Julia von Heinz und ihr Film „Und morgen die ganze Welt“ - Freie Radikale

Einst war Julia von Heinz auf seichte Unterhaltungsfilme gebucht. Mit „Und morgen die ganze Welt“ hat sie nun einen hintergründigen Film über politische Gewalt und Extremismus vorgelegt. Der Film ist jetzt sogar Anwärter auf einen Oscar.

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War früher selbst bei der Antifa engagiert: Julia von Heinz / Florian Generotzky

Autoreninfo

Björn Eenboom ist Filmkritiker, Journalist und Autor und lebt im Rhein-Main-Gebiet.

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Für eine Begegnung mit Julia von Heinz hätte kaum ein Ort besser geeignet sein können. Hier, im fünften Stock ihres Büros der Filmhochschule in München: unverbauter Blick auf die Alte Pinakothek, im Rücken das Generalkonsulat Israels und das NS-Dokumentationszentrum. Heinz leitet dieses Semester den Studiengang Regie, gemeinsam mit ihrem Kollegen Marcus H. Rosenmüller. 

Der Anlass ist ein ernster, zudem hochpolitisch. Denn Heinz hat mit ihrem Spielfilm „Und morgen die ganze Welt“, der Ende Oktober in die Kinos kommt, ein Antifa-Drama vorgelegt. Bei den Filmfestspielen in Venedig lief er unlängst im Wettbewerb um den Goldenen Löwen.

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Jürgen Keil | Do, 29. Oktober 2020 - 16:18

„Ich finde es nur dann schwierig, wenn staatliche Organe, die das Gewaltmonopol innehaben, zu sehr verstrickt sind in rechten Strukturen“, sagt Heinz.“ Da ist er wieder der Vorwurf der selbst ernannten Retter der Menschheit, der moralisch Besseren. Nazis und Rassisten in der Polizei, alles Rechte rechts von der Linken, verfemt. Dass darf es nicht geben und darf deshalb mit anmaßender, sich selbst erteilter Berechtigung bekämpft werden, wenn nötig, und das ist oft genug so, auch mit Gewalt. So wie sie sprach, äußerte man sich früher in der DDR über den westlichen Nachbarn. Nur ein Hinweis: „… sich ebenso mit den Nachwirkungen des Faschismus beschäftigt,…“ Faschismus gab es in Italien. In Deutschland Nationalsozialismus. Das ist doch noch etwas anderes, ja viel schlimmeres. Deshalb müsste der rote Sturmtrupp eigentlich „Antina“ heißen. Aber so genau muss man es ja wohl nicht nehmen.

Gerhard Lenz | Do, 29. Oktober 2020 - 17:10

In reply to by Jürgen Keil

genauer gesagt rechtsextreme, haben in Organen des demokratischen Staates nichts zu suchen.
Sie mögen das befremdlich, schade oder ungerecht finden. Oder, vermutlich andersherum, als typischen DDR-Sprech.

Wobei ich annehme, dass "Links" für Sie alles links der AfD bedeutet, die FDP, je nach Tagesform und Populismusgehalt, vielleicht mal dann und wann ausgenommen. Ansonsten? Alles nur Abnicker der System- oder Altparteien.
Was mir zeigt, dass Sie mit der Demokratie noch fremdeln. Sie entdeckten ja vor kurzem auch so etwas wie "nationales Verhalten", das wohl in jedem guten Deutschen stecken sollte.

Wissen Sie was? Sogar eine Angela Merkel bzw. ihre Partei kann man abwählen.

Wilfried Düring | Do, 29. Oktober 2020 - 19:29

In reply to by Gerhard Lenz

Wir können es kurz machen. Entweder mal will einen 'Radikalen-Erlass' für den Öffentlichen Dienst, die Beamten, die Universitäten, Öffentlichen Rundfunk, 'sensible Bereiche' usw. - oder eben nicht. Sowohl dafür, als auch dagegen, gibt es nachvollziehbare und bedenkeswerte Argumente.
In der aktuellen Diskussion ist auffällig, daß manche mit Vehemenz für einen solchen Radikalen-Erlass ('gegen Rächtz') eintreten, die ihn zu Zeiten des Bundeskanzlers Willy Brandt ebenso vehement bekämpft haben (als sie als radikale Linke selber davon betroffen waren). Die Liste derer, die ihre Karriere in dubiosen K-Gruppen der Alt-Bundesrepublik begonnen haben, scheint mir endlos zu sein ...
Heute stören radikale Linke offenbar nicht mehr.
Als Beispiel verweise ich auf den Lehrer M. Csaszkóczy. Dieser - inzwischen vorbestrafte - Herr darf Kinder unterrichten, obwohl er formuliert(e): An 'den herrschenden Unterdrückungsverhältnissen' werde sich 'auf parlamentarischen Weg nichts ändern'.
Quelle: Wikipedia

Jürgen Keil | Fr, 30. Oktober 2020 - 11:41

In reply to by Gerhard Lenz

Die Regisseurin hat rechte, nicht rechtsextreme Strukturen gesagt. Das kritisierte ich. Denn unter rechts verstand man früher konservativ. Und konservative Strukturen darf es doch wohl in den Organen eines CDU- geführten Staates geben. Ich fremdle keineswegs mit der Demokratie. Dieser oft erhobene Vorwurf an ehemalige DDR- Bürger ist überheblich, diskreditierend und zeugt eher von einen eingeschränkten Demokratieverständnis des Vorwerfenden. Ich bin aber der Meinung, dass in einer Demokratie auch rechte, nationalkonservative Meinungen, sofern sie nicht mit der korrekt ausgelegten Verfassung kollidieren, eine Berechtigung haben, übrigens, das werden Sie wohl nicht von mir erwarten, genauso sozialistische; und das ist sehr wichtig, differenziert und nicht pauschal geurteilt wird. Meine Kritik richtete sich insbesondere gegen die Antifa und jene unter den Linken, die sie protegieren.

Ronald Lehmann | Do, 29. Oktober 2020 - 17:56

In reply to by Jürgen Keil

Um so älter ich werde, um so argwöhnischer werde ich auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre, wenn große Auszeichnungen im Vorfeld Aufmerksamkeit erregen wollen.
Qualität braucht diese Werbung nicht! Meistens liege ich bei meiner Bewertung im Durchschnitt meines Umfeldes.

Tomas Poth | Do, 29. Oktober 2020 - 18:43

In reply to by Jürgen Keil

Und genauso von Übel ist das verstrickt sein in linke Strukturen.
Der Staat ordnet nur per Gesetz unsere Gesellschaftsstrukturen, die "Spielregeln" und überwacht die Einhaltung.
Der Staat als Gesinnungsmaschine ist ein totalitärer, diktatorischer Misthaufen wie wir es in Deutschland leider schon so schmerzhaft und mehrfach erlebt haben.

gabriele bondzio | Do, 29. Oktober 2020 - 20:32

Aus diesem Satz könnte man viel herauslesen. Aber...na ja, sich aus Angst der Antifa zuzuwenden, leuchtet mir weniger ein.
Die Geschichte des Sozialismus/Kommunismus ist ebenso gewalt-besetzt wie die des Faschismus. Jeder dieser Ideologien ging bedenkenlos über Leichenberge, um seine Macht zu zementieren. Das müsste Frau Heinz inzwischen klar sein. Mit zwanzig hat man sicher noch viele Ideale-möchte Bäume ausreißen und die Welt umkrempeln.
Höre gerade „Another Brick in the Wall „( Pink Floyd) ...ein weiterer Ziegelstein in der Mauer, bezüglich „Erziehung“ und „Gedankenkontrolle“. Die in beiden Ideologien eine große Rolle gespielt hat.

Wolfgang Jäger | Fr, 30. Oktober 2020 - 12:23

Antifa, Antifaschismus, Rassismus.... das sind Themen, die sich gut verkaufen und vor allem ist kaum Kritik oder gar Widerstand zu erwarten. Man ist immer auf der sicheren Seite. Ein Film über die realen Gefahren des Islamismus und den radikalen Islam, denen wir täglich ausgesetzt sind, zu machen, das wäre mal ein Thema. Aber viel zu gefährlich und schon gar nicht im Mainstream liegend. Also lieber die alten Kamellen ...