Kulisse der Selbstdarstellung: Jeff Bezos und Lauren Sanchez in Venedig
Jeff Bezos und Lauren Sanchez in Venedig / ASSOCIATED PRESS | Luca Bruno

Hochzeit von Jeff Bezos - Jede Gesellschaft bekommt die Elite, die sie verdient

Die Hochzeitsshow von Jeff Bezos illustriert eindrucksvoll den ordinären Habitus des neureichen globalen Geldadels. Narzisstische Super-Egos degradieren die Welt zu einer Spielwiese ihrer Selbstinszenierung. Statt Stil und Eleganz regieren Einfallslosigkeit und Primitivität.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. In Kürze erscheint von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

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Gesamtkosten von geschätzten 50 Millionen Dollar. Ferner ein Verlobungsring von etwa fünf Millionen Dollar und eine ähnlich teure Diamantkette. Über 200 prominente Gäste. Fünf komplett gebuchte Luxushotels. Über 90 beantragte Landungen für Privatjets und dreißig gemietete Wassertaxis. Die Hochzeit von Amazon-Gründer Jeff Bezos mit Lauren Sánchez war eine bemerkenswerte Party.

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Dorothee Sehrt-Irrek | So., 29. Juni 2025 - 12:27

ihrem Mann gemein und das ist immerhin soviel, dass ich mich wundere, wieso das Brautpaar auf Venedig als Hochzeitsort verfiel.
Es wirkt evtl. komplett aus der Zeit gefallen und deplaziert, in meinen Augen.
Besser wäre ein hochmodernes neues Gebäude in der Atacama-Wüste gewesen, um zu zeigen, was Technik noch alles wird erreichen können.
Bezos traue ich viel zu, ob seiner neuen Frau, weiss ich noch nicht zu sagen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bezos auf Venedig kam.
Europa als Bühne?
Nun, die zukünftigen Aufgaben liegen evtl. woanders.
Die Schlüssel mögen aber nach wie vor in Europa gefertigt werden.
Dieses Schauspiel war evtl. kein Schlüsselerlebnis, aber es lag nicht am Geld, vermute ich.

Hans Jürgen Wienroth | So., 29. Juni 2025 - 12:49

Warum dieser Neid, Herr Dr. Grau, lassen Sie dem Herrn Bezos doch seinen Spaß. Die Zeiten haben sich geändert, nicht nur bei „den Reichen“. Sind wir früher mit der Schultüte zur Einschulung gegangen, so ist das große Fest wie früher eine Hochzeit ein Muss. Das zieht sich weiter durchs ganze Leben.

Wurde Brandt als Ex-Kanzler für seine Scheidung und 2. Hochzeit noch groß getadelt, gewinnt man den Eindruck, heute ohne 3. Ehe, ohne Homo-, Trans- oder sonst eine „moderne“ Identität kann man keine pol. Karriere machen.

Überhaupt sind uns die viel gepriesenen „Werte“ abhandengekommen, aber anders als es die Politik uns sagt. Die „Liberalisierung“ hat unsere christlichen Werte, die Konventionen unseres Zusammenlebens, auf den Müllhaufen geworfen.

„Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“ hieß es einmal. Heute schmeißt auch die Politik mit Geld um sich, als gäbe es kein Morgen mehr. Warum soll sich der Bürger da bescheiden, ob er es sich leisten kann oder nicht?

Klaus Funke | So., 29. Juni 2025 - 12:50

Wir bekommen auch die Journalisten, die wir verdienen, zum Beispiel Sie, Herr Grau, der Sie auch ein "mit-dem-Wolf-Heulender" sind. EInige Artikel von Ihnen habe ich in unguter Erinnerung, zum Beispiel den über den Iran-Israel-Krieg. Man könnte das fortsetzen, ich habe indes keine Lust. Der Tanz um den Mainstream ödet mich an.

Gisela Hachenberg | So., 29. Juni 2025 - 14:05

Antwort auf von Klaus Funke

Geht’s noch, werter Herr Funke? Warum so herummotzen, nur weil Herr Grau mal einen etwas anderen Kommentar schreibt?
„Der Tanz um den Mainstream ödet mich an“ schreiben Sie. So what? Mich ödet es an, immer nur von Kriegen, Dramen, Auseinandersetzungen zu lesen. Ein bisschen mehr Toleranz, Herr Funke. Außerdem muss man ja Artikel nicht lesen, die einem nicht zusagen. So halte ich es! Schönen Sonntag noch!

. . . danke für Ihre Zeilen als Replik auf Herrn Funke's Artikel. Ich gebe Ihnen Recht, und bin mit 95 % aller Artikel des Herrn Dr Grau zufrieden und stimme diesen zu.
Allerdings ist es sehr wichtig, Herrn Grau's Artikel zu verstehen; gelesen unter philosophischen Gesichtspunkten.
Vielleicht kann das nicht jeder Forumsteilnehmer hier?
Diese hier beschriebene Hochzeit strotzt in meinen Augen vor Verachtung der "einfachen" Leute, dargestellt durch sich selbst darstellende Personen - einfach nur abstoßend und widerlich.
Ich würde zu einer solchen Feier nie eine Einladung annehmen, zu viel Protz, zu viel Snobs - ich mag so etwas nicht.

Mein Gott, was regen Sie sich auf. Diese Dikussionen öden mich an, wenn man nun auch noch die Form beachten soll. Typisch Deutsch. Um draufzukommen - worum ging es: Bei Herrn Grau weiß ich wirklich nicht, wie ich ihn zuordnen soll. Mal so, mal so, mal kontra, mal pro. Und in der Causa Israel/Iran-Krieg hat er den Merz Sprachauswurf "Drecksarbeit" verteidigt. Da musst mir das Messer in der Tasche aufgehen. Die Israelis töten eiskalt Zivilisten, lassen Kinder und Alte quasi verhungern - Drecksarbeit?? Im Gaza-Streifen wird eindeutig Völkermord betrieben. Drecksarbeit?? Ein souveränes Land wird anlasslos "präventiv" angegriffen - Drecksarbeit?? Und wir dürfen dies alles nicht kritisieren, weil wir damit Antisemiten sind?? Und Herr Grau findet das alles i.O.?? Solche Journalisten brauche ich nicht. Das ist Systemjournalismus. Ekelhaft. (Und meine erste Version dieser "Grau"-Kritik hat man typischerweise vom Tisch und unter den Teppich gekehrt. Mal sehen wie es diesmal wird?

Lisa Werle | So., 29. Juni 2025 - 22:17

Antwort auf von Klaus Funke

Na, das war doch jetzt klar, Herr Funke. Da war jemand nicht Ihrer Meinung in Sachen Terror durch die Hamas. Und da gibt es noch einige mehr, zB mich. Ich sehe das exakt so wie Herr Grau, und vielleicht sogar noch ein wenig drastischer. Dieser ganze Palästinenser-Zauber ödet nur noch. Die dürfen Menschen killen, Frauen auf die widerwärtigste Art töten, Babys verbrennen - und dann jammern sie rum, wenn sie eine Antwort bekommen. Also los, Herr Funke, Feuer frei auf Menschen, die anderer Meinung sind als Sie.

Sie beklagen sich, dass ich fremde Meinungen nicht toleriere und praktizieren es im selben Atemzug ebenfalls. Und außerdem haben Sie mich offenbar ganz bewusst falsch verstanden. Ich toleriere den Terror der Hamas keineswegs, nur muss hinterfragt werden, wie sich Israel verhält. Der israelische Staat betreibt eine rassistische Kolonialpolitik. Hören Sie sich Netanjahu oder Katz an. Das sind üble Staatsterroristen. Im eigenen Land in zwielichtiger Gestalt. Wer Zivilisten und Kinder verhungern lässt oder tötet, hat das Recht verwirkt, Mensch genannt zu werden. Israel züchtet Hass und hat ihn zur Staatspolitik gemacht. Die Standartausrede "Antisemit" für alle, die Israel kritisieren, ist fadenscheinig und eine Schutzbehauptung. Es muss aufgehört werden mit diesen Lügen. Israel ist ein US-Vasall und ansonsten ein Staat wie viele andere. Allerdings ist Israel weltweit ziemlich in Verruf, die Menschenrechte zu missachten. Israel besitzt illegal Atomwaffen. Es gäbe noch vieles zu sagen...

Ann-Katrin Grönhall | Mo., 30. Juni 2025 - 09:52

Antwort auf von Klaus Funke

Während die Überlebenden der Massakers vom 7.Okt. 2023 es kaum über sich bringen, vom Gesehenen und Erlebten zu berichten, haben die Täter die von ihnen begangenen Abscheulichkeiten auf Video festgehalten und stolz ins Internet gesetzt.

Das Ausmaß des Grauens lässt sich daran ermessen, dass sich mehrere jüdische Augenzeugen der Massaker inzwischen das Leben genommen haben, weil sie trotz Therapie und Teilnahme ihrer Angehörigen mit den infernalischen Bildern, die sie in Traum und Wachen verfolgten, nicht mehr leben konnten.

Täter waren hunderte junge Männer aus Gaza, die wir noch am Tag davor als „normale Menschen“ eingestuft, sogar wegen ihrer trostlosen Lage bemitleidet hätten.
Sie entpuppten sich als Bestien.

Walter Bühler | So., 29. Juni 2025 - 13:56

Zu Kaiser Wilhelms Zeiten achtete man beim echten Adel noch auf eine gute Erziehung.

Das kann man bei den neuen Emporkömmlingen natürlich nicht mehr so ohne weiteres voraussetzen.

Die "Pizza"-Kultur, die jeder Bürger aus den weiß vergipsten Pizzerien in den deutschen Städten kennt ("Venus in der Muschel"), spiegelt sich deshalb auch in der neuen Oberklasse wieder, selbst beim Präsidenten der USA.

Die heutigen Nachkommen des Adels (in London und Den Haag) lassen sich erstaunlicherweise dennoch gerne auf die ästhetische Konkurrenz mit dieser neuen "Elite" ein.

Kuriose Welt!

Walter Bühler | So., 29. Juni 2025 - 19:21

Antwort auf von Walter Bühler

Der Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts kann man entnehmen, dass Venedig schon damals ein Ort der Selbstdarstellung des europäischen Adels war. Mit ihren Mätressen besuchten die gekrönten Häupter den Karneval, auf dem gewiss nicht die brave Einehe gefeiert wurde, und der nicht die Billigung der kirchlichen Moral gefunden hat. Venedig war das Bordell für Adlige - das war schon damals wohlbekannt.

Das hat aber trotzdem nicht nur eine große Auswirkung auf die Architektur- und Kunstgeschichte gehabt, sondern auch auf die Musikgeschichte. Hier stieg die iatlienische Oper zum großen Ideal der musikliebenden Oberschicht Europas auf.

Sinnlose Verschwendung, Amoralität - das hat auch schon zum guten alten Venedig im alten Europa gehört - neben all den vielen Kirchen und den vielen Touristen. Händel hat dort gelernt, und auch Bach liebte Vivaldi.

Toníček - CZ | So., 29. Juni 2025 - 14:01

. . . ich habe lange überlegt, was ich zu diesem "Schauspiel" sagen oder denken soll? Sie haben mir mit Ihren Gedanken geholfen, dieses herauszufinden - in diesem Zusammenhang spüre ich in mir eine widerlich-ekelerregende Abneigung gegenüber diesen "Selbstdarstellern".
Interessieren würde mich am Rande, was diese 200 Hochzeitsgäste sich bei dem ganzen Theater gedacht haben? Sehen & gesehen werden? Auch hätte ich gerne ein paar der Gespräche unter den Selbstdarstellern belauscht - wahrscheinlich hätte ich mich sehr schnell von den Leuten abgewendet: Hohles - primitives Small talk - etwas Anderes wäre da nicht zu erwarten gewesen.- Vielen Dank, Herr Dr Grau für Ihre Meinungen zum Thema; ich stimme Ihnen zu.

Dr. Andreas Oltmann | So., 29. Juni 2025 - 14:10

Ein kleinkarierter, missgünstiger Kommentar von Herrn Grau. Enttäuschend und unwürdig. Immerhin gibt das Hochzeitspaar sein selbstverdientes Geld aus, und jettet nicht auf Staatskosten, die der Steuerzahler ungefragt aufbringen muss, durch die Welt. Es steht uns nicht zu, darüber so hässlich zu argumentieren.
Wenn aber das Geld von uns Bürgern kreditfinanziert rausgehauen wird, dann ist alles erlaubt. Gehen Sie nach Hause Herr Grau!

Gisela Hachenberg | So., 29. Juni 2025 - 18:14

Antwort auf von Dr. Andreas Oltmann

Schade, dass der Ton bei manchen hier im Forum immer rauer wird, ganz so, wie draußen in der Welt! Der letzte Satz „Gehen Sie nach Hause Herr Grau“ ist geschmacklos! Man muss Artikel, die einem nicht passen, nicht lesen, vor allem nicht “so“ kommentieren! Tut mir leid, aber so sehe ich das!

Karl-Heinz Weiß | So., 29. Juni 2025 - 14:21

Der morbide Charme der Lagunenstadt übt weiterhin eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Der österreichische Liedermacher Peter Horton drückte es in einem Satz aus: "Solang Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zuhaus."

Sabine Lehmann | So., 29. Juni 2025 - 15:09

Eine zutreffende Analyse diese opulenten Darbietung: ordinär. Das ist exakt der Punkt.
Dass wohlhabende Leute andere Feste feiern als weniger Betuchte, ist nämlich gar nicht der springende Punkt, und daher haben all die kritischen Kommentare zu dieser teilweise recht bizarren Inszenierung auch nichts mit Neid zu tun. Es ist was es ist, eine ordinäre und dekadente Show mit entsprechend aussehenden Darstellern. Hier ein paar "Presswürste", dort ein paar Lackaffen und schlussendlich eine Braut, die mich eher an eine Symbiose aus einer Barbie-Puppe und dem Joker erinnert. Menschen wie aus der Retorte eines B-Animationsfilms erschaffen. Insofern kann ich Herrn Grau in seiner Analyse nur beipflichten. Luxuriös und stilvoll geht sicherlich anders. Dem Brautpaar bleibt zu wünschen, dass ihr zukünftiges gemeinsames Leben anders sein wird als dieses unwürdige Schauspiel in Venedig!

Dr. Walter Kraus | So., 29. Juni 2025 - 15:10

Man kann froh sein, dass es noch solche Kommentare gibt wie den Ihren, Herr Grau. Ich lese auch die anderen, aber nicht weil mich deren Inhalt interessiert, sondern weil mich interessiert, wie bewundernd und Neid erwecken sollend über so ein geschmackloses und würdeloses Ereignis berichtet wird. Ich glaube aber nicht, dass das ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist, sondern vielmehr eines unseres Journalismus.

Christa Wallau | So., 29. Juni 2025 - 15:42

und viele andere Tugenden, wozu u. a. die vier Kardinaltugenden gehören, haben ausgedient.
Kaum jemand kennt sie noch, und erst recht wird niemand gefeiert, der sie in seinem Leben verwirklicht.
Eine der Kardinaltugenden ist das MASS (lat. temperantia).
Dieser Begriff beinhaltet: Mäßigung, Besonnenheit, Ausgewogenheit, Beherrschtheit.
Was die heutige elitäre Schicht aus den USA gerade in Venedig veranstaltet hat, widerspricht dieser Kardinaltugend, die schon Plato in die Tugendethik einführte. natürlich vollkommen.
Aber was gehen der Philosoph u. das Christentum (das von Plato die Kardinaltugenden übernahm) die heutigen
Superreichen noch an? - Nichts! Nada! Rien!
Bezos u. Konsorten feiern sich s e l b s t - maßlos und unverschämt.
Das Motto lautet: "Geld regiert die Welt!"
Und viele Menschen stimmen diesem Credo zu, indem sie die Reichen begaffen, bewundern u. beneiden.
War eigentlich bei dieser Hochzeit mal von GOTT die Rede? Ich habe jedenfalls nichts Derartiges vernommen.

Maria Fischer | So., 29. Juni 2025 - 16:32

Ich fand die Bilder von Hochzeit in Venedig lustig.
Ich habe Frau Baerbock vermisst.
Hätte irgendwie dazu gepasst.
Komischerweise machen mir diese Geschmacklosigkeiten, weit weniger Stress, als wenn ich mit gefühlten 300 Merkels, Göring-.... Widman-Mauz, etc. in Deutschland in der Oper sitze.
Gestern Abend z.B. Ich habe den Raum verlassen.
Es war unerträglich.

Urban Will | So., 29. Juni 2025 - 16:38

237000 Millionen besitzt und nur 50 für seine Hochzeit ausgibt, ist doch recht bescheiden. Oder gar geizig?
Und schließlich hat er sich sein Vermögen aus eigener Leistung verdient.
Und was sind schon 50 Millionen im Vergleich zu den Großtaten unserer Polit-Clowns, wo 1000-fache Summen oder mehr einfach mal verbrannt werden und man – also das blöde Volk, dem man dann wirklich entgegnen kann, es hätte solche Politiker „verdient“ - sie dennoch wählt. Niemand von Seiten der „einfachen“ Leute konnte wohl an der Entscheidung der Stadtverwaltung Venedigs oder wem auch immer etwas rütteln und so konnte der Erbauer der Phallus-Rakete dort halt mal ein wenig Sause machen. Wie ich hörte, hat die Stadt gut dran verdient. Und das Volk hat, je nach Gusto, etwas zum jubeln oder zu verfluchen.
Brot und Spiele.
Und der Jeff wollte – siehe Phallus – halt vielleicht mal wieder ein Zeichen setzen. Die nächste heiratet er dann auf dem Mond.
So what.

Jens Böhme | So., 29. Juni 2025 - 18:36

Jeder feiert Hochzeit auf seine Weise. Für Venedig spült diese Hochzeit sehr viel Geld in die Stadtkasse, die Hochzeitspenden gehen an den Erhalt Venedigs. Dass sich tausende Medien an diesem Spektakel beteiligen und Venedig verstopfen, ist nicht Verschulden des Hochzeitspaars. Ich finde die sozialistische Kritik an dieser Hochzeit im Cicero peinlich.

S. Kaiser | So., 29. Juni 2025 - 19:12

an Kommentaren mit vielseitigen Argumenten.
Mit dieser pompösen neo-feudalen Inszenierung wurde gesellschaftlich eine neue Dimension erreicht. Und gerade deshalb ist es popkulturell interessant. Man kann es obszön finden, wenn jemand individuell so viel Reichtum angesammelt hat, sich das leisten zu können. Man kann aber auch anmerken, dass die Stadt Venedig und andere wirtschaftlich davon profitiert haben. Und ja, in gewisser Hinsicht ist es auch eine Degradierung dieser einmaligen historischen Szenerie zu einer Kulisse für Opulenz und Dekadenz. Manch echte royale Hochzeit bemisst sich dagegen wahrscheinlich bescheiden aus. Aber es ist ja nun nicht so, dass die Protagonisten des Erbadels in der Vergangenheit nun automatisch moralisch höherstehend waren. Früher die inzestuöse "Habsburger Lippe", heute die operierte Schlauchbootlippe.
Es wird sicherlich viele gegeben haben, die am Wochenende ihren Spaß daran hatten, Zaungast zu sein. Es sei ihnen gegönnt. Leben und leben lassen.

Brigitte Simon | So., 29. Juni 2025 - 23:47

Ach ja lieber Herr Dr.Grau, ärgern muß sich lohnen. Ich fand es - die Hochzeit oder hohe Zeit albern. Da war Finanzminister Lindners Hochzeit eine kleine Ouvertüre zu der Oper "Selten so gelacht". Und die Schuldenbremse blieb geschlossen.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 30. Juni 2025 - 10:13

Beim täglichen Lesen verschiedenster Medien quer beet, fallen mir auch ständig diese Meldungen über diese Hochzeit ins Auge. Wer es braucht? Ja, dekadent und ordinär könnte man sagen. Oder auch reich und verrückt? Egal. Sollen sie doch. Auch die können nichts mitnehmen, wenn sie den letzten Gang antreten.
Ich neide nicht, ich verurteile nicht, ich beachte es einfach nicht weiter.

Sebastian Habel | Mo., 30. Juni 2025 - 13:18

Lassen wir doch Herrn Bezos seinen Spaß und hoffen für ihn, dass er dieses Mal an einen Ehevertrag gedacht hat.