Kardinäle richten ihre Mitren während der Abschlussmesse der Kardinäle im Petersdom vor dem Konklave zur Wahl eines neuen Papstes / picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia

Konklave beginnt in Rom - Gesucht wird: ein Alleskönner

In Rom hat das Konklave begonnen. 133 wahlberechtigte Kardinäle suchen in der verschlossenen Sixtinischen Kapelle im Wege eines uralten Wahlverfahrens ein neues Kirchenoberhaupt. Was muss ein neuer Papst leisten?

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Benjamin Leven, promovierter Theologe und Journalist, ist Redaktionsleiter Online der katholischen Zeitschrift Communio

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Es ist nur eine Nuance – aber eine bedeutsame: In der Eröffnungsmesse zum Konklave greift Kardinaldekan Giovanni Battista Re, der Vorsitzende des Kardinalskollegiums, in seiner Predigt ein Thema auf, das die katholische Kirche seit Langem beschäftigt: Wie viele Unterschiede darf es in einer Kirche geben, die sich über alle Teile der Welt ausgebreitet hat, die in den verschiedensten Gesellschaften und Kulturen zu Hause ist? Oft ist dann von der „Einheit in der Vielfalt“ die Rede. Aber wie weit darf diese Vielfalt gehen? Kann die katholische Kirche beispielsweise in Deutschland homosexuelle Paare segnen, in Afrika aber nicht?

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Karl-Heinz Weiß | Mi., 7. Mai 2025 - 18:11

"Solange man dem Evangelium ganz treu bleibt" - davon sind auch die rund 900 Millionen Anhänger des Protestantismus überzeugt. Deren Aufspaltung in viele verschiedene Wege zum Glauben war für die persönliche Glaubensüberzeugungen erkennbar nicht schädlich. Was soll also künftig das Papstamt vermitteln, außer Medienereignisse ? Dessen Machtlosigkeit zeigt sich derzeit im Kernland des Glaubens, Palästina. Eine seit über 2000 Jahren verfolgte Volksgruppe will eine andere Volksgruppe dauerhaft vertreiben. Statt weißen Rauch zu erzeugen sollte das Papstamt die weiße Fahne hissen.

naumanna | Mi., 7. Mai 2025 - 19:28

Hauptsache sie wählen keinen jungen Papst, denn er wird auf Lebenszeit gewählt, dann haben wir ihn im Fall des Falles 50 Jahre am Hacken .... am besten, er ist mindestens 70 Jahre alt. Mein Favorit ist der schwarze Kardinal Robert Sarah aus Guinea, weil er konservative Positionen vertritt und vor allem, weil er entschieden gegen den islamischen Fundamentalismus auftritt. Sarah ist ein Hardliner gegen Masseneinwanderung, schon deshalb sollte er Papst werden. Ein schwarzer konservativer Papst aus Afrika wäre außerdem cool.

Ernst-Günther Konrad | Do., 8. Mai 2025 - 09:35

Hoffentlich ist die Wahl bald vorbei. Ich kann den Hype um diese Wahl nicht mehr hören und lesen. Warum? Die Kirche ist für mich längst nicht mehr das was sie mal war. Und nicht nur wegen der vielen Missbrauchsfälle. Für mich ist die Kirche zumindestens in Deutschland und Teielen Europas auf dem strammen Weg zur Bedeutungslosigkeit. Seit sie begonnen hat, sich politisch instrumentalisieren zu lassen und ihre Gläubigen komplett begonne hat aus dem Blick zu verlieren, denke ich, dass auch ein Papst, wer auch immer, hier das Ruder nicht mehr herum reißen kann.