Jongen-Auftritt in den USA - Linke Angst um die Deutungshoheit

Kolumne: Grauzone. Dass der AfD-Chef-Denker Marc Jongen am Hannah Arendt Center in New York einen Vortrag zur Krise der Demokratie halten durfte, empörte die akademische Linke. Ironie der Geschichte: Mit ihrem Protest bestätigte sie seine Thesen unfreiwillig

Marc Jongen spricht bei einer AfD-Kundgebung
„Nicht der Populist ist undemokratisch, sondern die politischen Repräsentanten, die Alternativlosigkeit suggerieren“ / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Oktober erscheint sein Essay „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer“ bei zu Klampen.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Alexander Grau

Von Hannah Arendt stammt das wunderschöne Diktum, es gäbe keine gefährlichen Gedanken – das Denken selbst sei gefährlich. In Zeiten des intellektuellen Kleinmuts ziehen viele daraus die Konsequenz, das Denken lieber gleich einzustellen. Wer weiß, was am Ende dabei herauskommt.

Sehr viel sicherer ist es, altbewährte Phrasen und abgestandene Begriffe hin und her zu schieben. Da gibt es keine bösen Überraschungen, und man kann sich in der schönen Gewissheit wiegen, schon immer die richtige Meinung vertreten zu haben.

Universitäten und akademische Forschungseinrichtungen haben jedoch einen anderen Auftrag. Ihre Aufgabe sollte es sein, Denkmuster infrage zustellen, liebgewonnene Gewissheiten zu hinterfragen und zumindest hin und wieder neue Perspektiven auf alte Probleme zu eröffnen. Deshalb sollte im akademischen Betrieb ein gewisser Pluralismus herrschen: der Meinungen, der Interpretationen, des verwendeten Vokabulars. Insbesondere die Geisteswissenschaften leben von einer Vielfalt der Methoden und Perspektiven.

Umstrittener Vortrag

Insofern sollte es selbstverständlich sein, dass das am New Yorker Bart College beheimatete Hannah Arendt Center zu seiner Tagung „Crisis of Democracy: Thinking in Dark Times“ Marc Jongen einlud: Dozent für Philosophie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, ehemaliger Assistent von Peter Sloterdijk, Landessprecher der AfD Baden-Württemberg und seit kurzem Bundestagsabgeordneter. 

Hintergrund der Tagung: die Diagnose, dass die liberale Demokratie in vielen Ländern durch linke und rechte Parteien infrage gestellt wird. Die repräsentative Demokratie und ihre Institutionen gelten vielen als undemokratisch, ineffizient und abgehoben. Daraus ergab sich die Leitfrage der Konferenz: Wie kann man die Krise nutzen, um die Demokratie zu stärken? Zu diesem Zweck sollte auch über das Verhältnis von Demokratie und Populismus gesprochen werden.

Was ist Populismus?

Das nun unternahm Marc Jongen. Denn Jongen bringt im gewissen Sinne eine Doppelkompetenz mit: als Politiker einer populistisch titulierten Partei und als Geisteswissenschaftler, der in der Lage sein sollte, sein eigenes Tun und Handeln zu reflektieren. 

Jongens Vortrag, halb Erfahrungsbericht, halb Einordnung, geriet weder besonders komplex noch übermäßig theoretisch. Seine Kernthese war klar: Er bekannte sich zu einem recht verstandenen Populismus. Darunter versteht Jongen, dass das Volk, also der Populus, an gravierenden Entscheidungen wie der Bankenrettung oder der Grenzöffnung für hunderttausende Migranten beteiligt wird. Nicht der Populist sei undemokratisch, sondern die politischen Repräsentanten, die Alternativlosigkeit suggerierten.

Selbstverständlich, so Jongen weiter, sei die Demokratie keine Ethnokratie, doch das Wir, auf das eine Demokratie baue, sei durch gemeinsame Geschichte, Vergangenheit und Traditionen verbunden. Die Demokratie sei dann in der Krise, wenn die Gesellschaft in verschiedene Blasen zerfalle.

Heftige Gegenreaktion

Das war weder besonders neu noch aufreizend. Über jeden einzelnen Punkt kann man nüchtern und sachlich diskutieren. Doch daran sind nicht alle interessiert. Also dauerte es nur ein paar Tage, und es erschien ein offener Brief, gerichtet an Roger Berkowitz, Leiter des Hannah Arendt Centers, und Leon Botstein, Präsident des Bart College.

Tenor des Briefes: Es sei ein Fehler gewesen, Jongen die Chance einzuräumen, Hannah Arendts Namen zu benutzen, um seine Ideologie zu legitimieren. Jongen habe Migrantenguppen verunglimpft, etwa durch die Aussage, es gäbe einen enormen Verlust an innerer Sicherheit in Deutschland und eine neue Form des Terrorismus.

Worum es wirklich geht

Man braucht kein Fan von Marc Jongen zu sein, um einzusehen, dass die in dem Brief vorgebrachten Vorwürfe an der Sache vorbeigehen. Schlimmer noch. Sie bestätigen seine Analyse unfreiwillig: Als Spalter gelten jene, die auf die Spaltung der Gesellschaft aufmerksam machen, und als Angstmacher diejenigen, die den Ängsten der Menschen Ausdruck verleihen.

Natürlich wäre es naiv zu glauben, dass es hier wirklich um das bessere Argument geht, um mögliche Deutungsmuster oder alternative Interpretationen. Tatsächlich geht es um Macht und Einfluss. Die akademische Linke wehrt sich gegen den Verlust ihrer Diskurshoheit, die sie de facto zumindest in den Geisteswissenschaften Europas und Nordamerikas hat. Dem drohenden Verfall dieser linken Diskurshegemonie versucht man mit Ächtung und Isolierung zu begegnen. Dass man damit die Analyse der so gern Geächteten nur bestätigt, muss als Ausdruck intellektueller Agonie gedeutet werden.

Udo Maier | Sa, 28. Oktober 2017 - 12:21

Ist ein offner Brief überhaupt erwähnenswert? Und was heißt Linke? Sind damit Salonkommunisten gemeint, die im Mercedes zur Arbeit fahren und im privaten Freundeskreis von Umverteilung schwadroniren, bis es Zeit wird am Wochenende mit dem Flugzeug mal schnell einen Städtetrip nach London zum shoppen zu machen. Linke heute darf man doch nicht mehr mit den Linken der 60er JAhre und früher vergleichen.

Dr. Roland Mock | Mo, 30. Oktober 2017 - 17:22

In reply to by Udo Maier

Warum denn nicht? Das sind die selben. Sind halt nach ihrem erfolgreichen „langen Marsch durch die Institutionen“ nur zu ein bißchen Geld gekommen.

Martin Berger | Mo, 30. Oktober 2017 - 17:49

In reply to by Udo Maier

Als Wiener kann ich zum Begriff des Salonkommunisten vielleicht eine wahre Wiener Begebenheit beisteuern: Theodor Wiesengrund Adorno - ein unbestritten genuiner Denker des 20. Jhdts. - hatte in den 1960er Jahren einen halbjährigen Lehrauftrag an der hiesigen Universität. Für die Dauer seiner Tätigkeit wollte er bevorzugt im noblen „Cottage“ des feinen 18. Bezirks wohnen. Als dies nicht möglich war, wohnte er kurzerhand im Hotel Sacher.

Gerade die linke Dogmatik betont öfters die Kongruenz von Wirken und Sein, inneren Werten und öffentlichem Wirken („nur das kann aus einem heraus, was in einem drinnen steckt“) - hier wäre mehr Selbstreflexion angebracht sowie das biblische Wissen vom Splitter im fremden Auge und dem Balken vor dem eigenen.

Stefan Zotnik | Sa, 28. Oktober 2017 - 12:27

Liebe Cicero-Redaktion,
lieber Herr Grau,

ich danke Ihnen.

Genau daraum geht es nämlich. Um Deutungshoheit. Um Argumente versucht sich auch die deutsche Politik und die deutsche akademische Linkskultur, wo es nur geht herumzulavieren.

Ein sehr gutes Beispiel der jüngeren Vergangenheit war der Bundestagswahlkampf.
Es ging eigentlich nur darum, die AfD zu demonisieren.
Eigene Argumente gab es sehr selten.

Also:
Immer schön den Finger in die Wunde legen!
Bitte machen Sie weiter so.

Die wahren Feinde der Demokratie sind die, die inhaltlichen und kontroversen Diskurs verhindern wollen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 30. Oktober 2017 - 15:01

In reply to by Stefan Zotnik

da die AfD konkrete Politik machen muss.
Ansonsten ist z.B. eine Kolumne bei der TAZ nicht das Gleiche, als wenn Frau Weidel etwas auf den Müllhaufen der Geschichte werfen will, wenn ich es richtig verstanden habe.
Da ziehe sich die AfD warm an, wenn sie weiter so sprechen möchte.
Die Ausgrenzung um der eigenen Deutungshoheit willen war nicht in Ordnung. Entsprechend habe ich mich geäußert.
Die Auseinandersetzungen über die Inhalte werden aber geführt werden.

Henryke Zimmer | Sa, 28. Oktober 2017 - 12:39

Es läuft immer nach dem selben (falschen) Muster ab.
So wie das Denken bei den einschlägigen sogenannten Eliten immer unbeliebter wird, so hechelt man auf der medialen Ebene diesem Motto allzu gern hinterher.
Das Niveau fällt dabei sowohl bei Spon als auch bei der taz ins Bodenlose:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/mit-rechten-reden-unendlich-o…
http://www.taz.de/!5453932/

Wie lange noch darf man DAS als Journalismus verkaufen?!

Dr. Jürgen Herrmann | Sa, 28. Oktober 2017 - 12:43

Herr Grau, Sie treffen das Thema sehr genau!
Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden. Diesen Grundsatz der Demokratie haben unsere heutigen Politikideologen auf allen Seiten vergessen! Insbesondere die Ideologen und Populisten im roten und grünen Bereich scheinen zudem zu meinen, dass sie die alleinige Erkenntnis- und Deutungshoheit über die Welt besitzen.
Freiheit in Demokratie scheint inzwischen, ist die Freiheit der Gleichgeschalteten und Gutmeinenden.
Dabei scheint mir , dass das Gute auf der Welt eher unterrepräsentiert ist, und man sich wehrhaft zeigen muss, auch, wenn man es gut meint.
Schön wäre es, wenn wir mehr Diskurs, These und Antithese, auch in Politik und Medien, erlebten. Dann hätten es auch Alternativlosigkeit und Parteienideologien und die Unfreiheit Andersdenkender erheblich schwerer.

Heinrich Niklaus | Sa, 28. Oktober 2017 - 12:56

Im politischen Diskurs ist folgendes zu beobachten: Die konservativen Vertreter wettern zwar gegen die „Alternativlosen“, sind aber nicht bereit, der einzigen politischen Kraft in Deutschland, die sich diesen „Alternativlosen“ entgegenstellt, offen zu unterstützen.

„Man braucht ja kein Fan von Marc Jongen zu sein…“! Wer soll denn den Widerstand in den politischen Diskurs tragen? Wem ist es denn zu verdanken, dass in den letzten Tagen endlich mal über die fragliche Islam-Kompatibilität zum Grundgesetz diskutiert wird?

Markus Michaelis | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:00

Ich denke Grau trifft es schon ganz gut. Es geht um Diskurshoheit und Macht. Aber es geht auch um mehr. Ein Teil ist eine gewisse Bequemlichkeit. Die "Linke" will gerne in bekannten Denkmustern weitermachen, obwohl die Welt offensichtlich neue Impulse gibt. Gravierender denke ich aber ist, dass die Linke wirklich in vielen Dingen glaubt was sie sagt. Soweit ich es verstehe ist ein Kern, dass alle Menschen soweit gleich sind, dass ein beliebiges enges Zusammenleben im Prinzip problemlos möglich und sogar wünschenswert ist. Als Diskussionsbeitrag ist das ja interessant, auch wenn mir die Erfahrung dem zu widersprechen scheint. Aber die Linke scheint dazu keine Diskussion zu wollen.

Dorothee Sehrt-irrek | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:06

Gut, dass Jongen keiner Ethnokratie das Wort redet, aber auch keiner Wertedemokratie - oder habe ich etwas verpasst? - sondern vom Wir der Demokraten spricht, aber dann auch eher vom Populus als von dem, was in einer globalisierten Welt, vor allem den USA das dann doch sehr viel Wahrscheinlichere ist, die fragmentarisierte Gesellschaft, um nicht von Parallelgesellschaften zu sprechen.
Wenn man das ausblendet, gerät das `Wir´ dann auch leicht auf die unsichere Bahn?
Oder dadurch, dass es eben ein ethnisches Wir nicht ausreichend bedenkt, von dem man gerade in Europa als einem europäischen sehr wohl ausgehen kann.
An den Bedürfnissen der USA geht die Einladung evtl. vorbei, es sei denn, man überlegt sich analog zum Hadern der Demokraten mit der Wahl Trumps populäre Wege selbigen loszuwerden.
Weil aber nun mal evtl. kein WIR in den USA vorhanden ist, auf das man sich stützen könnte, sehe ich ein paar Probleme, wenn denn das die Überlegung gewesen wäre.
Keine Macht-Spiele

Stefan Archie | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:19

Es wird immer offensichtlicher die Linke ist in einer existenziellen Krise. Sie hat keinerlei Lösungen außer die, die sie schon immer hatte und das sind lediglich Glaubensbekenntnisse. Bleiben zwei Dinge zu hoffen, dass sie sich überwiegend friedlich in die Rekonvaleszenz begibt und dass die übernehmende Rechte es besser macht und nicht über das Ziel hinausschießt. Bei ersterem bin ich skeptisch bei dem zweitem optimistisch. Viele Linke, die ich erleben durfte tragen den Hass in sich, den sie den Rechten gerne andichten und diese Leute schlagen lieber alles kaputt bevor sie den "übernehmenden Rechten" auch nur etwas intakte Gesellschaft überlassen. Ich bin froh, dass sich die westlichen Gesellschaften Stück für Stück von diesen Ideologen emanzipieren, denn sie bringen nur noch Leid über die Menschen und das leugnen sie in Ihrer Selbstherrlichkeit auch noch, so dass das erfahrene Leid der Menschen ihnen nicht einmal zugebilligt wird. Doch linke Entmenschlichung löst gar nichts!

Dorothee Sehrt-irrek | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:21

Herr Grau, "Nicht der Populist ist undemokratisch, sondern die politischen Repäsentanten, die Alternativlosigkeit suggerieren".
Das ist für mich nicht die alternative Fragestellung.
Ein Populist, der keine demokratische WERTE vertritt, wie sie sich die Bundesrepublik Deutschland gegeben hat, ist für mich kein Demokrat in unserem Sinne.
Auf der anderen Seite ist gepredigte Alternativlosigkeit im Sinne Merkels für mich keine Politik, sondern kann zum Diktat werden.
Zur Zeit finde ich die Situation Deutschlands durch die spezifische Note Merkels nicht geeignet, programmatische, gar philososophische Fragestellungen zu debattieren.
Die AfD ist vor Allem Protestpartei.
Sie ist jetzt im Bundestag vertreten.
Für mich wird jetzt ihre Politik und Werteorientierung entscheidend sein und nicht ihr populärer Zug. In einer normalen Demokratie regiert eine Kanzlerin nicht jahrelang gegen ihre eigene Partei oder deren Wähler.
Merkel ist die Ausnahme aus der ich keine Grundsatzfragen ableite.

Olaf Metzger | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:45

Ich finde es zeigt eher wessen geistes kind sie sind...

und das Diese Personen aus der geschichte nicht das gelernt haben, was sie dauernd Vorgeben das sie hätten.....

Bei der gezeigten Vehemenz, mit der oft ähnliche Veranstaltungen an anderen Stellen unmöglich gemacht werden, muss man ja glatt froh sein noch keine "Lagerhaft" für abweichler gefordert wird.

anstatt sich selbst zureflektieren ergeht sich ein großer teil der Linken Meinungsmacher in genau die Radikalisierung der gedanken, die sie ihren Rechten Oponenten vorhalten.

splitter balken problem

Man muss halt beim "Monster bekämpfen" aufpassen, das man selber nicht zu dem wird was man angeblich ablehnt.

finde daher eher nicht das es Agonie ist, sondern ideologische verblendung.

Johannes Rausch | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:45

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts habe ich an einem Kolleg in Hessen das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt. Es gab dort eine starke Gruppe von KBW`lern. Wenn man sie argumentativ in die Enge trieb, riefen sie einfach nur "Faschist", und hatten dann für sich die Diskussion gewonnen. Zumindest ein klein wenig Lernfähigkeit muß man den Linken schon zugestehen; sie haben ihr Repertoire um die "Schlagwörter" Rassist, Sexist, Populist, islamophobes A...u.Ä." erweitert.

Edgar Timm | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:51

und sehr interessant sind die Comments - z.B. dieser von Laird Wilcox: "When people are afraid of controversial views, are unable to tolerate contradiction and ideas outside of their ideological comfort zone, they often resort to stigmatization, marginalization, demonization and -- the outward manifestation of those behaviors -- suppression and censorship. Every ideological thug from Hitler to Stalin to Soros has invoked suppression and censorship in its various permutations in the service of repression, whether couched in the language of "human rights, "anti-racism" or "decency." Bigots are bigots, regardless of what they are bigots about." - Wir sind nicht allein auf dieser Welt!

Arndt Schuster | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:54

Ich kann die Bemerkung "Nicht der Populist ist undemokratisch, sondern die politischen Repräsentanten, die Alternativlosigkeit suggerierten." nur unterstreichen. Die Bundesregierung war es, die die Demokratie ausgehebelt hat. Weder bei der Euro- Rettungspolitik noch während der Masseneinwanderung wurde ausreichend oder gleich gar nicht im Bundestag diskutiert bzw. Beschlüsse herbeigeführt. Die Spaltung und die Ängste in der Bevölkerung sind dadurch überhaupt erst entstanden! Diejenigen, die darauf hinweisen, werden seit geraumer Zeit als Brandstifter gebrandmarkt, grotesk!
Die Vorherrschaft des linksgrünen Denkens geht zu Ende. Zu weit haben sich die Politik, die meisten Medien, viele Bereiche der Universitäten und Hochschulen und im Bildungswesen von der Lebenswirklichkeit entfernt. Es ist an der Zeit, wieder mehr Vernunft, mehr konservative Werte und mehr Stolz auf Deutschland (ohne jeglichen Nationalismus) einziehen zu lassen. Die Zeit linksgrüner Träumer ist vorbei!

Peter Wagner | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:56

Es hat sich nichts geändert. Im Mittelalter brauchte der Übermittler schlechter Nachrichten, ein sehr schnelles Pferd!

Miguel Bader | Sa, 28. Oktober 2017 - 13:59

und genau deshalb sollte man sich über Leute wie Hofreiter und Göring-Eckhardt politisch gar nicht mehr eschofieren. Immer wenn ich Intellektuell höre, denke ich, dass sich ohnehin nur der offen zu den Intellektuellen zählt, der das nötig hat. Substanziell ist da meist nichts.

Josef Garnweitner | Sa, 28. Oktober 2017 - 14:05

was Tucholsky sagte:

"In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist als viel gefährlicher, als derjenige, der den Schmutz macht."

zwar ohne den Bezug zu Deutschland gesagt, aber bemerkenswerterweise sind die Worte auch nach annähernd 90-100 Jahren noch voll Gültigkeit. Wir können daraus erkennen, dass auch damals schon elitäres Denken unter besonderen Artenschutz stand und Kritik daran mit verschiedensten Mitteln verunglimpft und unterdrückt wurde.

Ruth Müller | Sa, 28. Oktober 2017 - 14:27

Was macht das Staatsvolk:
Arbeiten und steuerzahlen ...
Und verlangt dafür : sichere solidarische Heimat, Gerechtigkeit so weit wie möglich und Achtung und Respekt im Leben wie im Alter für die Lebensleistung.
Dafür wählt es die Politiker die das dann gefälligst als alimentierte Volksvertreter populistisch umzusetzen haben! Wer das nicht versteht sollte sich nicht Demokrat nennen.

Demokratie (von altgriechisch δημοκρατία, deutsch ‚Herrschaft des Staatsvolkes‘; von δῆμος dēmos „Staatsvolk“ und altgriechisch κρατός kratós „Gewalt“, „Macht“, „Herrschaft“) bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen. Dieses wird, entweder unmittelbar oder durch Auswahl entscheidungstragender Repräsentanten, an allen Entscheidungen, die die Allgemeinheit verbindlich betreffen, beteiligt.[1]

Robert Schmidt | Sa, 28. Oktober 2017 - 14:31

Ich bin Jahrgang 64 und kann nichts mit links oder rechts anfangen.
Ich kenne vernünftige Vorstellungen, ich kenne Dinge, die funktionieren und Dinge, die nicht funktionieren, ich kenne Menschen, die überfordert sind, deren Lebensumstände nicht passen, die aggressiv werden oder gar kriminiell.
Aber links oder rechts? da kann ich mir nichts drunter vorstellen - muss ich zum Arzt?

Ursula Schneider | Mo, 30. Oktober 2017 - 14:05

In reply to by Robert Schmidt

wage ich mal einen Versuch.

Der wichtigste Unterschied zwischen Linken und Rechten ist m. E. das Menschenbild. Linke halten alle Menschen im Grunde für gut und vernünftig. Etwaige Unterschiede sind nur sozial bedingt (falsche Erziehung, schlechtes Umfeld usw.) Also lassen sich mit der richtigen Politik ständige Fortschritte erzielen - hin zu einer idealen Gesellschaft (alle sind gleich, niemand besitzt mehr als der andere - praktisch das Paradies auf Erden).
Allerdings funktioniert diese Gleichschaltung nur mit Gewalt - sie bedingt totalitäre Systeme (siehe Kommunismus mit all seinen unguten Begleiterscheinungen).

Im Gegensatz dazu sind Konservative Realisten. Sie sehen den Menschen, wie er ist, und nicht, wie er sein soll. Sie wollen ihn nicht umerziehen, weil dies - wie die Geschichte überdeutlich zeigt - auch gar nicht möglich ist. Sie plädieren deshalb für eine Politik der kleinen Schritte und einen starken Staat, der die menschlichen Schwächen in Schach hält.

Das ist die perfekte Beschreibung von links und rechts. Die Politik der kleinen Schritte, das ist fortschrittliche Politik. Das verstehen die linken Theoretiker niemals, deshalb versuchen sie es immer mit Brachialgewalt. Bei Wahlen gehen Sie Baden, weil ihre Argumente nicht überzeugen.
Mit besten Grüssen und nochmals Bravo.

Sepp Kneip | Sa, 28. Oktober 2017 - 14:46

Donnerwetter, es kommt doch endlich Bewegung in einen Diskurs, der immer stärker einer linken Denkungsweise verfallen war. Es wird allerhöchste Zeit, dass es wieder Menschen gibt, die nicht vor dieser linken Dominanz auf die Knie gehen, sondern sich ihr stellen und ihre Schwachstellen aufzeigen. Echte Demokratie war noch nie eine Stärke der Linken. Im Gegenteil. Sie tragen sie zwar immer wie eine Monstranz vor sich her. Letztendlich siegt aber immer die Idiologie.

Ab wann eigentlich ist dem Nachkriegs-Deutschland die Demokratie abhanden gekommen? Seit die CDU-Kanzlerin Merkel einen radikalen Linksschwenk gemacht hat und sie selbstherrlich an Recht, Gesetz und am Bürger vorbei regiert. Da sie hieran vom Parlament nicht gehindert wurde, geht das mit einem Zerfall des demokratischen Rechtsstaates einher. Es fehlte eine Opposition. Die gibt es jetzt. Und in der sitzt ein Herr Marc Jongen. Das lässt hoffen.

wolfgang Spremberg | Sa, 28. Oktober 2017 - 15:04

Was bitte schön, ist an der akademischen Linken links ?
Die Diskurshoheit haben diese Pseudolinken doch gar nicht. Sie verweigern die argumentative Auseinandersetzung. Sie leben davon, das sie mit Hilfe geneigter Medien, die Illusion aufrechterhalten, als verfügten sie über eine andere, bessere, funktionierende Zivilisation. An dieser Illusion messen und kritisieren sie, triefend vor Moral und Überheblichkeit, fast schon religiös, die realen Menschen und ihre Lebenswirklichkeit.
Scheinheilig und Verantwortungslos drängen sie westliche Gesellschaften auf Wege, die nicht "menschlich" sind und daher in die Irre führen denn der Mensch an sich ist keiner (Brecht ?).

Karin Zeitz | Sa, 2. Dezember 2017 - 10:04

In reply to by wolfgang Spremberg

Die Podiumsdiskussion des Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, an der Uni Köln hat das ganze Ausmaß der Ignoranz und Verdummung eines Teils der akademischen Jugend gezeigt. Anstatt sich die Argumente Wendts anzuhören und ggf. durch vernünftige Gegenargumente zu widerlegen, kam es zu hirnlosen Aktionen wie Zeigen von Transparenten, Skandieren von “Nazis raus“ und anderen Pöbeleien. Offensichtlich ist sich die extreme Linke gar nicht bewusst, dass in der heutigen Zeit mit der Verunglimpfung Andersdenkender als Nazi die abscheulichen Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert werden. Die Diskussionskultur an einer Universität heutzutage hatte ich mir anders vorgestellt, bis ich das Video über diese Veranstaltung gesehen habe.

Rena Contreras | Sa, 28. Oktober 2017 - 15:14

Hervorragend! Danke an Marc Jongen, an Cicero und das Hannah-Arendt Center für die Einladung!
Das vernunftbefreite Klammern an der Diskurshegemonie mittels "Ächtung und Isolierung" Andersdenkender ist "Ausdruck intellektueller Agonie"- wie wahr! - eine geistige Bankerotterklärung, fern von Demokratie!

Romuald Veselic | Sa, 28. Oktober 2017 - 15:14

das wunderschöne Diktum, es gäbe keine gefährlichen Gedanken – das Denken selbst sei gefährlich.
Besser kann man dies nicht auf Punkt bringen.

"Die akademische Linke wehrt sich gegen den Verlust ihrer Diskurshoheit, den sie de facto zumindest in den Geisteswissenschaften Europas und Nordamerikas hat. Dem drohenden Verfall dieser linken Diskurshegemonie versucht man mit Ächtung und Isolierung zu begegnen. Dass man damit die Analyse der so gern Geächteten nur bestätigt, muss als Ausdruck intellektueller Agonie gedeutet werden."

Staaten/Länder, wo früher die Linken (Kommunisten) herrschten und die Art, wie sie ihr Herrschen umgesetzt haben oder deren Machtmethoden, können von den Linken nichts wissen oder hören. Die Linken denken in demagogischen Schablonen, die Schreckensherrschaft als Folge installiert werden. Was dazu führt, um Danton zu zitieren: „Seien wir schrecklich, damit das Volk es nicht zu sein braucht!“, um die Widersacher mundtot (physisch tot) zu machen.

Bernd Briele | Sa, 28. Oktober 2017 - 15:36

Ihre Analyse, sehr geehrter Herr Grau, trifft den Nagel auf den Kopf!
Das Wort "Populismus" unreflektiert als Schimpfwort zu verwenden, zeugt eben gerade von jener "Arroganz der Macht" oder "Entrücktheit", welche unsere etablierten Parteien in Deutschland unter der Anleitung von Frau Merkel vorführen. Und dazu gehört eben auch, sich jedem vernünftigen Diskurs mit dem Verweis auf die "Alternativlosigkeit" des eigenen Handelns zu entziehen und all jene, die berechtigte Zweifel an dieser Suggestion vorbringen, aufs übelste zu verunglimpfen. "Die Kanzlerin hat einen Plan und der ist gut" - Zitat Thorsten Albig, SPD vom 08.10.2015 - Man ist unwillkürlich versucht, diesem Zitat noch das Wort "Basta" hinzu zu fügen.
Im Prinzip gleiches Vorgehen wie bei der Euro-und Bankenkrise zuvor. Und die Zweifler sind: "Nazis", "Pack" oder günstigstenfalls lächerliche, weil "besorgte" Bürger.
Da darf man dann doch guten Gewissens über beinahe jeden Populisten froh sein, oder?

Christoph Kuhlmann | Sa, 28. Oktober 2017 - 15:55

Wir erleben ja seit Jahrzehnten einen mehrfachen Häutungsprozess. Angeblich sind sie ja längst Liberal, ohne vom Liberalismus auch nur ansatzweise den Respekt und dieToleranz gegenüber Andersdenkenden übernommen zu haben, die so vielen nichtradikalen Minderheiten zueigen ist. Der Liberalismus der Linken entlastet eher von der Forderung nach Solidarität im nationalen Rahmen und schafft Freiräume diese Solidarität zu globalisieren. Wobei augenscheinlich wird, dass die Linksliberalen im Gegensatz zu den klassisch Liberalen immer noch nicht rechnen können, wenn es um Geld geht. Sonst wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass man mit den Mitteln, die Deutschland für Flüchtlinge und Asylbewerber ausgibt, den Hunger in der Welt abschaffen könnte. Aber Effizienz war ja noch nie die starke Seite der Linken und seitdem sie den ideologischen Überbau abgeschafft haben hapert es auch an der Systematik. Insofern bin ich zuversichtlich, dass das Monopol auf die Deutungshoheit zerbricht.

Christa Wallau | Sa, 28. Oktober 2017 - 16:10

Die meiste Kritik, die an der AfD geübt wurde bzw. wird, geht an der SACHE vorbei.

Nun hat man also Herrn Jongen im Visier, dem man "Ideologie" vorwirft, obwoh man selber tief in der eigenen Ideologie verstrickt ist.
(Man sollte besser nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt!)

Es ist genau so, wie Sie schreiben, lieber Herr Grau:
Der akademischen Linken, die sich über Jahrzehnte in ihrer Vorherrschaft bequem und opulent eingerichtet hat, schwimmen die Felle davon; anders ausgedrückt: Den Linken droht der Verlust der Meinungshoheit und der damit verbundenen
reichen Pfründe (Forschungsgelder, Lehrstühle usw. ). Deshalb scheuen sie den offenen, freien
Diskurs mit Andersdenkenden wie der Teufel das Weihwasser. Ja, sie sprechen ihnen sogar die
Denkfähigkeit vollkommen ab, indem sie sie als
"Hohlköpfe" bezeichnen. Das einzige, was den Linken in ihrer Panik bleibt, sind also Diskriminierung u. Diffamierung.
Mit echter Intellektualität hat das gar nichts mehr zu tun.

claudie cotet | Sa, 28. Oktober 2017 - 17:39

dank sloterdijk
lesen in quality-time
linke empoerung?
unterdrueckung von allem, was rechtens ist
oder werden koennte?

Jacqueline Gafner | Sa, 28. Oktober 2017 - 17:41

ist kein wirklich ein neues Phänomen. Und dass man den Sack schlägt, wenn man eigentlich den Esel meint, auch nicht, sonst würde es die entsprechende Redensart nicht geben. Was wirklich bemühend ist, ist der Anspruch auch der akademischen Linken, wenn nicht auf jede politische Frage die einzig richtige Antwort zu haben, so doch die moralisch beste. Dazu erübrigt sich jede Diskussion, das ist einfach so, basta! Dabei lässt sich gerade auch über Fragen der Moral bestens streiten, auch wissenschaftlich. Eines aber steht dabei von vornherein fest: wissenschaftlich lässt sich der besagte Anspruch mit Sicherheit nicht als begründet oder gerechtfertigt belegen. Damit erweisen sich die zunehmenden Bemühungen der akademischen Linken, die eigene Position gar nicht erst dem Risiko einer Hinterfragung durch politisch Andersdenkende auszusetzen, als Versuch, den freien Diskurs mittels Zensur in ihr genehmen Bahnen zu halten. Jämmerlich und demaskierend, aber auch das kein neues Phänomen.

Hans-Hasso Stamer | Sa, 28. Oktober 2017 - 17:46

Darf ich den Satz „Als Spalter gelten jene, die auf die Spaltung der Gesellschaft aufmerksam machen, und als Angstmacher diejenigen, die den Ängsten der Menschen Ausdruck verleihen“ in meine E-Mail-Signatur übernehmen?

Auch ansonsten: treffsicher wie immer. Eine gute, ergänzende Analyse der deutschen Linken findet man auch in der „Achse des Guten“ von Marcus Ermler: „Linkspartei goes Latte machiato“.

Dr. Roland Mock | Sa, 28. Oktober 2017 - 18:08

Ich denke, Herr Grau hat recht: Die „Diskurshoheit“ der Linken neigt sich dem Ende zu. Ohnehin war die vorgebliche intellektuelle Dominanz linker „Geisteswissenschaftler“
immer nur eine gefühlte. Von Menschen, die etwas von Wirtschaft verstehen, erst recht von sog. Normalbürgern, wurden sie nie ernst genommen. Spätestens seit Trumps Präsidentschaft, seit Brexit und Flüchtlingskrise ist das nun auch offen sichtbar. Kein Mensch interessiert sich für durchgegenderte Mulikultifantasien wenn er nicht weiß, ob er an der nächsten U-Bahnstation eins auf die Mütze kriegt. Oder der Kita-Platz für seine Tochter an ein Mädchen an Syrien geht (in Hamburg offizielle Anweisung der Behörden). Für die Lösung echter Probleme sind Linksintellektuelle, welche sich in einer Blase befinden, welche nur noch durch ihre eigene realitätsabgewandte gestrige und verquere Weltanschauung genährt wird, schlicht nicht tauglich. Vielleicht merken das ja auch irgendwann andere Medien als der „Cicero“.

Tomas Poth | Sa, 28. Oktober 2017 - 18:12

Genau das macht die derzeitige Panik der "Linken" in allen Lebensbereichen aus. Sie sieht sich bedroht durch konservativ-patriotischer Antworten auf die Konflikte dieser Zeit. Das verrückte dabei, gewollt oder ungewollt, oder einfach nur dusselig, weil sie gefangen ist in ihren Denkstrukturen, "kollaboriert" "die Linke" so gleichzeitig mit dem Finanz- und Wirtschaftsglobalismus. Dieser will sichere Orte für seine Investitionen. Besser man macht Geschäfte mit Millionen von Migranten im europäischen Exil, als in deren unsicheren Herkunftsländern. Das Kapital sucht immer den sicheren Hafen. Die Linke und ihre internationale Solidarität gegenüber allen Beladenen entsolidarisiert sich dabei aber im Verhältnis zu ihrer nationalen Klientel. Diese werden die Rechnung bezahlen, über zusätzliche Steuern, Abgaben, höhere Preise bei gleichzeitiger Prekarisierung.

Dimitri Gales | Sa, 28. Oktober 2017 - 18:48

dass "Denken ein Denken gegen sich selbst" sei; womit er wohl meinte, das Wesentliche ist die Objektivität, nicht das an das Individuum gebundene Subjektive. Bei vielen Zeitgenossen geht es aber um eine interessengeleitete Sicht der Dinge, deren Durchsetzung man predigt, so dass die Gesellschaft in der Tat in verschiedene Blasen entartet, oder wie ich es formulieren würde, sie zeigt Auflösungserscheinungen - die immer deutlicher und destruktiver werden.

Heinz Maier | Sa, 28. Oktober 2017 - 21:39

Eindeutig die europäischen Eliten, wie möglicherweise alle Eliten. An der Spitze Frau Merkel, die ein Votum des Volkes fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Wahrscheinlich hat ihr das Votum des Volkes zum Ende der DDR schon einen gehörigen Schrecken eingejagt, als sie noch systemkonform in der Sauna saß. Gauck ist auch ein gutes Beispiel "Die Eliten sind nicht das Problem ..."
Und den Grünen ist das Volk ohnehin ein Graus und muß eher erzogen werden. Da fällt mir der ehemalige Bundespräsident Karl Carstens (CDU)ein: "
deshalb gewähren wir (die Eliten) ja Demokratie in diesem Land..."
Altlinke und Maoisten hatten sowieso nie etwas mit Demokratie am Hut.

christiane bohm | Sa, 28. Oktober 2017 - 21:48

Ich staune immer nur, wenn ich lese und höre, wie angeblich intelligente Menschen-Professoren und Dozenten- dem Volke weismachen wollen, dass der Kaiser wunderschöne Kleider anhat, obwohl jeder Sehende erkennt, der Kaiser ist nackt.
Da dies schon in alten Märchenbüchern steht, ist es also gar kein neues Phänomen.
Nur frage ich, warum versucht man den Leuten, ein X für ein U vorzumachen? Damit gibt man doch nur seine eigene Blödheit zu erkennen.

Silas Loy | Sa, 28. Oktober 2017 - 21:54

... stellt sich selbst infrage, wenn sie sich ständig überfordert zeigt und ganz besonders wenn sie immer wieder die eigenen Regeln bricht. Sie bekommt ein Glaubwürdigkeits- und Legitimitätsproblem.

"Populistische" Parteien wie die Nationale Front in Frankreich oder Syriza in Griechenland können davon profitieren.

Protestparteien wie die AfD in Deutschland, die eine bürgerliche Sammlungsbewegung ist, werden davon überhaupt erst auf den Plan gerufen.

gabriele bondzio | Sa, 28. Oktober 2017 - 22:09

ziehen viele daraus die Konsequenz, das Denken lieber gleich einzustellen. Nein!
Gerade in solchen Zeiten, sollte man seine Sinne schärfen und laut seine Meinung sagen. Einen kann man einschüchtern...viele schwere und ganz viele gar nicht. Es geht ja nicht um einen Fliegenschiss!

Manfred Endrich | Sa, 28. Oktober 2017 - 23:05

Die akademische Linke und ihre Ausläufer in den Staatsmedien und sonstigen Schreibstuben der Republik ist seit langem ein selbstreferezielles System, eine große Echokammer, innerhalb derer man sich gerne selbst und gegenseitig beweihräuchert, 'wichtige' akademische Auszeichnungen und Preise zuschiebt und untereinander vorbildliche politische Korrektheit übt. Ein eigentlich eher dümmliches und einfältiges Milieu, am Leben gehalten ausschließlich durch staatliche Subventionen aus dem Füllhorn der C4/W3 Stellen, DFG Forschungsförderung und der Steuervermeidung privater Stiftungen. Kostgänger des Kapitalismus, den zu kritisieren man gleichzeitig nicht müde wird, dies natürlich stets unter strikter Vermeidung aller Möglichkeiten, selbst einen konstruktiven Beitrag zum Staatswesen zu leisten. Wer nimmt diese Leute eigentlich ernst?

Jörg Uhlig-Süß | Di, 31. Oktober 2017 - 02:29

In reply to by Manfred Endrich

Tja, Kostgänger der Gesellschaft, stimmt schon. Aber dieser Wahnsinn mit dem Zuzug seit 2015 ist ja auch der warme Regen für die Unternehmen. Gefordert und bedroht ist ja nur die Mittelschicht. Die Unterschicht wird sich sich bald noch viel mehr fetzen als
bisher mit den Neuen...

Michaela Diederichs | Sa, 28. Oktober 2017 - 23:15

Rede und Gegenrede zu erlauben, zu befördern und auszuhalten haben quasi nur noch im Cicero und wenigen anderen Magazinen Raum und Ort. Ganz unterschiedliche Positionen zu vertreten - auch wenn es nicht die eigenen sind - habe ich in der Schule lernen und üben müssen. Das weitet das Denken. Cicero lehnt sich auf gegen die intellektuelle Agonie. Danke dafür und für einen weiteren sehr guten Beitrag Herr Grau.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 30. Oktober 2017 - 15:16

In reply to by Michaela Diederichs

unsere Argumente verantwortungsvoll in Bezug auf Alle zu entwickeln und zu formulieren sollte aber unser Anspruch sein.
Das ist aber im Forum gegeben.
Und bei der AfD?
Liebe Frau Wallau, ganz im Ernst, sie klingen irgendwie anders.
Bei Ihnen entdecke ich Denkarbeit.
`Müllhaufen der Geschichte, jemanden entsorgen´, auch wenn es gängige politische Formulierung wäre, so schreiben Sie nicht, weil Sie so nicht denken.
Und ist das nicht letztlich auschlaggebend für all die Dinge, die dann passieren können, ohne dass es jemand so gewollt hat?
Man konnte es aber deshalb so tun.
Bitte glauben Sie nicht, dass Linke bei mir viel besser wegkämen.
Ich sehe bei Rechten/Konservativen mehr Verantwortung, weil sie mehr Verantwortung berufen.

Rolf Lindner | So, 29. Oktober 2017 - 00:59

Seit Jahren reden die Anti-AfD-Koalitionäre, allen voran linke Gruppierungen, davon, dass man sich mit den von ihnen sogenannten Rechtspopulisten sachlich auseinandersetzen muss. Die Unsachlichkeit beginnt jedoch schon mit dem Gebrauch des Begriffs Rechtspopulismus und wird fortgesetzt mit Diffamierungen, Mobbing, Tätlichkeiten usw. Mir ist bis jetzt jedenfalls noch keine Veröffentlichung begegnet, die sich z.B. sachlich mit dem Wahlprogramm der AfD auseinandergesetzt hat. Die nach der Bundestagswahl und den Wahlen in Österreich und Tschechien zunehmenden Indoktrinationsversuche in den linkslastigen Meinungsmachermedien sind nichts weiter als eine argumentative Bankrotterklärung und widerspiegeln tatsächlich die zunehmende Angst der Linken um die Deutungshoheit. Infolge des argumentativen Bankrotts bleibt der Linken keine andere Alternative, als sich verstärkt undemokratischer Mittel zu bedienen. Was das für die Zukunft bedeutet, muss hier nicht näher erläutert werden.

helmut armbruster | So, 29. Oktober 2017 - 09:00

und wo nicht viel gedacht wird, braucht es jemand, der das Wenige erklärt und deutet, eben jemand der die Deutungshoheit besitzt.
Denn anstatt selber zu denken schließen sich Menschen lieber der Meinung an, von der sie glauben es sei die Meinung der "Alphatiere" (= Prominente jeder Sorte). Der Nachahmungseffekt erledigt dann den Rest.
Kein Wunder, dass es höchst wichtig ist die Deutungshoheit zu besitzen.
Da kann man nur hoffen, dass es genügend unabhängige und freiheitsliebende Menschen gibt, die keinen Vorbeter benötigen...

Werner Peters | So, 29. Oktober 2017 - 09:35

von diesem Institut, einen AfD-Gelehrten zu so einem Vortrag einzuladen. Das macht Hoffnung für die USA (selbst wenn Kritik hochkommt, o.k.) Bei uns wäre das unmöglich.

Ralph Lewenhardt | So, 29. Oktober 2017 - 10:38

Und wenn die linke Diskurshegemonie dann noch trotzig gleichgerichtete mediale Umsetzung gegen die Mehrheitsmeinung des Populus findet, verursacht und befördert es, was jetzt in den Mitgliedsländern der EU und somit der EU selbst unaufhaltsam stattfindet. Die zunehmend gefährlichere Spaltung der Gesellschaft, mitten durch den grundgesetzlichen Souverän der Länder.

Elfie Jung | So, 29. Oktober 2017 - 23:45

Es würde mich interessieren: von wem kam denn der offene Brief, der beklagte, es sei ein Fehler gewesen, Jongen die Chance zu einem Vortrag einzuräumen?
Ich hoffe von ganzem Herzen auf eine konservative Wende bei der kommentierende Klasse der Medien.
Sie wird kommen und ich hoffe bald!

Joaquin Veyron | Mo, 30. Oktober 2017 - 08:52

Was mich fast schon am meisten stört bzw. kirre macht: seit Jahren vollkünden Politik- und Medienvertreter vollmündig, dass "man die AfD entlarven und "argumentativ" stellen" müsse. Und dann lässt man auch jede Gelegenheit ausgelassen bzw. gemieden wie der Teufel das Weihwasser, wo man genau dies machen könnte: die AfD argumentativ widerlegen.
Es wird schon seit Jahren nicht mehr auf Basis von Argumenten und Fakten in diesem Land diskutiert, sondern ein Eurokritiker ist eben eine Europafeind und ein Asylkritiker ein Menschenfeind. Ob er in der Sache Recht hat oder nicht, das wird gar nicht mehr untersucht (denn jeder weiß ja, dass er in der Sache richtig liegt).

Wie kann es sein, dass ein angeblich so entwickeltes Land wie Deutschland mit angeblich so vielen "Intellektuellen" so derartig sich lächerlich macht? Ich kann solche "Intellektuelle" nicht ernst nehmen, die den freien Austausch von Argumenten so fürchten!

Gernot Ballauf | Mo, 30. Oktober 2017 - 09:35

Die Linke hat verloren, faktisch und theoretisch.
Sozialstaaten und Sozialstandards lassen sich nicht globalisieren. Sozial geht nur National. Diese einfache Wahrheit bringt es auf den Punkt. Ein Kuchen, der nicht größer wird, dessen Stücke müssen kleiner warden, wenn die Zahl der Esser zunimmt. Linke will seit 200 Jahren umverteilen. Was eigentlich? Geld, das ihr nicht gehört. Kein gutter Ansatz. Erst erarbeiten, dann ausgeben. Hat die Linke nie begriffen.

Bernhard Jasper | Mo, 30. Oktober 2017 - 11:22

Herr Grau, ich möchte Sie in diesem Zusammenhang fragen, ob Sie eigentlich als Journalist oder promovierter Philosoph kommentieren? Die Frage ist für das Publikum berechtigt, es geht nämlich auch um Legitimität, denn ihre Interpretationen haben nichts mehr mit den „Geistes“- Wissenschaften im klassischen Sinne zu tun. Wenn Sie einen Rang als Philosoph beanspruchen, sollten Sie dem Publikum Modelle oder einen Entwurf liefern. Aber bedenken Sie, auch ein partikulares Urteil muss sich immer auch in Beziehung zur öffentlichen Bedeutung und Wirklichkeit äußern. Oder wollen Sie etwa nur Jongsen- Thesen lancieren, zu der Sie eine persönliche Affinität haben? Dann sollten Sie ins Fach Polit-Marketing oder als Parteifunktionär kommentieren, da verorten sich ja inzwischen viele Journalisten von rechts bis links, so aufgeklärt zeitgenössisch bis avantgardistisch sich das auch alles gibt.

P.S.: Sloterdijk grenzt sich scharf von Jongsen ab und spricht von dessen „AfD-Ideen-Müll".

Ursula Schneider | Mo, 30. Oktober 2017 - 16:17

In reply to by Bernhard Jasper

"Nur wenige sind es wert, dass man ihnen widerspricht." (Ernst Jünger)

Oder noch passender: "Wer nichts zu sagen hat, der sagt es lang."

Dr. Lothar Sukstorf | Mo, 30. Oktober 2017 - 17:29

In reply to by Bernhard Jasper

Sloterdijk ...was meinen Sie, wieviele akademische Lehrer sich von ihren 'Schülern' später distanzieren. Das ist nichts Spezielles in diesem Fall. Klar werden die Thesen von Jongsen von den Medien - weil er AfD ist - hyperkritisch beäugt. Oftmals steckt dahinter nur Eitelkeit. Sloterdijk hat beileibe nicht in/mit allem recht.
Gleichwohl zu dieser Angelegenheit ist zu sagen : JA, UND? Was soll daraus folgen? Jongsen oder Grau intellektuell zu ostrakisieren?

Bernhard Jasper | Mo, 30. Oktober 2017 - 12:13

Einige Thesen aus dem „Manifest“ von Jongsen kenne ich (auch erschienen bei „Cicero“). Man könnte polemisch formulieren, dass er gar keine Vorstellung von Gesellschaft im Wandel der Zeit hat, denn auch unsere Gesellschaft befindet sich in einem Transformations-Prozess.

Ausgangspunkt: Nach der Öffnung nach Osten, schien die allgemeine Ent-Ideologisierung zu greifen. Jedoch nach Jahrzehnten treten die Unterschiede und Konflikte wieder deutlich zutage. Auf der nationalen Ebene die sozialen, weltweit die nationalen, auch verbunden mit religiösen Bewegungen, ebenso große Flüchtlingsprobleme. Nicht Integration, sondern Eigenständigkeit scheint wieder gefragt (Autonomiebewegungen). Man könnte behaupten, dass wir uns in einer neuen zeitgeschichtlichen Situation befinden. Dabei schauen jedoch viele rückwärtsgewandt in die Vergangenheit. Der Veränderungsdruck ist jedoch so stark, dass er uns unaufhaltsam in die Zukunft treibt. Das nennen wir Fortschritt- der auch unangenehme Konsequenzen hat.

wolfgang Spremberg | Mo, 30. Oktober 2017 - 17:30

In reply to by Bernhard Jasper

Sie meinen der Veränderungsdruck, z.B. Masseneinwanderung, ist unaufhaltsam ? Nicht zu verzögern ? Nicht zu steuern ? Nicht zu stoppen ? Man soll es auch gar nicht erst versuchen ? Sich hilf und willenlos in die Zukunft treiben lassen ? Ist das Ihre Einstellung ? Leben Sie so ?
Martin Neuffer : Die Reichen werden Todeszäune ziehen.
Die Reichen, das sind wir und Martin Neuffer war ein linker Sozialdemokrat und ehemaliger Intendant des NDR. Googeln Sie mal, wie klug und mutig linke Sozialdemokraten mal waren. Ist lange her.....

Gisela Fimiani | Mo, 30. Oktober 2017 - 13:19

Ich freue mich zunächst darüber, dass Herr Jongen an jenem Ort seine Gedanken überhauppt zur Diskussion stellen durfte. Darüberhinaus frage ich mich, was, an vergleichbarem Ort, in Deutschland geschehen wäre. Ich fürchte es ist schlecht bestellt um den Pluralismus in den Geisteswissenschaften, ja um das Selbstverständnis der Geisteswissenschaften.

Manfred Gimmler | Mo, 30. Oktober 2017 - 15:51

Die Aufklärung – das Bewunderungswürdigste, das der menschliche Geist je hervorbrachte – ist gewiß bei den bigotten „Linksspießern“ nicht mehr in guten Händen. Diese selbsternannten moralischen Autoritäten handeln zum Schutz ihrer Deutungs- und Diskurshoheit stets nach demselben Prinzip: Zuerst schalten sie in den Empörungsmodus, leiten dann mit medialer Hilfe Inquisitionsverfahren ein und sprechen schließlich „ex cathedra“ aus, was gut und böse ist.

Damit soll beim Publikum Konformitätsdruck erzeugt werden; denn das Volk hat einfach sein „Maul“ zu halten.

Und um den „Pluralismus im akademischen Betrieb“ kümmern sich diese gefallsüchtigen Schönwetter-Demokraten nachweislich einen feuchten Kehricht, zumal viele „Halbintellektuelle“ im deutschen Journalismus noch immer in der Gefühlswelt eines Proseminaristen gefangen sind.

Juliana Keppelen | Mo, 30. Oktober 2017 - 17:36

wir sind für die Meinungsfreiheit aber nur für unsere Meinung. Das ist zwar sehr platt ausgedrückt trifft aber auf "links" und "rechts" zu. Und je nachdem schlägt das Pendel mal in die eine mal in die andere Richtung aus.

Dr. Lothar Sukstorf | Mi, 1. November 2017 - 20:10

In reply to by Juliana Keppelen

Vor allem vertritt dies die allseits beliebte und hoch geschätzte Claudia Roth...

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Um die Freischaltung kümmert sich die kleine Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.