- Machiavelli, Johnson, Huxley
Drei Klassiker über Macht, Wahnsinn und Schuld: Machiavellis „Principe“ lehrt Realismus. Johnsons „Träume von Rosen und Feuer“ zeigt, wie Teufelsjäger selbst welche sind. Huxleys „Zeit muss enden“ erforscht metaphysische Schuld und Erlösung. Drei Meisterwerke, die bis heute wirken.
Machiavellis Sache
Den Namen des wohl berühmtesten Politik-Ratgebers der abendländischen Geistesgeschichte kennt jeder. Die schöne neue Ausgabe des Insel-Verlags macht aus dem „Principe“ von Niccolò Machiavelli (1469–1527) nicht nur ein intellektuelles, sondern zusätzlich ein ästhetisches Vergnügen. Machiavelli galt der katholischen Kirche jahrhundertelang als unmoralisch. Aber er ist kein Zyniker, der die Macht um ihrer selbst willen anbetet. Machiavelli ist, was jeder Politiker von Format sein sollte: Realist und Patriot. Sein Rat an Lorenzo di Piero de’ Medici, den Herrscher von Florenz, folgt immer dem unverstellten Blick auf die Wirklichkeit, die optimal im Sinne eigener Interessen auszunutzen ist. Aber Machiavelli will Lorenzo auch einer Sache verpflichten, die dem Machtkampf erst einen Wert gibt: das zerrissene Vaterland Italien einen und „von den Barbaren befreien“, also von Franzosen und Spaniern. In Machiavellis zweitem Werk, den „Discorsi“, wird noch deutlicher: Er ist der Vordenker des möglichst republikanischen, zur Not monarchischen Nationalstaats, den freie Bürger selbst verteidigen.
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