Michael Sommer Axel Meyer Harald Martenstein
Michael Sommer, Axel Meyer und Harald Martenstein (c) C.Bertelsmann

Harald Martenstein im Gespräch mit Michael Sommer und Axel Meyer - Cicero Podcast Wissenschaft: „Heilige sind selten“

Im Cicero Wissenschaft Podcast sprechen Axel Meyer und Michael Sommer mit dem Kolumnisten Harald Martenstein. Ein pointierter Austausch über kulturelle Aneignung, auslaufende Aquarien und die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

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Seit seiner vor zwanzig Jahren gestarteten Kolumne für die Wochenzeitung Die Zeit gehört Harald Martenstein zu den wichtigsten Kolumnisten Deutschlands. 1953 in Mainz geboren, arbeitete er nach dem Abitur zunächst für einige Monate in einem Kibbuz, bevor er Romanistik und Germanistik in Freiburg studierte. Obwohl er in den siebziger Jahren sogar für kurze Zeit Mitglied der DKP gewesen ist, rettet ihn diese linke Vergangenheit nicht davor, von heutigen Linken als „weißer alter Mann" abgestempelt zu werden.

Zu spüren bekam Harald Martenstein das spätestens im Februar 2022, als sich die Chefredaktion des Berliner Tagesspiegels dazu entschloss, eine seiner wöchentlich erscheinenden politischen Kolumnen zu löschen. Martenstein zog Konsequenzen: „Ich bin nicht gecancelt worden", sagt der Schriftsteller und Journalist heute. „Ich bin beim Tagesspiegel von mir aus ausgestiegen.“ Die Folge: Schon einen Monat später erschien seine wöchentliche Kolumne in der Welt am Sonntag unter dem Titel „Neben der Spur“. 

Im Cicero Podcast Wissenschaft blickt Harald Martenstein nun noch einmal auf die Ereignisse des zurückliegeden Jahres zurück. Zudem spricht er mit den beiden Gastgebern Axel Meyer und Michael Sommer über Wokeness, auslaufende Aquarien und die Frage, ob Mann und Frau zwei überkommene Kategorien in einem Multiversum der Geschlechter sind. Martenstein hat auf dieses Problem eine bestechende Antwort: „Spezi ist ein Mischgetränk aus Fanta und Cola. Das heißt aber nicht, dass es Fanta und Cola nicht gibt.“ Ein typischer Martenstein eben, wie er in diesem am 18.12.2022 aufgezeichneten Gespräch noch häufiger vorkommt.

 

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Markus Michaelis | Sa., 24. Dezember 2022 - 01:47

Dieses Motto finde ich sehr gut. Martenstein meint, dass eine Quelle des Woken die Schuldgefühle für die Vergangenheit sind. Das ist sicher richtig. Ich denke aber unabhängig davon gibt es auch als Quelle, diesen unbändigen Drang vieler Menschen soetwas wie eine absolute Wahrheit zu vertreten - das ist glaube ich eine tief menschliche Ureigenschaft. Dazu kommen noch ein evolutionär tief verankertes Empfinden für Gerechtigkeit.

Was dabei zu kurz kommt ist die aufgeklärte Distanz damit umzugehen, dass es eine letzte Wahrheit oder eine widerspruchsfreie Gerechtigkeit nicht gibt. Es gibt auch keine widerspruchsfreien universellen Werte, die alle Menschen teilen würden - zumindest kein breites Netz an universellen Werten, das Basis für DIE eine widerspruchsfreie Weltgesellschaft sein könnte.

Vielen Dank für dieses interessante Gespräch.