- Der ewige Traum vom Kollektiv
Die aggressiv geführten gesellschaftlichen Debatten sind nur auf den ersten Blick tagespolitisch motiviert. Im Kern sind sie Ausdruck des ewigen Bedürfnisses nach Gemeinschaft. Unser politisches System befeuert diesen Drang zusätzlich und blockiert sich so zunehmend selbst.
Der Mensch ist ein Herdentier. Am wohlsten fühlt er sich in der Gruppe. Das hat evolutionsbiologische Gründe. Dreihunderttausend Jahre lang durchstreifte Homo Sapiens in überschaubaren Kleinverbänden Savannen, Steppen und Wälder. Das prägte seinen Sinn für Sozialität, Identität und Kommunikation. In der Kleingruppe fühlt sich der Mensch emotional geborgen, sicher und vertraut.
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Ja, Gemeinschaft sehe ich auch als wichtig an. Ich würde nur die Sicherheit des Weltbildes betonen. Der Mensch braucht eine Sicherheit seines Weltbildes - zu wissen, dass wenn ich dies und das denke und tue, es richtig ist und funktioniert. Die "kuschelige Gemeinschaft" hat es wahrscheinlich auch mit 150 oft nicht gegeben, aber ich konnte überblicken, wer wie tickt und mich darauf einstellen.
Heute geht es sicher auch um die "kuschelig-menschliche" Nähe, aber die härteren Konflikte gehen glaube ich darum, welche Denkmodelle richtig sind in dem Sinne, dass alle Nicken und Taten und Äußerungen in der Richtung auf Anerkennung stoßen. Da steht nicht die Kuscheligkeit im Vordergrund, sondern das verlässliche Weltbild.
Bei uns wäre das Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaat, Weltoffenheit, Klima etc.
Jede Frage, was man im Konflikt nun bevorzugt: Menschenrechte oder Demokratie, Menschenrechte oder Menschenwürde, Rechtsstaat oder irgendwelche Lehren aus der Welt ... irritiert tief.
Wie ich schon öfters gesagt habe, glaube ich, dass unsere Gesellschaft wieder mehr "Wir und Die" bräuchte. Menschen brauchen bestimmte Werte und Regeln als Halt und Sicherheit. Das ist einmal die menschliche Nähe vertraute Erzählungen und gemeinsame Erlebnisse zu haben, aber mindestens so vertraute Regeln und deren aktuelle Interpretation (natürlich ändert sich immer alles, aber langsamer und gemeinsam).
Unsere Gesellschaft kann "Wir und Die" oft nur als Abwertung oder Übervorteilung anderer sehen, aber das ist glaube ich mehr ein Fehler unserer Gesellschaft. Ich sehe mehr die Akzeptanz von Vielfalt.
Von universellen Prinzipien als Basis einer Gesellschaft halte ich wenig. Das wertet doch gerade alle anderen ab: ihr denkt entweder wie wir, oder ihr seid Menschenfeinde, weil unsere Sicht universell ist.
Wenn ich mit einer Person eine Partnerschaft eingehe, sage ich auch nicht "wir halten gegenseitig die Menschenrechte ein", und damit ist alles gesagt und jede Partnerschaft gut.
dann wären Rassismus, Islamophobie und Xenophobie ganz natürliche, evolutionär bedingte Verhaltensweisen des Menschen, daher nicht negativ zu bewerten. Ein interessanter Aspekt.
Eine der ersten evolutionären Errungenschaften - neben aufrechter Gang und Sprache - ist die Sklaverei.
Das kann man auf Dauer in zivilisierten Gesellschaften an Wahlen beobachten. Zuviel verschiedene Meinungen, zuviel verschiedene Ideen überfordern und fördern die Sehnsucht nach Autokratie, nach einer Instanz, die bestimmt. Allein die aktuelle Diskussionskultur ist ein deutliches Indiz. Die einen wollen "unsere Demokratie, die anderen "unsere Meinungsfreiheit" verteidigen bzw. zementieren. Bei beiden Richtungen geht es um Unterdrückung der Vielfalt, weil besser händelbar. Ob Vielfalt evolutionär beim Menschen überhaupt sinnvoll ist, bin ich nur der Fragesteller.
Wird in den "Volkskirchen" nicht seit jeher vorrangig das Gemeinschaftserlebnis in der jeweiligen örtlichen Kirchengemeinde gesucht ? Ich wage die Prognose , dass dies bei den "Freitagsgebeten" nicht anders ist. Der einzige Unterschied zu früheren Zeiten ist eher, dass man in den christlichen Kirchen weniger Probleme hat, dies offen zuzugeben. Deshalb „lebt" die Kirche auch weiterhin, trotz allem theologischen und zunehmenden politischem Überbau der Funktionsträger-so beim Hissen von Regenbogenfahnen.
Bleibt nur zu hoffen, dass es im Islam irgendwann eine Renaissance der andalusischen Wurzeln der religiösen Toleranz gibt.
sein. Ist sie aber nicht mehr, weil aus der Zeit gefallen, und uns von den Livestyle Grün Linken aberzogen.
Statt dessen wird uns eingeredet, ist die Patchworkfamilie das „zukunftsträchtige Fmilienmodell“.
Deine meine Unsre Kinder einer Schwarz der andere weiß, zwei Männer, zwei Frauen oder gar zu dritt ..,,,, mit dem Erfolg, das sich beim Jugendamt die Akten zu Bergen häufen, von verhaltensauffälligen schulisch schwachen Kindern ……Eine Gesellschaft, von mir aus auch ein Land, in dem sich gut & gern Leben läßt …..
I.ü. das Wort allein „Kollektiv“ allein, ließ meine Nackenhaare stehen …,, Kollektiv der sozialistischen Arbeit, (Brigade) Wohngemeinschaftskollektiv (ein Treppenaufgang mit Nachbar- Wohnungen in einem Neubaublock) Sportkollektiv (Mannschaft) Kollektiv sozialistischer Künstler (Ensemble z.B. Theater) usw. und so fort ……
Das einzige was mich überzeugt sind die Kleingruppen …. die allerdings dann auch nur funktionieren wenn ein „Kollektivleiter“ die Richtung vorgibt …..l
Ich glaube, das menschliche Individuen sich freiwillig immer Gemeinschaften suchen, um sich selbst zu reflektieren, zu lernen oder emotionale Nähe und Schutz herzustellen. Kollektive stehen eher für zweckgebundene Zwangsgemeinschaften auf Arbeitsebene, in der Schule, bei der Bundeswehr, wo sich Hierarchien und Gruppendynamiken etablieren, aus denen der Einzelne nicht so einfach fliehen kann. Und hier beginnt meistens die Ausgrenzung, die es auch im Tierreich gibt. Herr Rütter (Hundetrainer) hat mal gesagt, Mobbing entsteht als Spannungsventil dort, wo es Konflikte in einer Gemeinschaft gibt und der Einzelne sich nicht entziehen kann. D.h. im übertragenen Sinne, wenn es Konflikte in einer Gemeinschaft/Gesellschaft gibt, beginnt das Ausgrenzen und die Unfreiheit.
Nun, diese evolutionsbasierte Erkenntnis trifft zumindest auf mich nicht zu. Denn ich fühle mich in Gruppen gar nicht wohl, auch nicht in Kleingruppen. Mir reicht eine "Begleitperson", maximal noch eine zweite, ansonsten auch sehr gern allein.
Nicht, dass ich nicht auch gerne die Steppe und andere Biotope durchstreife, aber ganz unabhängig vom Bewegungsradius, muss ich leider feststellen, dass seit nicht wenigen Jahren Unsicherheit und massives Unwohlsein zu meinen wesentlichen Begleitern geworden sind. Denn das Umfeld aus den anderen Homo Sapiens hat sich dramatisch verändert, um es illustriert auf den Punkt zu bringen, man blicke auf das Titelfoto: Die dort abgelichteten Gestalten entsprechen etwa dem Phänotyp derer, die als Reisende aus aller Herren Länder in den vergangenen Jahren gekommen sind, um(leider) für immer zu bleiben, auch wenn unser Friedrich ständig bemüht ist etwas anderes zu behaupten. So erodiert die ehemalige Homogenität unserer Gesellschaft "fröhlich" vor sich hin.
