Leonberg
Kopie einer blau-grau gestreiften Jacke eines KZ-Häftlings in der KZ-Gedenktstätte Leonberg / picture alliance / imageBROKER | Olaf Krüger; bek

Jan Gerbers „Das Verschwinden des Holocaust“ - Warum die Erinnerung an den Holocaust verblasst

Jan Gerber zeigt in „Das Verschwinden des Holocaust“, wie brüchig und widersprüchlich die Erinnerung an die Schoa gewachsen ist – und warum ihre heutige Banalisierung weniger mit Gedenken zu tun hat als mit dem Verlust historischer Urteilskraft.

Nico Hoppe

Autoreninfo

Nico Hoppe ist freier Autor aus Leipzig und beschäftigt sich in seinen Texten mit aktuellen Kulturphänomenen und Gegenwartskritik. Auf X ist er unter @nihops zu finden.

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Nicht immer war die sogenannte Erinnerungskultur so selbstverständlich, wie sie heute erscheint. In seinem neuen Buch „Das Verschwinden des Holocaust. Zum Wandel der Erinnerung“ zeichnet der Historiker Jan Gerber die überraschend diskontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust nach, der erst in den 1970er-Jahren in seiner Singularität und Tragweite nicht nur für die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, sondern auch für die Zivilisationsgeschichte insgesamt wirklich begriffen wurde.

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Jens Böhme | Sa., 4. Oktober 2025 - 13:00

Gibt es Erinnerungskultur an die Genozide im Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren? Diese sind nicht minder grausam als die Shoa einige Jahrzehnte zuvor. Zudem sind sie historisch aktueller. Auch der Genozid in Ruanda ist in derselben Zeit passiert. Geschichte entwickelt sich weiter und erfindet sich neu. Ein "Nie wieder" ist in der Natur nicht vorgesehen. Die Lösungsfindung ist immer vielfältig und nie gerecht für alle. Schaut man die Menschheitsgeschichte durch, ist die Menschheit nach 1945 nicht über der Natur stehend. Die Sicht, man sei edler und gerechter nach 1945 geworden, ist eine Ideologie, die - sieht man die vielen Genozide nach 1945 - nur Augenwischerei sind. Der dräuende Zusammenbruch des westlich freiheitlichen Systems als global moralische Instanz wird die Verfolgung von ethnischen und anderen Gruppen verstärken. Auch im politischen Westen.

Hanno Woitek | Sa., 4. Oktober 2025 - 14:21

Auch ich habe, wie unendlich viele Mitbürger, einfach die Schnauze voll von den fast 14 tägigen Gedenktagen zu irgendeinen immer wiederkehrenden Gedenktag mir im Fernsehen anhören zu müssen mit fast immer begleitendem Judenhass der links-grünen Woche und Queridioten, die die militanten Palestinenser und ihre Terrortruppen täglich schick reden in ihrem Wahn, die Juden zu vernichten. Beide Bereiche werden von den ÖRR dauernd bejubelt in ihrem ganzen Widersinn.

IngoFrank | Sa., 4. Oktober 2025 - 15:51

das ein Besuch von einem Konzentrationslager für Schüler Pflicht werden soll ……
Allerdings sollte man neben dem schrecklichen Buchenwald- Film den wir uns als Schüler ansehen mußten, auch die Jahre des Lagers beleuchten, als es nach 1945 als sowjetisches Internierungslager diente …. Ohne die Zeit als KZ relativieren zu wollen.
Als Weimarer Student ( heutige Bauhaus Uni) besuchte ich mit meinen Kommilitone das KZ auch I.ü. war das keine Pflicht mehr….. Auch mit meinem Enkel der damals ca. 15 war und sehr beeindruckt, war ich nach der Wende dort……
Erst ist etwas ganz anderes darüber in der Schule zu sprechen als die Greul vor Ort zu sehen und nachvollziehen zu können.
Mit freundlichen Gruß a d Erfurter Republik

Urban Will | So., 5. Oktober 2025 - 00:30

gesamten politisch-kulturell-medialen Komplexes hat den am Ende dieses Artikels erwähnten „Verlust an historischer Urteilkraft“ in einer Art und Weise befördert, dass heute jeder, der nicht links ist automatisch als „rechtsradikal“ oder gar „rechtsextrem“ betitelt wird.
Die gesamte Marktschreierei in Richtung der Partei, die als logische Konsequenz des von Merkel vollzogenen Linksrucks plus der totalen Vergrünung der CDU entstanden ist, zeigt diesen Verlust in schrecklicher Weise.
Ich denke, dass mittlerweile viele, v.a. junge, aber auch alte Linksgrünwoke, die jeden Tag „Nazi“ in Richtung ihrer Gegner plärren, gar keine Ahnung mehr vom Holocaust haben, in ihrer Verblendung gar nicht mehr wissen oder verstehen, was sie da eigentlich an wirrer Geschichtsklitterung betreiben.
Das Verschwinden des Holocausts begann an dem Tag, an dem er als politisches Kampfmittel missbraucht wurde.
Ab dann wurde das Gedenken an ihn nur noch zum Ritual anstatt zum wirklichen Aufarbeiten seiner Ursachen.

Tina | Mo., 6. Oktober 2025 - 02:39

Die Holocaust Vergessenheit sieht man hauptsächlich bei den Politikern. Wer Menschen mit anderer Meinung als Nazi bezeichnet, zeigt die Geschichtsvergessenheit.Wenn Linke öffentlich zu Mord gegen andere aufrufen zeigt, wie weit wir fortgeschritten sind.
Man darf beten, dass es bald zum Ende dieser Regierung kommt und diese geschichtsvergessene Politiker aus den Ämtern kommen.
Die CDU und CSU als christliche Partei ist in die linke Richtung abgetrifftet. Ein christliches Land das zulässt, dass muslimisch Zugezogene vor Gericht erstreiten Kreuze in öffentlichen Gebäude abzuhängen, hat ihre christlichen Wurzeln verloren.
Jetzt sind es die Juden in Deutschland die nicht mehr sicher sind und die Christen werden folgen. Als CDU Mitglied sehe ich inzwischen die AfD als christliche Partei die fie christlichen Werte vertritt.