weil er dabei (hipp)sein will obwohl er sie (die Austern) zum ko...... findet und einen ganz gewöhnliche Kartoffelsalat also ohne ein Hauch von edlen Trüffeln und 100 jährigem Balsamico Lachs usw. mit gewöhnlichen Wiener Würstchen essen würde (allerdings bei den Kartoffeln sollte man an der Qualität nicht sparen die sollten erstklassig sein).

Juliana Keppelen | Fr, 22. Dezember 2017 - 13:52

alleine nicht getan. Zu den edlen Zutaten braucht man ja auch noch edles Zubehör oder Werkzeuge. Man fragt sich heute noch wie Oma mit so wenigen Zutaten (in der Breite) und so wenigem Zubehör so zauberhafte Dinge zubereiten konnte die bis heute noch genussvolle Vorstellungen hervor rufen.

Willy Ehrlich | Fr, 22. Dezember 2017 - 14:49

Wie es dort weiter gehen kann?
Ich kann mich an ein paar einschlägige Science Fiction- Klassiker erinnern:
Wie wäre es mal mit Kannibalismus?

Uwe Dippel | Fr, 22. Dezember 2017 - 18:07

ist, vorsichtig, nicht vergleichbar mit der richtigen Kategorie.
Der war tatsächlich mal exzellent, in einem Jahrgang. Und im Jahr danach Pleurre. Weil, und das kostet einiges, die Markenkletereien dafür sorgen müssen, dass der ihrige jedes Jahr exzellent ist. Und das bedingt zusätzlichen Aufwand.

Rolf Pohl | Fr, 22. Dezember 2017 - 18:41

... Problem der selbst ernannten Konsumelite."

Ein putziger Kommentar der erstens unterschlägt, dass tatsächliche Edelweine niemals beim Discounter ins Regal kommen.
Zweitens, dass dies keineswegs ein Problem für elitäre Wein oder sontige Konsumgüter verwendene Eliten darstellt. Wer Geld hat kauft wertigeres und kann sich damit gelegentlich auch vertun.
Soll nicht heißen, dass nicht auch beim Discounter gute Weine, etc.pp, bei gutem Preis Leistungsverhältnis, erhältlich wären. Edelweine für 5,99 oder etwas höher haben Discounter jedoch nicht im Sortiment.

Fazit: Dieses mal ein zwar nett formulierter, dabei aber gleichzeitig völlig überflüssiger Lesebeitrag.

... bei Lidl finden sich bisweilen Weine für 20 Euro und mehr."

Das nehm ich gern auf Herr Balcerowiak.
Doch "bisweilen" gehört das halt auch kurzfristig zu Imagepolitur von LIDL, REWE und Co.
Fragen Sie doch dort mal nach, wie die jeweiligen Absätze dieser kurzfristigen Hochpreiser verliefen.
Andererseits, Edel und Hochpreis stehn nicht automatisch für gute Qualität.

Winfried Sautter | Fr, 22. Dezember 2017 - 19:59

Bei meinen Eltern und deren Freunden (Akademiker und höheres Beamtentum) war es bereits in den 1970er Jahren Usus, die Hausbar einmal mit allen Nobelmarken des Hochprozentigen zu bestücken, und die leeren Renommierflaschen dann immer wieder mit dem passenden Ersatz vom Aldi aufzufüllen. Gemerkt hat´s keiner, bis sie es sich irgendwann einmal zu fortgeschrittener Stunde gegenseitig gestanden, herzlich gelacht, und seitdem mit doppeltem Genuss getrunken haben. Der Distinktionskonsumismus wurde übrigens bereits vor mehr als hundert Jahren von Thorstein Veblen in "A Theory of the Leisure Class" (dt.: Theorie der Feinen Leute)als "Conspicuous Consumption" (auffallender Konsum) analysiert. Seitdem führt er im Zeitalter des Massenkonsums ein Rennen wie Hase und Igel.

Rolf Pohl | Mo, 25. Dezember 2017 - 18:24

... (Akademiker und höheres Beamtentum)"
Gut möglich das das bei Ihren Eltern, incl. derer Freunde, mit allen Nobelmarken des Hochprozentigen so war Herr Sautter.

Doch derart pauschal betrachtet, wie in Ihrer Erinnerung haften geblieben, wars real nicht.
Egal, jede/r verzehrt das was ihm/ihr zusteht Punkt

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