CDU-Parteitag
Schilder auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart; CDU-Chef Merz interagiert mit Ex-Kanzlerin Merkel / picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Gedanken zum CDU-Parteitag - Zehn Minuten Applaus ist kein Erfolg, sondern ein Symptom

Moderne Parteitage wirken wie perfekt durchinszenierte Events für ein Publikum, das längst nicht mehr existiert. Was einst lebendige Willensbildung war, ist heute choreografierte Folklore. Das Beunruhigende daran ist nicht die Leere des Rituals, sondern die Zufriedenheit mit ihr. Auch von Journalisten.

Oliver Errichiello

Autoreninfo

Prof. Dr. Oliver Errichiello ist Markensoziologe und lehrt an Universitäten in Deutschland und der Schweiz. Er leitet das Büro für Markenentwicklung in Hamburg. Sein Buch „Werbung für den Zeitgeist“ sorgte für kontroverse Diskussionen in der Branche.

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Ich sitze vor dem Fernseher und beobachte Erwachsene dabei, wie sie Pappplakate in die Luft halten. Männer im besten Alter, in ordentlichen, bisweilen teuren Jacketts, wedeln mit bedrucktem Karton und jubeln einem Spitzenkandidaten zu, dessen wichtigstes Merkmal eine gepflegte Unauffälligkeit ist: das fröhliche Charisma einer frisch gewarteten Elektrozapfsäule, die zuverlässig funktioniert, ohne je aufzufallen. „Die Halle bebt“, sagt der Kommentator, während die Kameras schwenken. Der Moderator stoppt die Länge des Applauses wie ein Sportkommentator die Torzeit. Zehn Minuten!

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Thomas Hechinger | Mo., 23. Februar 2026 - 11:40

Professor Errichiello hat das sehr klar beschrieben. Früher haben mich solche politischen Großereignisse interessiert: Bundestagsdebatten, Parteitage, Aschermittwoche. Das ist längst vorbei. Warum sollte ich mir ein erstarrtes Ritual antun? Da ist jede traditionelle Fronleichnamsprozession spannender anzusehen. Wenn irgendetwas Spektakuläres mit einer nicht zu vernachlässigenden Wahrscheinlichkeit zu erwarten wäre: vielleicht ein Gegenkandidat zum Parteivorsitzenden, eine Kampfabstimmung in einer wichtigen Frage, könnte ich mir das noch einmal überlegen. Aber je nach Wetter rupfe ich dann lieber das Moos aus dem Rasen oder richte mir die Sachen, die demnächst auf den Sperrmüll müssen. Und wenn mir gar nichts Besseres einfällt, schreibe ich einen „Cicero“-Kommentar. Das gibt meinem Leben einen tieferen Sinn. 😏

Urban Will | Mo., 23. Februar 2026 - 12:07

entsprechend erfassen und darüber schreiben/berichten (z.B. NIUS). Medienportale, die dann von Vertretern dieser Klatschhasen-Partei als „Feinde der Demokratie“ bezeichnet werden.
Und da es aber auch stimmt, was Herr Errichiello hier schreibt, nämlich viele Medien die Klatschhasen wohlwollend begleiten und diese ekelhafte Show auch noch besingen, muss man sich dennoch große Sorgen machen, weil die Hofberichterstatter nun mal noch immer eine immense Macht innehaben.
In einer reifen Demokratie würde längst ein weit größerer Anteil der Wähler dieses schmierige Bühnenstück gespielter Demokratie, wie sie längst usus geworden ist, durchschauen. Aber Deutschland ist leider ein Land, in dem so etwas viel länger dauert als anderswo.
Der Osten hat es eher kapiert, zumindest die relative, bald vielleicht auch die absolute Mehrheit.
Man wird sehen, wie lange diese Misere noch andauert.
Letztendlich wird der Michel mal wieder in einer Ruine aufwachen, deren Entstehen er jahrelang zuschaute.

IngoFrank | Mo., 23. Februar 2026 - 12:13

Das mag im der Bonner Republik der Fall gewesen sein. Übrigens genau so wie die Bundestagsdebatten ….. (die man sich in der Nachbildung des BT im Haus der Geschichte in Bonn vielleicht noch anhören kann, wenn sie nicht gecancelt wurden. 🙈
Die Parteitage die ich als Abiturient und später in Erinnerung habe waren eine „Selbstbeweihräucherung vom Ulbricht, Honecker, Krenz & Co.
Hätte man das CDU Logo auf dem letzten Parteitag am Wochenende gegen das SED- Symbol der sich gebenden zwei Hände ausgetauscht, hätte ich bei einem flüchtigen Blick und halben Ohr vor dem Toilettengang bei der Berichterstattung in den Tagesthemen keinen Unterschied feststellen können. I.ü. sogar die Medienpräsenz von über 200 Personen aus ZDF & ARD nebst den üblichen Verdächtigen aus der Grün linken dennoch Staatstreuen Journaille, ähnelte sich fast zum zum verwechseln.
Mit besten Grüßen a d Erfurter Republik

Zufallsfund heute: Ralf Schuler kommentierte auf X süffisant „Wenn man als Delegierter auf einem CDU-Parteitag nicht von selbst weiß, wann man jubeln muss, bekommt man vom Generalsekretär ganz dezente Handlungsanweisungen. Dann klappt’s auch mit Beifall und Euphorie…“ (wer Ralf Schuler kennt, hört förmlich seine Intonation) und er postete dazu die Ansagen von Tobias Vogt, besagtem CDU Generalsekretär, an die Delegierten: „jetzt richtig gasgeben bei Manus Rede - wir stehen nach Manus Rede bitte auf und jubeln mit den Plakaten“.
So lernt auch die CDU siegen … [räusper, räusper] …

Theodor Lanck | Mo., 23. Februar 2026 - 12:15

Parteitage, Parlamentsdebatten, Fraktionsklausuren, Koalitionsrunden - alles in Ritual und altem Denken erstarrt. Aber die Realität - jedes Einzelnen und des ganzen Landes - bleibt nicht stehen. Sie irritiert immer wieder.

Das einzuge, was die politmediale Elite nich irritiert, sind Entwicklungen, die sie nicht kontrolliert, Wahlen zum Beispiel. Die langen Gesichter der einen und das Jubeln der anderen (bis es sich irgendwann umdreht), das ist das evolutionäre Element.

Wenn Merz jetzt Machtwechsel ausschalten will, unter dem zweifelhaften Signum der "Mitte", dann sorgt er für die Sklerose, die er doch sonst beklagt.

Dass er sich damit mal nicht verrechnet...

Stefan | Mo., 23. Februar 2026 - 12:50

Kurze Anmerkungen:
„Danke für den CDU Newsletter ‚Wie toll ich bin – Ausgabe 47‘.“
„Wow, das CDU Selbstmarketing-Team leistet echt Überstunden.“
„Die CDU ist quasi der lebende Beweis, dass Selbstbeweihräucherung krebserregend ist.“
Das genau spiegelt mir dieser absurde Parteitag wieder.
Er möchte desweiteren weiter den Bückling vor den Roten machen und nicht mal bei Klingbeil und seinen Genossen auf den Tisch hauen.
Also ganz nach Angela Merkel:
"WEITER SO", mit wehenden Fahnen dem Untergang entgegen.

Lisa W. | Mo., 23. Februar 2026 - 13:16

Dieser Parteitag dieser CDU war an Zynismus und Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Und sie merken es noch nicht mal mehr. Dieselben alten Laumänner und -frauen brüllen mit den immergleichen Floskeln die berechtigten Ansprüche der Jungen nieder und bringen passend dazu erzieherische Maßnahmen auf den Weg gegen die Jungen. Weil sie selbst zu schwach und bequem sind, eine ordentliche Politik zu machen, muss Kritik daran mindestens eingehegt werden. Derweil werden Wirtschaft und Wohlstand weiter ruiniert. Der Außenkanzler tourt durch die Welt mit nichts in der Tasche als großen Worten und überlässt es Kanzler Klingbeil, sein sozialistisches Werk im Land zu Ende zu bringen. Dafür gibt es 10 Minuten Applaus. Das ist der Gipfel des Armseligen. Kann nur noch getoppt werden durch eine Neuauflage Merkel, die wieder mitmischen möchte.

Christa Wallau | Mo., 23. Februar 2026 - 13:20

Alles hat gepaßt bei diesem Parteitag der CDU:
Er war eine 1 : 1 - Demonstration des Zustands, in dem sich die Partei seit der Machtübernahme durch ein giftiges Chamäleon befindet.
Angela Merkel hat auf ganzer Front gesiegt!
Deshalb konnte sie auch persönlich erscheinen u. die weiterhin (wenn auch zähneknirschend) offiziell vorhandene Zustimmung zu ihren katastrophalen Fehlentscheidungen unter großem Beifall - wie gewohnt - genießen.
Die Krake aus der Uckermark hat die Partei, der sich sich zwei Jahrzehnte lang bedient hat, noch immer im Griff. Das muß ihr erst mal jemand nachmachen!
Für die Wähler bedeutet es: Mit dieser "vermerkelten" CDU kann es nie eine vernünftige, am Wohl des Volkes orientierte Politik geben. Das muß inzwischen jedem bewußt sein, der noch geradeaus denken kann.
Hoffentlich finden sich genügend Wähler, die dem ruinösen Treiben der verkommenen Altparteien endlich ein Ende bereiten, indem sie in einem der östlichen Bundesländer die "Brandmauer" niederreißen.

Peter William | Mo., 23. Februar 2026 - 13:31

"weiß um die Konstruiertheit des Schauspiels mit all seinen Elementen"

Die Journalisten des ÖRR huldigen ihren Arbeitgebern. Kritik scheint bei diesen nicht erwünscht zu sein, die bekommen sie schon im Internet die gesamte Zeit.

Ich weiß nicht ob es stimmt, da das Fälschen so einfach geworden ist. Angeblich hat Linnemann Lars Klingbei als Bundeskanzler der BRD bezeichnet. Recht hat er, denn Merz ordnet sich mit seiner Politik eine SPD unter die noch 15 % Zustimmung im Land "genießt". Womit ist das vergleichbar? Mit einem Kind was den Eltern vorschreibt was sie essen dürfen, oder einem Hund der seine Halterin durch die Stadt zerrt?

Die CDU hat fertig, die Jungen sind zu feige ihre Linie durchzuziehen und die Alten leben noch im 20 Jahrhundert und nicht im Jahr 2026.

Peter William | Mo., 23. Februar 2026 - 14:19

Antwort auf von Peter William

haben sich so professionalisieren lassen, passiv. Irgendwie haben diese vergessen das ihre Aufgabe die Gestaltung der Zukunft ist, POLITIK machen!

Merkel hatte Recht, Merz kann es nicht! Entweder ist er nicht schlau oder durchsetzungsfähig genug. Der Grund oder die Gründe sind im Endeffekt egal, dass Ergebnis zählt. Und dieses heißt im Moment und schon seit längerer Zeit, seit 2018 um genau zu sein: Deindustrialisierung Deutschlands.

Und auch wenn ihr es noch nicht merken solltet, das kommt schon noch. Der Produktion folgen Forschung und Entwicklung und dann Kultur und Gesundheit, bis ihr wieder ausschließlich am Feuer sitzen und Märchen erzählen könnt zur Unterhaltung. Weil der Rest hier nicht mehr existiert...

Thomas Veit | Mo., 23. Februar 2026 - 17:47

Antwort auf von Peter William

"Der Grund oder die Gründe sind im Endeffekt egal, dass Ergebnis zählt."

Schön wäre's - leider zählt nur noch die Dauer des Machterhalts... - Merkel hat vorgelegt... ... 🤔🤣

[ich weiß, Sie meinen das Richtige...👍]

Heidemarie Heim | Mo., 23. Februar 2026 - 15:39

Und genauso wenig wie ich mir die Genese und als krönenden Abschluss der Zeremonie der Kür die Wahl des Dschungel-Königs anschaue, und weil ich es leid bin mich fremd zu schämen, schaue ich mir diese "Schlefaz-Produktionen", auch Parteitage genannt noch an. Erst recht als ich lesen musste, wer die Gästeliste anführt. Nämlich die "personifizierte Mutter aller Klatschhasen" herself. Mein Gedanke dazu: "Denen graust es wirklich vor nix mehr!" Außerdem und zeitgleich ging auch der bis dahin mühsam aufrecht erhaltene Respekt, den ich unserem Bundeskanzler sowie der Partei zollte, nun endgültig den Bach runter! Wie es unsere liebe Mitkommentatorin Frau Lehmann und viele andere hier ausdrücken:" Game over!" MfG

... dummen Politikern und Journalisten.

Unsere Brandmaurer-Logen in Politik und Medien halten uns, das Volk, für dumm und leicht verführbar, gleichzeitig aber auch für abgrundtief böse und abgefeimt.

Sie merken längst nicht mehr, wie dumm ihre eigenen, abgedroschenen Phrasen sind, und welche Beleidigung in dem unterirdischen Niveau, in der einfachen Sprache liegt, mit der sie mit uns und auch miteinander sprechen.

Keine persönliche Lebenserfahrung, keine eigenständige Denkleistung, stattdessen auch im Kopf nur vorgedruckte Papptafeln, die von den üblichen "prominenten" und gut bezahlten Pappnasen und Klatschhasen fertig geliefert werden. Die Ohren sind mit Pech verstopft, um der geringsten Gefahr der Abweichung von der vorgegebenen Linie zu entgehen.

Ja, die Funktionärs-Demokratie hat dunkle Schattenseiten.

Politik im Dschungel-Camp

Genau dies ist es lieber Herr Buehler was mich inzwischen nicht nur unduldsamer, sondern bisweilen auch mit Blick auf all meine Mitmenschen regelrecht auf die berühmte Palme bringt;)! Die in meinen Augen impertinenten "Zweifel" meiner Gegenüber an meinem Intellekt, besser meiner geistigen Verfassung. Und dabei lege ich die Latte noch nicht einmal persönlich von mir selbst ausgehend was Wissen und Gewissen betrifft unangemessen hoch. Doch was mich wirklich mittlerweile beunruhigt ist die Tatsache, dass sich auch immer noch große Teile unserer Gesellschaft dieses niedrigen Niveaus und der Auswirkungen desselben nicht bewusst sind, wahrhaben wollen oder vielleicht schon abgefunden/resigniert/kapituliert haben. Das haben die Vorväter/Mütter und Gründer unser aller Demokratie m.E. nicht verdient! Alles Gute! LG

Thomas Veit | Mo., 23. Februar 2026 - 16:01

etablierten Partei beizutreten..., dann reicht so ein Parteitag in voller Phoenix-Länge, um zu wissen warum man/Frau es bisher nicht getan hat..., und wohl zukünftig auch nicht tun sollte... ...

"Ein Leben ohne Parteimitgliedschaft ist möglich, und es ist sogar sinnvoll!" - frei nach Loriot...

Ernst-Günther Konrad | Mo., 23. Februar 2026 - 16:01

Es gibt den Parteitag der Selbstbetrüger, die sich von den ÖRR *feiern* lassen und alles schön schwätzen (lassen). Und es gibt wie Herr Will zurecht feststellt auch Medien, die hinter die Kulissen schauen und berichten, wie z. B. NIUS und das Lügenwerk hinter diesen Parteitagen ausleuchten. Ich mache ir da gar nichts mehr vor. Exemplarisch dieser Parteitag hat gezeigt, alles nur Show für die Unionswähler, die nicht mehr wissen wollen als das, was man ihnen *zeigt*. Blendwerk, Theater, Placebo Reden. Immer das gleiche.

Markus Michaelis | Mo., 23. Februar 2026 - 16:12

Ja, eigentlich bräuchten wir viel mehr wirkliche Debatte (d.h. zwischen wirklichen, sehr verschiedenen Alternativen, von denen alle auch Schattenseiten haben, alle viel Unbekanntes haben, alle auch bestimmten Menschen auf die Füße treten). Mehr echte Debatte und Anerkennen der Offenheit wäre auch mein Hauptanliegen.

Andererseits schließe ich mich dem Autor auch darin an, dass ich auch kritisch auf mich selber schauen will. Wir haben in Deutschland vielleicht soviel Dissenz und gegenseitiges Misstrauen entwickelt, dass wir das nur schwer überwinden können und unsere gegenseitige Abneigung nicht noch öffentlich zelebrieren müssen.

Eine sichtbare Einigkeit, und wenn es nur choreographiert ist, ist dann vielleicht auch eine Option. Vielleicht reißt es ja Menschen mit, den einen oder anderen sicher. Auch ich nehme das politisch durchaus zur Kenntnis, dass all diese Menschen bereit sind, sich so hinter Merz (oder irgendwas) zu stellen. Selbst wenn ritualisiert, ist es doch auch Signal.

Bernd Windisch | Mo., 23. Februar 2026 - 16:19

"Das Beunruhigende daran ist nicht die Leere des Rituals, sondern die Zufriedenheit mit ihr. Auch von Journalisten."

Vor allem die der Journalisten: Die Cicero CDU -Fachkraft Volker Resing ist seit Tagen ganz hin und weg.

"Ein Festakt für zwei Kanzler"

"Das zeugt, bei allen Meinungsverschiedenheiten, für die CDU-Seele von großem Erfolg und wird den Parteitag zu einem Hochamt, zu einem Pontifikalamt gar, machen."

Ein Pontifikalamt (auch Pontifikalgottesdienst) ist eine besonders feierliche Form der heiligen Messe, der ein Bischof oder ein hierzu berechtigter Abt vorsteht. Kennzeichnend sind die Verwendung der Pontifikalien – insbesondere Mitra, Bischofsstab und Ring – sowie besondere liturgische Riten. Diese heben die spezifische Leitungs- und Hirtenaufgabe des Bischofs in seiner Diözese hervor.

Diese Rolle ist dem Pontifex Maximus (vielen besser bekannt als Fritz der Lügner) geradezu auf den Leib geschneidert.

So geht heute knallharte Analyse im Cicero?!?

Peter William | Mo., 23. Februar 2026 - 17:13

Zusammenfassend kann wohl gesagt werden. Eine gute Werbung ersetzt kein gutes Produkt! Gute PR und gute Inszenierung ersetzen nunmal keine gute Politik!!

Und wenn es schwierig wird und das ist es ja wohl im Moment, dann gehört Streit, Uneinigkeit und die Suche nach der besten Lösung, bei Diskussion ausgeführt durch Debatten zum Handwerk der Politik und wo dies alles ausbleibt, dort werden die "Lösungen" halt oktroyiert oder das Gegenüber bestochen um es gefügig zu machen.

GEHT UNTER!

S. Kaiser | Mo., 23. Februar 2026 - 17:27

.... deren Albernheiten hier schön pointiert kommentiert werden.
Pappschildchen hochhalten, die Dauer des Applauses messen und nicht zu vergessen: selbst an ein Awareness-Team hat man bei der modernen CDU von heute gedacht. So als Zeichen an die grün-affinen Achtsamkeitsanhänger.
Mehr muss man zur aktuellen CDU wohl nicht wissen.
Lt. INSA-Umfrage von heute (im Auftrag von BILD) für die LTW in BaWü Anfang März wurde ermittelt: 28% für die CDU (Ergebnis LTW im März 2021 war 24,1%), 10% (11%) SPD, 22% (32,6%) GRÜNE, 6% (10,5) FDP, 7% (3,6%) LINKE, 20% (9,7%) AfD.
Auch in BaWü verlieren wohl einige die Geduld ....

Sabine Lehmann | Mo., 23. Februar 2026 - 19:50

Ich hätte auch "Schwachköpfe" & "Pinocchio" schreiben können, aber die Bademäntel sind aus. Nachdem ein harmloser Rentner anläßlich des Besuchs unseres Kanzlers in Hanau auf Facebook schrieb "Pinocchio landet in Hanau", überschlagen sich die Ereignisse. Man munkelt des Kanzlers Ruf samt seiner seelischen Befindlichkeit seien so nachhaltig beschädigt, dass die Staatsanwaltschaft schon mit einer 5-jährigen Freiheitsstrafe liebäugelt noch bevor das Strafverfahren eröffnet wurde!
DAS wird jetzt das neue Normal in Deutschland. Der Staat verfolgt seine Bürger, es ist fast wie in Nordkorea, demnächst da müssen wir als Zivilisten an den Straßen Spalier stehen, vor Freude Fähnchen mit dem Konterfei unserer Regentschaft schwingen u. klatschen bis die Batterie leer ist. Wer muckt, der fliegt, gerne auch hinter schwedische Gardinen. Wäre doch gelacht, wenn wir die gute alte DDR, Stasi, Gesinnungsüberwachung u. das Denunziantentum nicht wieder auferstehen lassen könnten! Wir schaffen das!

Wiedermal ´ne Offenbarung, liebe Frau Lehmann. Pinocchio war aber nur eine lustige Puppe, der log wie Kinder lügen, aus Spaß und zur Selbstrechtfertigung. Unser Sauerländischer Holzkasper aber, der schwindelt in böser Absicht, weil er schon vorher wusste, dass er nicht wird halten können, was er versprach. Ein konzeptioneller Lügner also. Doch er kommt damit durch. Die kleinen unbedeutenden Bürgerlein am Straßenrand, die ihn der Lüge zeihen, deren Bestrafung nach einem mittelalterlichen Majestätsbeleidigungsparagraphen vollzogen wird wie zu einem Hexenprozess, das sind Marginalien, über die im Volke sogar gelacht wird. Nein, nichts Ernstes. Schwerer wirken die Absagen der großen Wirtschaftsbosse an den Standort Deutschland. Denn die führen zur Verschmälerung der Staatseinnahmen, und zwar solange, bis das Fässchen leer ist. Was aber dann? Woher nehmen und nicht stehlen? Und bald kann man dem gebeutelten Bürgerlein auch nichts mehr stehlen. Es ist Aus, Herr Merz, bald stehen Sie ohne da

Sabine Lehmann | Di., 24. Februar 2026 - 18:02

Antwort auf von Klaus Funke

Der Friedrich steht doch jetzt schon nackt in den Erbsen, wie man altertümlich sagen würde, lieber Herr Funke. Dabei brauchte er zur Entkleidung samt Entzauberung nicht mal fremde Hilfe, das hat er alles in Windeseile selbst erledigt. Es war nicht nur jedes einzelne seiner Wahlversprechen gelogen, er hat auch noch anschließend das genaue Gegenteil von dem gemacht, was er versprach. Aber wahrscheinlich hat er sich nur versprochen. Versprechen und Versprochen klingt ja auch phonetisch sehr ähnlich u. irgendeine haarsträubende Erklärung braucht man ja schließlich, um irgendwie eine an den Haaren herbeigezogene Begründung zu konstruieren, warum die Bezeichnung "Pinocchio" erstens unzutreffend ist u. zweitens eine Majestätsbeleidigung darstellt. Denn Majestät ist jetzt durch diese "Schmähung" in seinem öffentlichen Ansehen schwerst beschädigt. Ja, hätte der Friedrich doch besser VOR der Strafanzeige mal nach seinen Umfragewerten geschaut BEVOR er auf Facebook zur Holzpuppe deklariert wurde.

Sabine Lehmann | Mo., 23. Februar 2026 - 22:28

Symptome sind i.d.R. Anzeichen einer Erkrankung. Nur mit welcher genau haben wir es denn hier zu tun?
In der Pathologie hat man es jagemeinhin mit Kadavern zu tun, also könnte es sich hier um den klassischen Fall des Kadavergehorsams handeln(das ist jetzt für unsere Logik-Veteranen eine etwas holprige Herleitung, einfach weiterlesen, war stilistisch nicht anders zu lösen;-) Medizinisch gesehen, spricht einiges dafür, schließlich hatten wir das ja schon "unter" Merkel, wir erinnern uns: frenetischer Applaus, so als wäre Moses ein zweites Mal vom Berg Sinai herabgestiegen und hätte das 11. Gebot mitgebracht.
So weit, so gut, jetzt haben wir eine Diagnose, kommen wir zur Behandlung. Diese sollte zielgerichtet zur Besserung der Symptome, im besten Fall zur Genesung des Patienten führen. So weit die Theorie. Es gibt aber auch aussichtslose Fälle, dort wo die Behandlung zu spät startet, weil die systemische Erkrankung bereits chronisch ist. Ergo aussichtslos: Nicht therapierbarer Patient!

Gisela Hachenberg | Di., 24. Februar 2026 - 12:36

Antwort auf von Sabine Lehmann

Liebe Frau Lehmann, wieder Spitze Ihre beiden Kommentare!!! 👍👍 Treffend, aber trotzdem
wie immer mit einer Prise Witz!

Vielen Dank, liebe Frau Hachenberg. Der tägliche Wahnsinn: Erträglich nur mit Galgenhumor;-)
Ich vergaß noch zu ergänzen, dass es sich bei dem "untherapierbaren Patienten" um die Klatschasen der CDU handelt. Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, bei den anderen Parteianhängern der Brandmauerparteien wäre das anders, ist jedoch fatal.

Klaus Funke | Di., 24. Februar 2026 - 17:15

Kurz bevor der Laden zusammenbrach. Oder an Honeckers letzten Volkskammerauftritt. Dieselben Rhituale, dieselben Machtspielchen, alles irgendwie gleich. Die Wahlen in diesem Jahr werden das Merzreich nicht nur erschüttern, sie werden zeigen, dass er zu Ende ist, der Lügenstaat. Danach eilige Notmaßnahmen und hektisches Aufräumen.