- Wie der Westen die israelische Mentalität verkennt
Seit seiner Gründung im Jahr 1948 befindet sich der Staat Israel im Verteidigungsmodus. Mehrere militärische Angriffe und unzählige Terroranschläge prägen die Mentalität der Menschen. Der Westen kann nicht verstehen, weshalb Appeasement für Israel keine Option sein kann.
Der Schriftsteller Gottfried Keller beschreibt in der Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, wie sich zwei wohlhabende Bauern über Jahre so heftig bekriegen, bis ihre Höfe im Ruin enden. Das junge Liebespaar, deren Eltern die Katastrophe verursacht haben, sieht danach keinen anderen Ausweg mehr als den gemeinsamen Freitod. Der Streit der Bauern beginnt mit einem Landraub. Einer der Bauern zwackt beim jährlichen Pflügen vom fremden Acker jedes Mal ein Stück ab und schlägt es dem eigenen Grund und Boden zu.
Historischer Fehler der Araber
Diese Geschichte kann uns helfen, den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu verstehen. Da in der Mitte des 20. Jahrhunderts beide Volksgruppen – Juden und Araber – in Palästina siedelten, wurde die Frage akut, wie man die Gruppen, die sich feindselig gegenüberstanden, auf Dauer so trennen könnte, dass sie zu einem friedlichen Miteinander veranlasst werden. Am 29. November 1947 beschloss die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit einer Zweidrittelmehrheit, dass Palästina geteilt werden sollte. Juden und Araber sollten eigene Staaten erhalten, die ungefähr gleich groß waren und die wichtigsten Siedlungsgebiete der beiden Volksgruppen umfassten.
Während die Juden den Teilungsplan akzeptierten und am 14. Mai 1948 den Staat Israel ausriefen, lehnten die Araber einen eigenen Staat ab. Ihre Bedenken betrafen nicht den Grenzverlauf oder die Zuteilung bestimmter Siedlungsgebiete – nein: Sie lehnten ihren Staat generell ab, und zwar deshalb, weil er nur die Hälfte des Landes Palästina umfasste. Mit anderen Worten: Sie wollten den Judenstaat verhindern, um ihren Staat auf dem ganzen Territorium Palästinas errichten zu können. Das hätte bedeutet, dass sich Hunderttausende Juden erneut in die Diaspora hätten zerstreuen müssen. Dann hätten sich auch die Überlebenden des Holocaust, die in Israel eine Heimat gefunden hatten, auf den Weg machen müssen, um eine sichere Zufluchtsstätte irgendwo in der Welt zu finden.
Arabische Vernichtungsfantasien
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, griffen die fünf arabischen Nachbarstaaten Ägypten, Syrien, Irak, Jordanien und Libanon den jungen Staat Israel 1948 mit ihren regulären Armeen an und verwickelten das noch nicht ausreichend militärisch gerüstete Land in einen zwei Jahre dauernden Zermürbungskrieg. Über die Absichten ließen sie die Weltöffentlichkeit nicht im Unklaren:
„Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine mohammedanischen Brüder! Tötet die Juden! Bringt sie alle um!“ (Hadsch Amin el-Husseini, Mufti von Jerusalem)
„Es gibt 50 Millionen Araber. Was macht es schon, wenn wir zehn Millionen verlieren, um alle Juden umzubringen?“ (Ibn Saud, König von Saudi-Arabien)
Israel zahlte für den Sieg im Unabhängigkeitskrieg einen hohen Preis: 6373 Juden kamen dabei ums Leben. Das war rund ein Prozent der damaligen Bevölkerung. Besonders hoch waren die Verluste in den Kampfverbänden des „Palmach“, der Elitetruppe der Hagana. Dort waren vor allem junge Männer und Frauen organisiert, die mit großer Aufopferungsbereitschaft kämpften. Bis heute ist der Unabhängigkeitskrieg der verlustreichste Krieg in der Geschichte Israels.
In zwei weiteren Kriegen versuchten dieselben arabischen Gegner Israel in die Knie zu zwingen: 1967 im Sechstagekrieg und 1973 im Jom-Kippur-Krieg. Auch diese Kriege gewann Israel. Das Staatsgebiet, das für den palästinensischen Staat vorgesehen war, wurde nach jeder Niederlage kleiner. Israel tat nämlich das, was alle Sieger nach kriegerischen Auseinandersetzungen tun: Es eignete sich Territorien des Aggressors an, die es als Pufferzone bei neuen Kriegen und als Verhandlungsmasse für mögliche Friedensverhandlungen nutzen kann.
Man kann nicht oft genug wiederholen: Die Araber haben in den Jahren 1947/48 die einmalige Chance verspielt, einen eigenen Staat zu bekommen. Was heute – 77 Jahre später – völlig illusorisch erscheint, wurde ihnen damals von der Staatengemeinschaft auf dem silbernen Tablett serviert. Selten haben politische Führer eine Chance durch Überheblichkeit, Hass und Größenwahn so krass verspielt wie die Palästinenser im Jahr 1947.
Alltäglicher Terror bestimmt das Leben in Israel
Um verstehen zu können, weshalb Israel ein so wehrhafter Staat geworden ist, wie er sich heute präsentiert, muss man sich nur die permanente Bedrohungslage anschauen. In den 77 Jahren, die seit der Gründung Israels vergangen sind, hat es keinen Zeitraum gegeben, in dem nicht Terroranschläge gegen Israelis verübt worden wären. In der Anfangszeit gingen sie von arabischen Freischärlern aus, die sich „Fedajin“ („der sich Opfernde“) nannten. Die Kommandos rekrutierten sich aus den Flüchtlingslagern, die nach dem Sieg Israels im Unabhängigkeitskrieg (1948/1949) in Syrien, Jordanien, Ägypten und im Libanon entstanden waren.
Die palästinensischen Araber fühlten sich durch die arabischen Staaten nicht vertreten, denen sie vorwarfen, über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden. Deshalb griffen sie israelische Einrichtungen mit Freischärler-Kommandos auf eigene Faust an. Der Blutzoll des Terrors bei den Israelis war hoch: Zwischen 1951 und 1960 wurden 869 Israelis bei Terrorattacken getötet. Israel versuchte sich zu schützen, indem es in den gefährdeten Grenzgebieten Wehrdörfer der militärisch-landwirtschaftlichen Einheiten „Nachal“ errichtete. Es gab auch Vergeltungsaktionen, bei denen arabische Freischärler in ihren Rückzugsgebieten von israelischem Militär getötet wurden.
1959 gründeten radikale Palästinenser die Geheimorganisation „Al-Fatah“ („Eroberung“). Sie orientierte sich an den Lehren von Che Guevara und Frantz Fanon, die Handbücher für den „Befreiungskampf unterdrückter Völker“ verfasst hatten. 1964 gründete sich die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO). Im Gegensatz zur Fatah stand sie unter der Kontrolle der Arabischen Liga und des ägyptischen Präsidenten Nasser. Am 18. März 1968 verübte die Fatah einen Sprengstoffanschlag auf einen Bus bei Eilat, bei dem mehrere israelische Kinder ums Leben kamen. Die israelische Armee griff darauf den Fatah-Stützpunkt im Dorf Karame an, das auf jordanischem Territorium lag. 142 Fedajin kamen dabei ums Leben. Damit begann die Spirale der Gewalt, die noch unzählige Todesopfer auf beiden Seiten fordern sollte.
Radikalisierung der Terrorgruppen
Der jordanische König Hussein war bei den palästinensischen Terrorgruppen besonders verhasst. Er galt, weil er auch mit den USA ein gutes Verhältnis anstrebte, als „Lakai des Weltimperialismus“. Hussein war es leid, israelische Vergeltungsangriffe auf seinem Territorium erdulden zu müssen, weil die Fatah ihre Kommandozentrale in Jordanien eingerichtet hatte. Als im September 1970 ein gegen den König verübtes Attentat scheiterte, ließ er die Rückzugsgebiete der Fatah in den palästinensischen Flüchtlingslagern mit Panzern und schwerer Artillerie beschießen. Das Massaker forderte Hunderte Todesopfer.
In der Geschichtsschreibung der Fatah wird der damalige Bruderkrieg als „Schwarzer September“ bezeichnet. Verschiedene Terrorgruppen nannten sich, wenn sie in der Folge Flugzeuge entführten oder amerikanische oder israelische Einrichtungen mit Bomben angriffen, „Kommando Schwarzer September“. Ein solches Kommando ermordete am 5. September 1972 bei den Olympischen Spielen in München 14 israelische Olympiateilnehmer, darunter fünf Athleten. Der Befreiungsversuch der bayerischen Polizei verlief so dilettantisch, dass die noch lebenden neun Geiseln und ein Polizist dabei starben. Bundeskanzler Willy Brandt hatte zuvor das Angebot der israelischen Premierministerin Golda Meir, der deutschen Polizei mit einer israelischen Spezialeinheit zu Hilfe zu kommen, abgelehnt. Bundesregierung und Internationales Olympisches Komitee entschieden nach dem Motto „The Show Must Go on“, dass die Spiele nach einer kurzen Unterbrechung weitergehen sollten. Deutschland inszenierte sich dabei als lebensfroher, heiterer Gastgeber.
Erneute Selektion von Juden
In den 1970er Jahren begann die marxistisch-leninistische PFLP den Luftterror. Terroristen entführten Passagiermaschinen unterschiedlicher Airlines, um gefangene Gesinnungsgenossen freizupressen. An der Entführung einer Maschine der Air France nach Entebbe (Uganda) am 27. Juni 1976 beteiligten sich auch zwei deutsche Terroristen: Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann, beide Mitglieder der „Revolutionären Zellen“. Sie selektierten die Passagiere in Juden und Nichtjuden. Letztere kamen frei und wurden nach Paris ausgeflogen, während die Juden gegen in israelischen Gefängnissen einsitzende Terroristen ausgetauscht werden sollten. Israelische Streitkräfte befreiten die Geiseln in einer waghalsigen Kommandoaktion. Alle Terroristen wurden dabei getötet.
Zum ersten Mal seit dem Holocaust hatten Deutsche wieder Juden und Nichtjuden selektiert. Ein Aufschrei bei der deutschen Linken blieb aus. Damals galt antiisraelischer Terror als Teil des „antiimperialistischen Befreiungskampfes“. Damals propagierten deutsche Terroristen, die Deutschen müssten ihren „Judenknacks“ hinter sich lassen, um Israel richtig bekämpfen zu können. Heutige Linksextremisten, die in der „postkolonialen Theorie“ geschult sind, haben damit keine Probleme.
Wie sich die Hamas unter den Augen der Welt bewaffnete
Im Jahr 2007 – zwei Jahre nach dem Rückzug des israelischen Militärs aus Gaza – kam die islamistische Hamas durch Wahlen an die Macht. Seither hat sie Milliarden Dollar von den Sponsoren Katar, Iran und Türkei erhalten. Sie hat das Geld nicht für das Wohl der Bevölkerung ausgegeben, was auch gar nicht nötig war, weil die Menschen seit langem schon am Tropf der internationalen Gemeinschaft hängen. Das Geld an die Hamas floss in den Bau unterirdischer Tunnelanlagen und in die Aufrüstung mit modernsten Raketen und Mörsern.
Entwicklungsexperten haben ein alternatives Szenario beschrieben. Hätte die Hamas mit den Milliarden Dutzende Hotels samt Restaurants an den herrlichen Mittelmeerstränden gebaut, wären Touristen aus aller Welt nach Gaza geströmt. Tausende Palästinenser hätten Arbeit gefunden. Der Wohlstand aller Bewohner Gazas wäre gestiegen. Bald hätte es eine selbstbewusste Mittelschicht gegeben, die bereit gewesen wäre, ihre Geschicke in die eigene Hand zu nehmen. Dann hätte Gaza beweisen können, dass es die Keimzelle eines lebensfähigen palästinensischen Staates sein kann.
Die Hamas und ihre Sponsoren haben diese Entwicklung bewusst verhindert. Die Terrororganisation braucht die Menschen in Gaza nur, um unter ihrem Schutzschirm das terroristische Angriffspotential aufzubauen, mit dem sie, wie der 7. Oktober 2023 bewiesen hat, Schrecken in der israelischen Zivilbevölkerung verbreiten kann. Die westlichen Staaten, die sich zurzeit darin überbieten, „Palästina“ als Staat anzuerkennen, merken gar nicht, dass die Grundlagen eines eigenen Staates durch die islamistische Hamas zerstört wurden, die sich nur ihrem finsteren Todeskult verpflichtet fühlt.
Die Wahrheit aus des Gegners Mund
Am 15. Juli 2024 machte der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, die Hamas für den anhaltenden Krieg in Gaza verantwortlich: „In Wirklichkeit versteckt sich die Hamas zwischen den Bewohnern, um sich selbst zu retten.“ Ein Fatah-Sprecher hatte zuvor der Hamas vorgeworfen, bisher jede palästinensische Staatsgründung verhindert zu haben. Er meint damit die Selbstmordattentate, die die Hamas in den 1990er Jahren in Israel verübte, um die beiden Osloer Abkommen, die einen Übergang zu einem Palästinenserstaat ebnen sollten, zu sabotieren.
Wäre es nicht Aufgabe der westlichen Staatschefs gewesen, diese Wahrheiten auszusprechen, anstatt gebetsmühlenhaft zu wiederholen, dass das Vorgehen der israelischen Armee nicht verhältnismäßig sei? Warum muss ein Palästinenser die Wahrheit aussprechen, die man der israelischen Regierung nie geglaubt hat?
Zur Wahrheit gehört auch folgende Information: Die israelische Armee fand Ende Mai 2024 im Keller der Vertretung des UN-Flüchtlingshilfswerks in Dschabalia (Gaza) die Leichen von vier am 7. Oktober 2023 verschleppten Geiseln. Auf einem Schild vor dem Haus steht: „Gebaut mit Fördergeldern der Bundesrepublik Deutschland“. Deutlicher kann die Versicherung der ehemaligen Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze (SPD), deutsches Geld werde nur für humane Zwecke verwendet, nicht als Lüge entlarvt werden.
Wehrhaftigkeit als Staatsräson
Die ständige Gefahr, die von außen droht, hat in Israel eine Mentalität der Wehrhaftigkeit erzeugt, die die Menschen unabhängig von ihren politischen Präferenzen prägt. Junge Männer leisten einen Wehrdienst von 30 Monaten Dauer ab, junge Frauen einen zweijährigen Wehrdienst. Bis zum 42. Lebensjahr folgt bei den Männern jedes Jahr ein einmonatiger Reservedienst. Die lange Wehrzeit und die regelmäßige Einberufung zum Reservedienst verbürgen einen hohen Ausbildungsstand der israelischen Streitkräfte. Für Israelis gilt es als Ehre, in der Armee zu dienen. Viele Armeeführer wurden zu Helden und starteten nach dem Ausscheiden aus der Armee eine erfolgreiche politische Karriere. Obwohl die ethnischen Minderheiten der Araber, Drusen und Beduinen per Gesetz vom Wehrdienst befreit sind, verzichten die meisten auf dieses Privileg und dienen freiwillig in der Armee. Das führt zu einer besonderen Anerkennung durch die Mehrheitsgesellschaft.
Israel hat eine eigene Waffenindustrie, die sich auf Hightech-Waffen spezialisiert hat. Flugzeuge, Panzer und U-Boote kauft man sich bei Nato-Staaten, vor allem in den USA und in Deutschland. Inzwischen sind israelische Raketenabwehrsysteme – Iron Dome und Arrow – so begehrt, dass sich Nato-Staaten diese Waffen anschaffen. Ohne es öffentlich zuzugeben, verfügt Israel auch über Atomwaffen, die sicher in geheimen unterirdischen Bunkern gelagert werden. Gestützt auf eine schlagkräftige und gut bewaffnete Armee hat sich in der Militärdoktrin Israels eine Haltung herausgebildet, feindliche Angriffe mit großer Härte zu erwidern und das Operationsgebiet wegen der Kleinheit des Landes auf das Territorium des Gegners zu verlagern.
Auch in Israel gilt das Primat der Politik. Alle Konflikte mit den Nachbarn sollen primär durch Verhandlungen gelöst werden. Wenn die Nachbarstaaten Israel jedoch bei Nacht und Nebel oder an hohen Feiertagen (wie 1973 am Versöhnungstag Jom Kippur) überfallen, schlägt die israelische Armee mit Vehemenz zurück. Da sie waffentechnisch, taktisch und aufklärerisch dem Feind überlegen ist, gelingen oft schnelle Siege. So im Sechstagekrieg 1967 gegen Ägypten und Syrien und im Zwölftagekrieg gegen den Iran 2025.
Irans Schattenarmeen entscheidend geschwächt
Eine neue Herausforderung für Israel stellten die Terrorgruppen Hamas, Hisbollah und Huthi dar. Es handelt sich um Milizen, die vom Iran zu Schattenarmeen mit hoher Schlagkraft hochgerüstet wurden. Sie erhielten von ihrer Schutzmacht eine hohe Zahl an modernen Raketen geliefert, die sie in unterirdischen Tunneln und Bunkern versteckten. Als die Hamas am 7. Oktober 2023 das Massaker an israelischen Zivilisten verübte, griffen die beiden anderen Milizen Israel in einer synchronisierten Aktion ebenfalls an. Israel reagierte mit massiven Luftschlägen, in Gaza und Libanon auch mit Bodenoffensiven. Es bombardierte außerdem die Stützpunkte der Huthi in Jemen und zerstörte Teile ihrer Infrastruktur.
Als die Diktatur des syrischen Machthabers Baschar al-Assad innerhalb einer Woche kollabierte, ergriff Israel die Gunst der Stunde und zerstörte mit seiner Luftwaffe Munitionsdepots, Waffenfabriken und Lager für Chemiewaffen. Es handelte sich um die Waffenarsenale, die Iran in Syrien deponiert hatte, um damit seine Schattenarmeen in Libanon und Gaza auszurüsten. Gleichzeitig drang die israelische Armee in die entmilitarisierte Zone auf dem Golan-Plateau ein, um die bislang von UN-Blauhelmen geschützte Pufferzone abzusichern. Dieser Außenposten dient auch dazu, Waffenlieferungen von Syrien an die libanesische Hisbollah zu unterbinden. Diese Terrorgruppe soll daran gehindert werden, jemals wieder zu alter Stärke zurückzufinden.
Humanitäre Mission von Israel erfüllt
Im Juli 2025 übernahm die israelische Armee auch Aufgaben, die eigentlich in der Verantwortung der Vereinten Nationen liegen. In der südsyrischen Provinz Suweida hatten sunnitische Beduinen Angehörige der religiösen Minderheit der Drusen angegriffen. Die Zentralregierung unter Präsident Achmed al-Scharaa schickte Truppen, die den Drusen beistehen sollten. Deren religiöser Fanatismus verleitete sie dazu, Partei für die Beduinen zu ergreifen. Bei den Kampfhandlungen gab es über 900 Tote. Israel empfindet sich als Schutzmacht für die Drusen, die in Israel den Status als anerkannte und geschützte Minderheit genießen. Wie so oft, duckten sich die Vereinten Nationen weg und ließen das sonst vielgescholtene Israel die humanitäre Mission verrichten.
Die Drusen sind eine Abspaltung des Islam. Grund für die Trennung war die allegorische Auslegung des Koran, die von strenggläubigen Muslimen als Ketzerei bezeichnet wird. Die Übergriffe der Sunniten auf die Drusen zeigt, dass das Versprechen des derzeitigen Machthabers al-Scharaa, Syrien werde eine Demokratie werden, in der alle ethnischen Gruppen und alle Religionsgemeinschaften gleichberechtigt zusammenleben, bislang nicht in Erfüllung gegangen ist.
Israelisches Opferbewusstsein
Der Zweite Weltkrieg dauerte sechs Jahre. Deutschland hatte dabei den Tod von 6,3 Millionen Menschen zu beklagen: 5,1 Millionen Soldaten und 1,17 Millionen Zivilisten, die meisten von ihnen durch die Bombenangriffe der Alliierten auf deutsche Städte. Da die Gräber der gefallenen Soldaten in ganz Europa zerstreut lagen, wurde in Dörfern und Städten auf den Friedhöfen Gedenk- und Ehrentafeln angebracht, um der Gefallenen würdig zu gedenken. In der unmittelbaren Nachkriegsgesellschaft waren die Kriegsopfer auch visuell noch gegenwärtig. Kriegsversehrte humpelten an Krücken, Kriegerwitwen erkannte man an ihrer schwarzen Kleidung.
Schon wenige Jahre später wandelte sich das Bild. Das einsetzende Wirtschaftswunder suggerierte den Deutschen, jetzt sei alles überstanden. Lebensfreude sei wieder angesagt. Solche Gefühle blieben der israelischen Bevölkerung versagt. Sie hatte gleich nach Staatsgründung einen zweijährigen Krieg zu überstehen, bei dem es um die Existenz des Landes ging. Solche Existenzkriege sollten sich noch mehrmals wiederholen. Hinzu kommt die ständige Bedrohung, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Bei Wikipedia gibt es eine Liste von Terroranschlägen, die in Israel zwischen 1968 und 2024 begangen wurden. Ihr zufolge wurden bei den Anschlägen 2046 Israelis getötet und 5799 verletzt. Für das kleine Land ist das eine extrem hohe Zahl. Man stelle sich vor, die Einwohner des Bundeslandes Niedersachsen inklusive Hamburg (mit zusammen 10 Millionen Einwohnern) würden durch Terroranschläge um 2000 Tote dezimiert.
Da in Israel bei der Staatsgründung ca. 300.000 Holocaust-Überlebende lebten, war das Gedenken an das Unvorstellbare, das in der Schoa an den Juden verübt wurde, noch allgegenwärtig. Die neuen Opfer wurden den Schoa-Opfern hinzugefügt. Unter den Israelis wuchs die Einsicht, dass jüdisches Leben selbst im Heimatland noch immer gefährdet ist, dass die „sichere Heimstätte für das jüdische Volk“, die der Teilungsplan von 1947 versprochen hatte, gar nicht sicher ist. Die meisten Israelis empfinden deshalb das Verhalten der westlichen Staatschefs als würdelos, wenn sie ausgerechnet nach dem größten Massenmord an Juden nach der Schoa, dem 7. Oktober, die Palästinenser mit einem eigenen Staat belohnen wollen.
Von der Schwierigkeit der Aufklärung
In der gymnasialen Oberstufe unserer Schulen steht der Nahostkonflikt auf dem Lehrplan. Er wird in der Regel im Themenkreis „Internationale Konflikte“ abgehandelt. Als Lehrer hielt ich dies für zu spät, da sich heutzutage Schüler schon im Alter von 15 Jahren eine Meinung zu strittigen politischen Themen bilden. Ich behandelte deshalb den Nahostkonflikt in der 9. Klasse im Fach Gemeinschaftskunde. Um das Interesse der Schüler zu wecken, schrieb ich eine Parabel, wie sie Dichter verfassen, wenn sie einen Sachverhalt verfremden wollen:
„Auf einem Spielplatz geraten sich zwei Jungen beim Spielen in die Haare. Jedes Mal, wenn sie sich treffen, führt es zu Streitereien, die auch in Handgreiflichkeiten und Prügeleien ausarten. Die Aufsicht des Spielplatzes beschließt, die beiden Kampfhähne zu trennen. Sie weist jedem ein gesondertes Terrain zu, das sie beim Spielen nicht verlassen dürfen. Der Vernünftige von beiden, wir nennen ihn Joshua, akzeptiert die Regelung und hält sich daran, sooft er den Spielplatz aufsucht. Der Heißsporn jedoch, wir nennen ihn Aziz, ist wütend, weil er nicht den ganzen Spielplatz benutzen darf. Um Joshua sein Gebiet streitig zu machen, ruft er einige Freunde, starke Jungen, zur Hilfe. Gemeinsam dringen sie in Joshuas Gebiet ein und beginnen eine Schlägerei, bei der Joshua schwere Verletzungen davonträgt.
Die Aufsicht des Spielplatzes ist verzweifelt. Sie redet Aziz ins Gewissen und empfiehlt ihm eine Therapie, die ihm helfen soll, seine Gewaltbereitschaft zu überwinden. Doch Aziz lehnt diesen Vorschlag ab. Er fühlt sich im Recht. Von seinen Freunden mit den starken Muskeln wird er in seiner Haltung bestärkt. Joshua muss jedes Mal, wenn er „sein Gebiet“ auf dem Spielplatz betritt, damit rechnen, von Aziz und seinen Kumpeln erneut angegriffen zu werden …“
Ich stellte meinen Schülern die Frage, wie sich der Konflikt lösen ließe. Die große Mehrheit der Klasse plädierte dafür, über Aziz ein generelles Spielplatzverbot zu verhängen. Die Schüler hatten sich offensichtlich mit dem Angegriffenen – dem Schwachen – solidarisiert und versucht, ihn ein für alle Mal vor dem Angreifer – dem Starken – zu schützen.
Ganz anders sah es aus, als ich den Schülern auf einem Arbeitsbogen die Ereignisse präsentierte, die seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 in Palästina geschehen sind. Die Hälfte der Klasse gab jetzt Israel die Schuld am Konflikt, wobei die Schüler die Argumente vortrugen, die von palästinensischer Seite seit Jahren vorgebracht werden: Die Juden hätten sich unerlaubterweise in Palästina niedergelassen und den Arabern das Land geraubt. Sie hätten keinerlei Berechtigung, in Palästina, wo es nie Juden gab, zu leben. Dass Palästina uraltes jüdisches Siedlungsgebiet ist, hatten sie noch nie gehört. Ich erzählte ihnen, dass dort schon 2000 v. Chr. jüdische Stämme lebten, dass 1000 v. Chr. David ein jüdisches Königreich gründete.
In dieser Stunde erlebte ich, wie wenig man bei voreingenommenen Schülern ausrichten kann, wenn man ihnen die historische Wahrheit präsentiert. Gegen Ressentiments haben Fakten keine Chance.
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Ist mir völlig schleierhaft, wie solche Ressentiments gegen Israel/Juden in die Köpfe von Kindern einsickern können. Auch für jeden halbgebildeten nichtgläubigen Europäer sollten doch die Grundzüge über die Herkunft des Christentums und damit die Verbundenheit mit dem Judentum klar sein. Wo steht den die Wiege Jesus?
Israel solle sich langfristig nicht auf Europa verlassen, denn dieser Kontinent sei in wenigen Generationen ein islamisches Kalifat. So nachzuhören bei Henryk M. Broder.
Eine niederschmetternde, aber gleichwohl wahrscheinliche Prognose.
Bei den Palästinensern klaff der Anspruch und die Wirklichkeit mit jeder Niederlage weiter auseinander. Oder sollte man differenzieren? Viele leben ja auch friedlich in Israel andere versuchen Attentate. Militärische Impotenz lässt sich nicht durch Hass ausgleichen. In dieser Beziehung ist die Hamas komplett lernresistent. Sie hat gelernt aus Serien von Niederlagen in Konflikten, in denen Sie die Menschrechte so weit wie möglich verletzte, politisches Kapital zu schlagen. Antisemiten, Antiwestler und andere Feinde von Freiheit und Menschlichkeit unterstützen sie dabei.
Wie alle Erzählungen leidet auch diese darunter, dass die Geschichte mit der Staatsgründung beginnt. Aber sie begann 1880, nicht 1948.
Um 1900 lebten in britisch-Palästina etwa 10-mal so viele Araber wie Juden. 1945 waren es nur noch doppelt so viele.
Bleibt für die Palästinenser und an uns nur die Frage: Warum mussten die Palästinenser ihr halbes Land abtreten, weil die Deutschen die Juden umgebracht haben? Oder, falls Ihnen das lieber ist: weil die Juden vor dem christlich-antisemitischen Europa von Portugal bis Russland flohen?
Auf meiner Kandidatenliste für Landabtretung stehen jedenfalls andere weit vor den Palästinensern. Und da liegt der Hase im Pfeffer.
"Warum mussten die Palästinenser ihr halbes Land abtreten, weil die Deutschen die Juden umgebracht haben?"
... mal unabhängig davon, dass die Palästinenser und Araber generell 1947 an der Lösungsfindung der UN für einen neuen Judenstaat NICHT aktiv oder auf Augenhöhe beteiligt waren, das ist ein historischer Fakt, ist dieser Artikel eben auch nur eine schwarz-weiß-Erzählung - von vielen... 🤔
Letztendlich wollten die Siegermächte des WK II ihr Judenproblem - nicht falsch verstehen! - der global infolge der Judenverteibung aus Europa im dritten Reich ungeordnet und staatenlos umherziehenden Juden lösen. Tipp: mal nach 'Exodus (Schiff)' gockeln, das beschreibt genau das... >> DAS war, historischen belegt, die Hauptmotivation der (westlichen) UN-Protagonisten für den Teilungsbeschluss von 1947, nichts anderes.
Eine differenzierte Betrachtungsweise sieht wohl anders aus... - wer keine Scheuklappen auf hat... 🤔
Meine Aussage oben bezieht sich ausschließlich auf die Umstände bzw. neudeutsch das Narrativ der Entstehung des Konflikts, welche idR heute hier nur gekürzt oder sogar manchmal nur vom 7. Oktober ausgehend reflektiert werden... (was mich auch sehr an die fast immer verkürzte Entstehungsgeschichte des Ukraine-Konflikts erinnert..., dort wird idR genauso geschichtsknitternd verfahren..., wel's bequem ist, für die eigene Moral...)
>> Was sich daraus für den Status Quo Israels und dessen militärische Überlebensstrategie als Staatswesen angeht steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber auch hier sind die Realitäten wesentlich vielschichtiger - nicht zuletzt in Israel selbst...! - als der Autor aus seiner mMn sehr einseitigen pro Israel-Sicht vorgeben zu müssen glaubt.
Nach meiner ganz persönlichen Sicht der Dinge sollten wir (D/EU) hier uns mit zu parteiischen moralischen Wertungen eher zurück halten, auch wenn ich selbst das Existenzrecht Israels nicht grundsätzlich in Frage stellen würde.
goßartig und überzeugend ist Ihr Beitrag zum Thema Palästina, Juden und Araber. Da ich, heute 87 Jahre alt und in Erfurt groß geworden, zweimal das ehemalige KZ Buchenwald bei Weimar besucht habe, wäre Ihre Überzeugungsarbeit an mir eigentlich nicht notwendig. Dennoch ist für mich alles was Sie da schreiben hochinteressant. Von daher sollten Sie diesen Beitrag unserem Bundeskanzler Merz zukommen lassen, da ich glaube, dass ihm vieles an Wissen zu diesem Thema fehlt.
Es gibt eine Anekdote. Eine deutsche Ikone des Journalismus, es war Konzelmann oder Scholl-Latour, durfte Assat, den Vater, interviewen. Er wagte es, den Diktator nach einem Massaker an Drusen zu fragen und rechnete damit, rausgeworfen zu werden. Aber der Diktator lächelte und antwortete: "Wir haben nicht 30.000 getötet, es waren 36.000. Sagen Sie das Ihren Freunden im Westen."
Der Journalist hatte den Nahen Osten verstanden. Er nannte es das Gesetz der Wüste: "Töte deine Feinde und rede darüber." Was bei uns ein Programm ist, ist bei Arabern ein Heldentat. Israel hat das verstanden und verhält sich entsprechend. Der Westen wird es nie verstehen..
Israel hat 2 Mio (!) Arabern in Israel (9 Mio Einwohner) eine Heimat geboten, die dort voll integriert sind. Der Rest will die Juden nach wie vor ins Meer treiben. Das wird sich nie ändern. Sie werden ewig kämpfen und töten, es sei denn, Israel tötet sie.
Es gibt dort keinen Frieden, weil er nicht in den Denkstrukturen angelegt ist.
aber inzwischen dürfte hinreichend klar sein, daß die Messe gelesen ist. Weil es eben nicht um einen Konflikt um Territorien geht sondern um einen Krieg von Gut (Araber) gegen Böse (Juden als Speerspitze des Westens und Pfahl im Fleische einer seit 1000 Jahren im Dornröschenschlaf versunkenen islamischen Kultur. Daher die doppelten Maßstäbe, mit denen Israel konsequent gemessen und abgeurteilt wird.. Hätte bzw. würde man seitens europäischer Länder Flüchtlingen aus -aktuell- der Ukraine und zuvor all den anderen Kriegs-und Bürgerkriegsgebieten - auch vielen "Palästinensern" - die Aufnahme mit denselben zynischen Argumenten verweigert, mit denen das die "arabischen Brüder Flüchtlingen von 1948 bis heute tun, wäre das Geschrei. noch auf dem Mond zu hören.
Zu ergänze wäre, dass Israel die einzige echte Demokratie im Nahen Osten und das einzige nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich moderne Land ist. Das will man nicht verlieren und ist bereit, dafür zu kämpfen.
Wenn die Araber mehr Diesseits-Orientierung, Individualismus und technisch-wissenschaftliches Bildungsstreben zeigen würden, wären die Region nicht nur friedlicher, sondern auch wohlhabender.
Das Folgende sind mehr Fragen - meine Kenntnisse sind begrenzt: Viele Menschen würden sagen, was vor 2000 Jahren war, zählt nicht mehr, also ist das Gebiet "eigentlich" palästinensisch (bzw. weil die Palästinenser erst dadurch gegründet wurden) muslimisch. Das dürften hunderte Millionen in der Welt so sehen.
Dagegen spricht, dass die Palästinenser selber viel Wert auf Geschichte legen, auch Jahrhunderte zurück.
Israelis, Juden und Palästinenser fühlen sich in ihrer Existenz bedroht - Palästinenser direkt physisch, Juden, weil sie ohne Israel keinem Platz in der Welt mehr wirklich vertrauen. Schwierig.
Früher habe ich sehr die palästinensische Seite gesehen. In den letzten Jahren gab mir etwas zu denken, dass die Palästinenser, so wie ich sie wahrnehme, für sich selber die Zuwanderung in andere Staaten und dort auch die volle Mitsprache beanspruchen. Das wäre wieder ein Punkt den Juden das ab 1870/1945 auch zuzugestehen? Es scheint, man wird da nie auf gemeinsame Sichtweisen kommen.
Formulierungen zu "hoch" gegriffen, "die Wahrheit"?
Ich würde die in Palästina lebenden Muslime als Palästinenser bezeichnen und sehe die turk/arabisch/nord-afrikanischen Staaten auf dem Weg zu dieser evtl. "Erkenntnis".
Nur weil jemand Muslim ist, ist er noch kein Araber?
Sind aber alle Menschen.
Die Aufteilung im Flugzeug ergab sich durch die Vorstellung, auf diesem Wege mehr Druck auf die israelische Regierung ausüben zu können, vermute ich.
Ich bin für eine 2-Staaten-Lösung, verstehe aber, dass Israel mit dem letzten Angriff der Hamas mit dem Rücken zur Wand stand.
Es ging hier nicht zuerst um Symbole, wie vielleicht beim Angriff in den USA, auf die USA, 9/11, es ging um das Abschlachten von Israelis?
Danke für die ausführlichen Informationen.
Auch diese so klare historische Zusammenfassung der Entwicklungen werde ich weiterleiten an die Gaza-Fantasten, die es auch in meinem Umfeld gibt. Ohne Hoffnung auf Resonanz. Aber Schweigen ist deutlich keine Option.
An dieser Stelle einmal ein großes Dankeschön an Rainer Werner für Ihre klugen und klaren Artikel im Themenbereich Bildung, die ich immer wieder gerne und mit Erkenntnisgewinn lese.
"Historische Wahrheit " - die gibt es leider nicht. Kategorische Leugnung des Existenzrechts Israels und Vertreibungen im Gazastreifen und dem Westjordanland: das wird nie zusammenpassen. Eine befriedigende Lösung ist genauso unwahrscheinlich wie die Beantwortung der Frage, warum der jahrelange Bau von dutzende Kilometer langen Tunnelsystemen der weltweit führenden israelischen Aufklärungstechnologie verborgen bleiben konnte.
Vielen Dank für Ihren Artikel, lieber Herr Werner, der es wie immer auf den Punkt bringt! Sehr gute und nachvollziehbare Parabel mit Joshua und Aziz auf dem Spielplatz. Ihr letzter Satz beschreibt jedoch exakt, wie es sich traurigerweise dann leider doch verhält: Gegen Ressentiments haben Fakten leider keine Chance!
also 1947 einfach so aus Überheblichkeit aus...!?? Wenn ich das richtig verstanden habe...? Ah soo...
Ist das etwa genau so wie heute mit der Ukraine, wo Präsident Selenskyj mit Rückenhalt durch D/EU auch die Teilung und Rückinbesitznahme seines bisherigen Territoriums aus Hochmut gegen jede Realität ablehnt, um ein wenigstens aber dennoch halb so großes eigenes neues Land/Staat zu bekommen..., müsste er doch einfach nur seine Verfassung ein bisschen anpassen..., und 'nicht so störtisch' sein, der Präsident und die Ukrainer:innen selbst natürlich auch... ...?
>> JETZT verstehe ich den Palestinakonflikt..., hitorisch...👍
/Ironie
Ich persönlich Maße mir nicht an den Uno-Teilungs-Beschluss von 1947 als 'einmalige Chance' für die Palästinenser zu deklarieren..., und darauf aufbauend eine 'eindeutige Schuldfrage' zu proklamieren. Dieser Konflikt ist NICHT SCHWARZ-WEISS, er ist ausschließlich Grau in den vielfältigsten Nuancen...
>> Eindeutige Urteile sind mir suspekt in dieser Frage.
können die Israelis nur die Gefängniswärter der dort lebenden, besser vegetierenden, Palästinenser sein. Mit Exodus von Millionen wird es nichts werden und die Schreckensberichte aus Gaza werden nicht enden.
Ich bin ganz bei Ihnen und auch Frau Werle, liebe Frau Heller. Sie scheinen ziemlich neu im Forum zu sein? Endlich mal ein Artikel in der Medienlandschaft, der meiner Meinung entspricht, und in dem nicht immer die Israelis (Juden) die Bösen sind. Aber die Artikel von Herrn Werner sind immer sehr interessant und lesenswert. Würden doch nur mehr Menschen solche Artikel lesen. Der immer stärker werdende Antisemitismus bei uns macht mich sprachlos und auch traurig. Was ist los in diesem Land? Warum
hassen viele die Juden regelrecht? „Gegen Ressentiments haben Fakten keine Chance“ schreibt Herr Werner im letzten Satz seines lesenswerten Artikels. Vielen Dank dafür!
Der Artikel plakatiert das Problem, erfasst es aber nicht. Allein das Schulhofbeispiel mit Heißsporn Aziz und dem Vernünftigen Joshua (Namensgebung!) ist tendenziös und platt. Der Teilungsplan wurde von Siegermächten des 2. Weltkrieges und ehemaligen Kolonialstaaten gegen den Willen der arabischen Staaten durchgedrückt. Das war der Anfang einer Konfliktgeschichte, der sich Israel seitdem stellen muss. Aber Israel ist bestens organisiert, strukturiert und genießt nicht nur moralische Unterstützung. Es hat sich gewappnet gegen die demografische und militärische Bombe. Die Zerstrittenheit der palästinensischen Organisationen und der arabischen Welt spielt Israel in die Hände (Deutschlandfunk 2017 Annäherung zwischen Hamas und Fatah) und führt zur Ausweitung der Gebiete unter israelischer Kontrolle. Die jüdische Gemeinschaft verteidigt längst nicht mehr geschlossen/uneingeschränkt die Politik Israels (BZ Jeffrey Sachs 12.8.25). Eine Zwei-Staaten-Lösung gibt es auch für Israel nicht mehr.
