Eine mutige Journalistin kämpft für die Wahrheit: Zar Amir Ebrahimi in „Holy Spider“ / Screenshot (KinoCheck Indie)

„Holy Spider“ im Kino - Eine göttliche Mission gegen Frauen

Der Film „Holy Spider“ erzählt die wahre Geschichte einer iranischen Journalistin, die einem religiös motivierten Serienmörder gegen alle Widerstände des patriarchalen Systems auf der Spur ist. Ein psychologisch packender Thriller, der zu keinem besseren Zeitpunkt hätte in die Kinos kommen können.

Lena Middendorf

Autoreninfo

Lena Middendorf studierte Politik- und Kommunikations- wissenschaften an der Uni Greifswald. Nach Hospitanzen bei der Hamburger Morgenpost und der Süddeutschen Zeitung absolviert sie derzeit ein Praktikum bei Cicero.

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Der Film „Holy Spider“, der eben in den Kinos angelaufen ist, beruht auf wahren Begebenheiten. Und ist, obwohl er Anfang des Jahrtausends spielt,  hoch aktuell. Er gewährt mit seiner Geschichte des iranischen Serienmöders Saeed Hanaei einen tiefen Einblick in Irans patriarchales System. Auch Saeed verfolgt eine „göttliche Mission“ gegen „sittenlose Frauen“.

Dieser Film kommt zum richtigen Zeitpunkt. Der Tod Jina Mahsa Aminis, der die aktuelle iranische Revolutionsbewegung entfachte, war eigentlich nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Seit über 40 Jahren instrumentalisiert die theokratische islamische Republik Irans Religion, um ein unterdrücktes, patriarchales und menschenverletzendes System durchzusetzen. Die Propaganda, die die gegenwärtigen Proteste zum „Krieg gegen Gott“ erklärt und damit die Todesurteile und Hinrichtungen legitimiert, deckt sich mit den Motiven des Serienmörders Saeed Hanaei. Und so gelingt es dem Film, am Beispiel Saeeds die fatale psychologische Auswirkung einer religiös überhöhten Propaganda aufzuzeigen. Und zugleich einen realen Einblick in Irans paradoxe Gesellschaft zwischen privater Intimität und verhüllter Außenwelt zu gewähren.

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Heidemarie Heim | Mo., 16. Januar 2023 - 10:33

Doch leider handelt es sich bei diesem nicht um eine bösartige Herausgeberin eines Modemagazins und einer Branche, die dem schönen Schein alles unterwirft und auf ihre Art (Modediktat) ebenfalls zahlreiche Opfer generiert, sondern um Mullahs (Taliban)und ihre Schergen (Revolutionsgarden) mit einem zutiefst absolutistischen, zentralistischen Terrorregime patriarchalischer Natur wie es rückschrittlicher nicht sein kann. Ein Regime, dass mit dem gleichen Hass auf externe Feinde wie auf sich mehrende interne Feinde in Gestalt einer Neugeneration eigener Staatsbürger reagiert und mit Verachtung
aller zivilisatorischen "Errungenschaften" dagegen vorgeht. Mit widerwärtigen alt bekannten Methoden wie Scheinprozessen, Folter, Vergewaltigung da man die im Islam so geschätzte Jungfrau sonst nicht aburteilen kann, danach Hinrichtungen wie am Fließband und was menschliche Fantasie, in dem Fall die Religion (Märtyrertum des Täters im Film!) sonst noch an Perfidem hergibt. Dies alles im Jahr 2023!

Heidemarie Heim | Mo., 16. Januar 2023 - 13:36

Wo bleiben die Kommentare? Oder hat es gegen den Film bzw. dessen Inhalt die Religion betreffend Proteste von deren Vertretern gegeben und als islamophob gebrandmarkt geehrte online-Redaktion? Derlei Rücksichtnahmen verbieten sich wohl hoffentlich angesichts der nun fast täglichen Hinrichtungen und dem Terror gegen die iranische Bevölkerung. MfG

Heidemarie Heim | Mo., 16. Januar 2023 - 17:43

Morgen ist die 2 Tage-Frist um. Zwei meiner Kommentare bzw. Antworten fielen just dieser schon zum Opfer. Macht nicht gerade Freude weitere verfasst zu haben, die ebenfalls dieses Schicksal teilen;). Sorry für das Gemaule! Es kommt wie immer von Herzen;) LG

Heidemarie Heim | Di., 17. Januar 2023 - 15:03

Eine ganze Kommentarseite nur für mich! Danke schön liebe online-Redaktion! LG