Viele politische Anreize führen nicht automatisch zu Gerechtigkeit
Viele politische Anreize führen nicht automatisch zu Gerechtigkeit / Illustration: Marie Wolf

Gleichstellungspolitik an Universitäten - Der kleine Unterschied

Einst waren Frauen in Forschung und Wissenschaft benachteiligt. Mittlerweile haben zahlreiche wissenschaftspolitische Anreize nicht nur eine Trendwende gebracht. Sie lassen männliche Forscher ins Hintertreffen geraten – Cicero hat mit einem jungen Wissenschaftler darüber gesprochen.

Autoreninfo

Jan Uphoff studiert Politikwissenschaft in Bremen.

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An einem verregneten Nachmittag im Frühling sitzt ein junger Wissenschaftler in einem kleinen Café irgendwo in Deutschland. Er möchte über jüngere Entwicklungen an hiesigen Universitäten sprechen. Entwicklungen, die er für folgenreich hält. Nicht nur für sich selbst. Der junge Mann nämlich befürchtet, dass die viel beschworene Gleichstellungspolitik vieler Hochschulen in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Steuerungsinstrument geworden ist, das aktiv Einfluss auf Entscheidungen und Karrieren im akademischen Sektor nimmt.

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Rainer Mrochen | Fr., 10. Juli 2026 - 08:10

...am stärksten leiden? Wahrscheinlich die Qualität des Gesamtsystem hinsichtlich qualitativem und anwendungsspezifischem Nutzen. Scheinbar gute Pläne zu machen heißt noch lange nicht in richtigen Bahnen zu laufen.

Walter Bühler | Fr., 10. Juli 2026 - 08:33

Drei Ursachen scheinen mir für den massiven Niveau-Verlust wichtig zu sein, für die die deutsche Politik verantwortlich ist:

(1.) die leistungs- und technikfeindliche Schul- und Bildungspolitik der regierenden Parteien, hat zu einer nicht ausreichend gebildeten und wenig leistungsfähigen Studentenschaft geführt.

(2.) In der akademischen Lehre hat die Abwendung von der kritischen (und selbstkritischen) Aufklärung und die Hinwendung zu kruden Ideologien zu einer Verschulung und Versimpelung geführt, die fast nur noch fertige Dogmen aus sakrosankten Ideologien predigt.

(3) Universitäre Forschung darf sich nur noch mit Projekten beschäftigen, die von irgendwelchen Gremien politisch bzw. ideologisch abgesegnet sind und so zum schwammigen Mainstream passen. Individuelle Kreativität und Originalität stört da nur.
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Diese Fehlentwicklungen spielen sich vor allem in den Human- und Geisteswissenschaften ab, aber haben leider längst auch die MINT-Fächer infiziert, wie der Artikel zeigt.

ist die "Ausbeute" bei den erlangten Nobelpreisen, gerade auch im Bereich Naturwissenschaften, in den letzten Jahrzehnten. Wenn man bedenkt wo Deutschland, in dieser Hinsicht, hergekommen ist, ist beschämend, für diese Situation, wohl milde ausgedrückt. Nun, der Bologna-Prozess hat seine Wirkung, gerade in Deutschland, nicht verfehlt. So geht Abstieg!
Keineswegs ist zu verhehlen, daß andere es eben auch richtig machen und man sich selbst nicht so wichtig nehmen sollte.

mit meinen Erfahrungen Herr Bühler, genau so ist es. Zu zweitens möchte ich ergänzen, daß die Simplifizierung und das Lehren ohne Zusammenhang bereits im Gymnasium beginnen. Fächer wir Chemie, Physik, Biologie und Mathematik werden ohne Struktur und Zusammenhang gelehrt sodaß es der Schülern unmöglich ist, aus dem Gelernten ein Gesamtbild zu erzeugen. Dies geschieht bewußt, denn Grünlinkswoke will nicht, daß Menschen in den MINT-Bereichen ausgebildet sind, denn es sind diese Bereiche, die ihrer Ideologie am stärksten widersprechen!

Zu drittens möchte ich ergänzen, daß Forschungsgelder nur an ideologiekonforme „Forschung“ vergeben werden. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt und bei seinen Anträgen die ideologischen Vorgaben (Gleichstellung, Gendern, Klima etc.) nicht mit einbaut, der bekommt schlicht keine Fördergelder!

Echte und offene Forschung ist an deutschen Hochschulen schon lange nicht mehr möglich!

Achim Koester | Fr., 10. Juli 2026 - 08:41

über die Frauenquote in der Medizin, aber auch im Lehramt. Während im Lehramt bei Grundschulen der Lehrerinnenanteil bei über 90% liegt, ist er im Schnitt bei 72,8% (Dr.Google). In der Medizin sieht es für die Männer etwas besser aus, da sind ca. 60% Frauen, aber, wie die KI bedauernd feststellt, nicht in Führungspositionen. Generell habe ich kein Problem mit Ärztinnen, sie sind nicht schlechter qualifiziert als ihre männlichen Kollegen, aber auch nicht besser.

sondern ausschließlich die Qualifikation. Mir ist es wurscht, ob ein Flugzeug, in dem ich sitze, von einem Mann oder einer Frau geflogen wird, entscheidend ist, daß er oder sie nicht wegen einer Quote dort sitzen, sondern weil er/sie gut ist!

Ich habe immer nach der Devise gelebt, Fähigkeit und Können sind bei einem Job, einem Kollegen oder einem Vorgesetzten entscheidend, das Geschlecht interessiert mich nicht. Ich kann eine dumme Frau genauso wenig respektieren, wie einen dummen Mann und umgekehrt.

Herr B. | Fr., 10. Juli 2026 - 10:03

hier nicht darum den Besseren einzustellen und oder Chancengleichheit herzustellen. Es geht darum, daß die grünlinkswoke Ideologie besagt, daß Frauen seit Jahrzehnten benachteiligt waren obwohl sie inhärent die besseren Menschen sind und das es dafür jetzt den Ausgleich geben muß.

„Positive discrimination“ nennt man das beschönigend, Männer werden, als Ausgleich für die Vergangenheit, zu Gunsten von Frauen diskriminiert!

Wie bei allem Ideologischen geht das auch hier zu Lasten der Qualität wie es die schwedische Studie belegt, aber um Qualität geht es nicht, auch nicht um Wissenschaft, es geht um Ideologie!

Das Resultat ist, daß die grünlinkswoken Ideologen auch den Wissenschaftsstandort Deutschland ruinieren werden. Es gibt dabei langfristig nur Verlierer, Männer UND Frauen!

Herr B. | Fr., 10. Juli 2026 - 10:44

fürchten nichts mehr, als die harten/echten Wissenschaften, denn es sind diese die die Belege gegen deren Ideologie liefern.

Sie haben deswegen die Wissenschaft über die weichen, weil willkürlich auslegbaren Geisteswissenschaften unterwandert. Von da haben sie eine Druck- und Drohkulisse aufgebaut, die schwer angreifbar ist, weil die Basis nicht wissenschaftlich, sondern ideologisch ist. Es wird aber so dargestellt, als wäre die Basis wissenschaftlich sodaß man jeden als Wissenschaftsskeptiker diffamieren kann, der an der Ideologie zweifelt.

So haben sie es geschafft, auch die echten Wissenschaften derart unter ihre Kontrolle zu bringen, daß diese keine Gefahr für sie und ihre verlogene menschenverachtende und antifreiheitliche Ideologie mehr darstellen!

Markus Michaelis | Fr., 10. Juli 2026 - 13:35

Viel Allgemeiner als nur die Frage der Professurbesetzungen an Unis stellt sich in jeder Gesellschaft, was man als richtig und gerecht empfindet. Über absolut alle vergangenen Gesellschaften des eigenen und anderer Länder ist man sich einig, dass diese nicht voll richtig und gerecht waren. Auch wenn man etwa oft das republikanische Weimar als positiv hervorhebt, das von rechten (oder auch linken) Kräften kaputt gemacht wurde, bezieht sich die positive Einschätzung ja nur auf den republikanischen Aspekt. In Bezug auf Gleichstellung, insbesondere an Unis, war Weimar ganz sicher kein Vorbild.

Historisch finde ich es erstmal sehr naheliegend, dass auch unsere Zeit in ihren Präferenzen übertreibt (von späteren Generationen aus gesehen) und ich finde es begründungsbedürftig anzunehmen, dass es keine Übertreibungen gibt.

Michael Kühnapfel | Fr., 10. Juli 2026 - 16:37

Wie immer hört man, Frauen seien benachteiligt gewesen, jetzt würde das Pendel in die andere Richtung ausschlagen. Das ist allerdings nur ein Halbwahrheit. Frauen wurden in der Wissenschaft aus Gründen, die nicht immer gut waren, benachteiligt und nicht ernst genommen.
Aber sehr selten aus Frauenverachtung. Genau anders herum ist es bei den Männern - hier wird Ausgrenzung gezielt betrieben. Die Geschlechterquote gibt es an den Uni ja schon seit den 90ern, auch da wollte man "die Frauenquote" erhöhen und setzte folglich Frauen an die Spitze der Bewerberlisten. Da wurde nichts übertrieben, das war schon sehr gezielt.
Nun, man sollte Bedenken, dass Geschlechterquoten, auch an Universitäten, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Verstoß gegen Absatz 3 des GG darstellen. Was stillschweigend gewusst und in Kauf genommen wird.
Es geht seit 3 Jahrzehnten nicht darum, unrecht auszugleichen, sondern Männerhass zu leben.

Andreas Turnwald | Fr., 10. Juli 2026 - 21:10

Man ist erinnert an die gezahlten, erheblichen Boni an den Bahnvorstand 2022, weil sie - währen die Pünktlichkeit der Züge in den Keller ging - die Frauenquote 'angehoben' haben. Den Gerüchten nach vor allem damit, dass sie Männer entlassen bzw in Rente geschickt haben.
Mein technisches Studium an der Hochschule München (HM, 2020-2022), war auch gepflastert mit Plakaten der Hochschulleitung, in denen undifferenziert Gleichstellung (statt Gleichberechtigung) gepriesen wurde.

Sabine Lehmann | Sa., 11. Juli 2026 - 18:09

Ich fasse zusammen(ich hoffe, ich darf, obwohl ich von der Östrogenfraktion bin;-)
"Männer sind allzeit bereit,
Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit.
Männer sind schon als Baby blau,
Männer sind furchtbar schlau.
Männer sind so verletzlich,
Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich."
Dem ist nichts hinzuzufügen;-)